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Zwanzig Minuten – ein Pfund Kaffee

Anstieg der Kaufkraft je Arbeitszeit

Mit einer Tasse Kaffee zum Frühstück starten die meisten Deutschen heutzutage in den Tag. Doch das war nicht immer so. Denn Kaffee war vor knapp 60 Jahren nur für gut betuchte Bevölkerungsschichten bezahlbar. Für die Mehrheit war er schlichtweg zu teuer. Denn ein Durchschnittsverdiener musste im Jahre 1950 für 500g Bohnenkaffee 26 Stunden und 22 Minuten arbeiten – etwa eine halbe Woche. Heute dagegen reichen 20 Minuten. Auch ein Fernsehgerät ist heute für jeden erschwinglich. Mussten 1960 noch zwei ganze Monatslöhne für ein simples Schwarz-Weiß Gerät berappt werden, genügt heute der Verdienst von etwa drei Arbeitstagen – für einen modernen Farbfernseher. In den 60 Jahren der Sozialen Marktwirtschaft ist die Kaufkraft je Arbeitsstunde insgesamt enorm angestiegen. Während die Nettoverdienste je geleisteter Stunde von 56 Cent im Jahr 1950 bis heute auf das 24 fache kletterten, sind die Verbraucherpreise nur um das 4,6-fache gewachsen. In Preisen von heute gerechnet, erhielt ein Durchschnittsverdiener im Jahre 1950 einen Nettostundenlohn von 2,57 Euro. Heute sind es fast 14 Euro. Insgesamt hat sich die Kaufkraft der Deutschen seit Einführung der Sozialen Marktwirtschaft mehr als verfünffacht.


Jeden Montag oder Dienstag werden im ÖkonomenBlog Beiträge aus der Reihe „Wohlstands-Bilanz-Deutschland“ veröffentlicht, mit denen die 60-jährige Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft nachgezeichnet und auf neue Herausforderungen hingewiesen wird.  Eine umfassende Übersicht über Wohlstands-Parameter wie Einkommen, Vermögen, Lebensqualität und Bildungschancen finden Sie auf der Internetseite www.wohlstandsbilanz-deutschland.de

Ein Kommentar zu “Zwanzig Minuten – ein Pfund Kaffee”

  1. Thimm Thaler sagt:

    Sehr geehrter Herr Feist,

    dem Abspann ihres Artikels entnehme ich, dass Sie hier die 60-jährige Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft nachzeichnen und auf neue Herausforderungen hinweisen wollen.

    Eine »Erfolgsgeschichte» schreiben ist eine Sache. Wenn Sie aber wirklich den Anspruch haben, auf neue Herausforderungen hinzuweisen, sollten Sie Ihre eigenen Zahlen etwas differenzierter betrachten:

    http://www.wohlstandsbilanz-deutschland.de/reales-einkommen-plus-528-prozent.html

    Sechzig Jahre »Erfolg« sind nicht der Vergleich zwischen 1950 und 2007, sondern die Zeit dazwischen.

    Wenn Sie sich die reale Nettolohnentwicklung genauer anschauen, zeigt sich, dass der enorme Kaufkraftzugewinn sich hauptsächlich auf den Zeitraum bis 1980 bezieht. Zwischen 1950 bis 1980 betrug der durchschnittliche jährliche Nettolohnzuwachs ca 5,15 %, während er die letzten 27 Jahre zwischen 1980 und 2007 unter 0.6 % liegt. Seit 1995 sind zeitweilig sogar Kaufkraftverluste zu verzeichnen.

    Von einem Blog mit dem Untertitel »Stimme der ökonomischen Vernunft« erwarte ich eine etwas umfassendere »Bilanzanalyse«, die nicht nur einseitig positive Aspekte beleuchtet, sondern auch auf nicht so positive Aspekte eingeht. Vergangene Erfolge feiern – gern, aber bitte mit einer angemessenen
    selbstkritischen Sichtweise.

    Sonst verliert das Konzept »soziale Marktwirtschaft« seine Glaubwürdigkeit und aus der »Stimme der ökonomischen Vernunft« wird »Schönfärberei».

    Mit freundlichen Grüßen

    Thimm Thaler

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Der Autor:

Marc Feist

ist Diplom-Volkswirt und Consultant bei der Initiative Neue Soziale Markwirtschaft.

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