Die Soziale Marktwirtschaft ist ohne eine konsequente Politik der Preisstabilität nicht denkbar. Nur diese Politik gewährleistet auch, dass sich nicht einzelne Bevölkerungskreise zu Lasten anderer bereichern. Ludwig Erhard, 1897-1977, deutscher Wirtschaftsminister, Bundeskanzler

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Keine Angst vor Staatsinsolvenzen

Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Lösung der Staatsschuldenkrise haben weder die Märkte noch die Öffentlichkeit überzeugt. Davon zeugen das rasche Auf und Ab an den Börsen und die weltweiten Proteste am vergangenen Wochenende. Sollten sich die Erwartungen weiter verdüstern, wird sich dies auch negativ auf die Konjunkturentwicklung auswirken. Denn verunsicherte Verbraucher werden sich beim Konsum zurückhalten und verunsicherte Unternehmer werden Investitionen in die Zukunft verschieben. Dadurch wird die Krise nur noch verstärkt.

Damit das Vertrauen zurückkehrt, müssen die Regierungschefs der Euroländer ihr Krisenmanagement grundlegend neu ausrichten. Bisher haben sie sich darauf konzentriert mit Instrumenten wie dem Rettungsschirm, die Insolvenz einzelner Euroländer zu verhindern. Damit wird aber nur Zeit gewonnen, dass eigentliche Schuldenproblem nicht gelöst. Deshalb ist es längst an der Zeit umzudenken. In ihrem Herbstgutachten 2011 plädieren die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute dafür, einen funktionsfähigen Insolvenzmechanismus für Staaten und Banken einzuführen.


Weitere Informationen zum Thema:
Stiftung Marktwirtschaft – Positionspapier EU-Schuldenkrise

  • Autor

    Dr. Oliver Knipping

    ist Gründer & stellvertretender Vorsitzender des Instituts für Unternehmerische Freiheit in Berlin sowie Mitglied der Mont Pelerin Society.

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  • Tim

    Hoffentlich mit Haftstrafen bei Insolvenzverschleppung.

  • Eurokrisen-Bewältigung Take 20 Einstellung 4082…

    Und ein neuer alter Vorschlag zum immerselben Problem… Mein Vorschlag wäre, wir retten uns bis Weihnachten, dann wird alles besser – bis zum neuen Jahr jedenfalls. Eine neue Regulation, die von denselben Regierungen eingehalten werden soll, die sich so vorbildlich an die Konversionskriterien und all die Regelungen eines ordentlichen öffentlichen Haushalts gehalten haben, die die Krise so perfekt verhindert haben?
    Kommen sich Ökonomen in Regierungskommissionen nicht langsam einmal blöd vor? Vorschlag über Vorschlag, dass Griechenland nicht gerettet werden kann, ist nun auch schon seit mehreren Monaten klar, dass der Rettungsfonds nicht ausreicht, seit fast ebensolange, dass Staatsinsolvenzen notwendig sind, ich weiß nicht seit wann und dass die Eurozone keine optimum currency area ist und nie sein wird, ist bekannt seit es sie gibt … Was haben alle die Kenntnisse bislang bewirkt?

    Eurokrisen-Bewältigung Take 20 Einstellung 4082…

    Das eigentliche Problem ist nicht die Krise, das Problem sind die “kriseninterventionierenden Politiker”, die ein Hühnchenspiel miteinander spielen, Ziel ist es, den unfähigsten, unwilligsten und unvernünftigsten Politiker zu identifizieren. Angesichts des versammelten Potentials an Unvermögen, Unvernunft und Unwilligkeit, kann dieses Spiel noch eine Weile dauern … vor allem dann, wenn Ökonomen regelmäßig spielverlängernde Happen in den Ring werfen.

  • Den Insolvenzmechanismus brauchen wir. Aber die Öffentlichkeit sollte sich auch einmal fragen, wer ‘die Märkte’ sind…

  • Surp

    @ Michael Klein

    Ich finds lustig, beide Seiten zeigen wie überflüssig sie sind und wie belanglos Demokratie für sie inzwischen ist. Ich glaube, langsam merken die meisten Menschen wie bescheurt das Spiel, das wir spielen, ist.

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