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27.03.2012 Arbeitsmarkt

Transfergesellschaft kontra Marktwirtschaft

Unternehmenspleiten sind für die Betroffenen eine schlimme Sache. Und doch gehören sie zu einer Marktwirtschaft dazu. Mit Schlecker ist wiedereinmal ein großes, bundesweit bekanntes Unternehmen pleite. Rund 11.000 Mitarbeiter verlieren ihre Anstellung. EineTransfer- gesellschaft soll die freigesetzten Arbeitskräfte auffangen. Doch es bleiben Fragen offen.

Unternehmenspleiten sind ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite sind sie ein wichtiger Bestandteil einer Marktwirtschaft. Denn Pleiten treten immer dann ein, wenn ein Angebot nicht mehr genügend Nachfrage findet, um die Kosten decken zu können. Das wiederum ist der Fall, wenn andere Unternehmen ein gleiches oder ähnliches Produkt preisgünstiger anbieten können oder aber wenn sie zum gleichen Preis eine bessere Leistung anbieten. Auf diese Weise bringen Unternehmenspleiten die Wirtschaft voran. Mit Marktversagen haben Pleiten in der Regel auch nichts zu tun. Schöpferische Zerstörung nannte einst der Ökonom Joseph Schumpeter diesen Prozess. Aber auf der anderen Seite bedeuten Insolvenzen auch, dass auch die Beschäftigten ihren Job verlieren, die selbst zuverlässig ihrer Arbeit nachgegangen und keine Mitschuld an der Pleite tragen. Für die Betroffenen ist das bitter. Aktuelles Beispiel: die Schlecker-Pleite.

Die Politik wird von solchen Fällen elektrisiert und reagiert reflexartig, sobald das betroffene Unternehmen hinreichend groß ist: „Es geht darum, die Mitarbeiter nicht fallen zulassen“, sagte die Arbeitsministerin mit Blick auf die geforderte Transfergesellschaft. Damit sollen die 11.000 entlassenen Arbeitskräfte finanzielle Unterstützung erhalten und so schnell wie möglich in Jobs vermittelt werden. Für die Kosten von 71 Millionen soll der Steuerzahler via KfW bürgen. Wie das Geld refinanziert werden soll, bleibt völlig im Dunkeln.

Aber warum das Ganze?  Deutschland verfügt über einen gut ausgestatten Sozialstaat. Alle angestellten Arbeitnehmer zahlen Monat für Monat in die Arbeitslosenversicherung ein, um im Falle von Arbeitslosigkeit, für einen gewissen Zeitraum finanziell abgesichert zu sein und mit Hilfe der Arbeitsagentur so schnell wie möglich wieder einen Job vermittelt zu bekommen. Warum soll diese Aufgabe bei den Schlecker-Mitarbeitern eine Transfergesellschaft übernehmen? Wie die Erfahrung zeigt, sind ähnliche Transfergesellschaften bei dem Versuch, die entlassenen Mitarbeiter wieder in Lohn und Brot zu bringen, in der Vergangenheit keineswegs erfolgreicher gewesen als die Bundesanstalt für Arbeit. Faktisch bedeutet eine Transfergesellschaft daher nichts Anderes als eine Verlängerung des Arbeitslosengeld-I-Bezugs und damit eine Bevorzugung der ehemals Schlecker-Beschäftigten gegenüber Beschäftigten anderer Unternehmen, die ebenfalls Konkurs anmelden mussten. Beschäftigte aus kleinen und mittelständischen Unternehmen werden nämlich regelmäßig nicht in Transfergesellschaften aufgefangen. Im Fall Schlecker macht die regionale Verstreutheit der Mitarbeiter zudem eine spezielle Transfergesellschaft besonders absurd. In Wirklichkeit entlasten die 71 Millionen Euro vor allem das Unternehmen Schlecker und ggf. die anderen Gläubiger, die dann eher an ihr Geld kommen als wenn Abfindungen an die entlassenen Schlecker-Mitarbeiter zu zahlen wären. Wer eine Transfergesellschaft fordert, muss daher erst einmal beantworten, warum diese Bevorzugung den Entlassenen und Gläubigern anderer Unternehmen nicht zusteht. Auf diese Antwort bin ich gespannt.

  • Markus

    Die Antwort:
    Nun ja, weil Schlecker derzeit im Insolvenzverfahren ist – und eben noch nicht abgewickelt. Und weil eine solche Masse an “neuen” Arbeitslosen mit dieser Qualifikation eben nur sehr schwierig wieder in Lohn und Brot zu bekommen sind. Konnte man am Beispiel Quelle gut sehen. Also verzögert man die “Schwemme” und erhofft sich so eine Entzerrung. Darum die Transfergesellschaft.

  • http://themundi.wordpress.com/ Julius Lerchenfeld

    Schlecker ist eben „Too big to fail“ – allerdings nicht in marktwirtschaftlicher Hinsicht, sondern mit Blick auf die vielen potentiellen Wähler, deren Arbeitsplatz gefährdet ist.

    Welcher Politiker sieht sich da nicht in einer Zwickmühle und interveniert? Das war schon 2009 bei Opel so, das ist jetzt wieder bei Schlecker der Fall.

    Siehe:

    http://themundi.wordpress.com/2012/03/22/rumpfkapitalismus/

  • Sirko

    Wird eine Transfergesellschaft gegründet, wenn ein Einzelhandelsgeschäft in einem Ort schließt? Wohl kaum, also warum für Schlecker?
    Ein meiner Heimatstadt wird 1 Markt geschlossen, hier und da vielleicht 2-3. Das diese geringe Anzahl von Leuten nicht schnell vermittelt werden können ist doch Unsinn. Die Wirkung der Schließungen auf den örtlichen Arbeitsmarkt ist gleich Null.
    Ebenso wie der Nutzen einer Transfergesellschaft.

  • Markus

    @ Sirko
    niedlich, aber es gibt aug Mittelzentren, in denen weit mehr MA beschäftigt waren. Und darum geht es.

    So, und um es mal in aller Deutlichkeit zu sagen: Das Unternehmen Schlecker hat in den letzten Jahrzehnten rund 30.000 Arbeitsplätze geschafen. In der sekundären Stufe weit mehr. Alle diese Arbeitsplätze sorgten für massive Steuereinnahmen. Das Unternehmen Schlecker hat (wie viele andere Unternehmen auch) einen sehr großen Beitrag zu unser aller Wohlstand geschaffen. Wäre es nicht an der Zeit, sich für diese enorme Leistung erkenntlich zu zeigen? Sind solche Unternehmer nicht die eigentlichen Leistungsträger der Wirtschaft und sollten mit gebührendem Respekt behandelt werden?
    Ist es daher nicht nur recht und billig, nun durch einen marginalen Beitrag von rund 75 Mio. dies zu honorieren? Ja glaubt ihr denn, dass die Lieferanten/ Gläubiger von Schlecker tatsächlich noch Geld mit der Insolvenz verdienen?

    @ Sirko & Julius
    Habt ihr denn gar keine Ahnung von den Grundzügen einer geregelten Unternehmensinsolvenz? Opel und Schlecker zu vergleichen ist grundlegend falsch. Denn Opel ist und war eine Tochter und Schlecker ist eine Personengesellschaft. Die Situationen, das Marktumfeld, die externen Faktoren – alles ist anders. Und Schlecket ist eben nicht “too big” – denn dies setzt die sog. Systemrelevanz voraus.
    Mich nerven diese unkonkreten Massenmeinungen pseudorealistischer Betriebswirte.
    Ja, Schlecker wird fallen. Das weiß man als informierter BWLer seit ca 4-5 Jahren. Hoppla, Suprise – Schlecker ist in Insolvenz.

  • LiFe

    Das Unternehmen Schlecker hat sich selber abgeschafft. Die zahlreichen Filialen waren karg ausgestattet und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen liessen zu wünschen übrig. Die Berichterstattungen dürften bekannt sein.
    Mit der Zeit entstanden viele Einkaufszentren in denen sich die Konkurrenz einen besseren Kundenzulauf sichern konnten. Die dort angesiedelten Geschäfte waren ausserdem moderner und attraktiver.

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    “Ist es daher nicht nur recht und billig, nun durch einen marginalen Beitrag von rund 75 Mio. dies zu honorieren?”

    Das ist die Frage. In einer Marktwirtschaft ist die klare Antwort nein. In einer sozialen Marktwirtschaft ein vielleicht. Allerdings ist die Frage warum man einen Unternehmer retten sollte und einen Arbeitlosen bluten lässt. Beide haben in den meisten fällen vorher ihren Beitrag zur Gesellschaft geliefert.

  • Kammerjäger

    “Wer eine Transfergesellschaft fordert, muss daher erst einmal beantworten, warum diese Bevorzugung den Entlassenen und Gläubigern anderer Unternehmen nicht zusteht.”

    Gegenfrage: Warum bekommen Manager, die wegen Unfähigkeit entlassen werden, Abfindungen, die anderen Angestellten des Unternehmens nicht zustehen?

  • Surp

    Asozial überhaupt darüber nachzudenken

  • Markus

    @ chriwi
    Der Unternehmer wird hier nicht gerettet. Ich erinnere: Personengesellschaft!
    Aber grundsätzlich: Der Nutzenbeitrag eines Unternehmers ist im gesammten sicherlich als höher ein zu stufen als der eine Angestellten.

    @ Kammerjäger
    Weil ein Manager bei Antritt einer Position Anreize bekommen muss – damit er diese Position übernimmt. Und hieraus ergeben sich auch die Austrittsklausel als letzte Absicherung. Diese Abfindungen sind also ncihts anderes wie Gehalt. In den entsprechenden Positionen funktioniert die “Bewerbung” etwas anders,, daher ist es keinesfalls zu vergleichen und auch nicht mit einem Satz zu beantworten.
    Aber mal was anderes: Was denken Sie, wieviele Arbeitsstunden ein Vorstandsvorsitzender eine DAX 30 Unternehmung pro Jahr leistet? Oder ein leitender Angestellter? Und wieviel ein “normaler” Angestellter? So, und nun berechnen Sie den Stundenlohn. Da geht Ihnen gleich ein Licht auf.

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    “Aber grundsätzlich: Der Nutzenbeitrag eines Unternehmers ist im gesammten sicherlich als höher ein zu stufen als der eine Angestellten.”

    Warum? Stand er an 3000 Kassen und hat Produkte verkauft? Hat er keine Millionen verdient? Somit sehe ich den Kosten-Nutzen als gleichwertig an.

    “Was denken Sie, wieviele Arbeitsstunden ein Vorstandsvorsitzender eine DAX 30 Unternehmung pro Jahr leistet? Oder ein leitender Angestellter? Und wieviel ein “normaler” Angestellter? So, und nun berechnen Sie den Stundenlohn. Da geht Ihnen gleich ein Licht auf.”

    Ganz schlechtes Argument. Die Arbeitszeit sagt nichts darüber aus wie viel jemand verdient, oder verdienen sollte. Sonst würde so manch ein Mensch mit 3 Jobs ein wenig mehr bekommen. Eher trifft es zu, dass die höhsten Posten von der realen Gegenleistung abgekoppelt sind. Aufsichtsräte nicken die Gehälter ab. Die Mitglieder dieser Räte sind oftmals ehemalige oder aktuelle Vorstände in andere Firmen. Man kennt sich und meint, man leistet viel. Da man nur von dieser Elite umgeben ist und alle viel arbeiten (das streite ich nicht ab) schanzt man sich gegenseitig viel Geld zu. Es ist ja schließlich auch “gerechtfertigt”. Mit einem Preisbildungsprozess hat das nichts zu tun.

    Ein paar Ebenen darunter sieht das ein wenig anders aus.

  • Markus

    “Warum? Stand er an 3000 Kassen und hat Produkte verkauft?”
    Das ist auch nicht die Aufgabe eines leitenden Agestellten resp. der Unternehmensführung. Denn diese muss dafür Sorge tragen, dass die 3000 Kassen klingeln. Die Verantwortung ist wesentlich höher, ebenso die psychische Belastung. Das kann jeder Selbständige nahvollziehen.

    “Hat er keine Millionen verdient?”
    Wer? Anton Schlecker? Hat er das? Haben Sie einen Kontoauszug? Der Reichtum vieler Konzernlenker wird maßgeblich durch Beteiligungen bestimmt – im Falle einer Insolvenz jedoch ist es Insolvenzmasse. Ich kenne kein Dokument, welches den Vermögensstand der Familie Schlecker offenbart. Ich kenne nur den Offenbarungseid von Maike Schlecker.

    “Die Arbeitszeit sagt nichts darüber aus wie viel jemand verdient,”
    richtig, ist aber ein Indiz bzw. eine Merkmalsausprägung. Es sind weitere Faktoren zu betrachten. Wenn hier schon die Lohndiskussion angeführt wird, dann muss man die Ebenen gleich betrachten. Nehmen Sie mal als Beispiel W. Wiedeking. Waren seine 60 Mion Euro Vergütung angemessen?
    Wie Sie jedoch den Prozess der Vorstandsvergütung bewerten ist mir ein Rätsel. Haben Sie persönliche erfahung?

    Es immer wieder faszinierend, wie in in klammen Zeiten die übliche Neiddisukussione stattfindet. Aber kommt jemand auf die Idee, das Ganze mal zu analysieren? VW als Beispiel: Die Gehaltserhöhungen aller Mitarbeiter sind um ein Vielfaches höher durch die Prämien als die Erhöhung der Vorstandsbezüge /in Prozent). Die Vorstandbezüge sind weiterhin ein minimaler Teil der weiteren Ausschüttungen wie Dividenden. Durch die hervorragnde Leistung der Konzernlenker konnte dies erreicht werden. Sicherlich, die Mitarbieter sind der Kern der Unternehmung. Aber wenn der Kapitän versagt, hilft die beste Besatzung nichts – siehe Costa Concordia.

  • Maria Dorno

    Die Entscheidung der FDP war eine schmerzhafte, aber wahrhaft liberale. Nur so kann die soziale Marktwirtschaft überleben!

    http://themundi.wordpress.com/2012/03/29/schmerzhafte-aber-wahrhaft-liberale-entscheidungen/

  • http://endlessgoodnews.blogspot.com/ chriwi

    “Es immer wieder faszinierend, wie in in klammen Zeiten die übliche Neiddisukussione stattfindet. ”

    Das hat nichts mit Neid zu tun. Es ist einfach nur die Frage, ob es Sinn macht das jemand so viel verdient oder nicht. Deutsche Vorstände haben im Verhältnis zu ihren Arbeitnehmern in der Vergangenheit deutlich weniger verdient. Ging es den Unternehmen dort schlechter? Haben die Vorstände weniger geleistet? Ist die Produktivität der Vorstände drastisch gegenüber den restlichen Abteilungen gestiegen? Das darf bezweifelt werden. Dennoch stiegen die Vergütungen sehr ungleich. Jetzt stellt sich die Frage nach dem Warum? In meinen Augen ist das eine berechtigte. Denn kein Vorstand kann ohne seine Belegschaft Geld verdienen. Es sollte eine Art Symbiose sein zwischen beiden Parteien.

  • Surp

    Jeder Vorstand ist durch einen Affen ersetzbar, solange dieser nickt und der Stab kompetent ist.

    Außerderm gibt es glaube ich in unserer Bevölkerung mindestens 1. mio Menschen, die ein Unternehmen leiten können. Daher ist der Verdienst in keinsterweise gerechtfertigt, da diese Menschen jederzeit ersetzbar sind. Was hingegen, bei Spitzensportlern eben nicht gilt, daher sind die Gehälter von diesen gerechtfertigt.

    Die Perversion dieser Krankheit “ich bin ein Star (Vorstand)”, war Josef Ackermann, der mal eben den Wert der Aktie halbiert hat und sich trotzdem Boni gekönnt hat, obwohl er sich ja dem shareholde value verpflichtet fühlte (Danke nochmal an dich Jupp).

    Unsere gesamte Leistungsgesellschaft ist ein Witz, es geht nur um Korrtion und Vetternwirtschaft, dies gilt soga global.

    Die Frage ist, was ist die Konsequenz daraus?

  • Markus

    @ chriwi
    “Es ist einfach nur die Frage, ob es Sinn macht das jemand so viel verdient oder nicht. ”
    Das ist dei Gretchenfrage. Aber diese Frage stellen Sie bitte auch einem Angestellten, der 10 Euro/ Stunde verdient. Denn die Frage soll grundsätzlich klären, was Arbeit wert ist – und nicht partiell ab Einkommen XY.

    So, und nun stehen wir vor dem Problem: Wer entscheidet, und vor allem wie, welche Höhe angemessen ist?

    “Denn kein Vorstand kann ohne seine Belegschaft Geld verdienen. ”
    Völlig richtig! Gilt jedoch auch umgekehrt. Fakt ist, der Geschäftsleitung hat diee Verwantwortung, steht daher hierarchisch über der Belegschaft (das ist auch notwendig) und zeigt dies auch im Einkommen. Ob der Vorstand nun 500.000 oder 5.000.000 Euro verdient ist eine ganz andere Geschichte. Dies ist wichtig zu trennen.

    Aber es gibt eine amerikanische Studie welche besagt, dass Gehälter über ca 65.000 USD nicht zu mehr Zufriedenheit führen. Demnach ist es m.E. dem Vorstand letztlich auch egal, ob er 3 Mio oder 5 Mio erhält. Aber es ist wirklich eine Diskussion über Peanuts. Über eine handvoll Menschen, die ein solches EInkommen erhalten. Dass jedoch zigtausende Angestellte ebenfalls “zuviel” verdienen, interessiert nicht. Aus diesem Grund empfinde ich auch die Bonuszahlungen Der Autoindustrie von +5000 Euro als völlig maßlos und überzogen. Die Banker werden wegen ihrer Boni kritisiert. Die Angestellten der Industrie nicht.

  • Markus

    @ Surp
    “Jeder Vorstand ist durch einen Affen ersetzbar, solange dieser nickt und der Stab kompetent ist.”
    Das möchte man gerne glauben, ist jedoch absurd (wie sie selber auch wissen). Lassen wir mal die Entlohnung beiseite. Würden Sie sich zutrauen, einen Konzern ERFOLGREICH leiten zu können, der Vorstand von zigtausend MA und deren Familien zu sein, das Sprachrohr gegenüber der Öffentlichkeit, den Sharholdern? Netze zu spannen, den Konzern auch nachhaltig zu stärken und global wettbewerbsfähig aufzustellen?
    Diese Aufgabenstellung übersteigt bei 99,9% aller Arbeitnehmern die Fähigkeiten. Denn die Aufgabe hat mit dem Lohn nichts zu tun. Wer sich diese Trennung klar macht, erkennt die Herausforderung. Wer jedoch stets versucht die Einkommen auch mit den Anspruch gleichzusetzen, verkennt die Situation und läuft Gefahr, Menschen und Tätigkeiten zu katalogisieren. Und dies kann niemals die Realität widerspiegeln.

    Zu Ackermann:
    Man kann immmer sehen was man will und seine eigene Interpreation darstellen. Aber bei einer solchen Aussage sollte zwingend nicht nur die Relation, sondern auch der Weitblick aufgeführt werden. Sie glauben also, dass Ackermann wegen dem Aktienkurs ein “schlechter” Vorstand war? Dann machen Sie es sich sehr einfach.

  • Rolf

    Die Rot-Rot-Grün-Schwqrzen “Wohltäter- und Schuldenparteien” sind es jahrzehntelang gewöhnt, “Wohltaten” wie Holzmann-, Opel-, Nokia-, Schleckerrettung zu spielen, Hartz IV bekämpfen und die Uhr wieder zurückdrehen. Null Erfolg ist nicht wichtig, Verschuldung auch nicht wie Rot-Rot-Grün in NRW und neuerdings Grün-Rot in Baden-Württemberg täglich vor Augen führen. Der Wähler wählt die Liberale Partei ab, der Nichtwähler schmollt und geht gar nicht erst zur Wahl. NRW hätte am 13.05.2012 die Gelegenheit, einen längst überfälligen demokratischen Regierungswechsel herbeizuführen. Voaussetzung ist natürlich, dass die CDU NRW ihre internen Grabenkämpfe beendet, “Biss und Regierungswillen” entwickelt und NRW nach jahrzehntelanger Rot-Rot-Grüner Opel- und Nokiarettung und last not least Steinkohlerettung mit Schwung und Mut wettbewerbsfähig macht, also das einmal in NRW vorhanden gewesene “Kraftfeld Rhein/Ruhr” mit zukunfsweisender Industriepolitik aufbaut, aber nicht mit Industriemuseen, Freizeitparks, Naturschutzparks, Radwegen sondern mit Maßnahmen, die NRW wieder wettbewerbs- und handlungsfähig machen. Die Herren Papke und Lindner und ihre Mitstreiter der NRW-FDP verdienen Respekt, sie haben sich nicht verzockt, sondern sie haben das getan, was ein verantwortungsbewusster Politiker tun muss, wenn eine Regierung einen verfassungswidrigen Haushalt vorlegt, und das nicht nur einmal, dann gehört diese Regierung abgewählt, auch wenn das Herz der Ministerpräsidentin für NRW schlägt und auf den Wahlplakaten so verständnisinnig lächelt…

  • Edzard von Hohenlohe

    Bin auf der Suche nach Elite-Golfplätzen zufällig auf diese Seite gestossen. Großartig, was Sie da aus eigenem Antrieb auf die Beine stellen. Ein tolles Forum für Menschen mit wirtschaftlichem Durchblick. Es wird Zeit, dass dieses Land erwacht und sich auf die Tugenden des Private Ownership and Governance (POAG) besinnt. Schade, dass der Link zum Verschwendungsblog nicht mehr funktioniert. Ich hätte gerne gesehen, wie viel Geld sinnlos in linke Kultur in der Nähe unsere Landsitzes gesteckt wird.

  • Surp

    @ Rolf

    Was ist denn liberal, parasitäre Arbeitsplätze wie Anwälte und geldgeile Ärtze etc. durchzufüttern?

    Ziemlich naiv ihre Einstellung.

Der Autor:

Prof. Dr. Justus Haucap

Direktor des Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE) sowie Mitglied der Monopolkommission.

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