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07.02.2012 Umwelt, Wachstum

Wie das EEG Kohlekraftwerke fördert

Der Strompreis steigt und steigt. Ursache dafür ist zum größten Teil die Förderung der erneuerbaren Energien durch das EEG. Schon im September 2011 forderte die Monopolkommission einen Strategiewechsel. Das EEG ist nicht nur teuer, sondern ist auch wirkungslos. Da hilft nur ein Strategiewechsel.

Wie kann die Energiewende bewerkstelligt werden? Während die Bundesregierung darüber noch streitet, herrscht unter den meisten Ökonomen mittlerweile Konsens: Mit dem derzeitigen Anreizsystem aus  erneuerbaren Energien-Gesetz und CO2-Zertifikatesystem wird effektiv nicht wirklich etwas für den Klimaschutz getan. Durch die gedeckelte Anzahl von CO2-Zertifikaten ist eine Emissions-Höchstgrenze schon festgelegt.  Werden in Deutschland Emissionen vermieden, führt das fast automatisch zu mehr CO2-Emissionen an anderer Stelle. Durch Einsparungen verringert sich die Nachfrage nach Verschmutzungsrechten, wodurch der Preis für die Zertifikate sinkt. Luftverschmutzung wird für andere Emittenten dadurch billiger.  Investitionen zur CO2-Vermeidung lohnen sich dann weniger oder gar nicht mehr. So machen die subventionierten deutschen Solardächer letztlich Kohlekraftwerke wieder rentabler.

Will man aber grüne Technologien fördern, weil man endliche Ressourcen wie Kohle und Öl schonen will,  braucht man ein intelligenteres Fördersystem, bei dem die Kosten nicht zu explodieren drohen. Kosteneffizienz verlangt Wettbewerb, den es unter den grünen Technologien bisher nicht gibt. Mehr Wettbewerb ist möglich: Mit einem Quotensystem, wie es z.B. in Holland und Schweden eingeführt wurde. Jeder Energieversorger wird verpflichtet x Prozent seines Stroms aus erneuerbarer Energie zu decken – egal ob Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse. So würden Investitionen in erneuerbare Energien nach Effizienz abgewogen –  und nicht danach, wo die höchste Förderung winkt.

 

13 Kommentare zu “Wie das EEG Kohlekraftwerke fördert”

  1. Beim EEG ging es leider von Anfang an nur um Kohle.

    Nebenbei führt das EEG dazu, daß die wirklich spannenden Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energieträger in den USA passieren. Wer würde sich hierzulande mit synthetischer Biologie befassen, wenn er doch ohne große Anstrengung die Subventionen für Windkraft & Photovoltaik abgreifen kann?

    In 20-30 Jahren werden dann alle darüber klagen, daß amerikanische Firmen wichtige Patente zur Herstellung synthetischen “Erd”öls halten.

  2. Dazu eine ganz banale Frage: Sind die Alternativen Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse denn wirklich effizient, wenn wir den gesamten Prozess betrachten?

    Wenn regenerative Energien verbreitet werden sollen, muss die Nachfrage künstlich gefördert werden. Das ist die einzige Option. Aber dies setzt vor Allem voraus, dass es für den Kunden eine mindestens gleichwertige Alternative darstellt. Dies ist derzeit im Grundsatz nicht gegeben mangels Wirtschaftlichkeit.

    Jede Photovoltaikanlage auf privaten Hausdächer amortisiert sich in 10-15 Jahren. Bei 100% Eigenkapital. Da muss der Kunde schon sehr viel Geld übrig haben, und über viel Weitsicht und Idealismus verfügen.

    EEG: In Spanien und Italien wird ab sofort die staatliche Unterstützung für Photovoltaikkraftwerke komplett gestrichen – eine Filge der Finanzkrise. Und es bleibt abzuwarten, wann dies in anderen Ländern durchschlägt. Dies würde einen enormen Rückschritt bedeuten.

    CO2 Emmissionen: Solange wir zB die Steuer auf Fahrzeuge pauschal und nicht nach tatsächlicher Emission bewerten, ist das System paradox. Sie haben einen Spritfresser, fahren 5000km im Jahr, der andere ´hat ein effizientes Fahrzeug und fährt 40000km im Jahr. Was glauben Sie, wer weniger Steuern bezahlt? Der Verursacher?
    Und genau dieser Makel lässt sich durch die gesamte Bewertungskette finden. Darin liegt mit ein Grundproblem, warum wir die Energiewende nicht schaffen werden. Auch schopnn viel diskutiert: Die tatsächlichen Kosten für Atomstrom belaufen sich auf das ca 8-fache der aktuellen Bepreisung. D.h., bei der Nutzung von Atomstrom bezahlt der Verbraucher nur wenige Prozent der tatsächlichen Kosten. Und das ist Wahnsinn! Aber dies gilt für andere subventionierte Enrgiearten ebenso! Das ost kein Markt, das ist ein Herumschieben von Subventionen und einen totale Verschleierung der echten Kosten.

  3. Unsere gesamte Energiegewinnung, wurde immer in einem unfassbaren Umfang subventioniert.

    Jetzt ist die Frage, wie soll eine Windkraftrad gegen ein abgeschriebenes Atomkraftwerk konkurieren?

    Alles was ich lese, macht mir immer mehr Angst um den Bildungszustand unserer Bevölkerung, manchmal glaube ich, die vermeintlich Schlauen sind unglaublich dumm.

  4. “die vermeintlich Schlauen sind unglaublich dumm”

    Falsch, die verkaufen Atomstrom und verdienen sich doof dabei. Das ist schlau. Dumm ist, wer glaubt mit “grünem Strom” etwas für die Umwelt zu leisten. Ein Windkraftrad kann niemals gegen ein AKW konkurrieren, genauso wenig wie ein Fahrrad ein Ersatz für ein Auto ist. Äpfel und Birnen. Ergänzung ja, Ersatz nein. Falsche Infrastruktur. Oder fahren Sie mit dem Fahrrad auf der Autobahn nach Italien? Da geht Ihnen ganz schnell die Puste aus. So ists auch mit der aktuellen Windkraft.

  5. @ Markus

    “Ein Windkraftrad kann niemals gegen ein AKW konkurrieren”

    meinen Sie das ernst?

  6. Ja. Was machen Sie bei wenig Wind? Die Nutzung der natürlichen Ressourcen setzt eben genau diese in einem notwendigen Umfang voraus. Was denken Sie, wie hoch die tatsächliche, durchschnittliche Auslastung (also die Effizienz) dieser Anlagen in den Regionen Deutschlands ist – schwache 2000 Stunden!! Der Grund für mehr Offshore Anlagen. Noch schlimmer ist es mit Photovoltaik.
    Die Technologien sind zwar alle gut, aber mit der heutigen Effizenz der Anlagen wird man langfristig nicht zurecht kommen. Das bedeutet, dass die Leistung erhöht werden muss am einzelnen Objekt und nicht durch zusätzliche Installation. Daher kann ein Windrad nicht mit einem AKW konkurrieren. Machen Sie es sich einfach und nehmen Sie einen Taschenrechner in die Hand:

    Wieviele WIndräder müssen Sie bauen, um die Leistung eines AKW zu erhalten?
    Und zwar 365 Tage im Jahr, garantierte Leistung!

    Vielleicht sind Sie in der Lage, diese Frage zu beantworten.

  7. @ Markus

    Was machen wir wenn man ein Atomkraftwerk sprengt, ist nich so schwer wie sie glauben?

    Man kann zum Beispiel die nicht gebrauchte Windenergie in Wasserstoff oder Methan umwandeln, dann kann man den Überschuss in unser Gasnetz einspeißen.

    Wir können jetzt schon komplett auf alle Kraftwerke (außer Gas) verzichten, ohne Offshore Winfdanlagen zu bauen, wenn wir es wollten, aber das kostet alles Arbeitsplätze und entmachtet Konzerne.

  8. @Markus

    wozu muss ich denn Leistung garantieren, vielleicht lässt sich auch der Absatz dynamisieren? Zum Beispiel fahre ich bei schönem Wetter Fahrrad weil dann der Nutzen die Kosten bei weitem übertrifft. Warum soll ich mich nicht auch an flexible Nutzen/Kostenverhältnisse gewöhnen können? Mit anderen Worten: Wenn ich großen Stromverbrauchern variable Preise anbiete, dann geht nicht die Welt unter — es führt ausschließlich dazu, dass der Verbraucher nachdenken muss.

    Der zweite Aspekt der garantierten Leistung ist die von @Surp angesprochene Wertlosigkeit der Garantie: Wir garantieren, dass das Atomkraftwerk 365 Tage im Jahr läuft — außer es kommt etwas dazwischen… Baue ich gleich ein flexibleres System, dann übersteh ich auch den Ausfall eines Großkraftwerks ohne tagelangen Stromausfall.

  9. @ Surp
    Soweit die Theorie. In der Praxis wurde letzte Woche ein zusätzlicher Block in Mannheim als “Notversorgung” in Betrieb genommen, da der Energiebedarf aufgrund des Winters gestiegen ist. Wie wollen SIe so etwas ausgleichen?

    Sicherlich kann man langfristig alle AKWs ersetzen. Aber eben noch nicht heute. Dies ist ein Wandlungsprozess, den Sie nicht in super-kurzer zeit durchsetzen können. Die Effizienz muss deutlich gesteigert werden, so dass ich hierfür einen Zeitraum von rund 15 Jahren sehe.
    Wenn dann noch zusätzlich die Elektromobilität forciert wird, dann ist dies ebenfalls in die Verbrauchsrechnungen einzubeziehen.

    Aber Sie haben in einem Recht: Die Konzerne verzögern die Entwicklung.

  10. @ Timo
    Mein Arbeitsplatz ist 35 km entfernt. Das soll ich mit dem Fahrrad machen? Im feinen Zwirn?
    Dann komme ich abends nach Hause und benötige Energie zum Kochen, Waschen, etc. Wie soll ich dabei flexibel sein? Natürlich kann ich nachts meine Waschmaschine einschalten. Dann bringen mir aber meine Photovoltaikmodule nichts. Und wir haben nichts gewonnen.
    Gleiches am Arbeitsplatz: Ich habe meine Arbeitszeiten, die Produktion ebenfalls. Da können Sie keine Flexibilität einbauen.

    Aufgrund der gegeben Strukturen können Sie mit der Flexibilität keine grossen Schritte machen. Ihr Weg ist richtig und auch heute schon an den Strombörsen Realität. Nur bringt es mir als Unternehmen nichts, wenn der Strom nachts günstig ist. Denn gearbeitet wird tagsüber. Oder soll ich deswegen meine Produktion auf nachts verlagern? Na dann fragen Sie mal die Mitarbeiter und den Betriebsrat, weiterhin kommt der Nachtzuschlag hinzu. Das kann niemals wirtschaftlich sein.

    Wir brauchen Energie dann, wenn wir wir es benötigen. Und nicht wenn diese bereitgestellt wird.

  11. Hartmut Lau sagt:

    Nicolas Tesla hat bereit im Jahre 1891 darueber geschrieben, die Energieschoepfung aus der Raumenergie technisch nutzbar zu machen.
    Mittlerweile, nach nunmehr 111 Jahren ist es wissenschaftlich unstrittig, dass das Universum aus ca. 65% Raumenergie besteht. Raumenergie ist eine reale, unerschoepfliche Energiequelle.
    Die labortechnischen Arbeiten Fuer Raumenergie Konverter sind im wesentlichen abgeschlossen. Fuer die industrielle Massenproduktion von Energiekonverter sind
    die Arbeiten an den Produktionsstaetten in einigen Laendern aufgenommen.

    Raumenergie Konverter wird es in KW Leistung geben, und die Grossanlagen jenseits von 150 Megawatt.

    Damit ist das technologische Tor geoeffnet, dass in diesem Jahrhundert, die uns heute bekannten Energie produzierenden Systeme auslaufen werden.
    Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die finanzielle staatliche Foerderung der vorhandenen Systeme wie z.B. Wind, Solar, Bio,Atom schon mehr als verantwortungslos.
    Die Produktionskosten bei einer industriellen Massenproduktion fuer die Konverter werden unter 3,5 Mio Euro liegen, wobei man wissen muss, dass Raumenergiekonverter nach Bedarf Energie produzieren. Speicher Systeme entfallen, und dieProduktionskosten unter 4 Euro Cent pro KW liegen.

    Resultat:
    Es gibt keinen Energiemangel,
    es gibt keinen Mangel, Raumenergie zu negieren, denn die gesamte weltweite Produktion von Motoren fuer die Energieproduktion wird sich veraendern muessen!! Und wer will das!?
    Denn Raumenergie Konverter ersetzen die Energie Produktion von/ aus
    Windmuehlen,Solar , Atom, Wasserkraft, Biogas, Benzin, Diesel, Gas,u.s.w.

    Wir stehen vor einer echten weiteren Evulotion in der Energieproduktion!

    Packen wir es an, es gibt viel zu tun!!!!

  12. Nur ein paar Denkanstöße:

    Raumenergie ist esoterisches Wunschdenken.

    Die Industrie benötigt ein Mehrfaches der privaten Haushalte an Energie. Wenn ich noch an Flexibilität in einem Rahmen von 10 % Schwankungen glauben möchte, mehr ist nicht drin, 10 % reicht aber bei weitem nicht.

    Verschiedene Prozesse benötigen immer die gleiche Menge Energie. Beispielsweise ist bei der Aluminiumherstellung keine nennenswerte Einsparung möglich.

    Für eine sinnvolle Speicherung von Energie gibt es derzeit viele nette Konzepte, aber noch keines, was großmaßstäblich funktionieren würde.

    Durch die überzogene Subventionierung ineffektiver Energiegewinnungsverfahren belasten wir nur unnötig unsere Wirtschaft.

  13. @ Klaus

    Wasserstoffwirtschaft?

    Bei der Subventonierung, stimmen ich in Teilen zu, da wir Vermörgende subventionieren.

    Aber man darf nicht vergessen, dass Kohle, Gas und vorallem extrem hart Atom, subventioniert wurden und werden.

    Konzerne sind grundsätzlich innovationsfeindlich (sie haben sehr viel staatssozialistisches in ihrer Art und Handlung), da sie mehr durch den Status Quo verdienen können.

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Der Autor:

Prof. Dr. Justus Haucap

Direktor des Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE) sowie Vorsitzender der Monopolkommission.

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