So schön kann Pleite sein
Wer jetzt dazu aufruft, dass der Staat angeschlagenen Konzernen wie Arcandor, Quimodo oder Heidelcement Bürgschaften in Millionenhöhe gewährt, hat aus der Finanzkrise nichts gelernt. Dort gingen Banker hohe Risiken ein und vertrauten darauf, dass der Staat sie im Notfall auffängt. Finanzriesen wir HRE oder die Landesbanken waren “too big to fail”, der Staat lässt sie nicht einfach Pleite gehen. Dieses Staatsversagen droht sich jetzt zu wiederholen: Pleitekandidaten wie Opel oder Arcandor stehen nicht wegen der Finanzkrise am Rande des Abgrunds, ihre Geschäfte gingen schon vorher schlecht. Dennoch wollen sie jetzt den Milliardenfonds plündern. Wenn der Steuerzahler jedes gescheitere Geschäftmodell am Leben erhalten soll, müssten wir noch die Postkutschenproduktion subventionieren.
Gute Ordnungspolitik lässt den Wettbewerb zu, damit der Bessere sich im Sinne der Verbraucher durchsetzt. Sie schont den Steuerzahler, weil sie krassen Lobbyismus nicht subventioniert. Der Deutschlandsfonds darf laut Satzung die bereitgestellten 100 Milliarden Euro (75 Mrd. Bürgschaften, 25. Mrd. Kredite) nur an Firmen vergeben, die aufgrund der “Wirtschafts- und Finanzkrise von massiven Einbrüchen bei Umsätzen, Stückpreisen und Auftragseingängen betroffen” sind. Diese ordnungspolitisch richtigen Grundsätze müssen durchgehalten werden. Die Politik möchte gern den Retter von Firmen mit großer Beschäftigtenzahl spielen, aber sie sollte nicht übersehen, dass es tausende Kleinbetriebe gibt, die auch ums Überleben kämpfen, und ungern zusehen, wie mit ihrem Geld für Wahlgeschenke ausgegeben wird. Auch der Steuerzahler erwartet von der Politik, dass sie im Sinne des Gemeinwohls handelt, d.h. nach den bewährten Grundsätzen der Ordnungspolitik.
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Leider ist der Steuerzahler eben zugleich auch oftmals Arbeitnehmer dessen Stelle in Gefahr ist und schon weiß niemand mehr so recht, wieviel man noch auf die alten Prinzipien geben kann. Bin aber auch absolut der Meinung, dass die Lösung nicht sein kann, durch den Staat alle versagenden Unternehmungen noch einige Zeit weiter durchzufüttern. Früher oder später bricht das dann eh zusammen. Arcandor und co. müssen wirklich in den sauren Apfel beißen und sich völlig neu strukturieren und ausrichten, damit sie eine Zukunft haben, in der auch wieder Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Dazu muss man aber auch seitens Arcandor bereit sein, worüber ich mir im Augenblick noch nicht sicher bin, denn schließlich gab es diese ganzen Probleme ja schon früher und wirklich geändert hat Arcandor ja auch nichts, sonst würden sie jetzt nicht noch tiefer in den miesen hängen als gedacht. Bin gespannt, was daraus noch wird.