Kann sich irgendwer erinnern, daß die Zeiten einmal nicht hart waren und das Geld nicht knapp? Ralph Waldo Emerson, 1803-1882, US-amerikanischer Schriftsteller, Philosoph

14 ArbeitsmarktSteuern und Finanzen

Der unnötige Irrweg der Preisregulierung

Das Wirtschaftsministerium will den hohen Benzinpreisen mit einer  staatlichen Meldestelle begegnen. Die Betreiber müssen der Meldestelle Auskunft geben, wann, warum und in welchem Umfang Preise angepasst werden. Die Branche jammert über neue zusätzliche Bürokratie. Und bei genauerem hinsehen zeigt sich: so hoch sind die Benzinpreise gar nicht.

(mehr …)

Eines steht fest: Die Schaffung der Transparenzstelle für die Benzinpreise wird nicht zu einer Preissenkung an den Zapfsäulen führen, sondern nur weiteren, staatlich verordneten Bürokratieaufwand verursachen. Allerdings ist dieser Eingriff das kleinere Übel im Vergleich dazu, was passiert wäre, wenn die Drohung staatlicher Benzinpreiskontrolle wahr gemacht worden wäre.

Niemand kann die Frage beantworten, wie hoch denn ein „akzeptabler“ Benzinpreis ist. Das schließt Administratoren in Wirtschaftsministerium und der möglichen Transparenzstelle ein. Anmaßung von Wissen nannte es Hayek. Die Statistik belegt zudem, dass der Spritpreis -in Arbeitszeit gemessen- aktuell nicht höher ist als vor 50 Jahren. 1960 musste man etwa 10  Minuten für einen Liter Benzin arbeiten. Zwischen 1970-1980 nur noch etwa halb so lang. Und heute muss man durchschnittlich nur noch 4 Minuten arbeiten. Ist das nicht eigentlich eine positive Nachricht?

Darüber hinaus hat den größten Anstieg der Kraftstoffpreise ohnehin die Politik selbst zu verantworten: Gerade die steuerlichen Entscheidungen Ende der Neunziger haben den Benzin- und Dieselpreisen einen Schub nach oben gegeben. Etwa 55% des Spritpreiseswaren Mitte April Steuern und Abgaben. Wenn also irgendwo Preissenkungspotential liegt, dann in der Abschmelzung des Steueranteils. Und dazu braucht man nicht einmal eine neue Behörde.

  • Autor

    Dr. Oliver Knipping

    ist Gründer & stellvertretender Vorsitzender des Instituts für Unternehmerische Freiheit in Berlin sowie Mitglied der Mont Pelerin Society.

    Alle Beiträge

  • TOrGO

    eine sehr dahin geschmissene behauptung. worauf bezieht sich der verdienst? auf brutto oder netto??? wie sieht die gewinnverteilung – staat/tankwart-aus? in wie weit klafft prozentual die besser/gut verdienende gesellschaft zur armutsangrenzenden auseinander? ……..ich habe langsam diese volksverdummung satt. nicht nur in diesem bereich, sondern ganz allgemein.ob es um spritpreise geht, um kriminalitätsstatistiken, durchschnittsverdienste, arbeitslosenzahlen, usw. , usw……ich finde es eine frechheit das volkfür so doof hinzustellen… MEINE MEINUNG !

  • Ilona Paucker

    Also wollt Ihr Deutschland verschauckeln. Hört das denn garnie auf, dass Ihr meint Euro Theorien finden noch Leser, die das Glauben. Wenn Ihr Euch den Euro anschaut seht Ihr nichts anderes wie, Wohnungen die vor 10 Jahren 300 DM gekostet haben kosten heute 300-400 Euro – ein Brot was 2 DM gekostet hat kostet heute 2,5 Euro. – Fakt ist, dass alle Arbeitnehmer auf Autos angewiesen sind wenn Sie in Schichten arbeiten – allso ist dieser Teil billiger zu halten. Handys bekommen wir nachgeschmissen – Ihr habt durch die Grenzöffnungen nichts anderes gemacht wie ein Mischverhältnis geschaffen in der Finanzpolitik und Wirtschaft zwischen allen Ländern. Das wollt Ihr einfach nicht wissen – ist aber so!
    Richtig wäre gewesen erst anzupassen und dann den Euro auf den Markt zu bringen. Da hatte es mal wieder irgendjemend eilig, der in der Politik fehl am Platz war – was andere ausbügeln müssen. Durch den Euro wurde eine Zwangwirtschaft errichtet, die keiner haben wollte. Wie heißt es so schön wer zwingt wird gezwungen. Ich bin mit Sicherheit kein Meister in der Politik, aber das habe ich schon vor Euch verstanden. Liebe Grüße

  • “Das schließt Administratoren in Wirtschaftsministerium und der möglichen Transparenzstelle ein. Anmaßung von Wissen nannte es Hayek.”

    Hayek maßte sich selbst das Wissen an zu glauben, dass eine staatlich beeinflusste Wirtschaftspolitik schlecht sei. Belegen konnte er es freilich nie.

    “Die Statistik belegt zudem, dass der Spritpreis -in Arbeitszeit gemessen- aktuell nicht höher ist als vor 50 Jahren. 1960 musste man etwa 10 Minuten für einen Liter Benzin arbeiten. Und heute muss man durchschnittlich nur noch 4 Minuten arbeiten. Ist das nicht eigentlich eine positive Nachricht?”
    Wenn sie an solche Statistiken glauben, dann schon. Wo sind die Grenzen? Sie reden von durchschnittlicher Arbeitszeit. Das ist Unsinn, da die Spitzeneinkommen dort mit eingehen und das Bild verzerren. Der Median wäre aussagekräftiger. Des Weiteren sollen die Automobile eine Rolle spielen. Das stimmt, allerdings haben Menschen mit mehr Einkommen bessere Fahrzeuge mit geringerem Verbrauch zur Verfügung. Im Endeffekt kommt also aus dieser Statistik heraus, dass sich alle Einkommensklassen freuen können, welche Lohnsteigerungen in den letzten Jahren erhielten (Inflationsbereinigt) und ein neueres Auto fahren. Damit fallen 50% der Bevölkerung wohl raus. Wahrlich ein Grund zur Freude. So ist das mit den selektiven Stichproben.

    “Etwa 55% des Spritpreiseswaren Mitte April Steuern und Abgaben.”

    2002 –> 2011
    Steigerung der Steuern um Faktor 1.1
    Steigerung des Grundpreises um Faktor 2.5

    http://www.insm-oekonomenblog.de/8370-benzinpreis-ordnungspolitik-statt-preisdirigismus/

    Das heißt prozentual ist die steuerliche Belastung stark gesunken.

  • Zarathustra

    @chriwi Sie wohnen wohl in einem anderen Land? Ansonsten ist für mich der Unsinn nicht zu erklären, den Sie da verbreiten.

  • Zarathustra

    @Ilona Pauker Haben Sie einen anderen Artikel kommentiert? Ich kann keinen Zusammenhang erkennen.

  • Zarathustra

    @TOrGO Was ist die gedankliche Verbindung zum Artikel? Mit fehlt da der Zusammenhang!

  • “Sie wohnen wohl in einem anderen Land? Ansonsten ist für mich der Unsinn nicht zu erklären, den Sie da verbreiten.”

    Welchen Unsinn, werden sie konkret. Bei der INSM wird regelmäßig mit angepasster Statistik in einer Art gearbeitet. Wenn sie seit 10 Jahren 1000 Euro netto verdienen und kein neues Auto haben, dann ist es Ihnen herzlich egal das im Durchschnitt die Autos sparsamer geworden sind und sie im Durchschnitt weniger für ihren Sprit zahlen. Die Aussage mögen ja stimmen, bringen aber nichts. Durchschnittlich hat Europa kein Außenhandelsschuldenproblem. Dennoch existiert die Eurokrise.

  • Markus

    @ Ilona Paucker
    bitte lernen Sie erstmal Ökonomie!
    Zum einen sind die Nahrungsmittel nur marginal in den Kosten gestiegen, weiterhin werden die Einkommen im Verhältnis zum Jahr 2000 für andere Produkte genutzt – zB war die Verbreitung der Mobiltelefonie nicht so weit fortgeschritten wie heute. Weiterhin ist der Preis für ein Handy kein referenzwert, denn das Telefon wird subventioniert und Sie bezahlen den Kaufpreis durch Ihre monatlichen Abgaben.
    Ihr Wohnungsbeispiel mag korrekt sein: jedoch müssen Sie auch hier unterscheiden, WO die Wohnungen sind. Denn nicht überall sind die Lebenshaltungskosten explodiert. Lettztlich ist es das System Angebot/ Nachfrage. Das nennt man Markt.

  • Ja sicher mag das mit den 4 Minuten stimmen, ausgehend von einem Stundenlohn von ca. 25€
    Betroffen von den hohen Benzinpreisen sind aber vor allem Geringverdiener die Arbeiten inzwischen 20 Minuten für den Liter Super

  • Surp

    @ Angela

    Dann sollten sie aus ökonomischer Sicht aufhören zu arbeiten.

    Für einige Menschen ist ein Pkw ein nicht unerhebliches Privatinsolvenzrisiko.

    Realistisch betrachtet kostet ein Auto 300 – 400 Euro im Monat, wenn ich aber nur 1000 Euro Netto verdiene habe ich schon ein großes Problem.

    Daher macht arbeiten manchmal “richtig” arm, leider ist unser System so und es ist eine Lüge, dass man immer mehr hat wenn man arbeitet als wenn man es nicht tut.

    Wenn man einen Pkw unterhalten muss kann man eigentlich besser auf die Arbeit und den Pkw verzichten und ALG2 wählen

  • Pingback: smava Wochenrückblick zu Wirtschaft und Finanzen (11.Mai 2012) - smava.de Blog()

  • Ilona Paucker

    Also ich bin schon begeistert zu wissen, dass jeder der Auto fährt mindestens einen Bruttolohn von 4100 Euro hat. 25 x 164 Std./Mon. verdienen muß. Kommentar für die Grünen: Wenn wir davon ausgehen, haben wir wohl keine Umweltprobleme mehr! Sarkasmus: Alle anderen versucht es mit Eletrobiks. Grundsätzlich sollte der Staat von den Geringverdienen ausgehen und denen das Leben erleichtern. Da diese genauso auf das Auto angewiesen sind wäre es zum Beispiel denkbar Ihnen die Steuern für das Fahrzeug zu erlassen bzw. die Möglichkeit geben jeden Kilometer steuerlich geltend machen zu können. Es könnten Zuschüsse gezahlt werden für Geringverdiener, damit sie die Möglichkeit bekommen den Arbeitsplatz zu erreichen auch wenn Schichten gearbeitet werden. Ist für den Staat immer noch günstiger als Arbeitslosengeld bzw. Hartz IV zu zahlen und den Leuten die Chance zu nehmen sich zu etaplieren. Wenn 4100 Euro der Durchschnittslohn ist und ich weiß, das im Pflegebereich, Einzelhandel etc. dieser Betrag für normale Arbeitskräfte bestimmt weit daneben liegt ist es wiederum gut zu wissen, dass der Rest gut versorgt ist denn da können wir ja noch richtig viel drauf packen – Ich finde es gut, dass wir so viele Überdurchschnittsverdiener in Deutschland haben, was ich wirklich ernst meine. Doch die politischen Schönschreiber haben es echt drauf und denken an Alle, die gut verdienen oder bereits Zweiteinkommen haben um evtl. die schönen Statistiken unterstützen durch Mehrarbeit – was alles in die Statistik geht müßte in diesem Falle erst einmal geprüft werden. Von wo holen sich die Statistiker die Daten. Aus dem Gesamtbruttolohn incl. Nebenjobs oder woher? Vielleicht gibt es hierzu eine Plattform von Insider? Für eine Info dankbar!

  • Pingback: smava Wochenrückblick zu Wirtschaft und Finanzen (11.Mai 2012) | smava.de Blog()

  • Pingback: smava Wochenrückblick zu Wirtschaft und Finanzen (11.Mai 2012) - smava.de Blog()