5. März 2010

Im Alltag Marktradikal

Wenn wir von „links“, „rechts“ oder „liberal“ sprechen, sind das politische Begriffe. Im Alltag, wenn es darauf ankommt, unsere subjektiven Bedürfnisse mit der Knappheit der Güter in Einklang zu bringen, sind wir alle Marktradikale, auch diejenigen, die am Wahlsonntag Die Linke wählen. Christien, Muslime, Atheisten und Konfuzianer sind alle denselben ökonomischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Darum ist der Staat oder eine wie auch immer ausgestaltete politische Ordnung ebenso wenig eine Alternative zum Markt wie ein Gerüst eine Alternative zur Schwerkraft ist. Das Gerüst mag den Vorstellungen der jeweiligen Kultur entsprechend errichtet sein, es mag unterschiedliche Wege der Konstruktion geben, wenn es zu sehr den universellen Regeln der Physik widerspricht, bricht es zusammen.

Zitat aus einem Beitrag von Gérard Bökenkamp. Der Autor ist mit seinem Beitrag „Ökonomische Gesetze: Der Markt ist unbezwingbar“ von den Lesern von freiheit.org zum “Autor der Freiheit 2009″ gewählt worden. Den gesamten Text finden Sie hier.

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4 Reaktionen zu “Im Alltag Marktradikal”

  1. Keynesianer

    Ein echter Knüller für alt-liberale Dogmatiker! Eine fortschrittliche FDP mit den Freiburger Thesen war da von der Erkenntnis einmal bereits weiter! Aber auch ein Alexander Rüstow…

    Es gibt nur Staat oder Markt? Was ist der Markt? Ein göttlich intelligentes Wesen? Muß man Opfer darbringen?

    Alles was nicht die FREIE Marktwirtschaft oder Marktradikalismus ist, ist noch längs keine zentralistische Planwirtschaft.

    Mit der sozialen Marktwirtschaft hat ja die INSM auch nichts zu tun!

    Bald wird Mises noch zum Vater der sozialen Marktwirtschaft gemacht!

  2. chriwi

    ” Darum ist der Staat oder eine wie auch immer ausgestaltete politische Ordnung ebenso wenig eine Alternative zum Markt wie ein Gerüst eine Alternative zur Schwerkraft ist.”

    Alleine der Satz ist mit Abstand das dümmste was ich je gehört habe. Tut mir leid, aber Märkte mit Naturgesetzen gleichzusetzen zeigt die verdrehte Welt des Autors. Menschen können auch ohne Markt existieren. Jeder Eremit tut das.
    Auch innerhalb von Stammesgesellschaften gibt es so etwas wie Handel nicht zwangsläufig.

    Öknomie ist menschgemacht. Somit kann der Mensch sie beeinflussen. Während Schwerkraft sehr wohl beschrieben werden kann, ist der Markt eben der Markt, wie Gott Gott ist.

  3. mendorf

    Der Markt ist kein Naturgesetz. Keine Frage. Und doch hilft uns der Eremit wenig weiter. Wir leben ja nicht in Rudeln oder in der Wüste. Vielmehr brauchen wir eine Ordnung für komplexe, globale (Industrie-)Gesellschaften und die Wirtschaft. Wer Freiheit als Ziel jener Ordnungen sieht (Hans-Jürgen Papier) setzt auf Demokratie für die Gesellschaft und den Markt für die Wirtschaft.

  4. chriwi

    “Der Markt ist kein Naturgesetz.”

    Genau dies behauptet aber der Autor. Also sollten sie nicht mir schreiben, sondern dem Gewinner dieses sonderbaren Preises.

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