In China schlummert die nächste Blase
ÖkonomenBlog-Podcast Folge 13 – mit Dr. Manfred Jäger
Viele Investoren tragen ihr Geld nach China. Nicht nur, weil das Wachstum im Reich der Mitte gute Renditen verspricht. Sie wetten auf einen steigenden Renminbi, wie die chinesische Währung heißt. Der ist fest an den Dollar gekoppelt und gehört – nach Meinung von Experten – dringend aufgewertet. Dr. Manfred Jäger, Finanzexperte vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln, erläutert im heutigen Podcast, warum hier eine Blase entsteht.
Die Investitionen treiben die ohnehin hohe Inflation, die Dank einer außergewöhnlich hohen Sparquote (siehe Grafik) der Chinesen offenbar im Zaum gehalten wird. Würde die Währung gefloatet, der feste Wechselkurs also aufgelöst, müssten die Chinesen von den hohen Sparquoten herunter, damit der inländische Konsum angetrieben wird.
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Folge 13 zum festen Wechselkurs der chinesischen Währung
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Tags: Finanzkrise, Finanzmarkt, Inflation, Krise, Podcast, Weltwirtschaft

Am 11. Dezember 2009 um 13:38 Uhr
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Carsten Knop, INSM erwähnt. INSM sagte: ÖkonomenBlog In China schlummert die nächste Blase http://bit.ly/5Usy4k [...]
Am 14. Dezember 2009 um 20:40 Uhr
Warum gilt das mit der zu hohen Sparquote für China, aber nicht für Deutschland?
Am 16. Dezember 2009 um 00:24 Uhr
Mhm,würde mich auch interessieren.
Am 16. Dezember 2009 um 11:50 Uhr
@Kammerjäger. Die volkswirtschaftliche Sparquote, die in Deutschland im Übrigen deutlich geringer ausfällt, ist per se gar nicht das Problem, sondern der feste Wechselkurs der chinesischen Währung. Würde die Währung “gefloatet” – so wie beim Euro oder vorher der D-Mark immer schon der Fall – steigt aller Wahrscheinlichkeit nach der Kurs des chinesischen Rinminbi. Ein steigender Kurs bedeutet eine sinkende Exportquote. Das BIP müsste stärker als bisher über den inländischen Konsum erwirtschaftet werden. Wo mehr konsumiert werden soll, müssen die Sparquoten vor allem der privaten Haushalte sinken. Das aber würde die ohnehin hohe Inflation weiter treiben, die – auch hier ein wichtiger Unterschied – mit der moderaten Inflation in Deutschland nicht zu vergleichen ist.
Am 18. Dezember 2009 um 11:00 Uhr
@Ronald Voigt/ INSM
Wo ist der Unterschied zu Deutschland. In der Eurozone gibt es keine Aufwertung der deutschen Währung mehr (da es sie nicht gibt) und somit keine sinkenden Exportquoten innerhalb der EU. Ihre Argumentation ist etwas schwach.
Am 22. Dezember 2009 um 22:53 Uhr
Man muss sich fragen, WARUM die Sparquote in China so hoch ist? Ist dies das Ergebnis wirtschaftlicher Interaktionen einzelwirtschaftlich agierender Agenten oder steckt dahinter eine zielgerichtete und wohl auch verzerrende Wirtschaftspolitik des Staates. China nutzt die Wechselkurspolitik bewusst – das ist meine Ansicht – um Exporte zu förden und das trägt damit zum internationalen Ungleichgewicht bei. Deutschland kann keine Wechselkurspolitik betreiben: (1) Die Ländern des Eurogebiet haben die gleiche Währung. (2) Der Wechselkurs des Euro wird nicht bewusst “manipuliert”. Feste Wechselkurse mit einem bewusst “falsch” gesetztem Kurs erzeugen Probleme. Das Problem liegt meines Erachstens in der bewussten Festsetzung eines falschen Kurses und nicht so sehr in einem festen Kurs wie im Falle einer Währungsunion. Zu gegebenermaßen ist auch eine Währungsunion nicht inproblematisch, aber immerhin nimmt sie den Politiker ein Instrument und das ist aus meiner Sicht ein Vorteil; jedenfalls würde ich das für den Euro behaupten.