Mit Gleichheit zu weniger Wohlstand?
Mit dem Thema Armut wird in der deutschen Öffentlichkeit regelmäßig der Nerv der Bürgerinnen und Bürger getroffen. Das hat zuletzt auch die groß angelegte Debatte um überzogene Managergehälter und astronomischen Bonuszahlungen an Investmentbanker gezeigt. Mit dem Hinweis auf jene Verdienste der Manager suggerieren die Armutsberichte eine breiter werdende Kluft zwischen Managergehälter und Niedriglohnempfänger. Der Abstand zwischen „unten” und „oben” wird immer größer, heißt es. Das stimmt zwar, betrifft aber nur einen kleinen Teil der Bevölkerung. Tatsächlich sind in Deutschland nur sehr wenige Personen derart reich. So beziehen zum Beispiel nur etwa 0,4 Prozent der Beschäftigten ein Bruttomonatsgehalt von über 10.000 Euro. Die breite Bevölkerung, die definitorisch weder arm und reich ist, findet in den zahlreichen Armutsdebatten kaum Beachtung.
Tatsächlich ist die Lücke zwischen arm und reich, kaum größer geworden. Weder werden die armen wesentlich ärmer, noch werden die reichen viel reicher. So hat seit der Wiedervereinigung der Einkommensanteil am Gesamteinkommen der ärmsten 10 Prozent nur um 0,4 Prozentpunkte bis zum Jahr 2007 abgenommen. Der Anteil der reichsten 10% am Gesamteinkommen stieg im gleichen Zeitraum leicht von 20,2 auf 22,4 Prozent. Die objektive Einschätzung, dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden ist statistisch somit kaum zu halten.
Angesichts der Finanzkrise wird sich die Vermögensungleichverteilung wieder etwas relativieren, denn die Vermögenseinkommen dürften in den kommenden Jahren geringer ausfallen und der Rückgang der Aktienkurse das nominelle Vermögen deutlich reduzieren. Dadurch wird die Wohlstandsverteilung wieder etwas weniger ungleich, obschon der Wohlstand insgesamt auch leicht abnehmen wird. Weniger Ungleichheit bedeutet somit keineswegs mehr Wohlstand für alle.
Jeden Montag oder Dienstag werden im ÖkonomenBlog Beiträge aus der Reihe „Wohlstands-Bilanz-Deutschland“ veröffentlicht, mit denen die 60-jährige Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft nachgezeichnet und auf neue Herausforderungen hingewiesen wird. Eine umfassende Übersicht über Wohlstands-Parameter wie Einkommen, Vermögen, Lebensqualität und Bildungschancen finden Sie auf der Internetseite http://www.wohlstandsbilanz-deutschland.de/
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Naja, das wird wohl stimmen, kann man aber aus der angegebenen Statistik überhaupt nicht erkennen.
Die “armen 10%” im Jahre 1990 sind schließlich eine ganz andere Gruppe von Menschen wie die, die 2007 zu den “ärmsten 10%” zählen. Der Begriff “die Armen” (und natürlich auch die Reichen) ist darum schon an sich problematisch.
Der Schein dieser Grafik trügt. Relativ betrachtet ergibt sich ein Rückgang um fast 10% bei dem Einkommensanteil der 10% ärmsten. Gleichzeitig steigt der Anteil der reichsten 10% ebenfalls relativ um fast 10%. Also relativ bezogen auf die einzelnen Gruppen durchaus eine starke Ausweitung der Schere.
Ich verstehe außerdem die Überschrift nicht. “Mit Gleichheit zu weniger Wohlstand?” wo wird das Thematisiert und erläutert? Außerdem zeigt sich selbst in dieser Statistik ein aufweiten um 2.8%. Das spricht doch absolut gegen Gleichmacherei und Umverteilung von oben nach unten.
naja ich sehe nur die vielen tausend Menschen die von ihrem Lohn nicht leben können weil sie von Zeitarbeitsfirmen ausgesaugt werden. Und das nennt man Soziale Marktwirtschaft – das ich nicht lache
Ich nenne es moderne Sklaverei
my 5 cents
Das die Schere zwischen arm und reich in diesem Land in den letzten Jahren in dramatischer Folge auseinander geklafft ist, weiß jedes Kind!
Armut ist niemals positiv für ein Land!
Wohlstand kann in Deutschland nur noch mit Innovation und einer grossen Bilsdungsoffensive wachsen. Allerdings muss die Bildung in die Breite gehen, damit die Wertschöpfung erreicht wird. Studiengebühren und 3 Millionen Kinder in Armut sind keine tollen Vorausetzungen für die Zukunft!