Das Gut Freizeit hat den Vorteil, daß es steuerfrei ist - noch! Clemens August Andreae, 1929-1991, österreichischer Nationalökonom

22 EuropaFinanzmarktSteuern und Finanzen

Bankenunion als Euro-Retter?

Die Euro-Zone steht mit dem Rücken zur Wand – das ist nicht neu. Auch dutzende Eurokrisengipfel konnten daran nichts ändern. Um die Euro-Rettung voran zu bringen, helfen keine Fragen nach dem was war und hätte sein sollen. Auf die Diskussionen müssen jetzt Taten folgen. Die gute Nachricht ist: Es gibt Lösungen.

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Fakt ist: Der Euro hat nicht gehalten was versprochen wurde. Richtig ist auch: Der Euro ist kein optimaler Währungsraum. „One size fits all“ gilt nicht in der Euro-Zone. Ein maßgeschneiderter Anzug  für jeden, wäre die bessere Lösung. Doch Fakt ist eben auch: Der Euro existiert – mit 17 verschiedenen  Mitgliedern. Diese drei Tatsachen muss man hinnehmen und darauf aufbauend, Lösungen präsentieren. Eine Rückkehr vor den Start des Euro, in eine Zeit mit nationalen Währungen, ist nicht mehr möglich. Diskussionen darüber, was uns mit der Gemeinschaftswährung alles versprochen wurde und nicht eingehalten wurde, helfen jetzt nicht weiter.

Zur Stabilisierung der Euro-Zone gibt es keine einfachen oder gar kostenlose Instrumente. Die hohen Staatsschulden sind nur das eine Problem. Das andere sind die unterkapitalisierten Banken. Beide Probleme  sind  eng miteinander verknüpft: Denn verlieren Staatsanleihen an Wert, weil die Investoren das Vertrauen in die Staatsfinanzen verlieren, entsteht bei den Banken entsprechender Abschreibungsbedarf. Den wiederum können sie nicht bewältigen, weil sie zu wenig Eigenkapital haben, was weitere staatliche Hilfen nötig macht. Dies wiederum verschlechtert die Staatsfinanzen noch mehr – ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. Mit einer Bankenunion kann das gelingen.

Aber Bankenunion ist nicht gleich Bankenunion. Wichtig ist, zu allererst eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht zu schaffen, damit die Bankenunion nicht zum Freischein für eine kollektive Vergemeinschaftung der Haftung wird. Sie muss dafür sorgen, dass „too big to fail“ nicht mehr als Erpressungsinstrument dienen kann. Zweitens braucht eine Bankenunion einen Restrukturierungsfonds. Damit kann die Bankenaufsicht Banken gegen Auflagen rekapitalisieren, verstaatlichen oder abwickeln. Damit würde die EU einen ähnlichen Weg gehen, wie die USA im Herbst 2008 mit dem Troubled Asset Relief Program (TARP). Dieses Beispiel aus den USA zeigt, dass es möglich ist Banken zu rekapitalisieren, ohne dass deren Eigentümer zu Lasten der Steuerzahler aus der Verantwortung entlassen werden. Das wäre die Notlandung für den Euro – sie ist besser als der Absturz.

  • Autor

    Prof. Dr. Thomas Straubhaar

    früherer Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) und Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere internationale Wirtschaftsbeziehungen, an der Universität Hamburg.

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  • Beton Mischa

    Zu kurz gesprungen!
    Die alleinige Verknüpfung der Staatsschulden mit den Banken reicht nicht aus. Wie das Beispiel Spanien zeigt. Alle Schulden von Privatleuten,Industrie und Staat sind das Problem. Das Kapital (das scheue Reh) in die Süeländer fließt halte ich für die nächsten Jahre für unwarscheinlich. Das Vertrauen ist nicht mehr da. Das grundlegende Problem der Geldschöpfung durch Schuld und Zins wird totgeschwiegen. Da mir hierzu auch nichts vernüftiges einfällt, wünsche ich mir eine Diskusion oder eine Analyse von Fachleuten hier im Ökonomen Blog.

  • Uwe M.

    Solange Banken einen “Freifahrtsschein” haben und der Staat die Schuden bezahlt und der Staat wirtschaftet als ob das Geld nie alle wird ,(Lobbyismus) solange ist alles nur ein Herzschrittmacher in einer Mumie. Der Glaube an den €uro ist eh dahin. Es wurde zuviel gelogen.

  • Surp

    @ Beton Mischa

    “Das grundlegende Problem der Geldschöpfung durch Schuld und Zins wird totgeschwiegen. Da mir hierzu auch nichts vernüftiges einfällt, wünsche ich mir eine Diskusion oder eine Analyse von Fachleuten hier im Ökonomen Blog.”

    Die INSM ist eine Lobbyorginisation, ich glaube nicht, dass sie eine ehrlich Analyse erhalten werden.

    Diese Analyse wäre aber auch schwer, da es mehrere Marktteilnehmer gibt, die Geld aus dem Nichts erschaffen können.

    Kapital ist eher selten ein scheues Reh, da es meist an Boden gebunden ist (Fabriken etc.), der Rest der so durch die Gegend wandert (ist auf dem Papier natürlich sehr viel) ist eh wertlos und könnte durch eine Währungsreform, Insolvenz, Kapitalverkehrskontrollen etc. sehr schnell stillgelegt/umgeleitet werden.

    Den Zins grundsätzlich für alles verantwortlich zu machen halte ich für falsch, er ist eigentlich ein Risikoaufschlag. Die Art der Geldschöpfung ist unser Problem, hat irgendwie was mit Alchemie (Blei zu Gold und so) zu tun.

    Wobei ich inzwischen mit islamischen Ansätzen (dort gibt es keinen Zins, Religion und so) sympatisiere, da man dann immer investieren muss, um eine Rendite zu erhalten. Sparen ohne Investionen ist horten (Kopfkissen und so) und schadet Volkswirtschaften.

  • Martin

    Eine Rückkehr ist sehr wohl möglich, die stete Behauptung des Gegenteils macht es nicht richtiger. Richtig wäre, dass es keine rechtliche Grundlage gibt, um einen Staat aus dem Euro “rauszuwerfen”, aber es gibt andere Möglichkeiten, die alten Währungen wieder einzuführen.

    Mal wieder einseitig argumentiert beim INSM.

  • Tim

    @ Surp

    Natürlich gibt es den Zins im islamischen Banking, er wird nur (mehr oder weniger) geschickt getarnt. Islamisches Banking ist seit ein paar Jahren natürlich schwer in Mode und klingt auch toll sustainable und so, aber es ist letztlich dasselbe Banking wie bei uns.

  • Surp

    @ Tim

    Wir machen es dazu, eigentlich ist es nicht so.

    Mich faziniert die Idee dahinter, oder was ich auch cool finde ist das ehemailge Judentum, wo nach 50 Jahren alles auf Null gesetzt wurde.

    Wir haben derzeit eine Situation, die leistungslose Einkommen extrem begünstigt (ich selsbt bin ein Profiteur davon) aber gesellschaflich gesehen ist es asozial und evtl. schlägt irgendwann die Gesellschaft zurück.

  • reiner tiroch

    selbst wenn sich tausende der Pleitegeier zusammenschließen um Retten zu wollen, es bleibt dennoch 1 großer Misthaufen.

  • Surp

    @ reiner tiroch

    Geld hat noch niemals einen Wert besessen, nichtmal als es Goldeckung gab.

    Also mal immer locker bleiben, das “Abendland” wird nicht untergehen.

    Die Frage díe man sich stellen muss: wie bekommt man eine gerechtere Gesellschaft hin?

    Solange man diese Frage nicht beantwortet, ist alles andere obsolet.

  • Lorenz von Gottberg

    Es gab den “Glass Steagall Act“ in den USA nach 1932. Ich glaube bis 1998, bis ihn Clinton unter dem schädlichen Einfluss von M. Thatcher abschaffte und damit den Wettbüros in London City und der Wallstreet Tor und Tür öffnete. Die Industrie in Gr. Britannien ist seitdem untergegangen …. Eine Wiedereinführung dieses Glass Steagall Acts, einer vergleichbaren Gesetzgebung, wäre ein erster, guter Schritt.
    Eine Bankenunion setzte voraus, dass diese von Dritter Seite geführt würde und nicht von den “Zinstreibern” selbst. Daher kann ich keinen Erfolg in einer solchen Bemühung sehen.
    Vielleicht lohnt es sich, Herr Prof. Straubhaar, einmal über das Zinssystem generell nachzudenken. Ich glaube darin liegt die Versuchung. Heute kann jeder “Wetter” unglaublich Schädliches anrichten, rücksichts- und verantwortungslos, vornehmlich durch die unglaublichen Computer-Geschwindigkeiten. Der Mensch ist von Natur aus gierig und egoistisch. Wir können nicht erwarten, dass ein Bankensystem der alten Prägung mit Zins und Zinseszins sich selbst im Sinne einer sozialen Welt neu ordnet. Daran glaube ich jedenfalls nicht.
    Politisch liesse sich etwas machen. Und da kommt der Euroraum als Machfaktor in dier globalen Finanzwelt ins Spiel.
    Wir müssen uns fragen, ob es mit rechten Dingen zugeht, dass die London City und die Wallstreet gemeinsam gegen den Euro wetten. Die Kompagnons der Wetter, die Standard & Poors etc. in den USA die jetzt Spanien zu Höchstzinsen verurteilen, die sogar Deutschland anzugreifen beginnen, forcieren den Niedergang des Euro. Ist das ein Vernichtungskrieg mit neuen Mitteln? Natürlich geht es um Macht! Die Macht des Dollars und ein wenig auch „die Macht“ des britischen Empires – oder?
    Diese Politik gab es schon gegen die DM. Daher gibt es ja den Euro. Nur wurde der noch stärker als die DM. Das gefällt den Herrschaften an Themse und Hudson River nicht so recht – oder?
    Ist ihnen die Währung zu stark geworden? Klar, einige Länder im Euro-Raum haben über die Stränge geschlagen. Wir auch – am Anfang. Wir alle zusammen waren plötzlich reich und haben uns darin so wohl gefühlt, dass wir das Leben von Schulden zu geniessen begannen.
    Aber auch die globalen Spekulanten haben diese Situation ausgenutzt und eben genau in diese Richtung gewettet – die Euroländer in die Schulden zu treiben. Und sie tun es noch.
    Das Ganze Finanz-System muss, angesichts der neuen globalen Elektronik-Möglichkeiten überdacht werden.
    Geld verdient sich immer noch durch Arbeit. Die deutsche Wirtschaft zeigt es. Wer durch Zins- und Zinseszins Geld verdient, handelt mit Luft. Das ist keine Arbeit, das ist Selbstbetrug. Für einige wenig Wohlhabende – oder sagen wir Reiche – ist diese Finanzwelt ein Segen. Daher wandern sie ja auch ab mit ihren Vermögen, dorthin, wo sie möglichst nicht zum Gemeinsinn aufgefordert werden können, durch lächerliche Vermögenssteuern. Ja, der Egoismus.
    Schöne Kritik. Eine Lösung habe ich auch nicht. Aber es gibt – so hoffe ich doch – in diesem Land genügend kluge Leute, die sich zu diesem Zinsdebakel (dessen Bereinigung oder gar Abschaffung) etwas einfallen lassen können.
    Der Euro muss in jedem Fall bleiben. Europa muss sich in der Welt behaupten können. Jedes einzelne Land kann das allein nicht. Es ist die Pflicht der Starken in Europa, die Schwachen zu stützen. Wenn wir das hier in Europa nicht hinkriegen, wer auf der Welt sollte dann mit gutem Beispiel vorangehen???

  • Einsicht

    Die “Geldschöpfung aus dem Nichts”, wie oben mehrfach kommentiert, ist tatsächlich ein Problem. Eines des Verständnisses.

    Geld ist ein Schuldschein, der wird nicht aus dem Nichts sondern aus der Rückzahlungswahrscheinlichkeit geschöpft. Deshalb braucht man auch Sicherheiten, wenn man einen Kredit bkeommen will.

    Das wirkliche Problem sind Banken die an kreditfinanzierten Immobilienblasen viel Geld verdienen, für eine kurze Zeit. War in den USA, Spanien und Irland so. Dazu kommen noch kreditfinanzierte Staatsanleihenblasen, welche im beidseitigen Interesse von Bankstern und Politikstern liegen, aber natürlich genauso wenig nachhaltig sind…

  • Hartmut

    Dieses Zinseszins Geld System ist ein Schneeballsystem. In der Rechtspflege ist dieses ein ungesetzliches Produkt.
    Das jetzige Sinseszins Geld -System ist seit bestehen eine permanente Systemkrise. Papiergeld war noch nie ein Aufbewahrungsort fuer Vermoegen. Eine perfekt organisierte Illusion.
    Die jetzige organisierte und bewusst organisierte “Finanzkrise” zeigt uns doch ueberdeutlich, dass die Politik die nuetzlichen Idioten sind. Hier ist doch fuer jeden sichtbar, wass passiert, wenn die Geldschoepfung schon vor vielen Jahren privatisiert wurde. Geld regiert die Welt!!
    Wenn das nicht erwuenscht ist, dann muss auch die logische Konsequenz erfolgen, die gesetzliche Rueckfuehrung der Geldschoepfung durch und an den Staat. Weiter ist ein absolutes Verbot von Zinsen und der Boersen zu realisieren.
    In diesem Zusammenhang sind auch das Steuerwesen abzuschaffen, und an Stelle dessen eine einzige MwSt. auf alle Waren und Dienstleistungen, direkt an die Landeszentralbank abzufuehren. Die frei werdenden Mitarbeiter aus den Finanz behoerden sind der Steuerpruefungen in den Betrieben beizustellen bzw. muessen sich dem Arbeitsmarkt neu stellen.

  • Kammerjäger

    Der IWF ist in seinem Denken da schon weiter. Man denkt dort über Vollgeldsysteme nach: http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/vollgeld-banken-geldschoepfung

  • 1) Auszug aus dem Deutschlandfunk-Interview “Wirtschaftswissenschaftler warnt vor Entwertung des Euro” (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1775795/) vom 06.06.12:

    Frage: “Nun schmiedet die EU-Kommission offenbar an Plänen für eine gemeinsame Aufsicht für europäische Banken sowie – und das ist jetzt aus deutscher Sicht vielleicht etwas problematischer – einen europäischen Fonds zur Abwicklung maroder Geldhäuser und zur gemeinsamen Einlagensicherung, also auf europäischer Ebene. Wie risikoreich ist das, eine solche gemeinsame Haftung, für die Staaten, die nun mal etwas besser dastehen?”

    Straubhaar: “Sie haben es ja schon angedeutet, dass das ein hoch riskanter Weg ist, weil dann eben endgültig nationale und letztlich private Haftungsrisiken vergesellschaftet, vereuropäisiert werden, und das, denke ich, ist eine Verschlimmerung der Situation deswegen, weil das öffnet dann Tür und Tor, auf Kosten anderer zu große Risiken einzugehen.”

    Behalten Sie eigentlich noch den Überblick über das, was Sie von sich geben, Herr Prof. Dr. Straubhaar?

    2) In Spanien ist ein Immobilienboom zusammengebrochen. Dass Staatsanleihen das Problem der spanischen Banken wären, habe ich noch nicht gehört.

    3) Soweit ich das mitbekommen habe wurden die Mark-to-market Bilanzierungsregeln nach der Lehman-Pleite dahin gehend abgeändert, dass ein Abschreibungszwang auf den Marktpreis nur noch für Papiere im Handelsbestand der Banken besteht, nicht im Anlagebestand. Das von Ihnen behauptete Problem besteht also nicht.

    4) Staatsanleihen werden nicht nur von Banken gekauft, sondern auch von Versicherungen usw.

    5) Und nicht nur von inländischen Finanzintermediären, sondern auch von ausländischen – wenn sie als sicher angesehen werden. Wofür ein jeder Staat durch entsprechende Reformen sorgen muss und auch selber sorgen – und sich damit auch das Geld für erforderliche Bankenrekapitalisierungen selber beschaffen kann. Schmerzfrei ist das nicht; aber das ist kein Grund, dem dt. Steuerzahler fremde Schmerzen aufzubürden.

  • Surp

    @ Kammerjäger

    krass, ich hätte mich nicht getraut einen so radikalen Vorschlag zu machen (nichtmal in einem Lobbyforum, wo man ja angeblich anonym ist).

  • Surp

    @ Straubhaar
    Außerdem bin ich seit dem Sternartikel “böse” auf sie, wenn es Sarkasmus war, wäre es sogar extrem lustig, aber ich trau dem Braten derzeit nicht.

    Weil sie selbst ein Schmarotzer sind, wobei sie defintiv einer der Besseren sind, evtl. wünsche ich mir das nur.

    Haben sie jemals in ihrem gesamten Leben einen produktiven Beitrag zu dieser Gesellschaft geleistet?

    Diese Frage werden sie mir in diesem Forum nicht beantworten, aber denken sie mal wirklich darüber nach.

  • Bernhard K. Kopp

    Bankenunion – Bankenaufsicht – Flurbereinigung

    Es gibt immer noch eine Reihe von Banken, in mehreren Ländern, die längst ‘technisch bankrott’ sind, durch bewusste Insolvenzverschleppung aber künstlich am Leben gehalten werden. Einfach dadurch, dass man sie nicht zwingt, ihre Aktiva fair zu bewerten.

    Zuerst muss man also Insolvenzverschleppung rechtlich kriminalisieren. Damit müssen alle AR und Vorstandmitglieder der betroffenen Institute vor Gericht. Dann müssen die betroffenen Banken zusammengelegt und notfalls verstaatlicht werden. Wenn tatsächlich alle Risiken berücksichtigt sind, aber erst dann, könnte man auch über ESM-Beteiligungen an Banken diskutieren. Bildlich gesprochen: zuerst müssen alle Teller sauber gewaschen und getrocknet werden, dann erst können sie auf einen Stapel gelegt werden. Wenn man sie vor einer gründlichen Säuberung aufeinanderlegt, dann bekommt man sie nie mehr sauber.

  • Clemens Gutsche

    Warum immer nach neuen Wegen suchen, wenn die durch die Maastrichter/Lissaboner Verträge noch nicht einmal ordentlich beschritten worden sind. Wer in die Eurozone gelangt ist, muß dort noch lange nicht bleiben. Die einschlägigen Gesetze, die alle Euro-Mitgliedsländer unterzeichnet haben, schließen eine finanzielle Haftung zwischen den Mitgliedsstaaten aus (Art. 125 I AEUV), aus der dann – wie aktuell Deutschland gegenüber Griechenland – Ansprüche geltend gemacht werden (können), die in der Umsetzung – wie (fast) immer – die kleinen Leute hart trifft und dadurch naturgemäß und insoweit auch verständlicherweise Ressentiments schürt! Die Verträge sehen vor, daß jedes Land jederzeit bei Bedarf den Euro-Verbund verlassen kann. Island, das nicht den Euro hat, aber zum EWR gehört, zeigt ganz aktuell, wie eine Wirtschafts-/Finanzkrise bewältigt werden kann. Brüssel hatte von Reykjavik verlangt, die Banken zu retten, sodass ausländische Anleger – sprich: europäische Banken – ihr Kapital nicht verlieren würden. Das habe man verweigert. „Als EU-Mitglied wären wir zu einer teuren Rettungsaktion wie Irland gezwungen gewesen“, sagte Exministerpräsident Geir Haarde in einem Interview im April 2012 (taz). Das sollte einem zu denken geben. Laßt hier doch auch einmal insoweit den freien Wettbewerb gelten und wollt nicht alles von „übergeordneter Stelle“ regeln. Wenn der Euro so attraktiv ist, wie immer behauptet wird, werden sich die Länder schon Mühe geben, Mitglied im Club zu sein . . .

  • Warum immer nach neuen Wegen suchen, wenn die Maastrichter/Lissaboner Verträge noch nicht einmal ordentlich beschritten worden sind. Wer in die Eurozone gelangt ist, muß dort noch lange nicht bleiben. Die einschlägigen Gesetze, die alle Euro-Mitgliedsländer unterzeichnet haben, schließen eine finanzielle Haftung zwischen den Mitgliedsstaaten aus (Art. 125 I AEUV), aus der dann – wie aktuell Deutschland gegenüber Griechenland – Ansprüche geltend gemacht werden (können), die in der Umsetzung – wie (fast) immer – die kleinen Leute hart trifft und dadurch naturgemäß und insoweit auch verständlicherweise Ressentiments schürt! Die Verträge sehen vor, daß jedes Land jederzeit bei Bedarf den Euro-Verbund verlassen kann. Island, das nicht den Euro hat, aber zum EWR gehört, zeigt ganz aktuell, wie eine Wirtschafts-/Finanzkrise bewältigt werden kann. Brüssel hatte von Reykjavik verlangt, die Banken zu retten, sodass ausländische Anleger – sprich: europäische Banken – ihr Kapital nicht verlieren würden. Das habe man verweigert. „Als EU-Mitglied wären wir zu einer teuren Rettungsaktion wie Irland gezwungen gewesen“, sagte Exministerpräsident Geir Haarde in einem Interview im April 2012 (taz). Das sollte einem zu denken geben. Laßt hier doch auch einmal insoweit den freien Wettbewerb gelten und wollt nicht alles von „übergeordneter Stelle“ regeln. Wenn der Euro so attraktiv ist, wie immer behauptet wird, werden sich die Länder schon Mühe geben, Mitglied im Club zu sein . . .

  • arjuna_de

    »Eine Rückkehr vor den Start des Euro, in eine Zeit mit nationalen Währungen, ist nicht mehr möglich.«
    Was für eine dumme Spreechblase. Möglich ist uns Menschen immer ALLES – wenn wir nur wollen.

  • arjuna_de

    »Wichtig ist, zu allererst eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht zu schaffen, damit die Bankenunion nicht zum Freischein für eine kollektive Vergemeinschaftung der Haftung wird. Sie muss dafür sorgen, dass „too big to fail“ nicht mehr als Erpressungsinstrument dienen kann. Zweitens braucht eine Bankenunion einen Restrukturierungsfonds.«
    Aha. Nun noch eine Bankenaufsicht, noch ein Restrukturierungsfonds – neben EU, ESM (Verwirklichung steht glücklicherweise noch in den Sternen), ESFS, EZB. Mit anderen Worten: Auf jedes Bürokratiemonster wird ein weiteres draufgesetzt, das »kontrollieren« soll. Fernab jeder demokratischen Kontrolle. Fernab jedes nationalen Parlaments.
    Herr Straubhaar: Was Leute Ihres Schlages wohl niemals begreifen werden, ist, dass der Affront der Völker gegen diese Art gigantomanischer Kontrollstrukturen keineswegs nationalen Argumenten entspringt, sondern, sehr viel einfacher, dem Recht der Bürger auf Überschaubarkeit, Nähe zu Verwaltungsstrukturen, Übeschaubarkeit. SMALL is beautiful, nicht der Krebs sich selbst perpetuierender Bürokratiemonster.
    Insofern wird am Ende Regionalisierung, Reduktion nationaler Konstrukte, Abbau transnationaler Kompetenzen und Behörden der EINZIGE Weg sein, der zu einer neuen Integration UND IDENTIFIKATION des Bürgers mit »seinen« Verwaltungsstrukturen führen wird.

  • Asmielle

    Also sind wir doch mal ehrlich: Der Satz “Eine Rückkehr vor den Start des Euro, in eine Zeit mit nationalen Währungen, ist nicht mehr möglich.” ist vollkommener Schwachsinn. Und das wird belegt durch die Überlegung der Regierungen die einen Austritt Griechenlands in BEtracht ziehen. Es wäre sehr wohl möglich den Euro abzuschaffen, nur will sich das niemand eingestehen. Man klammert sich derart verzweifelt an diese unnütze Währung das das Wohl ALLER EU Staaten gefährdet wird. Das ist meine persönliche Meinung! Und meine persönliche Meinung ist ebenfalls, dass man das VOLK hätte abstimmen lassen müssen vor diesem Schritt! Mindestens 70% der Deutschen würden den Euro sofort gegen ihre alte gute stabile Mark eintauschen. Ich gehöre dazu. Wozu ich noch sagen möchte: Das was in Irland vor der Euro Einführung passiert ist, sehe ich NICHT als freie Wahl des Volkes. Diese Menschen dort sind derart belabert worden, damit sie sich für die Binnenwährung entscheiden, dass man das als nichts anderes bezeichnen kann, als eine bodenlose, unverschämte Dreistigkeit!

  • mounty0265

    Es sind doch immer die gleichen Phrasen, aber von einem Geschäftsführer des Hamburgerischen Weltwirtschaftsinstitust kann ja auch nichts anderes kommen. Die Banken schaffen keine Werte hier wird nur umverteilt wie in einer Buchführung der Eine gewinnt der Andere verliert. Wenn man die massive Verschuldung der Staaten in Europa sieht dann bleibt nur eins zu sagen: Die politische Klasse hat Europa an die Wand gefahren. Und dass die Banken so Arbeiten können haben wir auch den Politikern zu verdanken weil sie alles getan haben um den Markt so zu liberalisieren. Und zum Schluß. wir brauchen aus dem Euro nicht aussteigen, das Thema wird sich von alleine erledigen, unter dem Motto “Die Zeit heilt alle Wunden.