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INSM – ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten – diskutieren Sie mit!

 

Kein Wachstum ohne Kinder

Kinder zu zeugen, kann niemand erzwingen – aber kinderreiche Familien endlich fair zu besteuern, schon. Das ist dringend nötig, denn sie sind der Reichtum unserer Gesellschaft. Wir brauchen aber deswegen nicht nur das Familiensplitting, sondern auch endlich mehr familienfreundliche Unternehmen.

In der deutschen Politik wird schon seit längerem eine neue Berechnung der Einkommenssteuer diskutiert: das Familiensplitting. Beim Familiensplitting wird das Einkommen eines Ehepaares zwar genau wie beim Ehegattensplitting gemeinsam besteuert, aber auch die Anzahl der Kinder fließt in die Steuerberechnung mit ein. Experten erhoffen sich vom Familiensplitting, dass es dadurch für Eltern im kinderarmen Deutschland attraktiver wird, größere Familien zu gründen. Dass keiner den Plan für die neue Berechnung (bisher) umsetzen will, liegt am Geld. Eine Umwandlung vom Ehegatten- ins Familiensplitting würde etwa zehn Milliarden Euro pro Jahr kosten, sagen die Finanzexperten. Doch Hand aufs Herz: Angesichts der Summen, die beispielsweise die Euro-Krise zurzeit verschlingt, dürften diese Milliardenbeträge wenigstens sicher, fair und nachhaltig angelegtes Geld sein.

1,4 Kinder bekommt statistisch gesehen eine Frau in Deutschland. Das ist bekanntermaßen zu wenig – die Bundesrepublik schrumpft. Nun kann man wohl kaum ernsthaft die Deutschen zu mehr Schlafzimmeraktivität aufrufen, um unsere armeselige Kinderquote zu erhöhen. Denn zu einem solchen Vermehrungsdrang gehört mehr, als nur das Versprechen auf steuerlicher Erleichterung. Die Bürger müssen wohl auch endlich wieder den tieferen Sinn erkennen, dass Kinder ein emotionaler Gewinn sind und einen großen Teil der Lebensfreude ausmachen. Von einer solchen Einsicht scheinen wir aber heute so weit entfernt, wie das iPad von der Schriftrolle der Ägypter.

Was man zurzeit erreichen kann, ist aber, diejenigen, die Kinder großziehen, besser zu belohnen als bisher. Denn: Der zum Beispiel wichtigste Beitrag für unsere Rente liegt nicht in der Beitragszahlung, sondern in den finanziellen und zeitlichen Leistungen der Eltern für ihre Kinder. Vor allem die Mütter müssen oft wegen der Kindererziehung auf einen großen Teil ihres Erwerblebens verzichten. Paare mit Kindern müssen ihr Einkommen viel stärker konsumieren als Paare ohne Kinder. Kinderlose sind viel eher in der Lage, zu sparen und Vermögen zu bilden – und später zahlen ihnen auch noch diejenigen Kinder die Rente, in die die anderen investieren mussten. Das ist nicht gerecht. Für Familien mit Kindern muss es deswegen dringend einen fairen Ausgleich geben.

Fragt man die Familien selbst, reichen steuerliche Vorteile allein nicht. Auch strukturelle Änderungen im Arbeitsleben sind notwendig. Einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney zufolge spielt für die Bereitschaft junger Paare, eine Familie zu gründen, die Leistung des Staates nicht die größte Rolle. Bedeutender ist für sie die Familienfreundlichkeit des Arbeitgebers. Laut A.T. Kearney sind vor allem flexible Arbeitszeiten für potenzielle Eltern extrem wichtig. Nur neun Prozent der 1.800 befragten Personen arbeiten bei Unternehmen, die umfassende Unterstützung anbieten. Ein Drittel der befragten Frauen hält Kinder und Karriere grundsätzlich für nicht vereinbar. Zudem fehlen Vorgesetze, die als Beispiele taugen – also Erfolg und Familie haben.

Wie es laufen muss, zeigen Unternehmen in Schweden und in England. Dort gibt es eine viel größere Vielfalt an Teilzeitangeboten, flexiblen Tages- und Wochenarbeitszeitmodelle und individuell ausgehandelten Arbeitszeitregelungen. Mitarbeiter bekommen während der Elternzeit häufiger Paten an die Seite gestellt. Männliche Mitarbeiter werden jeweils in weit über 50 Prozent der Unternehmen dazu ermuntert, Elternzeit in Anspruch zu nehmen oder Teilzeit zu arbeiten.

In Deutschland wird über solche Maßnahmen zwar oft und gern gesprochen. Doch in der Praxis ist der größte Teil der Unternehmen weit davon entfernt. Das muss anders werden.

 


Dies ist ein Beitrag aus der Reihe “WachstumsBlog”. In einem bis zwei Beiträgen pro Woche beschäftigen sich Wirtschaftsexperten im ÖkonomenBlog mit Themen rund um nachhaltiges Wachstum.

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  • Echt-Liberal

    “Kranke gesetzlich Versicherte werden aus der Krankenkasse gedrängt” oder “Noch nie war die Bereitschaft zur Organspende derart gering wie heute”, “Pflegnotstand scheint sicher”.

    Das sind aktuelle Schlagzeilen zum sogenannten deutschen Gesundheitswesen. Soweit ich informiert bin, ist derzeit das Gesundheitsministerium auch in der Hand der sogenannten liberalen FDP-Partei.
    Wie abgehoben dieser Beitrag zur mangelnden Bereitschaft der Deutschen Kinder zu kriegen ist, wird so überdeutlch.

    Der Herr “Dr.” Roos und seine FDP Freunde scheinen wie die gesamte Führungsmannschaft der FDP auf einem anderen Planeten zu leben.

    Die brennenden aktuellen Probleme werden von der Klientelpolitik der liberalen Sozialschmarotzer und Arbeitsverweigerer nicht angegangen.

  • Markus

    1) Es gibt bereits eine hohe Anzahl Transfers und Schutzfunktionen seitens des Staates für Eltern: Elterngeld, Kündigungsschutz, Kitas, usw. Was ein zusätzlicher “Anreiz” bewirken soll, stellt der Autor selbst infrage. Damit wird das Argument als Anreizfunktion widerlegt.

    2) Eltern sind grundsätzlich selbst für die Kinder verantwortlich – und dies gilt auch für die finanzielle Seite. Mit welcher Begründung sollen Singles bzw. elternlose Paare für die Kosten von Eltern aufkommen?

    3) Unternehmen reagieren aus ureigenem Interesse auf die Anforderungen potentieller Bewerber/Innen. Steigt die Nachfrage nach zB flexiblen Arbeitszeiten, so können letzlich nur die Unternehmen am Markt die besten Bewerber akquirieren, die auch die besten Konditionen bieten. Hat man als Bewerber diese Auswahl nicht, so stellt sich die Anforderung nach persönlichen Wünschen gar nicht. Unternehmen waren und sind Wirtschaftseinheiten und keine Kinderbetreuungsorganisationen.

    4) “Ein Drittel der befragten Frauen hält Kinder und Karriere grundsätzlich für nicht vereinbar” – dies beantwortet nicht ob A) dieses Drittel eine Karriere möchte, B) ob die Einschätzung der Befragten der Realität entspricht und C) was die Männer zu diesem Thema sagen (wieso werden hier nur Frauen befragt??) und letztlich D) was das “grundsätzlich” in dieser Aussage bedeuten soll.

    5)”Kinderlose sind viel eher in der Lage, zu sparen und Vermögen zu bilden – und später zahlen ihnen auch noch diejenigen Kinder die Rente, in die die anderen investieren mussten. Das ist nicht gerecht.”
    Warum ist das nicht gerecht? Im Grundgesetz ist zB der Sozialstaat verankert. Demnach muss jeder Steuerzahler auch die Transferleistungen an zB Arbeitslose finanzieren. Ist das gerecht? In unserem Umlageverfahren geht es nicht um die Beurteilung von “Gerechtigkeit”. Weiterhin definiert die bloße Gegenüberstellung nicht die Qualität. Insofern müsste Sie dann schon die tatsächlich erwirtschafteten Einkommen vergleichen und nicht die alleinige Anwesenheit von Kindern. Dass auch kinderlose in die Kinder anderer investieren zeigen alleine schon die Transferleistungen wie das Kindergeld. Die Behauptung ist also falsch. Sind wir mal böse und nehmen als Beispiel die Hartz4 Familie. Das dort niemand ein Einkommen generiert, lebt diese Familie ausschliesslich vom Einkommen Anderer. Wie haben also diese Elternn in Ihre Kinder investiert?

    Also ehrlich, eine solche Diskussion taugt für den Wahlkampf. Aber sicher nicht für einen Ökonomen Blog. Das Thema könnte man hervorragend anhand zahlreicher Studien zerlegen.

  • Markus

    Ergänzung:
    In der These “Kein Wachstum ohne Kinder” fehlt ebenfalls der Bezug zu Import/ Export. Das Wirtschaftswachstum – und damit auch die Steuereinnahmen – werden letztlich durch die offene Volkswirtschaft generiert. Die Argumentation des Artikels jedoch bezieht sich ausschliesslich auf den Binnenmarkt. Methodisch ist diese Betrachtung damit zweifelhaft. Denn vorab muss die Frage beantwortet werden, woher das Wachstum kommt.

  • http://www.mcrass.de Michael Crass

    Faire Besteuerung ist eine gute Forderung.
    Doch prinzipiell sollte der Staat nicht das Ziel festlegen, dass deutsche Frauen mehr Kinder bekommen sollen (wollen sollen).
    Mehr Anreize nützen nichts.

    Richtig finde ich auch, dass die Unternehmen kinderfreundlicher werden müssen, sonst ist jede staatliche Bemühung sinnlos.

    @Markus:
    Punkt 2 finde ich sehr gut.
    Zu Punkt 3: Das sollte man erwarten.
    Dieses Thema sollte man meiner Meinung nach auch weniger ökonomisch betrachten, schließlich sind Frauen keine staatliches Produktionseigentum ;-)
    Ernsthaft: Ökonomisch sollte man das nicht betrachten. Politik sollte sich immer danach richten, was Menschen wollen, nicht was der Staat “braucht”.

  • Markus

    @ Michael Crass

    “…schließlich sind Frauen keine staatliches Produktionseigentum ;-)” und “Politik sollte sich immer danach richten, was Menschen wollen, nicht was der Staat “braucht”.”

    Genau diese Meinung vertrete ich. Die Eigenständigkeit der Frauen bzw. der Familien können Sie nur erhalten, wenn Sie die Interventionen des Staates unterbinden – also auch keine Anreize schaffen. Der Staat soll sich natürlich nach den Menschen richten – aber es gibt bei den Menschen eben auch kinderlose Paare und Singles. Diese werden jedoch gar nicht betrachtet – obgleich diese Personengruppen für die Kosten aufkommen müssen – ob sie es wollen oder nicht. Alleine schon aus diesem Grunde ist es zwingend erforderlich, das Thema auch ökonomisch zu betrachten (auch weil dies ein Ökonomen Blog ist).

    zur Logik: Würde es eine absolute Notwendigkeit geben dass Unternehmen kinderfreundlich sind, so würde die Unternehmen dies umsetzen. Infolge dessen erübrigt sich eine staatliche Intervention. Wozu also hier noch mehr Gesetze o.Ä.? Und es ist deutlich zu beobachten, dass zahlreiche Unternehmen kinderfreundlicher werden bzw. schon seit Jahren sind. Ich sehe hier keinen zusätzlichen Bedarf – denn diese kinderfreundlichkeit ist für das Unternehmen ein ökonomischer Faktor – und damit alleinige Entscheidung der Unternehmen.

    Die Gretchenfrage muss weiterhin lauten: WARUM möchte der Staat mehr Geburten?
    Der Artikel hat jedenfalls keine schlüssige Antwort oder Hypothese hervorgebracht.

  • Surp

    Wenn man ganz logisch nachdenkt:

    1. Arbeitsmigration vernichtet Wohlstand für die Durchschnittsbevölkerung (Der Kuchen den es zu verteilen gibt, der wird derzeit nicht größer, eigentlich schrumpft er sogar)
    2. Kinder vernichten Wohlstand (siehe Punkt 1)

    Wir brauchen diese Menschenmassen überhaupt nicht um extrem gut zu leben, unser Planet verträgt sie auch langsam nicht mehr.

    Aber unser System will all das um ein paar sehr Wenige extrem vermögend zu machen (was sie damit anfangen sieht man jeden Tag wenn ihre Spekulationsblasen platzen).

  • Markus

    @ Surp
    Ichr Punkt 1 ist ökonomisch betrachtet schlicht falsch. Damit ist Ihr Punkt 2 hinfällig.

    Wo ist laos ihr Argument? Aus welchem grund schreiben Sie Kommentare, die sachlich falsch und bei denen auch jegliche Begründung fehlen? Was erwarten Sie – dass es jemand glaubt?

  • LiFe

    Man muss nur zwischen den Zeilen lesen.

  • Surp

    @ Markus

    Arbeitsmigration dient nur dazu wenig Menschen sehr reich zu machen.

    Schauen sie sich doch mal die Entwicklung in Schlachbetrieben an.
    Früher wurde es sehr gut bezahlt, da es absolute Drecksarbeit ist, jetzt machen es Kosovoalbaner um ihren Aufenthaltsstsatus aufrecht erhalten zu können für den weniger als den Mindestlohn der Zeitarbeit.

    So ist das immer, nicht umsonst meckern die Schweizer, dass unsere Ärtze Ihnen ihre Jobs klauen.
    Solange man über Arbeit umverteilt säht man Hass und dann knallt es halt, Europa ist kurz davor.

  • Markus

    @ Surp
    …Zahlen würden es belegen. Aber was hat Ihr Beispiel und das Thema des Autors gemeinsam? M.E. völlig deplatziert.
    Dennoch: “Arbeitsmigration dient nur dazu wenig Menschen sehr reich zu machen” Können Sie das anhand von Statisiken/ Studien belegen oder ist es nur ein Gefühl von Ihnen? Übrigens: es gibt auch bei Arbeit das System von Angebot und Nachfrage. Vielleicht können ihre Kosovoalbaner den gleichen Job machen – nur günstiger. Bedeutet dies letztlich nicht auch, dass die vorherigen Arbeiter überbezahlt waren?

    @ LiFe
    Nein, in der Ökonomie liest man nicht “zwischen den Zeilen”. Es gibt Fakten, welche eindeutig sind. Dann haben Sie die Ökonomie noch nicht in ihren Grundzügen verstanden. Das Beispiel von Surp ist schlicht falsch und Surp belegt sein Beispiel auch nicht anhand von Fakten – damit ist es vielleicht noch populistisch.

    “Der Kuchen den es zu verteilen gibt, der wird derzeit nicht größer, eigentlich schrumpft er sogar”
    1) was ist der Kuchen?
    2) Wer verteilt was?
    3) was bedeutet “eigentlich”?

    Die Aussage ist völlig haltlos.

  • LiFe

    @ Mit zwischen den Zeilen lesen meinte ich Surps Beitrag zu seinem (Lieblings)-Thema Arbeitsmigration. Wie dichtete es Eichendorff: “Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt….” Nur nicht zum Surp!:-)

    Ich denke nicht, dass Probleme von Arbeitsmigranten verursacht sind. Wir machen sie zum Problem, weil uns die Zukunft ungewiss ist. Arbeitsmigranten scheinen von Probleme ihrer jeweiligen Länder entfliehen zu müssen. Jedes Land ist bald ein Problem.

  • Surp

    @Life

    Arbeitsmigration ist neben einer gewissen Verteilungsgerechtigkeit das größte Problem in Deutschland (eher der EU).

    Um unseren Wohlstand zu erhalten/erhöhen müssten wir eher dafür sorgen, dass viele Menschen gehen ( egal wie nazi ich kling). Aber Europa ist ja “the land of milk and honey”. Die kommen hier hin gehen mir auffen Sack und haben Wertvorstellungen, da wird einem anders (Todesstrafe und Hand abhacken sind normal). Zumindest weiß ich wovon ich spreche, da sie meine Kunden sind.

    Ich frage mich warum muss ich mir das gefallen lassen?
    1. Weil wir in einer globalen Welt leben?
    2. Weil uns der Staat erzählt es tolerieren zu müssen?
    3. Weil der Wohlstand dadurch steigt?
    etc.

    Was soll das?
    Es ist immer das Gleiche seit Jahrhunderten;

    Umso mehr Menschen leben umso weniger hat die einzelne Person (daher mag ich China). Lässt sich sehr interessant an dem Uramerika und Europa betrachten.

  • Markus

    …und was hat Arbeitsmigration nun mit dem Familiensplitting zu tun? Wenn Sie keine argumantative Meinung zum Thema haben, so warten Sie bitte, bis Sie dran sind.

    P.S. Können Sie Ihre Aussagen empirisch belegen – oder haben nur Sie alleine die Erkenntnis der realen Welt entdeckt?

  • Surp

    @ Markus

    Ich gebs auf, es ist alles so offensichtlich, wem dient den Arbeitsmirgation und wer leidet unter ihr bzw. warum leiden Menschen überhaupt darunter?

    Die ganzen Rechten hatten doch Recht: In unserem System ist es doch so, dass immer mehr Menschen um sinnentleerte Arbeitsplätze kämpfen, weil sonst muss man ja ALG2 beziehe (was sehr wenig ist) und umso mehr es sind umso besser kann man sie gegeneinander ausspielen.

    Wer gewinnt bei diesem Spiel, ein paar wenige, denen alles gehört bis es zum Bürgerkrieg kommt (das mein ich inzwischen nicht mehr polemisch). Wobei diese Menschen trotz Krieg es immer geschafft haben ihr Vermögen zu schützen, ich frag mich wieso.

  • Andrea Kornak

    In Deutschland bekommen Frauen am meisten Geld und (beitragfreie Krankenversicherung) vom Staat, wenn sie mit einem Gutverdiener kinderlos verheiratet sind (Ehegattensplitting) oder waren (Hinterbliebenenrente), sie müssen nicht einmal irgendwann, irgendetwas eingezahlt oder geleistet haben !!!!

    Doppelverdiener- Familien und Alleinerziehende mit Kindern müssen diesen gesellschaftspolitischen Schwachsinn bezahlen !

    Ich bin für eine Abschaffung des Ehegattensplittings sowie der beitragsfreien Krankenversicherung für Ehegattinnen sowie Hinterbliebenenversorgung in der Rentenversicherung. Jede/r sollte ein eigenes Rentenkonto führen, bei Ehepaaren werden die Beiträge aufgeteilt, dafür kann dann im Rentenfall jeder mehr bekommen, der eingezahlt hat und Kindererziehung könnte bei allen angemessen, also mit mindestens 3 Jahren,gerne auch mehr, angerechnet werden. Schliesslich braucht der Generationenvertrag BEITRAGSZAHLER UND BEITRÄGE.
    Da dürfen in einer Versicherung diejenigen, die dazu massgeblich beitragen, nicht schlechter gestellt werde als reine Leistungsempfänger.

    Hinterbliebenenversorgung könnte ggf. gegen einen Kosten deckenden Zusatzbeitrag versichert werden.

    In der Krankenversicherung sollten grundsätzlich nur Kinder beitragfrei versichert werden, bei Ehepaaren sollte jeweils das eigene oder das hälftige Einkommen eines Alleinverdieners/erin zur Bemessung herangezogen werden, nur für Mütter kleiner Kinder oder Personen, die Familienangehörige pflegen, sollte es temporär Beitragbefreiungen geben.

  • Andrea Kornak

    Familiensplitting ist eine interessante Idee, jedoch finde ich diese wenn sie qie das Ehegattensplitting funktioniert, ungerecht und bevorzugt Gutverdiener. Besser wäre m. E. (bei Wegfall des Ehegattensplittings!) eine Kombination aus Kindergeld und einem realistischen steuerlichen Abzugsbetrag, der sich z.B. mit 50% beim ersten und eventuell mehr bei weiteren Kindern auszahlt, wie bei Spenden an politische Parteien. Das schafft Anreize, Kinder zu haben und zu sozialversicherungspflichtig zu arbeiten. Der Abzugsbetrag sollte sich an dem tatsächlichen (!) Existenzminimum für Kinder orientieren. Bei Müttern könnte man in engen Grenzen ebenso Verfahren, aber nur temporär, nicht lebenslänglich.
    Ziel muß sein, dass Menschen, die mit Kindern leben, im Berufsleben und im Alter auskömmlich leben können. Dahinter hat die Förderung der “Berufsuntätigkeit” von insbesondere kinderlosen Ehegattinnen zurückzutreten.

  • Markus

    @ Surp
    Ja, bitte geben Sie es auf. Ihre Aussagen sind blosse Behauptungen, ein Versuch, Menschen zu beeinflussen. Da sie jegliche Art der wissenschaftlichen Fundierung durch zB empirische Belege oder auch ein Mindestmass an Argumentation ablehnen – weil Sie es schlicht nicht können, weil Sie weder über entsprechendes Daten Material verfügen noch über eine etwaig theoretischen Hintergrund. Damit sind Ihre Aussagen haltlos in Ermangelung der Mindestvoraussetzungen.
    Alleine Ihre sinnfreien Dramatisierungen zeigen Ihre Unkenntnis der Materie.

  • Surp

    Wofür brauch man eigentlich mehr Kinder (Geburtenrate ist ähnlich hoch wie immer, nur später). Dazu muss man auch noch wissen das Menschen immer länger leben. Wenn die Kindertheorie stimmt müssten ja die ärmsten Länder der Welt die reichsten sein.

    Ich persönlich finde 82 Millionen Menschen weit mehr als ausreichend, ist immerhin 3 mal soviel wie Kanada hat (nur mal Landfläche vergleichen).

    Umso mehr Menschen umso schlechter geht es dem einzelen!

    Das ist sogar durch die gesamte Menschheitsgeschichte belegbar (frühes Europa, Inka usw.), aus diesem Grund lehne ich auch Arbeitsmigration ab, sie dient nur sehr wenigen und vernichtet im inormen Maße Wohlstand für den Rest.

  • LiFe

    @ Surp Bei jeder Gelegenheit….zu jedem Beitrag….ARBEITSMIGRATION….ständiges Wiederholen….Hm…..

  • Markus

    @ Surp
    “Wofür brauch man eigentlich mehr Kinder (Geburtenrate ist ähnlich hoch wie immer, nur später”
    – Vergleichen Sie das mal rechnerisch mti dem Zinseszins Effekt. Wer rechnen kann, ist auch hier klar im Vorteil. Sinkt die Geburtenrate jedes Jahr auch nur marginal, so sind die langfristigen Auswirkungen ÜBERproportional!

    “Dazu muss man auch noch wissen das Menschen immer länger leben. ”
    Völlig irrelevant, da lediglich eine Verschiebung – ein Effekt wäre es, wenn man unsterblich wäre.

    “Wenn die Kindertheorie stimmt müssten ja die ärmsten Länder der Welt die reichsten sein.”
    Was ist die “Kindertheorie”?

    “Ich persönlich finde 82 Millionen Menschen weit mehr als ausreichend…”
    Ihre Meinung, ok. aber ausreichend für was?

    “Umso mehr Menschen umso schlechter geht es dem einzelen!”
    Warum? Das ist eine Hypothese (oder soll es vermutlich darstellen) – damit schulden sind Sie den Beleg

    “…aus diesem Grund lehne ich auch Arbeitsmigration ab…”
    Aber dann müsste doch nach Ihrer Logik in dem Land, aus dem die Menschen nach Deutschland kommen, immer besser gehen – weil weniger Menscher mehr Wohlstand bedeutet? Im Saldo wäre es demnach völlig egal – oder besser: da die Menschen nach Ihrer Meinung aus “armen” Ländern kommen würden diese an Wohlstand gewinnen und die “reichen” Länder würden etwas von Ihrem Wohlstand abgeben – besser kann doch die Verteilung des Reichtum gar nicht sein. Soweit eine kleine Zusammenfassung Ihrer “Logik”. Ohne Beleg, stetige Behauptung, aber egal, weil empirisch mehrfach widerlegt und somit nicht diskussionswürdig.

  • Surp

    @ Life

    Indirekt haben sie recht, mir macht die Entwicklung sorge, dass wir immer mehr Menschen werden müssen (begründet durch unser Wachstumsdogma, was immer nur gesamtgesellschaftliche Werte vergleicht, niemals die der einzelnen Person und eh schwachsinnig ist).

    Ich frage mich wieso das einzige Land, das derzeit verstanden hat, dass “weniger mehr ist”, China ist.

    Mal nur als Frage wir werfen immer anderen Menschen vor den Regenwald zu zerstören, wieso gibt es hier eigentlich keinen natürlichen Wald?

    Ich sage es ganz offen: Umso mehr Menschen umso mehr Probleme hat unsere Welt (wir sind wohl zuviele geworden, warum auch immer).

    Man kann viele Probleme lösen, nur derzeit seh ich da keine positive Entwicklung.

  • LiFe

    Ich frage mich wieso das einzige Land, das derzeit verstanden hat, dass “weniger mehr ist”, China ist.

    Wahrscheinlich wird sich das auf Dauer ändern:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-regierungsberater-verlangen-ende-der-ein-kind-politik-a-864405.html

  • Surp

    @ Markus

    Glauben sie wirklich, dass wenn wir immer mehr Menschen werden, überhaupt ein Problem wirklich lösbar ist?

    Immer mehr Menschen sind möglich (sogar ohne Armut, Vertikal Fams, regenrative Energien etc.), aber kann es wirklich das Ziel sein uns unendlich zu vermehren?

    Mag ja sein, dass sie das glauben.

    Ich glaube, mehr Menschen führen zu extremen Verteilungskämpfen und zu einer Ressourcenausbeutung, die uns schon derzeit am Rande des Abgrunds stehen lässt.

    Die Macht liegt ja nicht bei den Fortschrittlichen sie liegt in Händen von Konservativen und Besitzstandswahrern. Daher sind mehr Menschen extrem gefährlich für die, die nicht zu diesem Personenkreis gehören.

    Die, die es können ziehen sich in “gated communities” zurück (Ich weiß sogar wovon ich spreche, da ich schonmal in so einem Ding in Südafrika 6 Monate gelebt habe).
    Kennen sie den Filmklassiker “Soylent Green”, in diese Richtung geht es derzeit, nur einwenig anders.

  • LiFe

    Die, die es können ziehen sich in “gated communities” zurück (Ich weiß sogar wovon ich spreche, da ich schonmal in so einem Ding in Südafrika 6 Monate gelebt habe).

    Heile Welt? Gibt es sie? Und die, die sich in “gated communities” zurückgezogen haben, so kann ich mir das bildlich vorstellen üben ihre Machtkämpfe untereinander aus.

    Es ist trivial an eine funtionierende Gesellschaftsform zu glauben. Sie gibt es nicht. Sie existiert nur in den Köpfen von ein paar Träumern.

    “Ging ich nicht in den Wald, weil ich die Menschen liebte?” Friedrich N.

  • Surp

    @ Life

    “Heile Welt? Gibt es sie? Und die, die sich in “gated communities” zurückgezogen haben, so kann ich mir das bildlich vorstellen üben ihre Machtkämpfe untereinander aus.”

    Funktioniert ganz gut, Neger (darf man nicht sagen) sind in Teilen Hausangestellte. Es ist orginal, die Welt die unsere Eliten leben wollen!

    Ich kam damals auch ganz gut damit klar, nur war ich es nicht gewohnt Bedienste zu haben, die sich auch noch gut dabei fühlen (irgendwie makaber, aber wenn man nichts weiß, ist scheinbar alles gut) .

  • LiFe

    Elite? Davon ab, es gibt keine Elite. Alleine, dass man das Wort Elite so mißbrächlich auf Menschen überträgt ist schon grotesk. Beethoven zitiere ich an der Stelle gerne: “Lumpen in W*** vom Schuster bis zum Kaiser!” Oder ich höre mir Georg Kreisler an. Tut außerordentlich gut.

    Ach, da fällt mir dazu die Tragik von Frank lloyd Wrights Familie ein, als er abwesend war. Ein Bediensteter aus Barbados stammend hatte seine ganze Familie ausgelöscht.

    Dass der Mensch aus der Geschichte nichts lernt, ist sonderbar.

Der Autor:

Dr. Martin Roos

ist freiberuflicher Journalist. Er arbeitet als Autor, Ghostwriter und Redenschreiber für Unternehmen und Topmanager.

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