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09.06.2012 Finanzmarkt

Rettet die Banken!

Politiker aus ganz Europa wollten, dass sich Spanien unter den Rettungsschirm begibt. Lange hat sich das Land gewehrt. Jetzt verhärten sich Gerüchte über einen bevorstehenden Antrag Spaniens auf EFSF Gelder. Das Land braucht Geld, um seine Banken zu retten. Doch um die Märkte nachhaltig zu beruhigen, wäre eine andere Rettungsstrategie sinnvoller.

Nach Griechenland, Irland und Portugal steht nun Spanien unter großem Druck. Die Tür zum Finanzmarkt sei zu, kann man in diesen Tagen lesen. Das Land liebäugelt jetzt mit dem Rettungsschirm.

Fakt ist: Spaniens Krise ist im Kern eine Bankenkrise. Die Kapitalmärkte zeigen es: Es würde Spanien komplett überfordern, wenn die großen Banken des Landes zusammenbrechen. Statt also dem Land zu helfen, sollte die EU systemrelevante Banken in Spanien stützen. Das würde die Märkte nachhaltig beruhigen. Dafür wäre es sinnvoll, die Mittel aus dem ESM zu nutzen. Dies wäre zielgerichteter als Staaten zu retten, die dann das Geld an ihre Banken weiterreichen. Analog zum TAR-Programm der USA 2008, würde der ESM bei den Banken, die Hilfe in Anspruch nehmen, automatisch zum Miteigentümer. Somit kann der ESM die Sanierung einer gefährdeten Bank direkt kontrollieren. Außerdem wäre die EZB die Verantwortung für die Stabilität der Finanzmärkte los und könnte sich wieder auf ihre eigentliche Aufgaben kontrollieren.

  • HeinZ

    Eine Finanz- und Bankenkrise ist nicht die Ursache der Rezession, sondern eine ihrer ersten Symptome.

  • BKKOPP

    Jede Bankenrettung ist sehr länderspezifisch und sollte dies auch bleiben. Nur die nationale Gesetzgebung, und die nationale Verwaltung/Aufsicht/Beteiligungsholding kann die Banken retten, fusionieren, sanieren. Wir können nur Kredit and die Regierung geben oder verbürgen. Das schliesst nicht aus, dass der ESM, mit den nationalen Behörden, Einfluss hat und dass die Banken Offenlegungspflichten zum ESM haben.

    Wenn die weiterwirtschaften können wie bisher, dann melken die die nationalen Banken zu Tode und ‘exportieren’ das Risiko nach Europa.

  • Surp

    @ Heinz

    Die Krise ist eine Finanzwirtschafts- und viel stärker noch eine Verteilungskrise sowie eine Krise der Arbeitsgesellschaft. Es war niemals eine Staatsschulden oder Eurokrise, dass ist eine Lüge.

    Wir sind so armselig, weil wir einfach nicht verstehen (wollen), welche Möglichkeiten eigentlich bestehen.

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  • Monte Christo

    Eine Bank, die nicht mit Geld umgehen kann, ist nicht zu retten und hat auf dem Markt nichts zu suchen. Die Rettung kann nurb so erfolgen, das das Privatvermögen der Verantwortlichen dazu genutzt wird und nicht andere für die Fehler dieser arroganten Manager gerade stehen müssen. Jeder normale wird gepfändet wenn er nicht mehr zahlen kann, ist es nicht so, das vor dem Gesetz alle gleich sind, so sagen es diejenigen mit dem niedrigsten IQ in der Gêsellschaft, Wer das ist, soll sich jeder selbst ausmalen.^^

  • Stefan Stäcker

    Es ist wirklich besorgniserregend, mit welcher Selbstverständlichkeit öffeentliche Mittel (der Steuerzahler) dazu verwendet werden, um angeblich systemrelevanten Banken das Überleben nach ihren Spekulationskapriolen zu ermöglichen. Vielleicht wäre es doch sinnvoller, das System zu ändern, um eine der Allgemeinheit dienlichere Verwendung der Stattsfinanzen zu gewährleisten.

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Der Autor:

Prof. Dr. Michael Hüther

ist Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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