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Schwarz ist wieder Trend

Der Anteil der Schattenwirtschaft gemessen am BIP hat sich seit Ausbruch der Krise wieder vergrößert.

Keine Frage – Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt. Jährlich werden Milliarden am Fiskus vorbeigeschleust. Aber wie kann Schwarzarbeit nachhaltig bekämpft werden? Bisher galt die Gleichung: Höhere Geldbußen, mehr Kontrollpersonal gleich weniger Schwarzarbeit. Auch für Finanzminister Schäuble scheint dies der Königsweg zu sein: 200 neue Stellen sollen bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit geschaffen werden. Doch diese Strategie bekämpft nur die Symptome. Die Ursachen liegen wo anders und das Rezept dagegen ist einfach.

Wo Steuern erhoben werden, entsteht eine Schattenwirtschaft. Denn wer will schon sein hart verdientes Geld teilweise wieder abgeben? Im Jahre 2003 ereichte der Anteil der Schattenwirtschaft am BIP mit etwa 17 Prozent seinen bisherigen Höhepunkt. Als die rot-grüne Regierung unter dem Druck von zeitweise über 5 Millionen Arbeitslosen die Steuerlast senkte und den Arbeitsmarkt deregulierte, kam es zur Trendwende: Die Schwarzarbeit ging zurück, und die Zahl der Erwerbstätigen stieg. Erst mit dem Konjunktureinbruch kehrte sich dieser Trend erneut um. Sofern die Bundesregierung also nicht hinter jede Putzfrau einen Polizisten stellen möchte, sollte sie dafür sorgen, dass sich reguläre Arbeit wieder mehr lohnt. Und das bedeutet – Steuern runter.

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6 Kommentare zu “Schwarz ist wieder Trend”

  1. Ich habe zwei Frage an sie Herr Knipping.

    1. Wieso werden von ihnen Modelrechnungen als Realität abgetan?
    Sie tun so, als ob die Zahlen etwas Reelles seien, es sind aber Abschätzungen, welche je nach Model und dahinter liegende Annahmen beliebig falsch sein können. Würde es reelle Zahlen geben bräuchte man wohl die Modelrechnung nicht.

    2. 359,2 Milliarden Euro sollen da auf dem Schwarzmarkt verdient werden? Darf ich das vorsichtig als Lachhaft bezeichnen.

    “Ferner werden durch den
    Begriff der Schattenwirtschaft auch kriminelle Aktivitäten wie Hehlerei, Drogenhandel, Betrug, Schmuggel
    oder Menschenhandel erfasst.”

    Heißt also, dass ein wesentlicher Teil völlig unabhängig von der Arbeitsmarktlage ist. Die 359,2 Milliarden Euro müssen ja irgendwo als Kaufkraft wieder auftauchen. Haben sie sich mal ausgerechnet wie viel die 5Millionen Arbeitslosen da verdienen sollten, um das zu erreichen?
    Nehmen wir mal an nur 200Mrd. werden schwarz hinzuverdient, dann sind das läppische 3333.3 Euro Monatlich/Arbeitslosen. Meinen sie nicht das die Zahl unwesentlich zu hoch ist?
    Sehr kritische durchdacht das Ganze.

  2. Markus sagt:

    Jaja, die “einfachen Lösungen”. Dabei ist es manchmal wirklich nicht so schwer, wirksame Lösungsansätze für drängende soziale Mißstände und wirtschaftliche Probleme zu finden. Allerdings kommt es dabei auf die “richtige” Perspektive an:

    http://www.hessen.dgb.de/themen/Sozialstaat/Borchert2/
    Zukunft des Sozialstaats; Analysen und Visionen des “Sozialrebells” Dr. Jürgen Borchert

  3. FDPFREUND sagt:

    Lieber Dr. Oliver Knipping,
    ich bitte Sie:
    “jährlich werden Milliarden am Fiskus vorbeigeschleust. Aber wie kann Schwarzarbeit nachhaltig bekämpft werden? Bisher galt die Gleichung: Höhere Geldbußen, mehr Kontrollpersonal gleich weniger Schwarzarbeit.”
    Sie wollen nicht ernsthaft behaupten die PUTZFRAUEN u.a. seien da das Problem.
    Die HARTZ IV Bezieher dürften es auch nicht sein. Kaum zu glauben das die sich die Beschäftigung von PUTZFRAUEN leisten.
    Weitaus interessanter dürfte schon die Beantwortung der nachfolgenden Steuerhinterziehungsfragen sein.
    Z.B.: Wer hat Millionenbeträge am Fiskus vorbei auf Auslandskonten geschoben?
    Welche Geldinstitute standen hier den armen Schwarzgeldbesitzern wohl hilfreich zur Seite?
    Wie hoch werden wohl diese Summen sein? (Dank einiger Dateienkopierer haben wir ja wohl bald einen ersten Eindruck über Betragshöhen und Kontenbesitzer)
    Wie wurden diese Beträge schwarz erwirtschaftet.
    Wer also sind die Veranlasser von SCHWARZARBEITSAUFTRÄGEN?
    Evtl. gibt es da auch einen Schätzwert aus Ihrer Feder.

  4. Ludwig von Mises sagt:

    @ chriwi:
    wieso sollen denn nur die Arbeitslosen schwarz arbeiten können? Jeder Handwerker kann doch nach Feierabend auf eigene Rechung am Staat vorbei arbeiten. Die Zahl kommt schon hin.

  5. Was ist an “Schwarzarbeit” denn so schlimm? So lange nicht parallel Transferleistungen bezogen werden, sehe ich nicht, dass hierbei Recht (im Sinne des Naturrechts) gebrochen wird. Gegen tyrannische Gesetze darf und soll man sich widersetzen.

  6. @von Mises

    dann rechne es eben auf die komplette arbeitende Bevölkerung hoch, dass sind 660 Euro monatlich. In meinen Augen deutlich zu hoch. Des Weiteren sind die Zahlen aus einer Simulation. Ohne Messungen haben sie absolut keinen Wert und unsere beiden Aussagen letztlich auch nicht, denn belegen können wir beide nicht.

    Hinzu kommt, dass die Zahlen verwendet wurden um die Hartz Maßnahmen zu untermauern. Somit scheint Schwarzarbeit zumindest nach Knipping im wesentlichen von Arbeitslosen durchgeführt zu werden.

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Der Autor:

Dr. Oliver Knipping

ist Vorstandsvorsitzender des Instituts für Unternehmerische Freiheit in Berlin.

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