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INSM – ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten – diskutieren Sie mit!

 

Marktwirtschaft pervers

Die Soziale Marktwirtschaft hat Deutschland zu einer der weltweit führenden Industrienationen aufsteigen lassen. Doch kann sie nur Wohlstand für alle bringen, wenn die grundlegenden Prinzipien: Freiheit, Wettbewerb, Haftung, Leistungsgerechtigkeit und Solidarität eingehalten werden. Was geschieht, wenn diese ignoriert werden, lässt sich besonders eindrucksvoll am Beispiel des Energiesektors zeigen.

In einer funktionierenden marktwirtschaftlichen Ordnung produzieren Unternehmen Güter oder bieten Dienstleistungen an, die sich am Markt Kunden suchen. Im marktwirtschaftlichen Wettbewerb setzen sich auf Dauer nur Angebote durch, die tatsächlich nachgefragt werden. In einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung funktioniert die Güterversorgung weit besser als in jeder staatlichen Planwirtschaft.

Damit eine solche Wirtschaftsordnung gedeihen kann, sind durch staatliche Rahmenregelungen ein fairer Wettbewerb, aber auch die Einhaltung von Sozialstandards bei den Arbeitsbedingungen und der Schutz der Umwelt sicherzustellen.

Doch was sich in vielen Jahrzehnten bewährt hat, gerät zunehmend unter planwirtschaftlichen Druck. Besonders verhöhnt wird die marktwirtschaftliche Ordnung im Energiesektor. Seit 14 Jahren garantieren wir den Erzeugern von erneuerbaren Energien, differenziert nach Photovoltaik, Biomasse und Wind, für zwei Jahrzehnte ab Inbetriebnahme feste Vergütungssätze für den ins Netz eingespeisten Strom. Die Rechnung zahlen vor allem die Privatverbraucher mit künftig knapp 5,3 Cent pro Kilowattstunde.

Das Ergebnis dieses Markteingriffs ist bekannt: Mehr als die Hälfte der heute schon 20 Milliarden Euro teuren jährlichen Ökostromvergütung fließt in die ineffizienteste regenerative Energieform, die Photovoltaik. Deutsche Hersteller, die am Anfang noch von der glänzenden Förderung dieser Technik profitierten, sind längst vom Markt verschwunden. Chinesische Solarzellen dominieren inzwischen die deutschen Dachlandschaften.

Denn der extreme Aufwuchs des Energiedargebots aus regenerativen Quellen sorgt dafür, dass konventionelle Großkraftwerke heruntergefahren werden müssen, wenn Wind und Sonne ihre Maximalleistung ins Netz einspeisen. Oder der teuer subventionierte Ökostrom wird gar zu Dumpingpreisen verschleudert. Gleichzeitig müssen konventionelle Großkraftwerke in Bereitschaft gehalten werden, weil der Wind nicht immer weht und die Sonne vor allem nicht rund um die Uhr scheint. Deshalb werden künftig auch für die Vorhaltung von Regelenergie, also von Reserveleistung, Subventionen an die Betreiber von konventionellen Großkraftwerken gezahlt, weil sich diese betriebswirtschaftlich nicht mehr rechnen. Selbst für die Nichteinspeisung von Strom aus Offshore-Windenergie soll künftig gezahlt werden, wenn der mangelnde Netzausbau dafür verantwortlich ist. Und natürlich sind die Steuerzahler künftig auch für den Netzausbau zuständig, der in der alten marktwirtschaftlichen Energiewelt noch von den Energieversorgern bedarfsgerecht über den Strompreis finanziert wurde. So schizophren entwickelt sich grüne Energiepolitik, auch wenn sie längst zum Mainstream der deutschen Parteien geworden ist.

Eine weitere planwirtschaftliche Großbaustelle taucht übrigens bereits am Horizont auf. Die Automobilbranche leidet unter gewaltigen Überkapazitäten. Schon einmal hat die deutsche Politik mitgeholfen, die dringend notwendige Marktbereinigung zu verschleppen: mit der Abwrackprämie. In Frankreich versucht der Staat Peugeot zu retten, in Deutschland steht wieder einmal Opel im Fokus. Mal sehen, ob die klammen öffentlichen Kassen tatsächlich Interventionen zugunsten der Autobranche verhindern. Unserer marktwirtschaftlichen Ordnung wäre es zu wünschen, uns Steuerzahlern erst recht.

  • LiFe

    Der Mensch ist nicht nur Arbeitskraft er ist auch Konsument. Die Frage ob Marktwirtschaft pervers sei oder war wird die zukünftige Generation beantworten können. Hellmut Butterweck befasste sich bereits mit diesem Thema: http://www.videogold.de/hellmut-butterweck-warum-die-freie-marktwirtschaft-nicht-funktionieren-kann/

  • Markus

    Jegliche Art von Subventionen stellen eine Intervention des Staates in die freie Wirtschaft dar. Ebenso Transferzahlungen an Bürger, zB Kindergeld.

    Was jedoch in der freien Marktwirtschaft nicht betrchtet wird, sind die Importe. Denn diese Güter werden eben zum Großteil nicht so produziert, wie es sich die freie und soziale Marktwirtschaft vorstellt.

    Ebenfalls müssten Sie im gleichen Maß die Subventionen an die AKWs anprangern – denn die Kosten der Entsorgung und Lagerung bezahlen die Bürger – pauschal.
    Die Politik ist seit jeher massiv im Energiesektor involviert und verzerrt massiv den tatsächlich Marktpreis aller Energiesorten. Dies nun anhand des EEG aufzuhängen ist sehr einseitig.

  • Carsten Schwarze

    Die Diskussion um den Strompreis und dem EEG sind bizzar.
    Bizarr deshwegen, weil keiner mit den richtigen Zahlen aus den richtigen Töpfen rechnet.

    Strompreise unterlagen noch nie der echten Marktwirtschaft, sondern wurden immer mit Steuergeldern quersubventioniert.
    Das fing mit der Erforschung der Kernkraft in den 50iger Jahren auf Steuerkosten an, ging über den Kohlepfennig weiter und jetzt regen sich alle übers EEG auf.
    Dabei vergessen alle die zeitlich endlose Subvention durch die Endlagerproblematik des Atommülls.
    Die leider in allen Berechnung unterschlagen wird.

    Gepaart wird das in Zukunft mit den schwindenen Gewinnen, der Stromversorger, wenn der Zeitpunkt erreicht ist, das eine Solaranlage für ein EFH, preislich konkurriert.

    Die Stromversorger haben einfach pure Angst, das der deutsche Michel zum Selbstversorger mutieren könnte. Aber das wird er. Vielleicht nicht heute, aber übermorgen.

    Der erste CD-Player hat auch 16.000 DM gekostet und heute mit der Blue-Schreib/Lese DVD Player für 29,95 Euro noch kein Ende gefunden.

    …nur leider gibt es keine deutschen DVD-Hersteller, so wie es in den nächsten Jahren keinen deutschen Solarzellenhersteller mehr geben wird.

  • Janis Kluge

    Eine konsequente ökonomische Analyse des Strommarktes muss zu dem Ergebnis kommen, dass staatliche Eingriffe zu einem effizienteren Gleichgewicht führen:

    1.) hohe Transaktionskosten – um ein effizientes Gleichgewicht zu erreichen, müssten die Strompreise regional und nach Uhrzeit angepasst werden. So ein Modell wäre für die meisten Verbraucher zu komplex. Hier besteht noch am meisten Hoffnung, dass es zu einer marktlichen Lösung kommen könnte. Augenblicklich existiert diese aber kaum.
    2.) natürliche Monopole – die Verwaltung der Netze erfordert leider staatliche Planung.
    3.) Pfadabhängigkeiten durch die frühere Subventionierung nicht zukunftsträchtiger Technologien.
    4.) externe Effekte – hier liegen die größten Probleme des Strommarktes. Die in den anderen Kommentaren erwähnten Probleme wie Endlagerung von Atommüll, Super-GAU-Risiken, die CO2-Belastung und Importabhängigkeiten sind in der konventionellen Stromerzeugung unzureichend eingepreist. Sie werden auf die Bürger in Deutschland und in der restlichen Welt abgewälzt.

    Sie haben in Ihrem Artikel mit der Haftung selbst den entscheidenden Grund dafür genannt, dass der Strommarkt staatliche Eingriffe und ein EEG-Gesetz dringend benötigt, auch wenn das Gesetz noch optimiert werden kann.

    Als ein Anhänger der Grundprinzipen der Sozialen Marktwirtschaft finde ich es bedauerlich, wenn der Begriff und der Grundgedanke verfälscht eingesetzt werden, etwa weil eine bestimmte politische Position begründet werden soll. Deshalb sind Beiträge wie der obige in meinen Augen für den Ruf und die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft abträglich und gehören nicht in den INSM-Ökonomenblog.

  • http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/ Wolfgang Ksoll

    Die Agitprop von Oskar Metzger werden immer unseriöser. Wenn man Energie in reinen Marktwirtschaften produziert, produziert man Blackouts wie in Kaliformien. Wo sich Enron auszocken durften.

    Die 12 Mrd. € in EE sind Peanuts im Vergleich zu konventionellen Großkraftwerken. Die Atomenergie hat noch nie ihre Kosten marktwirtschaftlich getragen. Die Kohle wurde als Steinkohle massiv subventioniert und die Braunkohle zahlt so gut wie nichts für ihre Luftvergasung mit C02. Die Spinnereien CCS sind, wo man Gas in den Untergrund pressen will, um dem Menschen leben, die ersticken, wenn der Dreck wieder austritt, sind so seriös wie die Annahmen, dass in der Asse die Endlagerung sicher und sorgfältig wäre. Der Steuerzahler ist einfach von Ideologen und Abzockern aus dem neoliberalen Lager beschissen worden.

    Großkraftwerke werden überflüssige, wenn man Energie speichert, in Wasserkraftwerken (deren Anschluss in Norwegen hinterfotzig von FDP-Brüderle zugunsten der EnBW-Zockerei hintertrieben wurde), in Akkumulatoren in Haushalten, die man auch zum Aufladen von Autos nutzen kann, in Anklagen, die mit Strom Wasser zu Wasserstoff spalten. In Island sind andere als Wasserstoffbusse verboten. Da kann der Daimler auch liefern.

    Es gibnt keinen technischen Grund Großkaraftwerke auf ewig fortzuschriben. Bisher sind Großkraftwerke extrem teuer, wobei sie die Ewigkeitskosten beim Steuerzahler abgeben (sowohl Atom als auch Kohle). Großkraftwerke sind nicht geeignet für Kraft-Wärme-Kopplung. Sie sind eine Technologie von gestern. Wie Dampflokomotiven. TEchnisch und kaufmännsich können wir locker die Enrgeiwende sschaffen.

    Was uns fehlt, sind seriöse Politiker. Her Metzger mit seinen unvollständigem Rechenwerk gehört nicht dazu. Unsinnige Polemik ersetzt keine Energiepolitik. Dieses Polemisieren auf Technologien von gestern schadet der Industrie. Weil sie vom ernsthaften Arbeiten abhält. Die Träumerei von Großkraftwerken der Ewiggestrigen wie Metzger führt dazu, dass RWE und andere keinen Netzanschluss finden für Milliardeninvestitionen in Borkum Riff. Die INSM sollte sich schämen, der deutschen Industrie so in den Rücken zu fallen. Kuckuckeier im Nest der Deutchen Industrie.

  • http://www.immobilien-eu.eu Voegele

    Rot und Grün haben Bewiesen das Sie jedes Land Runterwirtschaften.

  • http://www.controlling-blog.de/ cb

    Leider enthält der Beitrag nichts Neues zum Thema. Auch keine Idee wie man dem Problem, dass ja nun einmal da ist beikommen kann. Ein drastisches Zusammenstreichen der Förderung ist ja nun auch keine Lösung. Letztlich bleibt nur eine eher pauschale Kritik an jeglichen staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft zurück. Dies kann aber selbst für glühende Verfechter der freien Marktwirtschaft nicht die Lösung sein. Hätte die Bundesregierung während der Finanzkrise keine stabilisierenden Maßnahmen ergriffen (Kurzarbeitregelung, Umweltprämie etc.) stände Deutschland sicher heute nicht so gut da.

  • Markus

    @cb
    “Ein drastisches Zusammenstreichen der Förderung ist ja nun auch keine Lösung.”
    Warum ist das keine Lösung?

    Eine ersatzlose Streichung aller Subventionen – meines Erachtens alternativlos.

  • Assi mit Niveau

    Hallo zusammen,

    ich glaubte erst, ich bin irgendwie auf der falschen Seite gelandet.

    Bisher vertrat jeder Artikel oder Beitrag, der bei der INSM erschien die Auffassung, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.
    Der Niedriglohnsektor, Lohnsenkungen, Verlagerung der Lohnnebenkosten vom AG zum AN – so der Tenor – sind die einzige Lösung für unsere Wirtschaft. Jetzt spricht man von Leistungsgerechtigkeit und Solidarität. Mich haute es vom Stuhl.

    Die durch gewinngierige Berufszocker in Banken und an Börsen herbeigeführte europaweite Finanzkrise muss natürlich allein durch die Staaten und deren Bürger gelöst, und die Verluste der Banken von uns – und nicht den Verursachern – bezahlt werden. So lautet jedenfalls die Botschaft zwischen den Zeilen jedes anderen Beitrages dieser schönen Vereinigung. Es ist nicht zu glauben, nun spricht man aber von Haftung. Ja, sagt mal: Hat irgendjemand eine große Portion Moral, Ehtik und soziale Verantwortung verteilt?
    Das hätte ich jedenfalls beinahe gedacht und hatte daher Hoffnung.

    Tja, und dann?

    Dann trank ich meine zweite Tasse Kaffee und stellte fest, dass dieser Artikel auch wieder einmal nur der dem System der Volksverdummung unterliegt und man nur auf hohem Niveau jammert.

    Die dringend notwendige Energiewende als Abzocke am Bürger darzustellen, weil die hier nicht genannten Sponsoren dieser “Interessengemeinschaft” aus dem Energiesektor nicht gewillt sind, auf einige Prozente ihrer exorbitanten Gewinne zu verzichten ist einfach niveaulos.

  • Helmuth Schrickel

    Heute habe ich meine Stromrechnung bekommen !!! Große Freude habe ich nur kurz gehabt ,denn der Abschlag wurde erhöht . Ich glaube dass das kein Zufall ist ,ich wurde auf 8 Euro mehr eingestuft .Zahle jetzt 63 Euro im Monat nur für Stromkosten .
    Die Erhöhung laut Hartz IV ab Januar 2013 ,es gibt 8 Euro mehr,hat wohl die GWE beflügelt auch genau diesen Betrag für sich ein zu verleiben . Für mich bleibt keinen Cent über , die Mehrkosten für Lebensmittel und Bekleidung sich wohl einfach nicht vorhanden !!! Was soll ich tun , mir das Essen verkneifen ,keine Kleidung mehr kaufen . Oder soll ich mir einen Kredit aufnehmen um teure Elektrogeräte kaufen die weniger Energie verbrauchen ? Oh ich habe ganz vergessen ,ich bekomme ja gar keine Kredit . Bin ja nur ein nicht Kreditwürdiger Mensch mit Armutszeugnis . Die Frage ist an unseren Staat ,die eine Energie-Wende will . Muss ich die ganze Zeche bezahlen ,ich als armer Rentner und meine Rentenanteile den Energiekonzern überlassen ? Soziale Marktwirtschaft ist das nicht anders gemeint ,wie soll ich das meine Enkel bei bringen .

  • Assi mit Niveau

    @ Helmuth Schrickel,

    nee, MÜSSTEST Du nicht allein bezahlen.
    Mehrere Faktoren kommen aber zusammen:
    1. Seit 1995 (Energiemarktliberalisierung) diktieren unsere Energiekonzerne unseren “Volksvertretern” die Marschrichtung. Merkel´s “Energiegipfel” – wo man denken könnte, sie erklärt denen was passiert – hatte leider nur das Thema: Wie kommen die Versorger um Eigenkosten rum? Die fluchen wie die Rohrspatzen, weil denen der ganze Spaß etwa 10% vom Gewinn kostet. (Vom Gewinn – heisst also als Beispiel, nur noch 90 Milliarden Gewinn statt 100 – KEIN Verlust!!)
    2. Von der “sozialen Marktwirtschaft” wie man sie bis Anfang der 90er Jahre kannte ist ja kaum noch was übrig. L. Erhard würde sich nicht nur im Grabe umdrehen, wenn er wüsste was los ist, sondern rotieren wie ein Hammerwerfer. Früher waren der Standorterhalt, die wirtschaftliche Ausrichtung auf Investitionen und Ausbau des Unternehmens in Verbindung mit sozialer Verantwortung die Grundpfeiler der Wirtschaft. Heute ist es Wachstum und Gewinnmaximierung.

    Damit kommste dann auch schon wieder zu Deiner Frage.
    Die (also Dein/ Deine) Energieversorger machen jetzt dieses Tam- Tam nur, um keine Gewinneinbußen zu haben – und unsere, wirklich nicht korrupte Regierung, erlässt Gesetze und Verordnungen, die garantiert nicht dem kleinen Mann helfen.

    Mal ein paar Gegenfragen:
    Würdest Du Dir von einem Fuchs erklären lassen, wie Du den Hühnerstall bauen sollst?
    Von einem Großbanker, oder von einem Börsenspekulanten, wie Du die Kosten der Finanzkrise am Besten händelst?
    Und, letztendlich:
    Vertraust Du einem geldgierigem Konzern, oder dessen Handlangern, wenn er Dir etwas davon vorjammert, wie er Dir helfen kann?

    Denk mal drüber nach ;)

  • LiFe

    Work is dead….Detroit ist in Rüsselsheim…..Im alten Opelgebäude macht man Pläne Shops etc. einzurichten. Dabei steht ein Kaufhaus aus den 60/70er Jahre leer. Ich verstehe es nicht. Ein alternder Schriftsteller schreibt Gedichte….und man bekommt es mit der Angst, dass er den Frieden gefährdet. Ein ebenso alternder Modemacher überwirft sich mit einer ganzen Nation. Er muss kämpfen, dass er es nicht so gemeint hat. Ein Profiradler hat beim Sport all die Jahre geschummelt. Ein bekannter Rapper schlug offensichtlich wieder zu. Die GEZ ist auch nicht nett (träumen kannst duch auch im Bett) Die GEMA ist auch ein Thema….Clubs und Veranstalter zittern um ihre Zukunft. Unsere Gemeinde schickt Briefe, empfiehlt eine Firma, mit der wir uns in Verbindung setzen können zwecks Kanalisationsprüfung. Nun bleibt abzuwarten, ob sie durchkommt. Es ist Oktober der Schornsteigfeger tourt wieder rum. Kaum beklagen sich die Bürger was noch auf sie zukommt (einige Mütter überwerfen Pläne Kinder zur Musikschule zu schicken. Papa soll sich nicht aufregen). Während man so wartet und hofft, dass ein Wunder geschieht, es sollte sich doch wenigstens der Himmel der Menschheit erbarmen, haltet mich nicht für einen Spinner, aber egal. Da steht es in der Zeitung: Die Grundsteuer a und b soll angehoben werden.
    Ach ja, an alle die Kronen haben. Vorsicht damit! Wenn sie rausfällt übernimmt die Krankenkasse nicht mehr das Wiedereinkleben! Ich hatte Helge Schneider im You Tube geguckt, gelacht und da flog mir die Krone vom Zahn. Danke Helge! ;-)
    Um ehrlich zu sagen, ich nehme diese Welt nicht mehr Ernst. Wenn ich mal verzweifle, schließlich sind wir Menschen, dann bete ich: Herr, sie ist deine Welt, nicht meine. Erstaunlicherweise klappt es seitdem (mit all diesem Unfug was auf unserem Planeten geschieht) viel Besser!
    Treibt hoch die Preise, hoch und höher o perverse Marktwirtschaft mich zieht nichts mehr herunter.

  • Surp

    @ Life

    Es trifft immer die, die glauben sich in diesem Land vermeintlich etwas aufgebaut zu haben. Solange man nicht über ein Vermögen von 2mio+(ist nicht mehr sonderlich viel, wenn man davon leben möchte) verfügt, ist man leider der Dumme (wortwörtlich).

    Entweder hat man es, sei es durch die Eltern etc., oder man begüngt sich mit Sozialleistungen und trickst einwenig rum.

    Der Rest (der Großteil unsere Gesellschaft) verliert immer mehr.

    Ausnahmen stellen nur die Parasiten da, die sich immer als Experten bezeichnen. Ich glaube sie haben noch niemals in ihrem Leben einen wirklich gesellschaftlich relevanten Beitrag geleistet.
    Herr Dr. (der Titel ist doch eh ein Witz, sogar wenn man den sinnlosen shice, den eh keiner liest, wirklich selbst geschrieben hat) Sinn zum Beispiel, existiert ausschließlich, weil der Staat ihn direkt und indirekt durchfüttert, aber er ist nur die Spitze des Eisbergs.

  • Markus

    @ Helmut Schrickel
    “Zahle jetzt 63 Euro im Monat nur für Stromkosten ”
    ?? 63 Euro, für dich allein? Wie gross ist deine Wohnung? Erscheint mir recht viel…

  • LiFe

    Es wäre Eltern, die Millionen besäßen nie zu empfehlen sorglos den Kindern es so zu vermitteln, dass sie eines Tages alles erben würden. Vermögen mag den einen beruhigen, aber sie bietet keine Sicherheit. Vermögen kann schwinden (Insolvenz). Vermögen kann durch Enteignung verlorengehen. Was nützt den Nachkommen Vermögen, wenn sie damit nicht umgehen können? Da würde man wirklich Gefahr laufen Parasiten großzuziehen.

    Menschen, die einfache Arbeiter waren würde ich nie als Parasiten bezeichnen nur weil sie auf Hatz IV abgerutscht sind. Es verlieren Menschen Arbeit und jüngst eine Studie hat bewiesen, dass viele so schnell wie möglich gerne wieder arbeiten würden.
    Wer ein Studium oder auch eine Ausbildung absolviert, nebst eine Familie gegründet hat, ich meine den Durchschnitt unserer Mitmenschen, für den muss sich die Situation wie sie momentan herrscht, vielmehr nicht abzuschätzen weiß, was kommen wird, erheblich belasten. Wenn z. B. Strompreise, Grundgebühren etc. erhöht werden sollen. Im übrigen kenne ich Eltern, die behinderte Kinder haben. Diese Kinder sind oft auch nachts wach. Bei einer Familie mit behinderten Kindern im Haushalt muss die Heizung sowohl am Tag als auch in der Nacht im Betrieb sein.

    Ich arbeite mit Kindern und gelegentlich komme ich in Kontakt mit den jeweiligen Eltern zusammen. Meistens sind es deren Mütter. Ja, da bekommt man so manche Sorgen mit. Eine Mutter hatte mir ihre Sorgen erzählt, dass sie ihr Kind von der Musikschule abmelden musste. Worauf ihr Bub die Gelegenheit wahrgenommen hatte zu protestieren (ich sollte das mitbekommen), er wäre erne dabei geblieben. Da bleibt mir keine andere Wahl zu denken: Die Kosten steigen und Kinder müssen darunter leiden.

    Man kann nur hoffen, dass der ganze schice bald vorbei ist. Aber daran glaube ich nicht, denn wenn eine Krise so lange anhällt, dann passieren dumme Sachen. Da werden blöde Gedichte vorgetragen, ein Land fühlt sich angegriffen. Ein seniler Modezar soll einen Unsinn gesagt haben. Angespannt wartet man auf die nächste schice, die kommen soll. Darunter leidet die Politik.
    Wir sind doch Europa. Ich habe den Eindruck, dass wir mehr ein kulturelles als nur ein wirtschaftliches Problem haben.
    Ich finde unser Land schön. Ich halte Merkel für eine fähige Politikerin. Ursula von der Leyen sieht nicht auf Menschen herab. Ich finde andere Länder Europas auch schön. Manche besuche ich. Manche Sprachen beherrsche ich auch.
    Vieles könnte gut laufen. Und trotzdem fühlt man sich in manchen Dingen ausgebremst. Ich denke mit 2 mio+ (nice to have) könnte man wirklich eine Idee umsetzen. Die hätte ich, aber das führt zu weit.

  • Surp

    @ Life

    nichts anderes sage ich doch, ich finde das derzeitige System extrem pervers.

    Man sollte eben die Frage stellen, dient dieses System überhaupt noch jemandem, außer irgendwelchen Lobbyisten oder anderen Schmarotzern (die sich gern als Leistungsträger bezeichnen).

    Soll es soweit kommen wie für die Durchschnittbevölkerung in Griechenland?

    Wie weit will man noch gehen (Grenzen für Wahnsinn sind mir unbekannt)?

    Wie war das nochmal: Wer Wind säht, wird Sturm ernten (evtl. sogar einen Hurrican, zumindest wenn ich einigen meiner Kunden zuhöre)

    Ich hab mich auch schonmal gefragt, warum radikalisieren sich gerade junge Menschen so sehr (Nazis, Salafisten etc.)?

    Evtl. weil sie keine Chancen bekommen und sie sich nicht mehr vertrösten lassen von irgendwelchen Propagandalügen?

  • Markus

    … bleiben Sie doch beim Thema des Beitrags. Oder haben Sie hierzu kein Argument, so dass Sie städnig ausweichen und Themen Ihren Aussagen anpassen müssen?

    Ausser Floskeln nichts handfestes. Kein Argument, wie immer belanglos.

  • Assi mit Niveau

    @Markus
    genau

  • LaßHirnRegnen

    Die meisten Foristen haben den Artikel von O. Metzger nicht richtig gelesen oder nicht verstanden. Metzger hat nur leider die MwSt vergessen: also statt 5,3 cts 6,3 cts (mit MwSt).

    Die Subventionen verzerren die Preise und führen zu Fehlallokation der knappen Ressourcen. Die daraus folgenden volkswirschaflichen Verluste in Milliardenhöhe werden wir alle tragen. Daß auch schon früher der Energiemarkt durch Subventionen verzerrt wurde macht die Sache nicht besser.

    Außerdem kann man die “Ölfleck-Hypothese” bestätigt sehen. Subventionen breiten sich aus wie ein Ölfleck auf dem Wasser. Wenn wir verhinder wollen, daß energieintensive Betriebe in D schließen müssen oder abwandern (Arbeitsplätze), dann müssen diese von den Belastungen Durch das EEG ausgenommen werden.
    Folge: höhere Belastungen für die Betroffenen. Also: aus Steuermitteln finanzierte Subventionen für Bezieher niedriger Einkommen. Usw, usw….

    Die Grünwähler (oft Beamte auf Lebenszeit) sollen sich nicht so sicher sein, daß sie von Verschlechterung der daraus folgenden finanzillen und wirschaftliche Lage ausgenommen sein werden.

  • Surp

    @ LaßHirnRegnen

    Ihr Name ist Programm, oder?

  • Markus

    Surp

    Ausser Floskeln nichts handfestes. Kein Argument, wie immer belanglos.

  • Markus

    @ Herr Metzger
    “Im marktwirtschaftlichen Wettbewerb setzen sich auf Dauer nur Angebote durch, die tatsächlich nachgefragt werden.”

    Soweit in Grundsatz natürlich korrekt. Aber warum haben dann wohl demeritorische Güter, wie zB die Alkopops ihre Umsatzkarriere beendet?
    Weil – wie so oft – die Politk durch Intervention die freiheitliche und marktwirtschaftliche Grundordnung aufhebt.
    Fazit: haben wir wirklich eine freie Marktwirtschaft oder glauben wir nur noch an einen Begriff, der es tatsächlich in der Unternehmerischen Praxis bzw. im Alltag gar keine eindeutige Anwendung mehr findet? Die stetige Argumentation mit der Theorie der Marktwirtschaft hat sich derart in den Köpfen eingehämmert dass wir alle glauben (sollen), dies sei unsere aktuellen Wirtschaftssystem. Tatsächlich jedoch weicht die Grundordnung täglich ab, womit wir m.E. uns zwar nicht zu einer Planwirtschaft bewegen, aber sicherlich hin zu einem politisch-aktiven Wirtschaftssystem.

  • LiFe

    Ich habe den Klavierdeckel herunterbewegt. Noten weggepackt. Mein Schreiben eingestellt und hole so ziemlich nach, was ich nicht beachtet habe. Ideen und Innovationen interessieren mich nicht mehr. Sollen sie in Schubladen verstauben.

    Doch gestern war mir zum ersten mal bewußt wohin sich Marktwirtschaft bewegt. Die Rede ist von Landgrabbing. Da werden Länder in Rumänien, Ungarn, Afrika aufgekauft, Wälder gerodet und bewirtschaftet. Eine Monotone Landwirtschaft betrieben und alle heimischen Bauern verdrängt. Kapital (nicht der Mensch!) soll das einzig arbeitende Faktor werden.

    http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/feature/landgrabbing103.html

    “Er nennt es Vernunft und gebraucht es allein um tierischer als ein Tier zu sein”

    Goethes Faust I

  • Kammerjäger

    “Im marktwirtschaftlichen Wettbewerb setzen sich auf Dauer nur Angebote durch, die tatsächlich nachgefragt werden.”

    Habe ich etwas verpasst, oder ist das wirklich die Abkehr von Herrn Metzger von der angebotsorientierten Wirtschaftspolitk nach dem Sayschen Theorem?

  • Markus

    @ Kammmerjäger

    …sein Satz zuvor “In einer funktionierenden marktwirtschaftlichen Ordnung produzieren Unternehmen Güter oder bieten Dienstleistungen an, die sich am Markt Kunden suchen” – also doch Sysche Theorem – welches er aber im zweiten Satz sogleich widerruft.
    1) Argumentation: Güter suchen sich die Nachfrage
    2) Güter setzen sich durch die Nachfrage durch

    zu 2) Politische Intervention machen dies nicht möglich
    zu 1) Dass das Saysche Theorem zwar recht nett ist, jedoch nicht reallistisch wurde schon mehrfach untersucht und bedarf deher keiner weitern Ausarbeitung.

Der Autor:

Oswald Metzger

ist Buchautor und ausgewiesener Haushalts- und Finanzexperte. Von 1994 bis 2002 gehörte er dem Deutschen Bundestag an.

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