Konsumprodukte erlöschen durch ihre Verwendung. Sie sind da, um nicht mehr da zu sein. Günther Anders, (eigentlich: Günther Stern), 1902-1992, deutscher Schriftsteller, Kulturphilosoph

20 EuropaFinanzmarktSteuern und Finanzen

Finanztransaktionsteuer trifft die Falschen

Der französische Präsident Sarkozy hält fest an der Einführung der Finanztransaktionssteuer.  Notfalls will er die Steuer ohne Großbritannien in der EU einführen. Spekulationen sollen damit eingedämmt werden und gleichzeitig freut sich der Staatshaushalt. Auf den ersten Blick erschlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe. Doch geht die Rechnung auf?

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Es könne nicht sein, dass der Kauf von Immobilien und  Waren im Supermarkt besteuert werden, Finanztransaktionen aber nicht. Damit begründet der französische Präsident Sarkozy die Pläne alle Finanztransaktionen mit einer Steuer zu belegen. Zudem will man damit Spekulationen eindämmen und die Volatilität an den Märkten senken. Nicht weniger von Interesse dürften aber auch die winkenden Milliarden für die Staaten sein, die angesichts der Schuldenkrise sicherlich gerne angenommen würden.

Es ist unbestritten, dass die Finanztransaktionssteuer (FTT) die Liquidität an den Finanzmärkten negativ beeinflussen würde. Ob aber den damit verbundenen Kosten ein entsprechender Nutzen in Form geringerer spekulativer Über- oder Untertreibungen gegenübersteht ist aus wissenschaftlicher Perspektive nicht zu beantworten. Wahrscheinlich ist aber, dass die jetzt angedachte Ausgestaltung der FTT den informationsgetriebenen Handel in europäischen Aktien und Anleihen zugunsten des kurzfristigen Derivatehandel benachteiligen wird. Damit wäre dann genau das Gegenteil dessen erreicht, was beabsichtigt wird. Denn der Derivatehandel kann sich im Unterschied zum Sekundärmarkthandel sehr viel leichter dem fiskalischen Zugriff der EU entziehen. Das heißt: Liquidität fließt aus den Aktien- und Anleihenmärkte in die Derivatemärkte. Darunter leiden dann vor allem mittelgroße Unternehmen, da in diesem Segment die Liquidität schon heute zu niedrig ist. Für diese Unternehmen wird die Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung über die Börse noch teurer.

Wird darüber hinaus mit der Umsatzsteuerbefreiung des Finanzsektors argumentiert, ist die Finanztransaktionssteuer ebenfalls das falsche Instrument. Denn sie besteuert nicht nur die entstandene Wertschöpfung im Finanzsektor, sondern sämtliche Transaktionen und sollte damit auch nicht mit dem Hinweis auf die fehlende Umsatzbesteuerung im Finanzsektor gerechtfertigt werden.

 

  • Autor

    Prof. Dr. Christoph Kaserer

    ist Professor für Finanzmanagement und Kapitalmärkte an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität München.

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  • Franz Seiler

    (Zitat) “die entstandene Wertschöpfung im Finanzsektor” (Zitatende) Im Finanzsektor gibt’s doch wohl keine “Wertschöpfungen” im Sinne der Wertschöpfungen in den anderen Wirtschaftsbereichen!
    Vielmehr ist wohl das die Crux: Solange der Finanzplatz London sich jeder Regulierung entzieht, rechtlich als Souverän jede – für alle anderen Marktteilnehmer auch katatstrophale – Regulierung selbst ad hoc vornehmen kann, können die anderen Marktteilnehmer in jegliche Bredouille gebracht werden. Es ist von kundiger Seite mitgeteilt worden worden, dass auch die Federal Reserve den privaten Eingentümern des Finanzplatzes London (City of London) gehört…..

  • @Franz Seiler

    Die aktuellen Gesetzentwürfe der EU zur Finanztransaktionsteuer sollen solche Abwanderungen in Regionen ohne Regulierung verhindern. Dies geschieht dadurch, dass Banken die in Deutschland ansässig sind zahlen müssen egal wo sie handeln. Auch wenn man mit Banken innerhalb der EU handelt muss gezahlt werden. Da der eruopäische Wirtschaftsraum so groß ist, werden Banken es kaum vermeiden können hier zu agieren. Somit kann man sehr wohl eine Steuer ohne Großbritannien einführen.

  • Markus

    Diese Steuer verteuert faktischd ei Transaktionen, womit eine grundlegend höhere Rendite erzielt werden muss. Das aber nur am Rande.
    Wer Finanztitel kauft und verkauft, bezahlt Steuern! Und zwar bei der Realisierung des Gewinns. Und diese Besteurerung ist nciht zu knapp, bewertet man im Gegenzug das Risiko des Anlegers. Der Staat sitzt in einer komfortablen Position und verdient schön mit, und nun auch noch an der Finanztransaktion? Das ist m.E. eine Doppelbelastung ohne jedwede ökonomische Begründung.
    Wieso muss man die Märkte eindämmen, wo ist das Problem der Volatilität?

    Der Staat hat eine Kontrollfunktion im weiteren Sinne, ein Eingreifen in dieser Art widerspricht jedoch unserem System. Einen freien Markt zu beschränken ist grundlegend falsch.
    Auch eine Transaktionssteuer hätte die Krise nicht verhindern können, die Argumente sind nur populistisch und werden von den meisten Menschen nicht verstanden. Aber man glaubt eben, dass die “Reichen” Bänker mit ihrem sagenumwobenen Boni damit “gestoppt” werden können. Das ist absoluter Unfug.

    Schon heute hat der gewiefte Anleger die Option, seine Finanztitel in der ganzen Welt zu streuen und etwaige Steuern zu sparen. Und dies auch noch ganz legal. Und es ist dabei völlig irrelevant, wo der Anleger sitzt.
    Und mal ernsthaft: Woher will das Finanzamt wissen, ob irgendjemand zB in Singapur aktiv an Finanztransationen beteiligt ist, wenn es kein deutsches Konto für die Rückverfolgung gibt?

    Die Steuer verteuert unnötig, ist allenfalls eine Einnahmequelle der Staaten und führt zu einer Abwanderung der Gelder. Wer dies nicht kann, muss zahlen – und das sind wie üblich die “Kleinen”.
    Nun, es gibt aber auch hierfür Optionen, die Transaktionssteuer zu umgehen. Warten wir es mal ab. Die Lücken öffnen und schliessen sich. Und ein neuer Bestand von bürokratischen Vorgängen wird unser Land blockieren. Tolle Nummer, Herr Sarkozy.

  • Die Rettungsschirme treffen die Falschen:
    Den Staat und damit die Allgemeinheit.

    Die Finanzmarkttransaktionssteuer trifft die Richtigen:
    Diejenigen Anleger, die auch das Insolvenzrisiko ihres Schuldners (z.B. Griechenland) tragen müßten. Das ist der Kleinanleger genauso wie die große Heuschrecke, die mit Zentralbankgeld an der Börse zockt.

  • Ich finde muss über Steuern (nicht Verbote) eine Möglichkeit geben zu verhindern dass Geld was der Realwirtschaft gut täte in der “Finanzindustrie” hin und her gespielt wird. Tätigkeiten am Finanzmarkt die sich Wiederholen sind für die Volkswirtschaften und die Menschen unproduktiv. Ich bin für die Finanztransaktionssteuer für die ganze EU.

  • @Markus
    “Das ist m.E. eine Doppelbelastung ohne jedwede ökonomische Begründung.”
    Warum werden Lebensmittel, welche zum Überleben notwendig sind besteuert und Finanztite nicht? Die Ökonomische Begründung aus Staatssicht ist, das man die geretteten Finanzmärkte an der Rettung beteiligt.

    “Einen freien Markt zu beschränken ist grundlegend falsch.”
    Blödsinn. Dann ist jedes einzelne Umweltgesetz falsch. Jegliches Arbeitsschutz-, Mutterschutzgesetz is es ebenso. An vielen Stellen werden Märkte beschränkt. Warum sollte es also nicht auch in dem Bereich getan werden, der offensichtlich in den letzten Jahren viel Schaden angerichtet hat?

    “Die Steuer verteuert unnötig”
    Sie verteuern bei einer Transaktion. Wer langfristig sein Geld anlegt, der verliert faktisch nichts. Wer Millionen mal pro Sekunde Finanztitel mit automatischen Programmen handelt wird bestraft. Da bei diesem auf Mustererkennung basierenden Programmen keinerlei Nutzen entsteht sehe ich persönlich das Problem nicht. Die Verteuerung wird in meinen Augen drastisch überbewertet.

    “Auch eine Transaktionssteuer hätte die Krise nicht verhindern können”
    Wahrscheinlich nicht. Aber nicht nur die Gesellschaft hätte für die Rettung der Banken aufkommen müssen. Überlegen sie sich wie viele Menschen in Deutschland an der Rettung des Finanzmarktes beteiligt werden, welche gar kein Geld sparen (ungefähr 30%). Mit welcher Begründung müssen sie Steuern für die Rettung von sinnlosen Zockereien zahlen?

  • Pingback: smava Wochenrückblick zu Wirtschaft und Finanzen (13.Januar 2012) - smava.de Blog()

  • Markus

    @ chriwi
    Ihr Argumentation ist schon sehr lustig. Sie fordern die Besteuerung von Finanztransaktionen (FT) weil Lebensmittel besteuert werden – als ausgleichende Gerechtigkeit? Warum fordern Sie dann nicht die Steurfreiheit von Lebensmitteln? Für lebenswichtige Lebensmittel. Ausserdem bezahlt man für die Finanzgewinne bereits Steuern – oder bezahlen Sie beim Essen auch Steuern? Oder nur beim Kauf?

    Steuern haben die nette Eigenschaft, dass diese nicht Zweckgebunden sind. Warum glauben Sie denn, dass genau diese Steuer die Bankenrettung querfinanziert? Wer garantiertr Ihnen diese Verwendung? NIEMAND!

    Worin liegt der Unterschied zwischen einem Daytrader und einem langfristigen Anleger? Beide handeln mit Finanzwerten, beide wollen Rendite. Der Daytrader trägt wie der langfristige Anleger das volle Risiko. Warum wollen Sie den Daytrader bestrafen? Damit er weniger Handelt? Na das ist doch mal innovativ. Und vor Allem ökonomisch sinnvoll… wer also mehr isst soll künftig auch höhere Steuern bezahlen.

    Marktbeschränkung: Jegliche Intervention der Politik verfälscht den Wettbewerb und führt zu Ungleichheit. Das nennt man ineffizienz. Faktisch sind auch das Mutterschutzgesetz und alle Arbeitsschutzgesetze ineffizient. Aber moralisch gewollt. Das ist ein grosser Unterschied. Wobei ich das Kündigungsschutzgesetz als überflüssig erachte und sogar die Annahme trage, dass genau diese unsere Wirtschaft hemmt. Siehe Moral Hazard Verhalten.
    Der Schaden durch die Finanzinstitute zu solidarisieren ist falsch. Da stimme ich zu. Aber eine Finanztransaktionssteuer ändert dies nicht. Aber genau diese Solidarisierung findet auch bei jeder Subvention statt, und auch Wirtschaftsunternehmen wurden in der Vergangenheit gestützt (Vgl. Holzmann AG). Viel wichtiger wäre es, entsprechende Bilanzvorschriften, wie zB eine erhöhte Eigenkapitalquote zu benennen. Und 9% sind bei Weitem noch zu wenig. Jede Bank sollte hierfür einen angemessenen Teil ihrer Gewinne in einen Fond einzahlen, welcher eben greifen könnte. Dieser Fond muss unantastbar sein. Dann wäre das Problem in der Zukunft gemildert. So einfach kann es sein. Durch simple Zwangsrücklagen – wie Pensionsrückstellungen, nur deutlich höher.

    Jeder Anleger riskiert bei zB Aktien sein Kapital. Und zwar zu 100%.
    “Da bei diesem auf Mustererkennung basierenden Programmen keinerlei Nutzen entsteht …” – wenn Sie damit Geld verdienen, ist das ein Nutzen. Ach ja, diese Programme können Sie in die Tonne klopfen. Kein Programm kann die Aktienwerte voraussagen. Denn diese basieren eben nicht auf ökonomischen Grundsätzen. Sonst wären alle Anleger unsagbar reich ohne jedwedes Risiko. Das glauben Sie vielleicht, aber haben Sie jemals aktiv mit Finanztitel gearbeitet? Oder haben Sie ihr vermeintliches Wissen aus der sog. “Fachpresse”?

    Sie vermischen einiges, was getrennt werden müsste.

  • “oder bezahlen Sie beim Essen auch Steuern”
    In gewisser Weise ja. Die Gewinne des Unternehmens das mir das Essen verkauft zahlt Steuern und der Handel mit dem Produkt wird auch besteuert.

    “Ausserdem bezahlt man für die Finanzgewinne bereits Steuern”
    Wieviel Steuern zahlte denn die Deutsche Bank im letzten Jahr? Die Belastung ist überschaubar. Bei der Einkommensteuer meinen gerade die neoliberalen Denker man solle weg von ihr und hin zu einer Konsumsteuer. Beim Finanzmarkt ist das plötzlich falsch. Der Grund ist einfach. Man könnte sich dieser Steuer eventuell nicht so einfach entziehen.

    “als ausgleichende Gerechtigkeit”
    Weniger als audgleichende Gerechtigkeit, als Belastung derjenigen die die Belastung schultern kann. Es werden ja auch keine Größenordnungen besteuert.

    “Warum glauben Sie denn, dass genau diese Steuer die Bankenrettung querfinanziert?”
    Weil sie im Haushalt der Staaten verwendet werden. Da Banken hochgradig subventioniert werden sehe ich diesen Anteil als Rückzahlung an die Gesellschaft (EZB Zinsen und Nullrisikoverleih an Griechenland zum Beispiel).

    “Aber eine Finanztransaktionssteuer ändert dies nicht”
    Wahrscheinlich nicht und es müssen noch weitere Vorkehrungen getroffen werden.

    “– wenn Sie damit Geld verdienen, ist das ein Nutzen”
    Gesamtnutzen für die Gesellschaft meinte ich. Für die Einzelperson bringt es natürlich einen Nutzen.

    “Kein Programm kann die Aktienwerte voraussagen.”
    Dann würde ein Computertrading wohl nicht funktionieren. Man arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten und hofft.

    “Sonst wären alle Anleger unsagbar reich ohne jedwedes Risiko.”
    Eben nicht. Es würde sich in der Summe nichts ändern, da die Summe eben gleich bleibt.

  • Markus

    “Dann würde ein Computertrading wohl nicht funktionieren. Man arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten und hofft.”
    das Prinzip Hoffung ist gänzlich unökomisch. Hoffnung basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Legen Sie so ihr Geld an? Computertrading ist wirklich sinnfrei. Schauen Sie sich die Empfehlungen und die resultierenden Entwicklungen an. Das ist der beste Beweis.

    “Eben nicht. Es würde sich in der Summe nichts ändern, da die Summe eben gleich bleibt.”
    Setzt voraus, dass immer die gleichen Marktteilnehmer agieren. Manche gehen, manche kommen, daher kann die Summe niemals gleich bleiben. Denn die gesamte Anlagesumme variiert, siehe Volumen der Handelstage.

    “Weil sie im Haushalt der Staaten verwendet werden. Da Banken hochgradig subventioniert werden ..”
    teils richtig, aber selbst die Schuldenpolitik der BRD beweits das Gegenteil. Theoretisch haben Sie völlig recht, aber die Praxis wird dies nicht zeigen. Das Geld würde in andere Töpfe, in zusätzliche Ausgaben fliessen.

    ““Ausserdem bezahlt man für die Finanzgewinne bereits Steuern”
    Sie als Anleger müssen die Gewinne versteuern. Mit 25% zzgl Soli und Kirche.

    “oder bezahlen Sie beim Essen auch Steuern”
    Das ist dann NACH oder VOR dem Essen. aber nicht während des Vorgangs. So meinte ich dies. OK, ist ein doofes Beispiel gewesen.

  • Rix Forget

    Ob die Finanztransaktionssteuer an Einnahmen für die Gesellschaft etwas bringt wird sich herausstellen.
    Was sie aber auf alle Fälle bringt,ist das Zeichen an die Finanzmärkte das die Zeit
    in der sie machen konnten was sie wollen ohne einen Beitrag für die Gesellschaft leisten müssen sich langsam dem Ende nähert. Sie stellt aber lediglich einen Anfang dar.
    Wenn aber niemand anfängt wird auch eine Weltweite Regulierung der Finanzmärkte nicht stattfinden. Die Aussage Fts. ja wenn alle mitmachen ist der Versuch diese zu verhindern da jene wissen das eine Einigkeit aller Länder nicht herzustellen sein wird. Langfristig muß die Gesellschaft aber einsehen das dieses
    Gezocke an den Finanzmärkten für die Menschen keinen Nutzen bringt.
    Was ist das für ein Zeichen für eine Zivilisation das die Produzenten der Waren und Dienstleistungen weniger verdienen als Spekulanten die sich zwischen Erzeuger und Verbraucher drängen um mitzuverdienen. Sie erzeugen nichts und verteuern noch zusätzlich diese Waren. Das ist nicht einfach hinzunehmen.
    Diese Zocker zu besteuern ist lediglich der kleinste gemeinsame Nenner der zur
    Zeit erreicht werden kann. Endziel kann nur sein solche Leute bei ihrem wahren Namen zu nennen— Gauner und Verbrecher und diese gesellschaftlich zu ächten.

  • Markus

    @ Rix Forget
    “Was ist das für ein Zeichen für eine Zivilisation das die Produzenten der Waren und Dienstleistungen weniger verdienen als Spekulanten die sich zwischen Erzeuger und Verbraucher drängen um mitzuverdienen. Sie erzeugen nichts und verteuern noch zusätzlich diese Waren.”

    — Sie haben keine Ahnung, warum es den Finanzmarkt bzw. Die Aktienmärkte gibt. Kann das sein?

    “Gauner und Verbrecher und diese gesellschaftlich zu ächten.”
    Gut, dann bin ich ab sofort ein Verbrecher, da ich Aktien besitze. Ächten Sie mich, stellen Sie mich an den Pranger, ich bin mit meinem Aktienbesitz ein Über der Gesellschaft und sollte verstossen werden. Vielleicht sollte ich mir auch ein Schild um den Hals hängen “AKTIONÄR” damit mich andere mit Tomaten bewerfen können. Ich stifte schliesslich überhaupt keinen Nutzen und die Rechtsfrom der Aktiengesellschaft ist der Betrug an der Gesellschaft und ich bin ein Mittäter.
    Bei Ihnen sonst alles klar?

  • Surp

    @ Markus

    niemand hat etwas gegen Unternehmensbeteiligungen, es gibt aber soviel mehr, was komplett überflüssig ist, darüber müssen sie nachdenken.

    Ich finde es zum Beispiel beeindruckend, das Warren Buffet, allein durch seine Marktmacht und seine Beziehungen, weit mehr verdient als beim Pokern (was ja das eigentliche Spiel wäre, wenn er fair spielen würde).

    Wenn sie wüßten warum die City so interessant war, dann wüßten sie auch warum alles ein Witz ist. Niemand ist reich weil er schlau oder innovativ ist, alle sind reich weil sie Betrüger sind (übigens auch Steve Jobs, der ja so gefeiert wird).

    Aber die Realität spielt scheinbar bei Reichtum keine Rolle mehr (dank allein an unseren Geldadel, der nur aus dekadenten Erben besteht).

  • Rix Forget

    @Markus

    Stellen Sie sich vor Ihre Krankenschwester, Ihr Feuerwehrmann und der Polizist der Ihnen in der Not helfen würde, fallen morgen tot um. Dann stellen Sie sich vor Ihr Vermögensberater, Ihr Wertpapierhändler und der Chef Ihrer Bank fallen morgen tot um. Wen würden Sie wohl mehr vermissen?
    Nur das Ihre Krankenschwester von ihrem Gehalt kaum leben kann und Ihrem Wertpapierhändler Millionen zufliesen. Das kann nicht so einfach hingenommen werden.
    Sie haben Recht ! Ich habe keine Ahnung warum es den Finanzmarkt bzw. die Aktienmärkte in ihrer jetzigen Form gibt. Ich glaube Sie auch nicht !
    Was ich aber weis ist, was diese anrichten. Machen Sie die Augen auf !
    Ich kann Ihnen keinen Vorwurf machen das Sie Aktionär sind. Sie sind ein Kind des Systems in dem Sie aufwuchsen.
    Sie verhalten sich vollkommen vernünftig in der Sie umgebenden Realität. Sie sollten sich aber fragen ob diese Realität vernünftig ist.
    Ach ja, Aktiengesellschaften .
    Schon Adam Smith war kein Freund dieser begrenzt haftenden Firmen. Eben jene begrenzte Haftung ist Ursache für Verantwortungslosigkeit, Kurzsichtigkeit, Umweltzerstörung und viele andere Probleme unserer Zeit. Wissen Sie für was Ihr Geld verwendet wird?
    Ich hoffe ja. Das entscheidet ob Pranger oder Schlaf des Gerechten.
    Sollten Sie sich für mehr als den Ausblick von der Talsohle interessieren empfehle ich das Buch von Richard Precht : Die Kunst kein Egoist zu sein.
    Rix Forget

  • Markus

    “Wen würden Sie wohl mehr vermissen?”
    Je nachdem, wen ich eben brauche! Das können Sie niemals so pauschalisieren. Im Übrigen bezahlen ich weder meinen Vermögensberater noch die Krankenschwester direkt. ich habe keinen Einfluss auf deren Einkommen.

    “Wissen Sie für was Ihr Geld verwendet wird?”
    Nein, und es ist mir auch völlig egal. Das ist die sog. entwaffnende Wahrheit. Oder tragen Sie zB nur Kleidung, welche ökologisch und sozialverträglich hergestellt wird? Die schöne Welt, die Sie so herbeirufen leben Sie garantiert nicht einmal selbst. Sie propagieren von einer Gleichheit, die nicht zu realisieren ist. Sie suchen ein System, das nicht funktionieren wird.

    ich nahezu täglich mit den Finnanzmärkten agiere, glaube ich schon, dass ich ein gwisses, auch notwendige Grundwissen hab. s ist jedoch auch immer zu erkennen, dass genau die Mensch, die mit dem heutigen System nicht zurecht kommen, dagegen vorgehen wollen. Ich sehe nicht das Negative im System, sondern die unwahrscheinlich vielen Chancen. Aber wer sich dagegen wehrt, wird auch niemals erfolgreich sein.

    Ach, und Adam Smith ein Freund der AG bzw GmbH war, das ist ebenfalls egal. Das ist seine Meinung gewesen. Aber eben nicht die Meine. Ohne die Rechtsformen könnte kaum ein Unternehmen agieren, denn die Haftung steht nicht im Verhältnis – vor Allem bei Großunternehmen. Und wenn Sie glauben, dass niemand haftet, ist das falsch. Bei Schlecker haften derzeit 30.000 Mitarbeiter!
    Ich sehe mich nicht in einer Talsohgle, sondern eher auf dem Berg. Denn ich glaube das System überblicken zu können – deshalb komme ich auch darin zurecht. Und das System ist gewachsen – ich bin also kein Kind des Systems.

    @ SURP
    “Niemand ist reich weil er schlau oder innovativ ist, alle sind reich weil sie Betrüger sind ”
    Das ist eine haltlose Beleidigung. Was ist mit all den Firmengründern, die durch ihr geschicktes agieren ein Vermögen gemacht haben? Sind das Betrüger?

    Und was bitte ist denn nach Ihrer Meinung “überflüssig” an den Finanzmärkten?

  • Surp

    @ Markus

    nennen sie mir ausnahmen, ich bin gespannt

    “Und was bitte ist denn nach Ihrer Meinung “überflüssig” an den Finanzmärkten?”
    fast alles?

    Idioten sorgen dafür, dass der wahnsinn weitergeht, ich schaus mir an, aber es ist dumm.

  • Rix Forget

    @ Markus

    Ich pauschalisiere nicht. Ich frage direkt. Wen würden Sie mehr vermissen? Wenn Sie die Frage ernsthaft durchdenken, werden Sie wohl feststellen ,das Erstgenannte für unsere Gesellschaft die wichtigeren sind.
    Und daraus ergibt sich eben auch zwingend die Frage weshalb die Krankenschwester so wenig und der Wertpapierhändler so viel hat obwohl die Krankenschwester doch die wichtigere Funktion in der Gesellschaft erfüllt.
    Ich sehe in meinen Aussagen keine Gleichmacherei. Ich habe ja auch nicht behauptet das beide das gleiche leisten und somit auch das gleiche verdienen sollten. Die Krankenschwester sollte danach ein auskömmliches Gehalt erhalten und der Wertpapierhändler weniger als diese.
    Wofür Sie Ihr Geld verwenden ist Ihre Sache. Wofür Sie Ihr Kapital einsetzen wenn Sie welches haben eben nicht.
    Das wussten schon die Verfasser unseres Grundgesetzes.
    Sie mögen über genügend Wissen verfügen um im Heutigen System gut oder sogar sehr gut zurecht zu kommen. Daran hege ich keinen Zweifel.
    Die Frage ist aber eine ganz andere.
    Grundlage jeden Wirtschaftens sollte sein, möglichst vielen Menschen ein glückliches Leben zu ermöglichen.
    Ich sehe nicht das unser heutiges System in der Lage wäre das zu erreichen. Es taugt lediglich zur Geldvermehrung. Und das noch nicht einmal für die Mehrheit sondern nur für wenige.
    Die Frage ist also auch nicht ob ich mich persönlich mit dem System arrangieren kann, sondern welchen Nutzen es der Menschheit bringt.
    Ach ja:
    Schlecker ist ein sehr gutes Beispiel für unser System.
    In so jeder Hinsicht.
    Rix Forget

  • Markus

    @ Rix
    Sie haben recht. Natürlich stellt die Krankenschwester einen Grundnutzen durch ihre Tätigkeit dar – zweifelsfrei. Dass diese Einkommen, ebenso wie Altenpflege etc. derat gering sind ist eine Sauerei, auch dies ist unbestritten.
    Nun aber zu sagen, dass Vermögensverwalter zu viel verdienen ist jedoch nicht korrekt. Nur wenn man diese ins Verhältnis stellt – dann gebe ich Ihnen recht.
    Aber mal ehrlich – die Verbraucher geben eben für solche Dinge merh Geld aus, Das Problem ist also vom Verbraucher aus.

    Ich finde unser System deshalb gut, weil ich davon profitiere. ich weiss aber auch, dass wenn ich 100 Euro gewinne jemand anderes 100 Euro verliert. Pareto Effizienz (?). Aber mein Egoismus verteibt dies erfolgreich. Und beinm Geld sind sich die Deutschen in aller Regel eben lieber selbst am Nächsten.

    @ SUPR
    Rheinhold Würth
    Dieter Schwarz
    Götz Werner
    Stefan Raab
    Dieter Bohlen
    Thomas Gottschalk
    Günther Jauch
    usw.

    Alles Betrüger weil Sie erfolgriech Geld verdienen und zigtausenden Menschen Arbeit verschaffen? In Dankbarkeit müsste man vor solchen Leistungsträgern in Ehrfurcht fallen.

  • Surp

    @ markus

    ja, meine welt sieht anders aus als ihre, keiner dieser menschen hat eine interesasnte innovation erbracht, alle leben von anderen.

    Arbeit ist für mich Sklaverei. Götz Werner ist sich scheinbar dessen bewußt.

  • Markus

    Bei uns wird für Arbeit ein Gehalt bezahlt und Arbeit ist in Deutschland immer noch freiwillig. Sklaverei ist etwas anderes. Manche mögen es so empfinden, aber der Vergleich zu echten Sklaven, die es gibt, ist unangemessen anhand unseres unsagbaren Wohlstands.

    Die aufgeführten Menschen haben in Ihren Augen keine “interessanten” Innovationen hervorgebracht. Das ist Ihr subjektives Empfinden und damit Geschmackssache. Aber überlegen Sie mal ganz sachlich: Was würde uns fehlen, wenn es diese Menschen nicht gäbe? Ist genau diese Errungenschaft nicht auch eine Innovation, zB das Land mit Discountern zu übersäen und damit jedem Zugang zu verdammt billigen Nahrungsmitteln zu verschaffen? Ist es durch einen Stefan Raab nicht auch eine Innovation, die Unterhaltung im TV neu zu gestalten (obs gefällt ist etwas anderes)?
    Innovationen müssen nicht technischer Natur sein. Auch die Idee des BGE ist eine Innovation. Die Bewertung ist ein anderes Thema.
    Dass man von anderen lebt, liegt in der Natur der Wirtschaft. Es ist unmöglich, alle Arbeit selbst zu leisten. Arbeitsteilung ist die effiziente Lösung. Es ist sicherlich eine Frage der angemessenen Partizipierung. Aber zB ein Günter Jauch lebt durch sich selbst. Ein Reinhold Würth ist ein Antreiber und Innovator in Sachen Vertriebspolitik. Aber das weiß man eben nur, wenn man genau hinschaut und hinterfragt. Von Außen sieht alles nach Profitgier aus. Aber das ist dann die armselige Neiddiskussion.

    Ob sich ein Götz Werner dessen bewusst ist oder nicht. Das macht keinen Unterschied. Denn auch er leitet ein Wirtschaftsunternehmen, das den gleichen Regeln am Markt unterliegt wie ein Schlecker oder ein Aldi oder ein MediaMarkt.

    Die PR-Arbeit von Götz Werner erscheint durchaus ehrenwert. Aber hat irgendjemand mal einen echten Vergleich gemacht, was die Arbeitsbedingungen anbelangt? Oder nimmt man mittlerweile die Pressemeldungen so hin? Wer kann mir valide Daten der relevanten Vergleichsunternehmen zu zB Stundenlohn zeigen?