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Politik nicht klüger als GM

Als der  amerikanische Automobilhersteller Generell Motors Anfang November bekannt gab, Opel doch nicht an den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna zu verkaufen, löste dies einen Sturm der Empörung aus. Hier offenbart sich einmal mehr die Ignoranz der deutschen Politik gegenüber zentralen Prinzipien unserer Wirtschaftsordnung: Privateigentum, Vertragsfreiheit und Haftung. Der Eigentümer von Opel ist General Motors. Insofern kann GM frei darüber entscheiden, ob und an wen es Opel verkauft.

Das Handeln der deutschen Politik wurde zum ordnungspolitischen Sündenfall als sie sich dazu berufen fühlte, maßgeblich die zukünftige Eigentümerstruktur und Unternehmensstrategie mitzuorganisieren. Dabei zeigte sich die Einschätzung der deutschen Politik, das Konglomerat aus Magna und Sberbank habe das allein überzeugende Zukunftskonzept, als anmaßend. Wurde doch damit unterstellt, in der Sache über mehr Wissen zu verfügen als der Vorstand von General Motors. Das Opel-Desaster macht erneut deutlich: Politik agiert oftmals kurzfristig und nicht nachhaltig genug.

6 Kommentare zu “Politik nicht klüger als GM”

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Gesamtmetall und Arbeitgeberverband, INSM erwähnt. INSM sagte: ÖkonomenBlog Politik nicht klüger als GM http://bit.ly/4CuzI8 [...]

  2. Simon sagt:

    Die Empörung war in gewisser Weise doch auch gerechtfertigt. GM hätte schließlich Staatshilfen von DE bekommen und die deutsche Politik darum gebeten, diese hat sich über etwa ein dreiviertel Jahr darum bemüht, ein gutes Ergebnis hinzubekommen und dann sagt GM plötzlich und ohne Ankündigung den Deal ab.
    Klar ist es GMs Unternehmen und auch seine Verantwortung, aber wer sich erst den Staat in die Verhandlungen holt und ihn hinhält und ihn dann plötzlich vor die Tür setzt, braucht sich nicht zu wundern, dass sich hinterher Politiker darüber aufregen.

  3. Sagen wir einmal die Obama war schlauer als unsere Politiker!

  4. Todor sagt:

    Es wird oft übersehen das GM mit Staatsbeteiligungen der Obama Regierung mit über 60% Anteilig ist. Dies bedeutet das GM kein privater Unternehmer im üblichen Sinn mehr ist. Was wiederum bedeutet das die US-Regierung Angela Merkel wie üblich in der Kapitalistischen Welt über’s Ohr gehauen hat und damit natürlich auch die deutschen Standorte. Andererseits ist es auch nicht verwunderlich das gerade Opel massiv unterstützt wurde da die Regierung natürlich gegenüber den Interessen des großen Bruders USA wenig entgegenhalten kann.

  5. chriwi sagt:

    Wie gut der Staat Unternehmen kontrollieren kann sieht man sehr schön an der Bahn.

  6. stefan sagt:

    hallo zusammen,

    in der ruhe liegt die kraft. Wir haben es in deutschland mit versagererben aus der politik zu tun und dies nicht nur hier. wer schlauer ist ergibt sich aus dem wer nachgibt. demnach müssten es unsere politiker sein . doch wer nachgibt wird nichts erreichen. also ist der gewinner gm.

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Der Autor:

Prof. Dr. Michael Hüther

ist Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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