Der Staat lebt von der Mitte
Der Mittelstand – oder besser die Mittelschicht – ist zum Lastesel unseres Sozialstaats geworden. Rund zwölf Millionen Menschen bilden mit ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Leistungsbereitschaft mehr als nur den Finanzierungskern dieses Staates. Wer als Single mehr als 52.882 Euro Jahreseinkommen hat, bezahlt von jedem zusätzlich verdienten Euro etwa die Hälfte an den Staat. Bei Ehepaaren tritt dieser Effekt ab 105.764 Euro ein. Das oberste Zehntel der Steuerzahler beginnt bereits bei einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von rund 70.000 Euro. Weniger als 3 (!) Millionen Steuerveranlagungsfälle generieren rund 58% des gesamten Einkommensteueraufkommens.
Berücksichtigt man die Beiträge zur Sozialversicherung, ist die Belastung sogar noch höher. Weil die Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung in Westdeutschland mit 66.000 Euro und in Ostdeutschland mit 55.800 Euro über den Nominalbeträgen liegen, ab denen der Spitzensteuersatz fällig ist, bleibt einem Teil der gehobenen Arbeitnehmerschaft in dieser Mittelschicht vom letztverdienten Euro deutlich weniger als 40%.
Und genau an dem Punkt gewinnt für mich die Diskussion um soziale Gerechtigkeit eine andere Dimension. Wie lange lässt sich die leistungsfähige Mittelschicht diese staatliche Ausbeutung noch gefallen? Wir sind eine Gesellschaft, die auf Erwerbstätigkeit beruht. Wir müssen von Kindesbeinen an lernen, dass sich Leistung lohnt. Dazu bedarf es eines Bildungssystems, das diesen Grundgedanken fordert und fördert – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Dazu bedarf es aber auch einer Steuer- und Sozialpolitik des Staates, deren Leitplanken lauten: Wer arbeitet, muss deutlich mehr an Einkommen generieren als jemand, der von Sozialtransfers lebt! Steuern und Sozialabgaben dürfen in der Summe nicht mehr als die Hälfte des Einkommens auffressen, weil ansonsten die Leistungsbereitschaft systematisch unterminiert wird. Die Mitte würde es unserer Gesellschaft danken!
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Ich bin zwar weit davon entfernt, mich als Angehoerigen der Mittelschicht zu sehen, aber die von Ihnen beschriebenen Mechanismen “staatlich verordneten Einkommenstransfers” haben mich dazu veranlasst, auszuwandern.
Daher lautet meine Antwort auf Ihre Frage: ” Wie lange lässt sich die leistungsfähige Mittelschicht diese staatliche Ausbeutung noch gefallen?”
Gar nicht mehr.
“Weniger als 3 (!) Millionen Steuerveranlagungsfälle generieren rund 58% des gesamten Einkommensteueraufkommens.”
Wie viel Einkommen haben diese 3(!) Millionen? Dann wird es doch interessant. Wenn sie 98% des Einkommens beziehen würden wäre es reichlich wenig. Bei 20% reichlich viel. Außerdem ist die Einkommenssteuer nur eine von vielen und ihr Anteil am Gesamtsteueraufkommen sinkt seit Jahren.
Auch sollten sie, Herr Metzger, mal weiter nach oben schauen. Der Steueranteil (gesamte Steuern) aus Vermögen und Erbschaft liegen bei unter 1% und von Kapitalgesellschaften bei 1.1%. Trotz steigender Vermögen, Erbschaftsvolumen und Unternehmensgewinne ist es nicht drinn diese stärker zu besteuern. Sie leben in einer Scheinwelt. Nicht die schwachen Kosten zu viel, sondern die Starken lassen sich durch Steuersenkungen, Bankenrettung, Kombilohnzuschüsse, Subventionen brav füttern und absichern auf Kosten der restlichen Gesellschaft. Da die Armen nicht zahlen können (zumindest nicht über Steuern) bleibt nur die Mittelschicht. Die bezahlt nach unten und oben, kriegt aber durch Leute wie sie suggeriert, dass die Schwachen das Problem sind. In einer Gesellschaft hängen aber alle irgendwie zusammen. Wenn man sieht wie die Vermögensverteilung sich entwickelt sind ihre Argumente ebenfalls hinfällig. Würden Arme zu viel bekommen müssten alle Schichten über ihnen Vermögen verlieren. Das machen sie tatsächlich, außer einer kleinen obersten Schicht. Diese lebt auf Kosten der Mittelschicht. Sie holt sich Gewinne durch Entlassungen und Lohndumping, lässt die Steuern senken durch Medienkampagnen (welche brav von SPD/CDU/FPD) aufgenommen werden und lebt dennoch von der Infrastruktur und den Vorteilen des Landes.
Die Mittelschicht liegt nur empirisch Belegt noch drastisch niedriger als sie Oswald Metzger ansetzt, Tendenz sinkend!
Was mir auf dem Blog der INSM fehlt wären einmal die Position der geistigen Väter der ECHTEN Sozialen Marktwirtschaft (wie z. Bsp. von Alexander Rüstow) zur Erbschaftsssteuer! Ziemlich heftig die Ansätze! Da würden die Väter der “WÜNSCH-DIR-WAS”-NEUEN-sozialen Marktwirtschaft ziemlich fluchen!