Konsumprodukte erlöschen durch ihre Verwendung. Sie sind da, um nicht mehr da zu sein. Günther Anders, (eigentlich: Günther Stern), 1902-1992, deutscher Schriftsteller, Kulturphilosoph

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Schuldenkrise: Der Untergehende rettet den Ertrinkenden

Die Lage der Banken scheint ernster zu werden. Nachdem die IWF-Chefin Lagarde die knappe Kapitalaustattung der Banken angeprangert hat, legte gestern die europäische Bankenaufsicht EBA nach. Die Forderung: Der EFSF soll die Möglichkeit haben, direkt Geld an die Banken zu geben, um sie vor Schieflagen zu retten.

Die ganze Situation erinnert an zwei Ertrinkende, die sich gegenseitig aus dem Sumpf ziehen wollen. Erst geraten die Banken in Schwierigkeiten und werden mit Steuergeldern gerettet. Die Folge: Die Verschuldung der Staaten explodiert. Das wiederum bringt deren Kapitalgeber – die Banken –in Schwierigkeiten. Und nun sollen die Banken wieder von den Staaten gerettet werden. Das ist so, als würde ein Schuldner, der von Insolvenz bedroht ist, seine Bank mit Krediten von eben dieser Bank retten.

Die nächste Stufe der Eskalation kann man sich gut vorstellen: Wenn die Banken vom EFSF Geld bekommen, wird der Schutzschirm bald erschöpft sein und mit kreditfinanzierten Staatsmitteln aufgestockt werden müssen. Es ist offensichtlich: Dieses Spiel bringt keine Lösung. Abgesehen davon sind Fehlanreize vorprogrammiert. Die Lehre für Banken und Staaten aus der Krise ist: Gilt man als systemrelevant, kann man tun und lassen was man will. Das kann so nicht weitergehen.

  • Autor

    Prof. Dr. Th. Hartmann-Wendels

    ist Direktor des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Bankbetriebslehre sowie Geschäftsführender Direktor des Instituts für Bankwirtschaft und Bankrecht an der Universität zu Köln.

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  • Kammerjäger

    Guter Beitrag.

  • Surp

    Die Frage ist, was jetzt?

  • Surp

    Ich möchte nal eien Antwort, was macht man, wenn nichts mehr geht?

    Muss ich mir jetzt Waffen (find ich besser als Gold) kaufen, damit ich meinen Eigentum (zum Großteil Boden) beschützen kann?

  • Ich befürchte die Antwort ist. “Ja, die Waffen werden Sie wohl brauchen”….

  • Surp

    Das war nicht sonderlich Ernst gemeint, aber ich versteh diesen ganzen Goldhype null, für mich ist das eine riesige Blase, außer man geht davon aus, dass die Amis immer weiter Geld drucken.

    Wenn ich ehrlich bin ist der Bodenpreis noch krasser als der Goldpreis, inzwischen kann man in begherten Gegenden eigentlich nichts mehr kaufen, egal was man bereit ist zu bezahlen.

    Der untere Punkt ist auch der, warum ich glaueb es steht nicht sonderlich gut um unsere Wirtschaft.

  • @Surp:
    “außer man geht davon aus, dass die Amis immer weiter Geld drucken.

    Was bewegt Sie das Gegenteil zu glauben?

    Ich kann derzeit nicht erkennen wo “Geld” eingesammelt würde…

  • Surp

    @ FD

    Gold hat keinen Wert, der Wert ist fast ausschließlich imaginär, er ist also eine Einbildung. Das Glaube schon immer Berge versetzt hat, ist vielleicht der einzige logische Grund für Gold.

    Was kann man denn ernsthaft mit Gold machen, außer coole mechanische Tastaturen bauen?

    Die Amis werden wohl weiter Geld drucken, da sie sich leicht über Inflation entschulden können und die ganze Welt es bezahlt.
    Leider können Europa oder Japan das nicht.
    Trotzdem ist Gold in meinen Augen derzeit keine Alternative, war es eigentlich nie, ich würde eher Aktien von produktiven Unternehmen kaufen.

    Gold hat noch ein weiteres Problem, es wirft keine Rendite ab, wobei Pachten natürlich auch sehr stark indirekt subventioniert werden.

  • @Surp. Machen Sie was Sie wollen, nur kommen Sie nicht irgendwann und wollen von meinen Entscheidungen profitieren so sie sich denn als richtig erwiesen. Kaufen Sie ruhig Ihre Aktien, glauben Sie an Geld als Schuld.

    Ich hindere Sie nicht daran. Ich verlange aber von Ihnen, daß Sie mich mit Ihren Gedanken ebenfalls nicht belästigen. Und vor allen Dingen erwarte ich von Ihnen, daß Sie in Ihren Geldbeutel greifen und nicht z.B. den Meinen.

  • Surp

    @ FD

    Eine kleine Spitze:

    Woher stammt ihr Geld, damit ich nicht das Anrecht haben sollte es ihnen weg zu nehmen, finde ich schon mutig die Behauptung.

    Wenn Sie nicht geerbt haben gehen sie zu 80% einer Tätigkeit nach, die einen negativen volkswirtschaftlichen Beitrag leistet.

    Des Weiteren muss man auch noch sagen, dass sie den Geldbeutel besitzen, weil die Anderen es ihnen erlauben (Rechtssystem schutz von Eigentum etc.), vielleicht ändert sich sowas, schauen sie mal in andere Länder.