Gewinn ist so notwendig wie die Luft zum Atmen, aber es wäre schlimm, wenn wir nur wirtschaften würden, um Gewinn zu machen, wie es schlimm wäre, wenn wir nur leben würden, um zu atmen. Hermann Josef Abs, 1901-1994, deutscher Bankier, Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG (1957-1967)

Archiv der Kategorie: "Ordnungspolitik"

Wie kann ein Buch, das vor dem großen Flüchtlingsansturm geschrieben wurde und das auf keiner Seite das Wort “Migration” verwendet, einen Beitrag zur Flüchtlingsdebatte leisten? “Sollen und Können”, das aktuelle Buch des großen Wirtschaftsethikers Karl Homann, gelingt dies ohne Probleme. Weil es ein Buch über die Voraussetzungen gelingenden Lebens in modernen Gesellschaften ist. Es lehrt bezüglich der Flüchtlingsdebatte zwei Dinge: Erfolgreiche Integration ist keine Frage der Moral, sondern guter Ordnungspolitik. Und: Kein Gesellschaftssystem ist für das friedvolle und produktive Zusammenleben unterschiedlicher Menschengruppen besser geeignet als die Marktwirtschaft. Als gemeinsamen Nenner braucht es lediglich eine einzige von allen anerkannte Regel.

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Die Klage ist der Gruß des Kaufmanns. Die Landwirte jedoch werden durch den goldenen Zügel permanenter staatlicher Subventionen und Interventionen geradezu zum Jammern erzogen. Besonders laut scheint das Wehgeschrei der Bauern alljährlich im medialen Sommerloch, wenn entweder die Ernte durch das Wetter beeinträchtigt wird oder wieder einmal die Milcherlöse hinter den Erwartungen zurückbleiben. “Der niedrige Milchpreis bedroht die wirtschaftliche Existenz die Bauern” titelte von wenigen Tagen sogar die F.A.Z.

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Seit Beginn der europäischen Schulden- und Finanzkrise hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins kontinuierlich gesenkt. Mit der Entscheidung vom September 2014, den Hauptrefinanzierungssatz auf 0,05 Prozent und den Depositenzins gar auf -0,2 Prozent zu setzen, hat das kurzfristige Zinsniveau in Europa einen historischen Tiefstand erreicht. Darüber hinaus drückt die Europäische Zentralbank mit dem Ankauf von Kreditverbriefungen und Staatsanleihen die langfristigen Zinsen. Das seit März 2015 laufende Aufkaufprogramm für Staatsanleihen soll die Bilanz der EZB um weitere 1,1 Billionen Euro ausweiten. Das entspricht ungefähr der Hälfte der ausstehenden öffentlichen Schulden Deutschlands.

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In den vergangenen Tagen ist viel von Spaltung und Zerfall die Rede gewesen. Die Geschehnisse in der AfD gaben den Tenor vor. Der Austritt einer noch durchaus überschaubaren Gruppe von knapp 60 Mitgliedern der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft hat danach dann einige Beobachter – die einen mit Häme, die anderen aus Sorge – sinngemäß zu dem Kommentar veranlasst, angesichts von solcherlei Gezänk könne es ja nichts werden mit dem Liberalismus. Der Einsatz für die individuelle Freiheit in der Marktwirtschaft wie auch in allen anderen Sphären des gesellschaftlichen Zusammenlebens sei ohne einen Schulterschluss zum Scheitern verurteilt. Das ist ein großer Irrtum. weiterlesen

Vielen Menschen ist die Ökonomisierung unseres Alltags zuwider. Alles, was mit Wirtschaft oder wirtschaftlichen Interessen zu tun hat, steht bei ihnen deswegen schnell unter Generalverdacht. Ein Buch, das eine erstaunlich offene Sicht auf die Mängel mancher Protagonisten der Wirtschaft, nämlich der CEOs, ermöglicht, kommt da gerade recht. Vor allem eins beherrschen die Top-Manager nur schwer: den Dialog mit Bürgerbewegungen, NGOs, Kirchen und Politik.

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Die Rundfunkgebühr heißt jetzt bekanntlich Rundfunkbeitrag. Denen, die das Geld erhalten, wäre der Begriff “Demokratie-Abgabe” freilich noch lieber gewesen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, so wird jedenfalls regelmäßig argumentiert, sichere die Demokratie. Demokratie-Sicherung mittels Zwangsabgabe? Kann das funktionieren? Eine Hinterfragung. weiterlesen