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Schluss mit der Schuldenparty!

Nach Griechenland drohen nunmehr auch Frankreich und Italien unter der Last ihrer Staatsschulden erdrückt zu werden. Jetzt rächt es sich, dass beide Länder beim Thema Konsolidierung bisher eher durch Rhetorik als durch Taten aufgefallen sind. Dabei zeigen die bisherigen Erfahrungen mit hochverschuldeten Staaten: Je länger die notwendige Konsolidierung herausgezögert wird, desto schmerzvoller die Therapie. Umgekehrt gilt: Wer frühzeitig und vor allem entschlossen spart, dessen Bemühungen waren meist von Erfolg gekrönt.

Zweifelsohne ist eine Konsolidierung ein Drahtseilakt: Einerseits sollen die Staatsausgaben zurückgeführt, andererseits soll aber das Wachstum nicht abgewürgt werden. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Konsolidierungen dann erfolgreich sind, wenn sie schwerpunktmäßig über die Ausgabenseite erfolgen. Als beispielsweise Schweden Anfang der 1990er Jahre in eine tiefe Wirtschaftskrise geriet, konnte das Land die kritische Lage durch Abstriche beim Urlaub, der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei der Arbeitslosenunterstützung erfolgreich meistern. So konnte die Schuldenquote (Schulden im Verhältnis zum BIP) in fünf Jahren um 18,6 Prozent gesenkt werden.

Eine beachtliche Leistung, die aber von den irischen Konsolidierungserfolgen bei weitem in den Schatten gestellt wird. Etwa im gleichen Zeitraum konnte der keltische Tiger seine Schuldenquote um spektakuläre 44,4 Prozent senken. Solche positiven Beispiele sollten den Politikern Mut machen, endlich das Ruder herumzureißen: Mit den staatlichen Schuldenpartys muss nun endlich Schluss sein.

9 Kommentare zu “Schluss mit der Schuldenparty!”

  1. “Eine beachtliche Leistung, die aber von den irischen Konsolidierungserfolgen bei weitem in den Schatten gestellt wird. Etwa im gleichen Zeitraum konnte der keltische Tiger seine Schuldenquote um spektakuläre 44,4 Prozent senken.”

    Herr Knipping sie sollten die Folgen dieser Politik auch sehen. Erst einmal wurde Irland massiv von der EU subventioniert. Dadurch konnten sie ihre Steuern senken und viele Briefkastenfirmen ins Land holen. In der Finanzkrise brach das System zusammen. Irland hat keinerlei Substanz. Grandiose Politik.

    In den USA sieht es ähnlich aus. Durch eine massive Verschuldung des privaten Sektors wurde das Wachstum vorrangetrieben. Dadurch stiegen die Einnahmen. Die hohe pivate Verschuldung brachte dann am Ende der Immobilienkrise wieder massive Probleme mit sich.

    Sie sollten versuchen auch die Folgen und Ursachen der “Erfolge” analysieren, bevor sie sie als solche verkaufen.

  2. @ Chriwi

    Ich versteh unsere Ökonomen langsam auch nicht mehr, die fasseln zum Großteil nur Schwachsinn.

  3. “Ich versteh unsere Ökonomen langsam auch nicht mehr, die fasseln zum Großteil nur Schwachsinn.”

    Die Ökonomen nicht zwangsläufig. Nur diejenigen, welche für einen Think Tank schreiben. Da die Ziele dieses Think Tanks teilweise gegensätzlich sind, kommt es zu inneren Widersrpüchen. So wie man in Griechenland die Löhne halbiert hat und sich dann wundert, dass kein Geld für den Binnenmarkt existiert. Oder man erlaubt keinen Mindestlohn, fordert aber Kombilohnmodelle, um sich dann über die hohen Subventionen und den überbordenden Staatseinfluss aufzuregen.

  4. Wenn ich derzeit die Headlines der INSM lese, wäre es glaube ich klug sie zum Schweigen zu bringen.

    Was bringt Vollbeschäftigung, wenn keiner davon leben kann?

    Anstatt mal dafür Werbung zu machen, dass Arbeit Wohlstand zerstört, werden irgendwelche schwachsinnigen Thesen vertreten.

  5. Gut, aber in einem Punkt hat definitv Recht: Eine Reaktion muss immer sehr zeitnah erfolgen.
    Dass die sog. “Schuldenparty” beendet werden muss ist nun auch in der Politik langsam angekommen. Aber bei sich selbst spart man eben nur ungern. Solange diese Staatsbeamten werde Leistungsanreiz haben noch auch nur einen Funken Verantwortung für ihr Handeln tragen müssen – warum sollte eine Ändeung eintreten? Siehe Moral Hazard. Kein Arbeitnehmer könnte sich so etwas erlauben, der Beamte ist aber auf der sicheren Seite, auch wenn er Gelder systematisch verbrennt. Ok, seine Partei wird nicht mehr gewählt, aber die persönlichen Pfründe sind gesichert.

    Und fehlen die charismatischen Köpfe, die Politik als ihr Lebenswerk verstehen. Keine Bübchen und Mädchen, die dem Druck der Lobby von Beginn an gar nicht standhalten können.

  6. Kammerjäger sagt:

    Die Salden von Staatshaushalt, Außenhandel und Sparleistung der privaten im Inland ist immer 0. Wenn das Staatsdefizit abgebaut wird, dann muss zwingend die Sparleistung der Bürger und Unternehmen sinken oder sich die Außenhandelsbilanz verbessern.

    Andersherum wird ein Schuh daraus: Der Staat hat nur beschränkt Einfluss auf das Außenhandelssaldo und den Sparwillen der Bevölkerung. Das Staatsdefizit ist also gar nicht wirklich beeinflussbar durch unmittelbares Regierungshandeln. Eine Einsparung im Staatshaushalt führt automatisch zu niedrigeren Steuereinnahmen, sofern sich an der Sparneigung der Bürger nichts ändert, oder Export/Importsalden sich verbessern.

    Im Fall Irland hat sich der private (Banken-)sektor stark verschuldet, was zwangsweise eine Verbesserung des Staatshaushaltes nach sich zog. Die Schuldenkrise war in Irland einfach nur vorübergehend privatisiert, bis der Staat den Haufen Schulden der Banken am Ende übernommen hat.

  7. @ Kammerjäger

    hätte man das nicht gemacht, wären einige Staaten/Banken ziemlich sauer, da sie ja nicht bei sich selbst verschuldet waren.

    Ein perverses Spiel, dass wir spielen.

    Der grundsätzliche Fehler liegt doch nicht allein indem erfinden von Geld, sondern wie wir Wohlstand (BIP) definieren, inzwischen ist doch dieser Indikator das Gegenteil davon, trotzdem misst man an ihm den Erfolg einer Volkswirtschaft.

    Wenn eine Volkswirtschaft ausschließlich aus Anwälten und Inverstmentbankern, die sehr erfolgreich agieren, besteht, wäre das BIP riesig, nur ist dadurch eher das Gegnteil von Wohlstand entstanden.

  8. [...] Sollte es nicht zu einem Konjunktureinbruch z.B. durch eine eslalierende Eurokrise kommen, scheint es im Bereich des Möglichen, dass die Zahl der Insolvenzen wieder spürbar [...]

  9. Na dann, Schluss mit der Steigerung der privaten Geldvermögen, diese sind schließlich eine Identität mit den Staatsschulden.

    Wolfgang Stützel, Volkswirtschaftliche Saldenmechanik Seite 74 oben
    Größenmechanik:
    Es besteht keinerlei Korrelation zwischen Sparen im Sinne eines Ausgaberückgangs und Sparen im Sinne eines Einnahmeüberschusses.
    Vielmehr führt ein Ausgaberückgang einer Gruppe nur dann zu einem Einnahmeüberschuss, wenn die Komplementärgruppe einen Ausgabeüberschuss vor- oder hinnimmt. Anderseits kommt es bei jeder Gruppe auch ohne Ausgaberückgang stets zu einem Einnahmeüberschuss, wenn die Komplementärgruppe einen solchen Ausgabeüberschuss vornimmt.

    Bedeutet, die Staaten können nur entschulden, wenn die Privaten per Saldo Geldvermögen abbauen, die Staaten werden aber auch automatisch ohne depressionsauslösende und kontraproduktive “Sparprogramme” entschuldet, wenn die Privaten dies tun!

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Der Autor:

Dr. Oliver Knipping

ist Vorstandsvorsitzender des Instituts für Unternehmerische Freiheit in Berlin.

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