Gesundheitskosten: Ran an den Speck
Die Kosten im Gesundheitswesen laufen seit Jahren davon. Jetzt wollen die meisten Krankenkassen sogar bis Ende 2010 einen Zusatzbeitrag erheben. Zudem wird bereits unverhohlen über einen zusätzlichen Gesundheits-Soli debattiert. Um so besser, dass nun endlich auch über Einsparpotentiale nachdacht wird. “Wir werden uns die Ausgabenseite sehr genau anschauen”, sagte Gesundheitsminister Philipp Rösler dem “Spiegel”. Richtig so: Ran an den Speck!
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Gesundheitsausgaben in Deutschland – Statistisches Bundesamt
Gute Gesundheit ohne Steuern – ein Beitrag von Prof. Dr. Johann Eekhoff
Neue und teure Steuer-Solidarität? – ein Beitrag von Marco Mendorf
Verschleuderbremse beim Arzt – ÖkonomenBlog-Podcast mit Dr. Joachim Pimpertz
Mehr Mut zum Wettbewerb – ein Beitrag von Prof. Dr. Justus Haucap
Gesundheit: massive Defizite – ein Beitrag von Prof. Dr. Stefan Felder
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Richtig: “Ran an den Speck!”, z.B. bei Ärzten, Apothekern und der Pharmaindustrie. Und da wir ja alle solidarisch sind, sollte wieder das bewährte Prinzip gelten: “Starke Schultern tragen mehr als schwache Schultern.”
“Die Kosten im Gesundheitswesen laufen seit Jahren davon”
Schon komisch, dass man hier im Ökonomenblog nichts von Inflation gehört hat. Rechnet man die mit ein bleiben die Kosten wie durch ein Wunder ziemlich konstant. So explosiv sind die Zahlen also dann doch nicht, wenn man nicht mal die Inflationsbereinigten Zahlen darlegen kann.
@ chriwi: na ja. was hilft es, lediglich die Inflation zu bemühen. Gerade in diesem Jahr steigen die Kosten wieder enorm. Und vor allem: das Delta zwischen Kosten und Einnahmen wird immer größer. Steigende Kosten, sinkende Einnahmen. Da muss doch was passieren.
@mendorf
Kosten sind doch aber nicht gleich Kosten. Wenn die Kaufkraft aufgrund der Inflation sinkt, die Menschen aber die gleiche Kaufkraft behalten wollen müssen die Löhne steigen. Das manifestiert sich dann in den steigenden Kosten. Das ist erst einmal überhaupt kein Problem. Schließlich sind doch Autos und ettliches mehr auch teurer geworden. Da wird nicht gerufen, dass die Automobilindustrie komplett umgebaut werden muss, weil der neue Golf mehr kostet als der Alte.
Das das Delta zwischen Einnahmen und Ausgaben steigt mag ja stimmen, aber warum wird dann massiv an den Einnahmen gespart?Ich will damit nicht sagen, dass nicht auch bei den Ausgaben etwas getan werden kann, aber die Einnahmen sind in diesem System das Problem. Wenn alle Einkommensarten sich beteiligen würden (ähnlich der Steuer) wäre überhaupt nichts unfinanzierbar. Aber das ist politisch eben nicht gewollt. Es ist politisch gewollt, dass Menschen die nicht arbeiten und von Zinsen leben massiv weniger belastet werden, als diejenigen die für die gleiche Summe arbeiten gehen müssen.
Wettbewerb wird dabei wenig helfen. Denn wo sind die Ansatzpunkte. Natürlich im wesentlichen im Lohn. Senkt man diesen beschneidet man auf der anderen Seite aber auch direkt seine Einnahmen. Ähnliches wird seit Jahren im öffentlichen Dienst versucht. Der Lohn stagniert faktisch und dennoch wird nicht gespart. In einem Kreislaufsystem sind eben Einnahmen und Ausgaben niemals unabhängig.
IHR habt ja alle so recht!!!
Aber WER ändert dies? Vielleicht bahnt sich in NRW etwas an.
Unseren POLITNIKS ist das bisher nicht möglich – wird auch nicht ! Die reden da lieber schöngeistig von “ALTRÖMISCHER DEKADENZ”.
Na wir haben ja die INSM und nun gibt es ja auch schon eine Alternative mit dem “Crossover-Institut” oder der “dieSOLIDARISCHEmoderne”
Die Kosten im Gesundheitswesen steigen zwar, von einer Kostenexplosion aber kann keine Rede sein. Denn die Ausgaben steigen nicht schneller als die gesamtwirtschaftliche Leistung, ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt seit Jahr und Tag sechs Prozent. Dass gleichwohl die Krankenkassenbeiträge ständig erhöht werden, hat damit zu tun, dass ihre Bemessungsgrundlage, die Bruttolohn- und Gehaltssumme (BLG), schwindet – ihr Anteil am BIP sinkt.
Des Weiteren: Wenn schon “ran an den Speck”, dann bitte auch Ehrlichkeit! Wir haben die mit Abstand meisten Arztkontakte weltweit (18 p.a. im Vergleich zu Schweden mit 6 Arztkontakten p.a.). Und wir haben eine Krankenhausversorgung, die seines Gleiche sucht: aufgeblähte Gesundheitsfabriken im Überfluß. Rund ein Drittel der Krankenhäuser könnte geschlossen werden und wir hätten eine Versorgung wie in manchen skandinavischen Land. Und leben die da schlecht? Aber der Deutsche geht lieber aus Langeweile oder wegen einer Kleinigkeit zum Arzt, will ein Krankenhaus vor der Nase haben und die Kosten “gerecht” verteilt sehen. Und gerecht sind alle Schultern, nur nicht die eigene!