Verschenktes Wachstumspotenzial
Trotz des krisenbedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit steuert Deutschland langfristig auf einen Fachkräfteengpass zu. Eine qualifizierte Zuwanderung kann dazu beitragen, die Lücke langfristig zu schließen und sowohl das gesamtwirtschaftliche Wachstum als auch das Wachstum pro Kopf deutlich zu erhöhen. Denn Zuwanderer steigern mit ihrem Wissen und Fertigkeiten die Produktivität der Unternehmen. Umso höher die Qualifikation der Zuwanderer, umso größer der volkswirtschaftlich Nutzen. Doch in diesem Punkt hat Deutschland ein Problem. Das Qualifikationsniveau unter den Kindern von Einwandererfamilien ist im Vergleich zu einheimischen besonders niedrig. Jeder zweite 15-Jährige aus der zweiten Einwanderergeneration gilt in Deutschland als bildungsarm. Deutschland verschenkt dadurch zukünftige Wachstumsimpulse. Außerdem drohen soziale Probleme, wenn es nicht gelingt, das Bildungsniveau der Einwandererkinder zu steigern. Deswegen ist es notwendig, die frühkindliche Förderung und das Angebot an Ganztagsschulen auszubauen. Denn Studien zeigen: die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasiumsbesuchs bei Migranten steigt durch den Besuch einer Betreuungseinrichtung für unter Dreijährige um knapp 56 Prozent. Diese Chancen sollten wir nutzen.
Jeden Montag oder Dienstag werden im ÖkonomenBlog Beiträge aus der Reihe „Wohlstands-Bilanz-Deutschland“ veröffentlicht, mit denen die 60-jährige Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft nachgezeichnet und auf neue Herausforderungen hingewiesen wird. Eine umfassende Übersicht über Wohlstands-Parameter wie Einkommen, Vermögen, Lebensqualität und Bildungschancen finden Sie auf der Internetseite http://www.wohlstandsbilanz-deutschland.de/
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Liegt es nicht näher, daß die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasiumsbesuchs eines Migranten direkt mit Bildungsstand und Einkommen der Eltern zusammenhängt, und nur über diesen Umweg mit dem Besuch einer Kinderkrippe korreliert?
Viele der Länder am unteren Ende dieser Tabelle sind zudem dafür bekannt, eine sehr selektive Einwanderungspolitik zu betreiben. Die Schlußfolgerung müßte also doch eigentlich lauten, mehr Einwanderung für qualifizierte ausländische Arbeitskräfte und Investoren zu ermöglichen, und nicht zu versuchen, die einwandernden Niedrigqualifizierten nachträglich besser zu qualifizieren.
Ich verstehe, was das Autor sagen will, aber die hier präsentierten Daten stützen seine Argumentation meiner Meinung nach nicht.
Herr Feist, ich finde es immer wieder lustig, dass auf dieser Seite steuerliche Entlastungen, aber gleichzeitig mehr Ausgaben gefordert werden. Bessere Bildung kostet nun einmal Geld. Wie wollen sie die Finanzieren, wenn Unternehmen faktisch aus der Pflicht genommen werden sollen. Wieso soll ein Unternehmen nicht höhere Steuern zahlen und dafür besser ausgebildete Menschen bekommen? Ist das kein Standortvorteil?