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INSM – ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten – diskutieren Sie mit!

 

Ein Denkanstoß für EZB-Präsident Mario Draghi

Für den Wirtschaftsnobelpreisträger F. A. Hayek stand schon 1977 fest, dass “die Geldpolitik viel eher eine Ursache als ein Heilmittel von Depressionen darstellt”. Heute spricht viel dafür, dass die Finanzkrise, wie auch die Staatsschuldenkrise eine Folge zu niedriger Zinsen der Zentralbanken ist. Würde uns die Aufhebung des Geldmonopols, wie es Hayek gefordert hat, vor Finanz- und Schuldenkrise schützen?

Wenn Entscheid und Haftung für das eigene Handeln auseinander fallen, trägt immer ein anderer die zwangsläufig anfallenden Kosten des Handels, selbst wenn er gar nicht dafür verantwortlich ist. Negative externe Effekte treten auf. Der Einzelne handelt verantwortungslos auf Kosten anderer und ruiniert so das Gemeinwesen. Der Euro als gemeinsame Geldordnung für Europa wäre eine gute Sache. Die Frage ist lediglich, ob der Gesetzgeber den gemeinsamen europäischen Rechtsrahmen dadurch, dass Entscheid und Haftung zusammenfallen, tragfähig ausgestaltet.

Ein Problem diesbezüglich liegt in den Target2-Krediten. Häuft ein Staat im Euro-System Leistungsbilanzdefizite an, kann er diese Defizite automatisch über das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) kreditfinanzieren. Ohne eine derartige Kreditfinanzierung der Leistungsbilanzungleichgewichte in Europa, hätte es diese auch nicht geben können. Da diese Kredite kaum zurück bezahlt werden können, handelt es sich faktisch um Transferzahlungen. Schließlich findet die Finanzierung auch nicht durch private Investoren statt, die mit ihrem eigenen Geld freiwillig haften, sondern durch ein politisch installiertes System. Diesem Problem übergeordnet ist, dass die Europäische Zentralbank (EZB) per gesetzlichem Monopol Geld erzeugt, indem sie Kredite als Kreditgeber letzter Instanz vergibt. Damit tätigt die EZB Investitionen, ohne dass es Eigentümer gibt, die dafür persönlich haften. Wenn diese Investitionen nicht glücken, haftet am Ende der an der Entscheidung unbeteiligte einzelne Bürger über den Geldwert. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek hat zudem gezeigt: Eine Zentralbank als Investor kann unmöglich über das bessere Wissen gegenüber dezentralen, persönlich haftenden Investoren verfügen. Auch hat sie nicht die Anreize dieses Wissen optimal zu nutzen.

Die Staaten in Europa sollten sich darum wieder auf ihre Kernkompetenz konzentrieren, den Schutz von Eigentum. Sie sollen negative externe Effekte verhindern und nicht im Gegenteil gemeinsam über das Finanz- und Steuersystem einen Verschiebebahnhof für „Liquidität“ auf Kosten unbeteiligter Dritter organisieren. Konsequenterweise müsste man dazu auch das gesetzliche Geldmonopol aufheben. Könnte die EZB diesen Prozess evolutionär begleiten und den Euro auch weiterhin in einer gemeinsamen marktwirtschaftlichen Geldordnung anbieten? Auf die Frage dahingehend antwortete EZB-Präsident Mario Draghi: „Ich verspreche, ich werde darüber nachdenken!“

  • http://sciencefiles.org Michael Klein

    Es tut richtig gut, einmal liberale Gedanken und Einsichten zu lesen.

    Ich fürchte nur, das Nachdenken von Herrn Draghi wird nicht weit führen, denn eine Variable, die mir Hayek vernachlässigt zu haben scheint, ist “Macht” (aber da er kein Soziologe war, ist das nicht weiter verwunderlich).

    Der Liquiditätsverschiebebahnhof dient in erster Linie dem Machterhalt und dann vielleicht irgendwann dem Ziel der Verbesserung wirtschaftlicher Entwicklung (sofern noch Kapital übrig ist). Die Defizite, die Staaten ungeniert anhäufen und über Zentralbankkredite gegenfinanzieren bzw. verschieben, sind ja keine Kredite, die produktiv genutzt werden, sondern im Gegenteil pures rent seeking money, das genutzt wird, um die eigene Klientel zufrieden zu stellen (z.B. Staatsbedienstete in unsinnigen Projekte, Ämtern oder Funktionen – man denke nur an die Flut der Bundesbeauftragten für irgendwas…), es wird genutzt, um am eigenen ideologischen Wolkenkuckucksheim zu bauen (z.B. die Fertilitätspropaganda in Deutschland, die über ihre vielfältigen Alimentierungen und über die Unzahl der in der Fertilitäts-befürwortungs-und-Folgen-Bearbeitungsindustie Beschäftigten Milliarden verschlingt – und das ist nur eine Form des staatlich finanzierten Paternalismus, den man nicht mit liberalen Ideen vereinbaren kann), und es wird genutzt um “Angst-Visionen” umzusetzen, wie z.B. das Ersticken jeglicher Forschung im Nuklearbereich oder bei der Gentechnik und das Ersetzen desselben mit völlig unrentablen “grünen Techniken”, die vom Staat heftig alimentiert werden müssen.

    Solange derarte Verquickungen die Normalität in “demokratischen” Staaten sind, wird Draghi lange nachdenken können, ohne dass es irgendwelche Handlungskonsequenzen haben wird.

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    “Der Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek hat zudem gezeigt”

    Nichts hat er gezeigt. Wie will man in einer Sozialwissenschaft etwas “zeigen” oder “beweisen”. Das gezeige steht und fällt mit den Annahmen die man trifft. Das fängt in der Ökonomie damit an, welche Ziele man erreichen möchte.

    “das Ersetzen desselben mit völlig unrentablen “grünen Techniken”, die vom Staat heftig alimentiert werden müssen.”

    Wie die Atomkraft oder Gentechnik. Merkwürdige Sichtweise Herr Klein.

  • http://sciencefiles.org Michael Klein

    @chriwis Konstruktivistische Welt – Man kann durchaus auch in den Sozialwissenschaften Dinge zeigen, z.B. das Jungen im Bildungssystem deutliche Nachteile haben. Wer wollte das bestreiten? Mit beweisen ist das anders, aber von beweisen hat auch niemand außer Ihnen geschrieben. Könnte man tatsächlich nichts zeigen, dann könnten Sie auch nicht zeigen, dass man nichts zeigen kann, reductio ad absurdum!

    Bei meinem Satz, den Sie zitieren, liegt die Betonung auf “rentabel”. Immerhin trägt sich Atomkraft, was man von Solar- oder Windenergie nicht behaupten kann. Übrigens bin ich der erste, der für eine Beseitigung aller staatlicher Subventionen eintritt, und dann schaun wir mal, was sich durchsetzt, Kern- oder Solarenergie!

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    “Man kann durchaus auch in den Sozialwissenschaften Dinge zeigen”
    Immer nur empirisch. Nun arbeiteten Denker wie Hayek primär mit Logik. Da Logik auf Annahmen und Erfahrungen beruht ist sie mit Vorsicht zu genießen. Des Weiteren stellt sich die Frage nach den Zielgrößen. Natürlich kann man sagen, dass alles zu privatisieren besser ist. Die Frage für wen drängt sich auf. Ein in den Wirtschaftsmodellen ineffektives System kann in der Realität durchaus besser funktionieren.

    “Immerhin trägt sich Atomkraft, was man von Solar- oder Windenergie nicht behaupten kann.”
    Wieso fließen dann heute noch massive Subventionen in diesen Bereich. Wer trug eigentlich die Kosten für den Unfall in Fukoshima?

  • http://sciencefiles.org Michael Klein

    @chriwi
    Logik beruht nicht auf Erfahrung, sonst wäre es keine Logik. Logische Probleme sind Probleme der Vernunft. z.B.
    Alle Mitarbeiter des BMFSFJ sind Spinner.
    X ist ein MItarbeiter des BMFSFJ.
    X ist ein Spinner.

    Diese Aussage ist WAHR (hat den Wahrheitswert “w”), egal, was die Realität dazu meint. Das Problem aller Erfahrungswissenschaften besteht darin, wie KR Popper in etlichen Büchern gezeigt hat, einen Link zwischen dem, was uns die Logik sagt, und dem, was uns die Realität sagt, herzustellen. Entsprechend brauchen wir, um die obige Aussage zu prüfen, eine empirische oder Basismessung, und für Popper heißt das, wir müssen ein Falsifikatonskriterium finden, was hier bedeutet, einen Mitarbeiter, der kein Spinner ist. Gibt es ihn, ist die weiterhin logisch korrkete Deduktion falsch, denn die Allaussage, das Gesetz, das Axiom, wie immer man es nennen will, ist falsch und damit alle daraus folgenden Ableitungen.

    Sofern logische Aussagen einer empirischen Prüfung zugänglich sind, was für alle deduktiven Systeme der Fall ist, sind die entsprechenden Aussagen Bestandteil der Wissenschaft. Und da alle Aussagen, die ich von Hayek kenne, empirisch prüfbar sind, ist Hayeks Theorie an der Empirie falsifizierbar und somit ist entscheidbar, ob stimmt, was Hayek sagt oder nicht. Übrigens ist ein Modell meist ein induktives und gerade kein deduktives System und insofern vermischen Sie hier Äpfel mit Birnen, was natürlich nicht bedeutet, dass nicht auch aus ein induktiv gewonnenen Modell, deduktiv Basissätze abgeleitet werden können, die sich in der Realität als falsch erweisen.

  • Surp

    Die Sozialwissenschaften und nichts anderes sind Wirtschaftswissenschaften, beruhen häufig auf extrem vereinfachte Annahmen, da die Komplexität nichtmal ansatzweise darstellbar ist.

    In meinen Augen sind Statistiken äußerst trügerisch, da sie sehr leicht manipulierbar sind. Man kann sie immer so erstellen, dass man das gewünschte Ergebnis erhält.

    Die Sozialwissenwissenschaften sind eher sowas wie “try und error” Wissenschaften, nur tryen wir nicht, sondern labern nur und entwicklen überflüssige Modelle.

    @ Michael Klein

    Atomkraft ist genau das Gegenbeispiel für ihre Angst-Theorie, sie wurde den Bürgern viel zu positiv verkauft (und billig gerechnet, da Risiken etc. nicht eingepreist wurden). Ähnliches gilt für die Gentechnik in den Händen von Konzernen wie Monsanto.
    Grundsätzlich ist Genmanipulation nichts schlechtes, fast alle Äpfel sind genmanipuliert durch “natürliche” Züchtung. Wobei Gentechnik immer mit Vorsicht zu genießen sein sollte, da man die Konsequenzen auf uns Menschen erstmal nicht kennt.

  • http://sciencefiles.org Michael Klein

    @surp

    “In meinen Augen sind Statistiken äußerst trügerisch, da sie sehr leicht manipulierbar sind. Man kann sie immer so erstellen, dass man das gewünschte Ergebnis erhält.”

    Wenn das so einfach ist, dann machen Sie mal! Mal sehen, ob es jemand merkt.

    “Die Sozialwissenwissenschaften sind eher sowas wie “try und error” Wissenschaften, nur tryen wir nicht, sondern labern nur und entwicklen überflüssige Modelle.”

    Welche Wissenschaft ist den keine Try-and-error” -Wissenschaft? Ich kenne keine.

  • Dr. phil habil. Heike Diefenbach

    @chriwi
    Merkwürdige Sichtweisen hat m.E. “chriwi”, wenn er pauschal erklärt, die Sozialwissenschaften könnten nichts zeigen und deshalb auch gleich darauf verzichtet, seinerseits zu zeigen, dass richtig ist, was er behauptet, aber trotzdem zu erwarten, dass sein Verdikt von irgendjemandem ernstgenommen wird.

    Nehmen wir kurz an, er hätte recht: Was würde “chriwis” Sicht implizieren? U.a. dass es kein verlässlicheres Wissen und kein weniger verlässliches Wissen, geschweige denn falsches Wissen gibt, und wenn das so sein sollte, gibt es nichts, was Expertentum oder definieren kann (ausser, dass jemand mehr Beliebiges über etwas erzählt als jemand anderes), und hieraus wiederum folgt, dass es keine Grundlage gibt, auf der man “Experten” auf bestimmte Positionen setzen sollte, die in aller Regel finanziell vergleichsweise gut ausgestattet sind. Das würde also u.a. bedeuten, dass es keine Rechtfertigung dafür gibt, Professuren in den Sozialwissenschaften (auch in der Ökonomie) einzurichten bzw. zu unterhalten, oder verschiedene Ebenen des Managements formale und finanzielle zu differenzieren.

    Relativistisch-konstruktivistische Haltungen mögen derzeit sehr beliebt sein und einem viel Denkarbeit und noch mehr persönliche Stellungnahmen ersparen, aber sie haben die unangenehme Eigenschaft, auf die Fragwürdigkeit der eigenen Einschätzungen und der Nichtlegitimierbarkeit der sozialen Position, die man selbst gern einnimmt oder einnehmen würde, zu verweisen. Kann sich “chriwi” seine konstruktivistischen Phantasien vor diesem Hintergrund wirklich leisten?

    Dr. phil. habil. Heike Diefenbach – Sozialwissenschaftlerin, die schon einiges anhand eigener empirischer Forschung gezeigt hat :-)

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    “Logik beruht nicht auf Erfahrung, sonst wäre es keine Logik. Logische Probleme sind Probleme der Vernunft”
    Was Vernunft ist, diktiert ihnen ihre Erfahrung. Im Grunde bestätigen sie meine Kritik an den Hayekschen Modellen. Denn bewiesen wurde bei den Modellen gar nichts. Wie sollte es auch. Die Grundannahmen des logichen Modells werden nie erfüllt sein.

    “Wenn das so einfach ist, dann machen Sie mal! Mal sehen, ob es jemand merkt.”
    Es ist einfach Statistiken zu manipulieren. Das passiert öfter als man glaubt. Dazu brauchen sie nur ettliche Daten zur Demographie hier im Blog ansehen. Die Daten nutzen selektive Informationen, lassen bestimmte Teile der Realität weg und schon hat man das Resultat was man haben möchte. Dies ist teilweise sehr offensichtlich, teilweise weniger. Gerd Bosbach hat ein schönes Buch darüber geschrieben.

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    “die schon einiges anhand eigener empirischer Forschung gezeigt hat :-)”

    Ich bezog mich bei Hayek vor allem auf seine logischen Konstrukte. Diese sind in jedem Fall mit Vorsicht zu genießen. Auch bei empirischen Untersuchungen muss man sehr vorsichtig sein. Denn was haben sie anhand ihrer eigenen Forschung gezeigt? Sie haben eine Annahme getroffen und geschaut ob die Daten die sie erhalten mit dieser Annahme übereinstimmen. Ein Beispiel, da ich mich damit beschäftigt hatte war die Hochbegabtenförderung. Man analysiert zwar (acuh empirisch) die Förderung von Hochbegabten hat aber weder eine eindeutige Definition was ein Hochbegabter, noch was Intelligenz ist. Wie soll man dann, wenn diese Basis fehlt vernünftige empirische Untersuchen anstellen? Was man dann “zeigt” hat mit den Annahmen, welche man verwendet zu tun und es kann beliebig falsch sein. Das heißt nicht, dass Sozialwissenschaften überflüssig sind. Es heißt nur, dass man mit der Interpretation der Ergebnisse sehr vorsichtig sein muss. Das gilt insbesondere für die Ökonomie, da dort viele Machtinteressen im Hintergrund stehen.

  • Surp

    @ Heike

    labern, das was sie tun.

    Wir ersticken in einem Sumpf von pseudointerlektuellem Gelaber, damit keiner sieht wie schwachsinnig und sinnlos es ist.

    Das wäre alles nicht so schlimm, wenn dadurch nicht der Großteil der Bevölkerung relativ verarmen würde und wir Einkommen nicht nach Bildungskärtchen verteilen würden.

    Denn Bildung ist so extrem käuflich wie kein anderes Gut, sie beweißen es mir.

  • Markus

    “Denn Bildung ist so extrem käuflich wie kein anderes Gut, …”

    Bitte belegen Sei diese These anhand eines praktischen Beispiels, welches auf die Allgemeinheit übertragen werden könnte/ kann.

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    @Markus

    Hier haben sie so ein Beispiel.

    http://www.google.de/search?q=arzt+einklagen+studiengang&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

    Anwälte machen im Ärzteblatte Werbung, dass ihre Kanzlei das Einklagen einfach und preiswert ermöglicht. Die Bildung muss man dann zwar noch selbst erlangen, aber die Möglichkeit der Bildung und eine höhere Chance auf Erfolg kann man sich tatsächlich kaufen. Die privaten Eliteschulden und -universitäten bringen nicht aufgrund der fachlichen Leistung so viele späterer Spitzenleute hervor, sondern weil im Preis das Networking inbegriffen ist. Mit Bildung hat das eigentlich nichts zu tun. Es wird aber als solches verkauft. Denn eine bessere Bildung verkauft sich nach außen besser, als Erfolg aufgrund von Freundschaftsdiensten.

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi
  • Markus

    @ chriwi
    Sie haben es selbst schon widerlegt, denn auch in Ihrem – mir bestens bekannten Beispiel – kauft man nicht die Bildung, sondern das Netzwerk, man kauft seine Zukunft. Das unterlegt ihre grundsätzliche These, dass Karriere nichts mit Bildung zu tun hat, auch nichts mit Leistung sondern mit dem berühmten Vitamin B. Aber das gab es schon seit Jahrhunderten.
    Bildung alleine reicht für eine steile Karriere meist nicht aus. Jeder 4. Job wird durch die Connections vergeben. Die Bildung muss dies aber immer untermauern (Alibi Funktion).

    Dennoch: Bildung als solche ist eben nicht käuflich, da Bildung kein faktisches Gut ist. Ich kann zB meine Bildung nicht verkaufen. Nur weitergeben, also teilen. Wenn ich etwas kaufe, dann hat es der Andere nicht mehr. Das ist der Unterschied.
    Bildung und Wissen und Erfahrung, solche Dinge können Sie niemandem nehmen oder gar abkaufen.

  • Surp

    @ Markus

    Ziemlich naiv ihre Einstellung, denken sie mal ernstahft darüber nach.

    Bildung ist eben nicht was sie beschreiben, sondern der gekaufte Doktortitel, oder auch nur, dass man als Vollidiot für das Gymnasium zu gelassen wird, weil die Eltern es eben bezahlen können.

  • Markus

    @ Surp
    das ist doch Unfug. Sie meinen nicht die Bildung, sondern die Titel.
    Wenn jemand Abitur hat, ist er/ sie dann gebildet? Nicht zwingend, ist aber im Besitz des Abschluss. Bildung alleine definiert sich eben nicht durch einen Doktortitel oder sonst irgendwelchen Normungen. Es gibt genug Menschen, die aufgrund ihrer Tätigkeit einen sehr gute Bildung haben, auch wenn das letzte Zeugnis von einer Hauptschule ausgestellt wurde.
    Sie bemängeln die Anerkennung der Titel. Der Schulabschlüsse.

    Sie sagen: Wer einen Doktortiel führt, ist gebildet. Das ist der grösste Quatsch. Denn eine Doktorarbeit anzufertigen ist keine aussergewoöhnliche Leistung. Dies belegt auch der Doktortitel nicht. Googeln Sie mal, was genau ein Doktortitel ist!

    Eine Zulassung fürs Gymnasium bringt nichts. Denn der Schüler muss bestehen. Da hilft auch Geld nur begrenzt. Aber wer genug Geld hat, kann sich durchfinanzieren. Ja und? Das wird immer so sein. Das ist aber selten! Oder haben Sie einen gegenteiligen Beleg?
    Die sog. Elite ist unter sich. Und bleibt unter sich. Stört mich nicht, ich will gar kein Vorstandsworsitzender werden. Und ich kennen niemand, der das möchte. Die Meisten sind mit weniger zufrieden. Auch das ist Bildung, lernt man aber nicht in der Schule, sondern im wahren Leben.

    Ich weiss nicht, in wie weit Sie mit der Realität konfrontiert sind, aber Ihre Meinung ist derart weit weg, dass ich glaube, Sie leben in einer kleinen konstruierten Welt, in der alles so schön sein könnte. Aber das ist nicht realistisch.
    Eines noch: Der Doktortitel hilft auch nicht immer. Genauso wenig wie ein hervorragender Schulabschluss. bei jeder Bewerbung wird ein persönliches Gespräch geführt, und dann wird sich sehr schnell herausstellen, ob Sie gebildet sind oder nicht. Abi hin oder her. Papier ist geduldig. Und der beste Abiturient ist auch zwingend der beste Mitarbeiter. Vielleicht denken Sie mal darüber nach, in Ihrer kleinen geschlossenen Welt.

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    @Markus
    “Sie haben es selbst schon widerlegt, denn auch in Ihrem”

    Ich habe es ja auch geschrieben. Die Erfolge und Titel werden eben als Bildung verkauft. Ein wenig muss ich widersprechen, dass Geld gar nichts damit zu tun hat. So kann man sich für Geld eben Bücher, Computer, Zeit, etc. kaufen. Das sind Dinge die durchaus wichtig sind, um sich effektiv zu bilden. Allerdings spielen diese Preise in Deutschland kaum noch eine Rolle. In anderen Ländern schon. Es gibt also eine Grenze an Wohlstand die erreicht sein muss, dann wird Bildung potentiell einkommensunabhängig.

  • Markus

    @ chriwi
    Damit haben Sie völlig recht. Mit Geld kann ich mir Bildung besser ermöglichen – und das ist das wahre Übel in dieser Gesellschaft. Hier muss man anpacken – da bin ich absolut einer Meinung und finde diesen Zustand unerträglich.

  • Surp

    @ Makus und Chriwi

    Wir bilden versagen aus und stehen auf Seilschaften, das ist mein Problem mit Bildung, obwohl ich davon provitiert habe. Aber ich werde niemals was cooles erfinden können, sondern nur verwalten, weil man damit mehr kohle verdient, das stört mich.

  • Markus

    @ Surp
    “Aber ich werde niemals was cooles erfinden können..”
    Aber das liegt ganz alleine an Ihnen, und daran ist nicht die Gesellschaft schuld. Was machen Sie denn nach der Arbeit und am Wochenende? Nichts? na dann haben Sie recht und werden nie etwas cooles erfinden. Aber wie gesagt, es steht JEDEM frei. Wenn Sie den Geist für eine Erfundung haben, na dann machen Sie doch mal – was spricht denn dagegen?

    Ja, und warum haben Sie denn dann nicht einen Beruf gewählt, der Ihnen Spass macht? Weil Sie mit ihrer Verwaltungstätigkeit mehr verdienen. Auch selbst schuld, dann ist Ihnen nämlich der schnöde Gehalt wichtiger als ihr eigenes Interesse. Und Sie versuchen die ganze Zeit, genau das Gegenteil zu preisen. Sind aber selbst das beste Beispiel für das ureigentliche Versagen. Wenn nicht einmal Sie selbst ihr eigenes Konzeot verwirklichen, wie kommen Sie dann darauf, dass Sie es einer Gesellschaft beibringen können?

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Der Autor:

Ralph Bärligea

leitet den Hayek-Gesprächskreis der Friedrich August von Hayek-Gesellschaft e.V. an der Universität Passau und publiziert u. a. für „eigentümlich frei“ und das Liberale Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung.

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