Faule Anleihen in Quarantäne
Es ist beängstigend – beinahe panisch wirken inzwischen die Vorschläge aus Brüssel zur Lösung der Schuldenkrise. Ob Bankenlizenz für den EFSF oder Versicherungslösung – beide Vorschläge sind äußerst risikobehaftet sowohl was Geldwertstabiltät als auch die zukünftige Bonität der Gläubigerländer angeht. Dabei hat man eine Möglichkeit, mit der sich auch eine europäische Bankenkrise im Falle eines Schuldenschnitts verhindern ließe, schon gefunden und angewandt. Denn analog zum deutschen Bad-Bank-Gesetz von 2009 könnte man auch auf europäischer Ebene vorgehen. Die eigentliche Idee ist sogar noch älter und wurde bereits 1931 zur Lösung der damaligen Bankenkrise vorgebracht.
Man könnte den Banken anbieten, ihnen die problematischen Staatspapiere im Austausch gegen sichere Schuldverschreibungen des EFSF (Euro-Treasury) abzunehmen. Die Besonderheit solcher Schuldverschreibungen bestünde darin, dass sie kein festes Fälligkeitsdatum haben und auch nicht verzinst werden. Dafür würden sie aber von den Euroländern gemeinsam garantiert und böten den Banken somit größtmögliche Sicherheit. Im Prinzip wären sie eine Art Ersatzaktivum, das zwar nicht unmittelbar in Geld eingelöst werden, aber durchaus im Falle einer Bankinsolvenz an die Gläubigerbanken übertragen werden könnte. Somit würde wieder Vertrauen zwischen den Banken geschaffen werden, die Gefahr einer Kreditklemme bzw. gar des drohenden Zusammenbruchs des Geldmarktes wäre gebannt.
Die Bank überträgt dem EFSF beispielsweise ein Griechenlandpapier im Nennwert von 100 €, das am Markt aber nur noch für 50 € gehandelt wird. Sie erhält dafür vom EFSF im Austausch eine Schuldverschreibung im Nennwert von ebenfalls 100 – hat also keinen Bilanzverlust.
Erfolgt ein Schuldenschnitt Griechenlands von 50%, tritt ein entsprechender Buchverlust beim EFSF, nicht aber bei der Bank ein. Auf das Griechenlandpapier im Wert von nun nur noch 50 erhält der EFSF aber weiterhin Zinsen von z.B. 3% pro Jahr. Diese werden am Kapitalmarkt angelegt.
Mit Zins und Zinseszins sind bei einem Kapitalmarktzins von 3% nach knapp 23 Jahren daraus wieder 100 € geworden. Jetzt erhält die Bank ihr Griechenlandpapier plus den kumulierten Zinserlös im Rücktausch gegen den Euro-Treasury wieder zurück. Griechenland wäre so von einem Teil seiner Schuldenlast befreit. Die Kosten tragen die Gläubiger in Form von jahrzehnterlangen Zins-Mindererträgen. Das marktwirtschaftliche Prinzip von Haftung und Verantwortung bliebe damit erhalten.
Eine ausführliche Beschreibung des Vorschlags finden Sie hier.

Sie verschieben das Problem.
Und wie kommen Sie auf den Zinssatz von 3%? Was passiert, wenn dieser so nicht realistisch ist? Woher nehmen Sie die Kenntnis, wie es in rund 20 Jahren sein wird? Glauben Sie, dass mit dieser – durchaus kreativen – Lösung, das Problem behoben wird, indem man die Bilanzen “schönt”? Irgendwie erinnert mich das an die sog. Luftbuchungen bei der Bilanzierung. Denn auch hier haben Sie faktisch nur Aktiva geschaffen, aber ohne Gegenwert. Da kommt die Folge auch erst Jahre später, aber dafür umso deutlicher zurück.
grundsätzlich ganz nett, haltre ich jedoch für den falschen Ansatz – eben weil nur verschoben aber nicht behoben wird.
Es hilft doch nichts, wenn nun Kosmetik betrieben wird. Es muss endlich der Kern, also die Quelle dieser ganzen Misere angepackt werden. Und wie die Aussage zutrifft:
Kapitalistische Fehler müssen auch kapitalistisch bestraft werden.
Analog sehe ich auch die Bad-Bank Lösung. Es ist nämlich keine Lösung. Und die Meisten wissen dies auch.
Geht die Welt unter, wenn unsere Finanzwirtschaft zusammenbricht?
Wenn ich ehrlich bin, eigentlich ist das sogar erstrebenswert, mit all den Verteilungskämpfen die Folgen werden.
Die dauern ja nicht lange, wenn man klug aggiert, das ist halt mein Zweifel bei den derzeitigen Doppelnullen als Pseudoeliten oder vielleicht auch das Argument warum man es soweit kommen lassen sollte.
Ich glaube eher die Welt geht unter, wenn wir so weitermachen wie bisher!