Kita Plätze statt Herdprämie
Im Koalitionsvertrag steht schwarz auf weiß: „Um Wahlfreiheit zu anderen öffentlichen Angeboten und Leistungen zu ermöglichen, soll ab dem Jahr 2013 ein Betreuungsgeld in Höhe von 150,- Euro, gegebenenfalls als Gutschein, für Kinder unter drei Jahren als Bundesleistung eingeführt werden.“ Das Argument dahinter: Ein Krippenplatz kostet den Staat monatlich im Schnitt 800 bis 1.000 Euro. Fördert man nun also jene, die ihr Kind lieber zuhause betreuen, wird die Staatskasse entlastet. Außerdem wird so dafür gesorgt, dass der ab 2013 geltende Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz besser zu realisieren ist.
Die Forderung ist sozial- und arbeitsmarktpolitischer Unsinn. Denn wo führt das hin, Geld dafür zu bekommen, eine steuerfinanzierte Leistung nicht in Anspruch zu nehmen? Konsequenterweise müssten dann auch Abiturienten, die trotz Abitur keinen Studienplatz in Anspruch nehmen, Geld vom Staat bekommen. Von den ungeklärten Kosten, die das Betreuungsgeld nach sich ziehen würde, ganz zu schweigen. Das Bundesfinanzministerium schätzt die jährlichen Kosten des Betreuungsgelds auf 1,4 bis 1,9 Milliarden Euro.
Dem Arbeitsmarkt gehen ohnehin schon genug qualifizierte Arbeitskräfte aufgrund mangelnder Betreuungsmöglichkeiten verloren. Es gibt keine Alternative dazu, den Ausbau neuer Krippenplätze voranzutreiben. Der Staat darf sich hier mit Ausgleichszahlungen nicht aus der Verantwortung stehlen.
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Herr Doettling,
glauben Sie das eigentlich selbst, was Sie da schreiben? Glauben Sie wirklich, qualifizierte Arbeitkraefte opfern die Arbeit fuer Kinder? Sie sollten einmal die umfangreiche Forschungsarbeit von Catherine Hakim zur Kenntnis nehmen. Das wuerde dazu fuehren, dass sie eine neue Moeglichkeit ins Auge fassen: Kinder sind ein Bestandteil eines arbeitsplatzlosen Lebensstils, d.h. nicht Kinder sind der Grund dafuer, dass zumeist “Frau” nicht mehr am Arbeitsplatz erscheinen kann, Kinder werden zuweieln bis haeufig in die Welt gesetzt, um dem Arbeitsplatz zu entkommen… Sie sind Bestandteil eines Lebensstils, der explizit ohne Arbeit auskommen will.
Und ueberhaupt, wie kommen Sie dazu, zu fordern, dass z.B. ich als Kinderloser die Wunschverwirklichung anderer finanziere? Reicht es nicht aus, dass ich bereits (zumindest als ich noch in D. lebte) die Krankenkosten fuer Kinder mitfinanziert habe. Wieso soll ich fuer die Lebensentscheidungen anderer finanziell haften? Wer denkt, Kinder seien eine Belastung seiner Ressourcen, der soll gefaelligst aufhoeren, Kinder in die Welt zu setzen … Mir erstattet auch niemand die Kosten, die mir jaehrlich fuer die Tierarztbesuche meiner Katzen entstehen. Es ist doch nicht die Aufgabe der Allgemeinheit, Eltern, die nicht zu den Lebensentscheidungen stehen koennen, die sie getroffen haben (Kinder als Ergebnis der Liebe sind doch ueber alle materiellen Dinge erhaben – oder, und dann laesst man sich doch den Kinderbesitz nicht subventionieren, jedenfalls nicht wenn man moralisch integer ist…), zu finanzieren.
@Frau Klein:
Es ist Frau Dominique Döttling.
@(grammatikalisches Geschlecht: maennlich:)Kammerjaeger
Dear me, da habe ich scheinbar ein entscheidendes Kriterium uebersehen… Ich hoffe, Sie kommen drueber weg!
@Herr Klein,
ich nehme an, Sie und ihre Katzen leben als Rentiers irgendwo wo es wärmer ist.
Na denn, auch Sie sind davon abhängig, dass jemand sich der gesellschaftlichen Aufgabe der Erneurung des Humankapitals einer Volkswirtschaft annimmt (mit der Art- oder kulturellen Erhaltung will ich im INSM ja nun gar nicht argumentieren).
Wenn es niemand machen würde, würden Sie feststellen, dass sie ganz schnell keine Zinsen mehr auf ihre Rentenpapierchen bekommen, weil keine Kreditnachfrage mehr da ist, und das ihr Geld- oder Goldgutahben sich mangels Nachfrage auch sehr schnell als Wertlos darstellen könnten. Ihr Verhalten ist für die Menschen, die Kinder groß ziehen, ein Free-Rider Problem.
@Kammerjaeger,
schoen waers, wenn ich Rentier waere. Leider laesst meine soziale Herkunft das nicht zu, denn ich komme aus einer Schicht, in der in Deutschland kein Vermoegen vererbt wird. Was ich habe, habe ich mir – trotz aller Versuche des deutschen Staates, mich daran zu hindern – selbst erarbeitet.
Aber es ist schon interessant, was hier so an Stereotypen herauskommt … Das muss schoen sein, wenn sich die eigene (Gedanken-)Welt so perfekt fuegt: wer Katzen hat, ist Rentier und lebt von seinem Geld und Gold, und wer Kinder aufzieht, ist gebeutelt und weiss weder ein noch aus. Es geht doch nichts ueber eine geordnete Gedankenwelt, das haben schon Adorno und seine Mitarbeiter festgestellt …
Und aus der sicheren Entfernung meiner Insel, kann ich im Hiblkick auf Ihr Free Rider Problem nur mit Shakespeare antworten:
“There are more things in heaven and earth, Horatio, then are dreamt of in your philosophy!”. (Manchmal auch: Es gibt ein Leben ohne staatlich erzwungene Rentenversicherung oder so …)
Weiterhin gute Jagd, Kammerjaeger, wenn Sie lange genug Vermutungen und Behauptungen in die Welt schiessen, erhoehen Sie damit die Wahrscheinlichkeit, einmal einen Treffer zu landen.
@Herr Klein,
Sie weichen abermals einer ernsthaften inhaltlichen Diskussion aus und argumentieren ad hominem und versuchen abermals sich durch (übrigens sehr kontextfreie) Zitate Autorität von andern Personen zu leihen. Mangels eigener vorhandener Sachargumente?
Übrigens: Habe ich behauptet, Sie hätten Ihr Vermögen geerbt? Welcher Stereotyp über mich spukt denn da in Ihrem Kopf? Wie im anderen Thread legen Sie ihren Diskussionspartner hier Worte in den Mund, die er nie gesagt hat, und beschimpfen Ihn dann sogleich dafür. Mangels eigener vorhandener Sachargumente?
Inhaltlich:
Als kinderloser sind Sie ein free-rider, nicht (nur) als Rentier.
Gehen Sie hier einmal drauf ein.
@Kammerjaeger,
jetzt reicht es mir mit Ihnen. Ich habe in den letzten Posts versucht, Ihnen freundlich aber bestimmt zu zeigen, dass Sie eine Linie ueberschritten haben. Da das nichts genutzt hat, weil Sie es anscheinend nicht verstehen (wollen), muss ich jetzt deulicher werden.
Ein free rider ist, wie sie vielleicht wissen (auch wenn ich daran zweifle) ein rationaler Akteur, der ein von anderen produziertes Gut nutzt, von dessen Nutzung er nicht ausgeschlossen werden kann. Und nun, da das Konzept definiert waere, sagen Sie mir, wo Kinderlose ein Gut nutzen, das Kinderbesitzer produzieren.
Es ist doch gerade umgekehrt. Als Kinderloser zahle ich mehr Steuern und Abgaben, habe weniger Verguenstigungen, produziere weniger Kosten, weil ich weniger oeffentliche Einrichtungen nutze, zahle aber fuer deren Nutzung durch Eltern. Mit meinen Steuern finanziere ich Schulen, Kindergaerten, oeffentliche Freizeiteinrichtungen, ich finanziere die Mitversicherung der Kinder, die Elternzeit und und und. Und weil das alles nicht reicht, kommt dann so ein Schlaumeier wie sie, und behauptet, Kinderlose seien free rider.
Mein Zitat von Shakespeare sollte bei Ihnen “awareness” erreichen, und zwar dafuer, dass ich Sie fuer ziemlich narrow minded halte. Da Sie es nicht verstanden haben, muss ich deutlicher werden. Ich halte Sie fuer narrow minded, weil Sie sich kein anderes als das deutsche Rentensystem vorstellen koennen. Ich kann das schon, und ich haette das deutsche Rentensystem liebend gerne verlassen. Aber man hat mich nicht gelassen. Der deutsche Staat pocht auf die Solidaritaet, der neue Befgriff, mit dem oeffentlich sanktioniertes Schmarotzertum umschrieben wird. Wenn Kinderlose von den Kindern anderer in der Rentenversicherung so profitieren, dann waere doch nichts einfacher als sie aus der RV auszuschliessen, aber genau das macht man nicht, warum wohl, weil man Kinderlose gerne noch melken will! Und erhlich gesagt, weiss ich nicht ob mich Erschrecken oder Belustigung ueberkommt, wenn ich mir vorstelle, Sie denken, Kinderlose sind gerne und freudig in der deutschen RV, weil ihnen eine Auszahlung durch die Kinder anderer winkt. Rubbish. Glauben Sie wirklich, ein rationaler Akteur investiert sein Kapital in eine Rentenversicherung, deren Rendite verglichen mit der normalen Rendite auf dem Kapitalmarkt ein Witz ist. Glauben Sie, ein rationaler Akteur verlaesst sich auf die Versprechungen seines Staates und hofft darauf, dass die Kinder anderer Leute, dann, wenn Sie ihre Behinderungen ueberwunden haben, die bei Einschulungsuntersuchungen regelmaessig festgestellt werden, dann, wenn Sie ein Bildungssystem durchlaufen haben, das ihnen vielleicht die notwendigen Kompetenzen vermittelt, um auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen, aber vielleicht auch nicht, dann wenn sie Beschwerden und Probleme, fuer deren Linderung ein Heer von Sozialarbeitern (die Kinderlose finanzieren) bereitsteht, das sich guetlich an den Beschwerden labt, ueberwunden haben, dass sie dann vielleicht einmal ein Einkommen erzielen, aus dem dann ein Teil fuer die karge Rente, die unser Akteur dann (wenn der Staat nicht anderweitig disponiert) erhaelt, finanziert wird? Wenn Sie das glauben, dann ist Ihnen nicht mehr zu helfen.
Schliesslich waere es schoen, Sie wuerden die Sachargumente, die Sie so gerne fordern, selbst vortragen. Bislang finden sich in Ihren posts zumeist Behauptungen, keine Sachargumente. Ein Argument, das zur Erinnerung, besteht aus einem Explanans und einem Explanandum. Die Aussage, Kinderlose sind free rider ist eine Behauptung!
@Herr Klein:
Ich schreibe es für Sie dann noch einmal auf, vielleicht war das auch wirklich nicht für Sie erkennbar, was hier Explanans uns Explanandum war:
Explanans: Eine Volkswirtschaft muss ihren Kapitalstock ständig erneuern, da dieser einen Werteverfall unterliegt. In der Betriebswirtschaft nennt man das Abschreibung bzw. Ersatzinvestitionen. Volkswirtschaftlich gehört das Humankapital ebenso zu den Gütern, die ständig erneuert werden müssen.
Unterlässt man diese Erneuerung verliert die Volkswirtschaft an Leistungsfähigkeit. Dann würde sowohl das umlagefinanzierte Rentensystem scheitern, als auch das durch eigene Sparvorsorge durch Inflation, da die weniger erzeugten Produkte einer festen Geldmenge gegenüberstehen. Deshalb ist die Bildung neuen Humankapitals notwendige Aufgabe für die Überlebensfähigkeit der Wirtschaft als ganzes.
Bevor Sie das Missverstehen(wollen): Es geht hier nicht um die Erzielung von Steueraufkommen, sondern zunächst rein volkswirtschaftlich um die Fähigkeit zur Generierung von BIP.
Explanandum: Die Kinderlosigkeit nutzt die Erhaltungsaufwendungen derjenigen, die Kinder erziehen und ausbilden. Die Transferleistungen, die Sie über Steuer- und Sozialsystem leisten, decken den Nutzen, den Sie aus der Kindererziehung anderer ziehen, völlig unzureichend ab. Tatsächlich müsste ihr Beitrag deutlich höher sein. Ihr Argument(?) das die Kinder nicht ausreichen ausgebildet werden, zeugt, wie auch der hier schon beklagte Fachkräftemangel, eher dafür, dass die Erziehung und Ausbildung nicht genug durch staatliche Transferleistungen gestützt wird. Dieses Free-Rider Problem führt dazu, dass Kinderlosigkeit eine ökonomisch Rationale Entscheidung für den Einzelnen zum Schaden der Gesamtwirtschaft ist, und das Problem schon bedrohliche Ausmaße angenommen hat.
@Kammerjaeger
Mein erster Gedanke: claptrap…
Mein zweiter Gedanke – mit einem Kollektivisten kann ich mich nicht verstaendigen, denn ich bin nicht bereit, MEINE Lebenschancen fuer ein groesseres Ganzes oder auf dem Altar der Solidaritaet oder der Lebensbedingungen der naechsten Generation oder von was auch immer zu opfern. Entsprechend finde ich ihre Volkskoerper-Ausfuehrungen disgusting und kann dazu nur noch sagen, dass ich mich nicht ueber die in Deutschland stattfindende Geburtenverweigerung wundere. Wenn ich mir ansehe, mit welcher Normalitaet das Individuum in Deutschland zur Brutstaette fuer gesellschaftlichen Nachwuchs umfunktioniert wird, dann wundert mich nichts mehr. Kollektive Entwuerfe wie der Ihre, sind aber zum Scheitern verurteilt. Was wollen Sie denn machen, wenn Menschen nicht bereit sind, Fleisch fuer Ihren Staat zu produzieren: Fortpflanzung zur Pflicht erklaeren oder sind Sie irgendwann bereit, DAS SYSTEM den Wuenschen von Menschen anzupassen, anstatt zu versuchen, Menschen so lange zu biegen, bis sie in Ihr System passen?
Sie formulieren hier kein Free Rider Problem. Ihr Problem besteht in der Freiheit von Individuun, sich anders zu verhalten als von Ihnen fuer richtig befunden. Und entsprechend ist die einzige Loesung fuer Ihr Problem: Freiheitsentzug, und den propagieren Sie ja auch. Oder pointierter: Was mit denen tun, denen die naechste Generation Schnuppe ist, weil Sie naemlich in der naechsten Generation nicht leben, sondern heute in ihrer Generation. Umerziehen? Wegsperren? Ausgrenzen? Erschiessen … da waren wir schon einmal !
@Michael Klein
Wie viele Menschen gibt es im Land die gerne ein Kind hätten? Sie trauen sich nicht, da die Planbarkeit des Lebens durch ihre hochgelobte individuelle Freiheit geraubt wurde. Man bekommt nur noch befristete Stellen. Man bekommt zu wenig Lohn kann aber keinen Doppelverdienerhaushalt führen, da es kaum Kindertagesstätten gibt. Der Familie kann man die Kinder auch nicht geben, da man aufgrund der Anforderung an die Flexibilität meist nicht in der Nähe wohnt. Das ist die Welt in der wir leben. Es würden viele Menschen Kinder bekommen wollen, aber sie sind zu vernünftig.
Wenn nun die Gesellschaft ein wenig Stabilität ermöglicht, indem Kindertagesstätten gebaut werden wo ist das Problem? Wie “Kammerjäger” schreibt profitieren auch sie davon. Spätestens dann, wenn die nächste Generation ihnen den Rollstuhl schiebt und sie füttert.
“Freiheit von Individuun”
Ein schöner Begriff, wenn man doch mal definieren könnte was diese Freiheit sein sollte. Wieso muss ich eigentlich ihren Besitzt über Steuern schützen (Gesetze, Polizei), wenn ich nichts habe? Es gibt immer eine Seite die auf Kosten der anderen bluten muss. In der Summe muss das Optimum an Freiheit und Wohlstand rauskommen.
@chriwi
“Wie viele Menschen gibt es im Land die gerne ein Kind hätten?”
Ja, wie viele gibt es? Haben Sie eine Umfrage gemacht oder spekulieren Sie hier einfach einmal auf der Basis des von Ihnen kulturell Erlernten?
Es ist wirklich ruehrend wie viele Hindernisse dem Verwirklichen des so dringenden Kinderwunsches entgegenstehen.
Wissen Sie, die “Bonzen”, haben alle oder doch in der Mehrzahl, den dringenden Wunsch St. Martin zu sein, aber da ihnen der Staat weder Pferd noch Mantel zur Verfuegung steht, koennen sie leider nicht teilen…
Die Vernunft, die vor dem Kinderbekommen steht, umfasst auch die Entscheidung gegen Kinder, weil man keine Lust hat, ein vom Staat vorgegebenes und verregeltes Leben im Dienste des eigenen Nachwuchses zu fuehren (und weil man keine Lust hat, regelmaessig gegen den Unfug, den Kinder in der Schule lernen, vorzugehen…). Anyway, noch was zum Kinderwunsch, die meisten Menschen, wollen Sex, keine Kinder.
Ich liebe Ihre Lifeboat-Beispiele. Was, wenn ich nicht im Rollstuhl sitze und nicht gefuettert werden muss, weil ich vorgesorgt habe, damit ich mein Leben in Wuerde beenden kann, wie man das in freien Gesellschaften kann? Und wenn eine Kindertagesstaette Stabilitaet im Leben ermoeglicht … Man, Sie muessen ja ein langweiliges Leben haben…
Aus meiner Sicht muessen Sie meinen Besitz ueberhaupt nicht schuetzen. Ich kann das schon selbst. Also wenn Sie die Polizei abschaffen wollen, nur zu – oder haben Sie selbst als Besitzloser etwa ein Interesse an der Polizei?
Wie kann in der Summe Freiheit und Wohlstand herauskommen, wenn einzelne dafuer bluten muessen, und wer bestimmt diejenigen, die bluten muessen? Was machen Sie mit den einzelnen, die von anderen zum Bluten bestimmt wurden und das partout nicht einsehen wollen, dass sie bluten sollen? Sie haben da ein inhaerentes Problem in Ihrer Welt, denn irgendwer muss ja sagen, wer warum was hergeben (oder in Ihrer Sprache, wer bluten) muss. Wer soll das sein? Sie? Parteien? Ihr Nachbar? Die EU Kommission? Das Problem mit ihrer “kollektiven Freiheit” ist, dass sie sich mit individueller Freiheit nicht vereinbaren laesst. Deshalb gibt es nur die Moeglichkeit, so wenig wie moeglich zu regeln und zum Beispiel die Finger aus dem Privatleben von Menschen zu lassen, d.h. insbesondere keine Lebenstile zu praemieren (Eltern) und andere zu sanktionieren (Kinderlose).
Noch was zur Freiheit: Ich halte es hier mit Hobbes, der deutlich mehr als den homo homini lupus beschrieben (geschrieben) hat, darunter Ausfuehrungen zu seinem Rechtspositivismus, eine Position, der ich mich in Punkto Freiheit nur anschliessen kann.
Eine kinderlose Gesellschaft verkommt zu einem Haufen Egoisten. Leider fördert unser Staat alles um Kinderlos zu bleiben.
Schlechte Schulen
Chefs, Personalabteilungen die Mütter und Väter wenig entgegen kommen
Status und Priviliegien orientierte Lehrerschaft, die zuerst an ihr Wohl denkt
Zuviel Schulferien die nicht mit Beruftätigkeit in Einklang zu bringen sind
allgemeine Kinderfeindlichkeit
zuwenig Freiräume in den Städten für Kinder
befristete Arbeitsverhältnisse ( Planungsunsicherheit)
Lohndumping ( Erwerbsarmut )
Familie hat wenig Wert
Konsum, Besitz, Selbstdarstellung hat hohen Wert
Ich persönlich allerdings habe auch was gegen diesen ausufernen Gender Mainstreaming, weil er meiner Meinung kein gesellschaftlichen Fortschritt bringt!
Eines ist jetzt schon klar. Ein Rentnerdeutschland wird am globalen Markt
nicht überleben.
@Michael Klein
Ihr Glaube an die individuelle Freiheit ist amüsant. Sie existiert nicht. Können sie an einen beliebigen Ort der Welt reisen gleich jetzt? Sicher nicht sie brauchen dazu Geld. Das heißt ihre individuelle Freiheit ist der Tausch eines gesetzlichen Zwanges in einen Besitzzwang. Nicht der Staat bestimmt was erlaubt ist, sondern ihre Menge Geld und der Anbieter mit seinen Preisen. Dieser Anbieter kann genauso willkürlich handeln (Spritpreise) und sie sind ihm unter Umständen ausgeliefert (Beispiel: Getreidepreise, weil es aktuell ist).
Das in einer Gesellschaft immer Zwänge (außer in der Anarchie) existieren verneinen sie konsequent. Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Sie wünschen sich die Unterseite der gleichen Medaillie. Zufall soll besser sein, als Regelung. Wenn dem so wäre wieso planen und regeln so viele Unternehmen ihre Handlungen? Es gibt tausende Beispiele die zeigen, dass es Sinn macht Gesetze zum Wohle einer Gesellschaft und somit am Ende auch des Einzelnen zu erlassen. (es gibt auch genug Beispiele die dagegen sprechen). Was sie gegen Kinder haben weiß ich nicht. Bisher war leider kein überzeugendes Argument dabei, welches mir ihren Standpunkt nahegebracht hätte.
@chriwi
woher kenne ich nur diese Strategie, wenn nichts mehr hilft, versuch’ ueberlegen aufzutreten … Ah, da faellt’s mir ein, Aristoteles Sophistische Widerlegungen…
Es ist wirklich amuesant wie sehr die Linken doch vom Mammon abhaengen. Ihre ganze Argumentation ist darauf bezogen. Wie haben Menschen nur vor der Erfindung des Geldes gelebt … oder getauscht und schlimmer noch, wie haben sie vor der Etablierung umfassender Staaten gelebt ..? Der Fehler an ihrem Beispiel ist, dass Sie es in Ihre Welt versetzen, in der alles vom Anbieter mit seinen Preisen bestimmt wird. Lesen Sie doch einmal bei Adam Smith unter dem Stichwort “Sympathy” nach, dann werden Sie feststellen, dass der Anbieter (Bonze) gar nicht so frei ist, in seiner Preissetzung. Erst wenn er unabhaengig von Reziprozitaet ist, also auf andere nicht angewiesen ist, kann ein Anbieter ein Monopol, sofern er eines hat, ausnutzen. Und wann ist ein Anbieter unabhaengig von Reziprozitaet, z.B. wenn ihn ein Staat davon freistellt (z.B. durch Subventionen oder durch Transferzahlungen …)
Es wundert mich nicht, dass Sie nicht nachvollziehen koennen, was ich argumentiere, aber mit ein bischen Muehe, sollte Ihnen das gelingen. Zur Hilfe: Ich verneine nicht, dass es in Gesellschaften Zwaenge gibt. Ich wehre mich nur dagegen, dass andere fuer mich bestimmen, welchen Zwaengen ich unterworfen sein soll.
Zweite Hilfe: Das Gegenteil von Planung ist nicht Zufall. Zufall ist naemlich vorhersehbar bzw. berechenbar. Stochastik und Statistik befassen sich mit der Vorhersage auf Grundlage von zufaelligen Verteilungen. Unternehmen wenden unter anderem deshalb z.B. Investitionsrechnung oder reliability engineering an, weil man auf der Grundlage von Erfahrung glaubt, berechnen zu koennen, wie sich etwas in Zukunft verhaelt. Wie erfolgreich Unternehmen damit sind, zeigt sich gerade am Beispiel von Toyota und BP.
Dritte Hilfe: Ich habe nicht bestritten, dass es sinnvoll ist, Gesetze zu erlassen. Was ich bestreite ist, dass es moeglich ist, Gesetze ZUM WOHLE einer Gesellschaft zu erlassen. Gesetze haben einen (Prozess-)Rahmen vorzugeben, sie haben keine Inhalte zu regeln. Mit den Inhalten kommt automatisch die Frage, welche Inhalte sind denn ZUM WOHLE der Gesellschaft und wer bestimmt, was zum Wohle der Gesellschaft ist? Die entsprechende Frage, wer bestimmt, was zum Wohle der Gesellschaft ist, haben Sie uebrigens immer noch nicht beantwortet, obwohl ich sie mehrfach gestellt habe.
Ich weiss auch nicht, was ich gegen Kinder habe, vermutlich, weil ich nichts gegen Kinder habe. Das ist ein altes deutsches Missverstaendnis, dass immer dann, wenn man etwas kritisiert, dies bedeuten muss, dass man etwas gegen dieses Etwas hat. Dieses Missverstaendnis bei Ihnen zu finden, der sie in diesen blogs schon mehrfach ad hominem unterwegs waren, wundert mich nicht. Aber vielleicht erklaeren Sie mir an dieser Stelle einmal, was ich davon habe, die Kinder und den Lebensentwurf anderer zu bezahlen und kommen Sie mir nicht mit der Rente, denn ich werde in Deutschland keine Rente beziehen. Mein Alter wird von britischen Pensionfunds gesichert.
P.S. Ich habe mir eine Menge von dem, was mir zu Ihrem post einfaellt, verkniffen, aber eines kann ich Ihnen nicht ersparen. Ihr Sprachstil gibt unheimlich viel von ihrer Persoenlichkeit, die sie sonst hinter Pseudonym verstecken, preis. Allein eine Formulierung wie “mir … nahegebracht haette”, reicht schon, um ein ganzes Universum von Attributen zu finden, die man Ihnen zuordnen kann, z.B. dass Sie versuchen, mit hegemonialer Sprache eigene Unsicherheit zu ueberdecken und eigene fehlende Argumente zu verschleiern, das wirkt so ein bischen wie Nero, der den Daumen nach oben oder nach unten haelt, um deutlich zu machen, ob ihm eine Darbietung gefallen hat. Problem hier: Sie sind nicht Nero.
Hihi, Michael Klein ist cool!
chriwi hat aber Recht mit der Aussage, dass vorallem durchschnittlich erfolgreiche Menschen (für sehr erfolgreiche scheinen Kinder inzwischen eher Statussymbole zu sein), das Riskio eines Kindes bei den unglaublich hohen Unwägbarkeiten in dieser Gesellschaft nicht eingehen möchten.
Grundsätzlich befürworte ich Kinderlosigkeit, da Deutschland zu den dichtbesiedelsten Ländern der Welt zählt. Alle, die Angst vor der demografischen Entwicklung haben, sind zu einfältig die unglaublichen Möglichkeiten zu sehen bzw. möchten ihr unverdienten Pfründe schützen.