Der Staat muss Gärtner sein und darf nicht Zaun sein, wenn er Wachstumspolitik betreiben will. Angela Merkel, *1954, erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

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Rente gibt´s nicht zum Nulltarif

Wir Deutsche werden älter. Und können die Zeit der Rente länger genießen, als alle Generationen davor. Die Senioren vor fünf Jahrzehnten bezogen weniger als zehn Jahre lang ihre Rentenleistungen. Heute ist das doppelt so lang. Zudem: Immer mehr Senioren nutzen die Gelegenheit, vorzeitig aus dem Arbeitsleben auszuscheiden und tauschen die neu gewonnene Freizeit mit einem kostengünstigen Rentenabschlag. Bei dieser Entwicklung darf man den Eindruck haben, dass es unserem Land gar nicht so schlecht geht.

Dieser Wohlstand im Alter hat aber selbstverständlich seinen Preis. Denn die Rente gibt es nicht zum Nulltarif. Zwei Drittel werden von den erwerbstätigen Kindern und Enkeln über die Rentenversicherungsbeiträge erwirtschaftet. Der Rest wird von allen Steuerzahlern übernommen. Dieser Zuschuss hat mittlerweile den Spitzenwert von 80 Milliarden Euro überschritten, weil das Beitragsvolumen lange nicht mehr die Ren-tenleistungen abdecken kann. Gewerkschaften und einige Parteien wollen die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters am liebsten wieder zurückdrehen. Dabei ist der Grundsatz so banal wie objektiv richtig: Wer länger lebt, muss auch länger arbeiten, um seinen Lebensstandard im Alter sichern zu können. Wer diese Leistung nicht selbst auf sich nehmen will, belastet mit den Kosten andere. Und das sind dann im Zweifelsfall die Kinder und Enkel, die mit höheren Sozialabgaben und Steuern die Rentenillusion der Eltern und Großeltern bezahlen müssen. Statt Reformen zurückzudrehen, sollten wir vielmehr die Sonderrechte für ältere Arbeitnehmer reduzieren, damit sie nicht weiter als Einstellungshürde und damit kontraproduktiv wirken.

  • Autor

    Oswald Metzger

    ist Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Von 1994 bis 2002 gehörte er dem Deutschen Bundestag an. Er ist Geschäftsführer des Konvent für Deutschland.

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  • Markus

    “Wer länger lebt, muss auch länger arbeiten”
    Ich habe selten einen solchen Unfug gelesen – von einem Ökonomen. Nur weil jemand länger lebt, bedeutet dies nicht, dass er/sie auch längen arbeiten KANN.
    Bei den meisten Berufen, die eben nicht am klimatisierten Schriebtisch ausgeübt werden, wird das Limit der Arbeitsfähigkeit eben in diesem Alter erreicht. Weiterhin: Die ach so intelligenten Akademiker studieren bis ins 30. Lebensalter und beginnen dann ggf. eine Erwerbstätigkeit. Der KFZ-Lehrling hat da schon um die 10 Jahre gearbeitet.
    Wenn Sie schon einen solch blamablen Unfug erzählen, dann diskontieren Sie doch auch gleich mal die Steuereinnahmen nach Arbeitsjahren. Dann sehen Sie sehr schnell, dass Akademiker “wenig” arbeiten, obwohl viel merh möglich wäre

    Die Diskussion um das Renteneintrittsalter ist ein Farce der “studierten” Arbeitnehmerschaft. Warum wird dies nciht ganz einfach abgeglichen: Und zwar nach Anzahl der Arbeitsjahren? Dies vielleicht auch ein kleiner Wink Richtung Langzeitstudenten.
    Wer also bereist mit 16 eine Lehre beginnt, kann dann nach 45 Arbeitsjahren. also mit 61, die volle Rente kassieren. Ein studierter, der mit 30 beginnt, eben erst mit 75. Ups, haben Sie es erkannt? Sie fordern in meinem kleinen, realistischen Beispiel dass der Lehrlich dueltich länger im Berufsleben steht. Das ist nciht nur ungerecht und sachlich hinfällig, ich finde es frech so zu argumentieren. Denn die “Geringverdiener” ermöglichen erst den Wohlstand der “Besserverdiener” und stellen die Basis der Arbeitnehmerschaft dar. Und Sie fordern, die Rente auf deren Rücken auszutragen?

    Und der Rest ihrer wirklich fadenscheinigen Argumentation: Wann haben Sie das letzte Mal eine Bewerbung geschrieben?

  • “Dieser Zuschuss hat mittlerweile den Spitzenwert von 80 Milliarden Euro überschritten, weil das Beitragsvolumen lange nicht mehr die Ren-tenleistungen abdecken kann.”
    Sauber recherchiert Herr Metzger. Haben sie bei ihrem Urteil über die Nichtfinanzierbarkeit der Renten auch die versicherungsfremden Leistungen einberechnet? Deren Anteil ist relativ hoch und wird gerne außen vor gelassen, da die Zahlen dann nicht so dramatisch klingen. (sie liegen im Bereich von 60 Mrd. Euro) http://www.adg-ev.de/Dokumente/Infos/vfL10Januar.pdf

    “Dabei ist der Grundsatz so banal wie objektiv richtig: Wer länger lebt, muss auch länger arbeiten, um seinen Lebensstandard im Alter sichern zu können.”
    Warum? Die Logik erklären sie mir mal. Dann können sie auch sagen, wer mehr Geld will soll mehr arbeiten (Qualifikation spielt keine Rolle).

    Deutschland hat viele Millionen Arbeitslose. Das Verhältnis zwischen arbeitender und nichtarbeitender Bevölkerung ändert sich kaum, auch wenn mehr Menschen Rentner sind. Dafür haben wir weniger Kinder und Arbeitslose zu versorgen. Die Kosten sind etwa gleich. Wenn Arbeitermangel herrschen würden, dann stiegen die Löhne. Davon kann nicht die Rede sein. Die Verlängerung der Arbeitszeit hat zwei Gründe. Zum Einen senkt man effektiv die Renten (Menschen gehen immer noch früher in Rente, weil sie nicht mehr arbeiten können) und zum anderen kann man Angst über die Unfinanzierbarkeit verbreiten und auf das ach so stabile und gut funktionierende private, kapitalmarktbasierte Rentensystem zu verweisen.

  • Keynesianer

    Herr Metzger, schon einmal etwas von Produktivitätssteigerung als ökonomischen Faktor gehört?
    http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m0025.pdf

    Mehr Kuchen und weniger Esser sollte reichen, damit die Menschen in der Breite größere Stücke bekommen können und nicht nur ein paar weniger Reiche, die x-fach hier rufen!

  • Surp

    Diese Diskussion ist so müßig

    Es gibt 2 Zustände: arbeiten oder nicht arbeiten, das wars und so sollte auch unser Sozialsystem sein. Wer nicht arbeitet erhält die Grundsicherung (ich bin für 2000 Euro, bei einem extremen Arbeitsplatzabbau), wer arbeitet hat mehr, so einfach so genial.

  • Es stimmt, Rente giebt es nicht um sonst. Während des ganzen Beruflebens haben wir Beiträge eingezahlt, die zum großen Tei nicht Steuerfrei waren. Wenn der Saat Sozialleistungen verteilen möchte, sollte er für die Kosten aufkommen. Für mehr als die Hälfte der versicherungsfremden Lestungen müssen kommt die rentenkasse auf, ohne das der Saat seinen Verpfilichtungen nachkommt.
    Wer vom Wohlstand im Alter schreibt, verschließt die Augen vor den Tatsachen. Altersarmut ist keine Vision, sonder Realität; selbst in den rechsten Städten deutschlands.

  • Markus

    @ Surp
    wer arbeitet hat mehr? bei 2000 Euro BGE? Na dann müssen Sie schon einen hervorragenden Job finden. Im Niedriglohnbereich ist jede Tätigkeit hinfällig. Und plötzlich gibts keine Bäckereifachverkäufer, Friseure, Maler, etc. mehr. denn die sitzen mit ihren 2000 Euro zu Hause und schauen Talk-Shows. Oder arbeiten am Staat vorbei.
    realisieren Sie endlich, dass das BGE nicht durchsetzbar ist. So edel der Gedanke, doch so unrealistisch die Umsetzung. Sie können durch massive Verteilung die vermeintliche Armut in Deutschland nicht beenden.

  • Surp

    @ Markus

    ist er überhaupt nicht, wir investieren unfassbare Summen in Erwerbsarbeits-beschaffung, da ist sogar fast alles möglich, solange, die Menschen nicht anfangen zu sparen ist die Summe fast egal.

    Meine Sicht auf die Welt ist eine andere und sie haben noch immer die Idee nicht verstanden wer arbeitet hat “IMMER” mehr, als der der nicht arbeitet (im Sinne unserer Erwerbsarbeitswelt, arbeiten tut eigentlich jeder eh in irgendeiner Form).

    Für mich gibt es nur produktive Arbeit, Arbeit die einen anfassbaren Wert erschafft und dieser Wert muss aúch noch nachgefragt werden.

    Der Rest ist schmarotzen, es gibt Dienstleister die sind wichtig, Ärzte, Krankenschwestern etc., weil sie Dienstleistungen erbringen, die wir unbedingt benötigen, der Rest sind widerliche Parasiten (Großteil der Anwälte etc.).

    Das ist sehr kurz gefasst, aber Dienstleistungen haben niemals die Möglichkeit Werte zu erschaffen, das ist gegen ihre Natur, aber einige von ihnen benötigen wir und auf diese sollten wir uns auch beschränken.

  • Markus

    @ Surp
    Na dann brauchen Sie auch keinen Architekten für ihr Haus. Sie bauen also mal munter drauf los. Der Statiker mit seiner Berechnung ist überflüssig. Wird schon schiefgehen. Ach so, alle Lehrer, Professoren und andere Dozenten – Wissensvermittlung ist eine Dienstleistung, aber die ist hinfällig. Internet lehrt uns genug.
    Die Polizei mit Ihrer Kontroll- und Sicherheitsdienstleistung ist ja ebenfalls ohne erkennbare Wertproduktion. Sicherheit ist nicht fassbar und damit hinfällig. Also weg mit allen Polizisten. Und den Anwalt, sicherlich, den brauchen wir auch nicht. Ein Richter und sein Henker genügen der Gerechtigkeit. ein unbescholltener Bürger hat doch in der globalisierten Welt nichts zu befürchten. Und die Anwälte der Unternehmen sind alle Parasiten. Sollen die Unternehmen doch selbst die Plagiatspriaten suchen und anzeigen. Illegaler Download? Egal, die Unternehmen sollen sich selbst helfen.
    So. Diese beispiel zeigen doch dass Werte geschaffen werden. keine Materiellen, aber das ist auch nciht die Voraussetzung für einen Wert. das haben Sie noch nicht verstanden.

    wer arbeitet hat immer mehr. Richtig. Aber das MEHR ist doch das problem. Denn der Lohn errechnet sich im Monatssaldo abzgl. der 2000 Euro BGE. Denn diese in einem Unternehmen zu verdienen ist hinfällig – der Staat bezahlt es doch. Damit würde jedes Unternehmen beim BGE System die Löhne massiv kürzen. Denn die 2000 Euro erhält jeder. Die Unternehmen hätten wesentlich geringere Lohnkosten. Das ist nett. Die Gewinne würde explodieren. Und was macht man mit hohen Gewinnen? Abschöpfen.
    Folge: Schere zwischen Arm und Reich bleibt. Aber auf anderem Niveau. Und die Preise steigen fröhlich, was unsere Wettbewerbsfähigkeit einschränkt. Die Importe würde enorm steigen – denn im Ausland ist es günstiger. Und dank der EU ist der Import kein problem. Frankfreich freut sich. Wir sind die reichen Dummen. Langfristig kollabiert das System, weil die Einnahmen wegbrechen.

    Wann bemerken Sie es? Ohne Ungleichheit gibt es keine Gerechtigkeit. Und jeder Anspruch muss auf einer Gegenleistung basieren.
    Es gibt immer Arm und Reich. Es gibt auf der Welt niemals Gerechtigkeit – denn das ist ein subjektiver Zustand und kann daher niemals allgemeine Gültigkeit erlangen.

    Noch interessant: Entscheiden dann Sie persönlich, wer ein Parasit ist und wer nicht?

  • Surp

    “Ach so, alle Lehrer, Professoren und andere Dozenten – Wissensvermittlung ist eine Dienstleistung, aber die ist hinfällig. Internet lehrt uns genug.´”

    Ja, gerade in diesen Gruppen gibt es extrem viele überflüssige Menschen, wir sollten uns eh mal fragen was Bildung sein soll, unsere Defintion ist sehr dumm in meinen Augen.

    ” wer arbeitet hat immer mehr. Richtig. Aber das MEHR ist doch das problem. Denn der Lohn errechnet sich im Monatssaldo abzgl. der 2000 Euro BGE. Denn diese in einem Unternehmen zu verdienen ist hinfällig – der Staat bezahlt es doch. Damit würde jedes Unternehmen beim BGE System die Löhne massiv kürzen. Denn die 2000 Euro erhält jeder. Die Unternehmen hätten wesentlich geringere Lohnkosten. Das ist nett. Die Gewinne würde explodieren. Und was macht man mit hohen Gewinnen? Abschöpfen.
    Folge: Schere zwischen Arm und Reich bleibt. Aber auf anderem Niveau. Und die Preise steigen fröhlich, was unsere Wettbewerbsfähigkeit einschränkt. Die Importe würde enorm steigen – denn im Ausland ist es günstiger. Und dank der EU ist der Import kein problem. Frankfreich freut sich. Wir sind die reichen Dummen. Langfristig kollabiert das System, weil die Einnahmen wegbrechen.”

    Es ist eigentlich eher umgekehrt, wenn man die Besteurung und Investitionsbedingungen durch Abschaffungen von Gesetzen, Vorschriften etc. verbessert.

    “Wann bemerken Sie es? Ohne Ungleichheit gibt es keine Gerechtigkeit. Und jeder Anspruch muss auf einer Gegenleistung basieren.”

    Stimme ich Ihnen voll zu, deshalb bin ich so gegen überflüssige Erwerbsarbeit, da ist keine Gegenleistung.

    Ich bin gegen starken Patentschutz, das hält den Fortschritt extrem auf.

    Ich glaube ich schreibe ein Buch für einen Blog ist es einfach zuviel.

    Der Grundgedanke ist einfach durch Streichung fast aller Gesetze, Subventionen etc. und durch eine unbürokratische Umverteilung einen ganz anderen Dienstleistungssektor zu schaffen, indem Menschen das tun woran sie Interesse haben.

    Ein Parasit ist der, der auf Kosten anderer existiert, ohne einen wirklichen Nutzen für die Gesellschaft zu erbringen, dass sind bestimmt 60% unserer Erwerbsarbeitsbeschäftigten.

    Sie glauben immer ich will alle gleich machen, dass ist nicht meien Absicht, aber ich will jedem eine sehr gute Basis geben, warum? Weil es geht!!!

  • @Surp

    “Ja, gerade in diesen Gruppen gibt es extrem viele überflüssige Menschen, wir sollten uns eh mal fragen was Bildung sein soll, unsere Defintion ist sehr dumm in meinen Augen.”

    Wer definiert was unnütze Arbeiten und überflüssige Menschen sind? Nach ihrer Definition, dass Arbeiten die keinen Wert schaffen überflüssig sind, müssten sie viele Forscher entlassen. Allerdings würden sie dann die Innovation drastisch bremsen, da Erkenntnisse gewonnen werden, welche irgendwann einmal einen deutlichen Mehrwert schaffen. Viele mathematische Entwicklungen von Newton, Gauss und Euler wurden erst mit der Erfindung des Computers richtig interessant. Aus diesem Grund sehe ich nicht annähernd wie sie ihr Utopia durchsetzen wollen.

  • Surp

    @ chriwi

    jein, aber ist es wirklich sinnvoll jeden menschen zu sagen was er zu tun und zu lassen hat?

    wenn ein mensch sich selbst zerstören will, dann soll er es tun.

    Die Frage ist eher, wir können alles bezahlen, außer unsere erwerbsarbeitswelt, die ist verdammt teuer und fast komplett sinnlos.

    Warum muss man menschen vorschreiben wie sie zu leben haben?

    Unsere welt ist langsam und dumm, weil unsere bildung menschen zu versagern erzieht.

    Meine meinung ist extrem, aber ich glaube, es wäre besser mal etwas anderes zu wagen.

  • Markus

    “Unsere welt ist langsam und dumm, weil unsere bildung menschen zu versagern erzieht”

    Also das ist nun nicht ihr ernsthafter Standpunkt? Kennen Sie wirklich die Welt? Kennen Sie nur “Versager”?
    Na dann sind Sie recht einsam und blicken doch sehr pessimistisch drein. Ich kenne die Welt etwas anders. Und zwar von beiden Seiten.
    Und genau die Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Sie das nicht verstanden haben, kann ich Ihnen nicht helfen. Dann mangelt es Ihnen an der entsprechenden Bildung, diese Kausaltiät zu erfassen ;-)

  • Surp

    @ Markus

    Was für Menschen bildet denn unserer Gymnasium wirklich aus, innovative, mutige?

    Doch wohl eher Reproduzenten und Verwalter.

    Ähnliches gilt für den Großteil unserer Studiengänge, wobei die Geísteswissenschaften bisher sehr Wenigen Schmerzen zufügen, die Sozialwissenschaften machen das schon.

    In unserer Welt ist alles auf den Kopf gestellt. Wir verwalten Menschen in die Armut und nennen das Leistung, Ärzte bekommen Geld für Krankheit nicht für Gesundheit usw..