Auf Staatsdiener verzichten
Nach wie vor ist es das Tabuthema der Politik: Das Berufsbeamtentum. Fast 1,7 Millionen Beamtinnen und Beamte dienen Staat und Gesellschaft. Verfassung und Beamtengesetze weisen ihnen vielfältige Privilegien zu: schön für die Betroffenen, teuer für die Steuerzahler.
Privileg 1: Die lebenslange Beschäftigungsgarantie. Außer Beamten gibt es keinen in unserer Marktwirtschaft mit so viel Sicherheit. Privileg 2: Die Versorgungszusage im Ruhestand. Im Vergleich zu Millionen Rentnern sind die Pensionen teilweise obszön hoch. Privileg 3: Beihilfe im Krankheitsfall. Der Beamte muss über eine private Krankenversicherung nur die Hälfte, im Ruhestand gar oft nur 30% des Risikos selbst versichern. Der Vergleich macht deutlich: Mit dem gleichen Bruttogehalt kommen Beamte durch fehlende Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge zu einem um 11% höheren Nettoeinkommen. Natürlich weiß ich: viele Menschen im einfachen und mittleren Dienst sind in eine sehr niedrige Besoldung eingestuft. Doch die Beamtenschaft wird inzwischen ganz überwiegend von Mitarbeitern im gehobenen und höheren Dienst geprägt. Und die verfügen über Nettoeinkommen, die höher als in vergleichbaren Funktionen in der Privatwirtschaft sind – zuzüglich der absoluten Arbeitsplatzgarantie. Und im Ruhestand hängen sie alle anderen Berufsgruppen deutlich ab. Die Beamtenpension verschlingt immer mehr Geld. Das fehlt der Politik dann oft für Bildungs- und Verkehrsinfrastruktur. Wer hier investieren will, muss auf den Beamtenstatus in Zukunft verzichten.
Tags: Arbeit, Arbeitsmarkt, Bürokratie, Finanzen, Gesellschaft


Am 30. Januar 2010 um 22:57 Uhr
An dem einen oder anderen “Privileg” des deutschen Berufsbeamtentums kann man sicherlich zu Recht Kritik üben. Aber man sollte das Kind gleichsam nicht mit dem Bade ausschütten, und daher nicht völlig “auf Staatsdiener verzichten”. Im Gegenteil, wir brauchten hierzulande sogar wieder mehr Staatsdiener. Es müssen ja nicht gleich “überversorgte Beamte” sein.
http://www.gegenblende.de/01-2010/++co++a9007774-e347-11de-43a9-00093d10fae2
Gegenblende | Ausgabe 01: Januar/Februar 2010 | Die Entfaltung sozialer Dienstleistungen
Am 4. Februar 2010 um 09:23 Uhr
Eigentlich ist der öffentliche Dienst generell viel zu groß. Vieles kann privat einfach besser gemacht werden:
Die Post/Telekom funktioniert privat besser, genauso Müllabfuhr und Kliniken. Privatschulen sind der nächste Trend. Wenn der Staat sich einfach zurückziehen würde, wäre uns insgesamt geholfen.
Am 9. Februar 2010 um 00:26 Uhr
Man könnte ganz einfach die 16 Bundesländer auf 4 reduzieren (Nord, Süd, West, OSt). Ökonomisch gesehen könnte man dadurch viele Beamten einsparen. Und auch in diesem Zuge könnte der Solidaritätsbeitrag absdchaffen.
Das einzige Problem das eventuell auftreten könnte wäre der kulturelle Hintergrund der einzelnen Bundesländer, insbesondere der Freistaat Bayern.