Die Disziplin der Marktwirtschaft gründet sich auf knappes Geld, funktionsfähigen Wettbewerb, rechtsstaatliche Regeln, verlässliche Behörden und Gerichte. Vereinfacht gesagt: Milton Friedman + Kartellamt + Konkursrecht. Gerhard Fels, *1939, ehem. Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Archiv der Kategorie: "Ordnungspolitik"

Ein Geldgespenst geht durch Europa – denn billiges Geld feuert zwar die Wirtschaft an, bläst sie aber unnachgiebig auf. Für die Autoren ist es höchste Zeit, die aktuelle Strategie der Zentralbanken zu hinterfragen. Mögliche Alternativen wie Regionalwährungen, Tauschsysteme, Free Banking oder auch das System von Zeitbanken stehen bereit. Das Buch bietet einen intelligent erzählten und unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen der Geldwirtschaft.

Ottmar Schneck, Felix Buchbinder: Eine Welt ohne Geld – Alternativen zum bisherigen Geldsystem, UVK Verlagsgesellschaft Konstanz, München 2015

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„Wir schaffen das“ ist die prägende Formulierung des Jahres. Ähnlich wie mit „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ ist der nüchternen Physikerin Angela Merkel einmal wieder ein sprachlicher Coup geglückt. Man kann wahrhaft vieles kritisieren im Umgang der Bundesregierung mit der Flüchtlingskrise. Doch dieser Satz war ein Signal, das genau zur richtigen Zeit kam und genau die richtige Botschaft transportiert hat. Eine Begründung. weiterlesen

Dass der Westen mit seinem Lebensmodell in der Krise steckt, ist schon länger ausgemachte Sache. Da helfen weder ein paar politische Schönheitsoperationen noch großzügig verordnete Finanzspritzen – der Westen muss sich endlich neu erfinden, fordert jetzt auch Udo di Fabio. Ökonomische, wissenschaftliche, technische und militärische Kraft kann sich auf Dauer nur entfalten, wenn sie auf gemeinsamen sittlichen und ideellen Werten beruht. Daran mangelt es dem Westen inzwischen jedoch erheblich.

Udo di Fabio: Schwankender Westen – wie sich ein Gesellschaftsmodell neu erfinden muss, C.H. Beck, München 2015

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Gefährliche Chlorhühnchen, gesundheitsschädigender Maissirup als Zuckerersatz und internationale Schiedsgerichte, die nationales Recht unterlaufen – gegen das geplante transatlantische Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA gibt es die unterschiedlichsten Bedenken. Doch worum geht es eigentlich wirklich und was steht auf dem Spiel, wenn sich TTIP zerschlägt? Freier Handel kann zu mehr Wohlstand führen, aber er ist vor allem ein Ausdruck einer offenen Gesellschaft.

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Die Erderwärmung nimmt zu, aber die Politik tut sich weiter schwer, sich auf Umsetzungsziele zu einigen. Dabei gäbe es mit einem weltweiten Emissionshandelssystem eigentlich ein einfaches und effizientes Instrument, um den CO2-Ausstoß zu begrenzen. Aber es mangelt am politischem Willen, meint die unabhängige Politikberatung Econwatch. Die Gründe sind vor allem politik-ökonomischer Natur. weiterlesen

Ein Historiker will uns die aktuelle Politik, die Verwirrung der Finanzmärkte und den gesellschaftlichen Wandel erklären. Das klingt nach wissenschaftlicher Vorlesung, getränkt in Formaldehyd. Doch Rödder ist anders. Wer sein neues Buch liest, erhält eine Turbokurs durch die Gegenwart, facettenreich und leichtfüßig erzählt. Und nach der Lektüre ist jedem gewiss, dass unsere Zeit kaum aufregender sein könnte.

Andreas Rödder: 21.0 – eine kurze Geschichte der Gegenwart, C.H. Beck, München 2015

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Der Wohnraum ist in machen Gegenden Deutschlands knapp, die Miet- und Kaufpreise entsprechend hoch. Auf solche Entwicklungen hat die Politik seit jeher mit Regulierung reagiert. Sie verspricht den Wählern (vor allem den Mietern), die Lage zu ihren Gunsten zu verbessern. Doch das Gegenteil von gut ist bekanntlich gut gemeint. Kaum ein Markt ist mittlerweile mehr reguliert als der Wohnungsmarkt. Die Folge: Es wird weniger Wohnraum geschaffen als möglich wäre – den (höheren) Preis zahlen die Bewohner.  weiterlesen

Was sind die Quellen des Wohlstands? Das ist eine der Fragen, die den Ökonomen Angus Deaton umtreiben. Seine Antworten sucht er regelmäßig in der Empirie. Sein ausgeprägtes Bewusstsein dafür, dass die Qualität der Ergebnisse entscheidend von der Qualität der erhobenen Daten abhängt, hat ihm den diesjährigen den Nobelpreis beschert. Dass die Wahl auf den Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Princeton University fiel, lässt sich aber auch als Kritik an einer Wissenschaft lesen, die bisweilen aus dem Auge verliert, dass es bei der Ökonomik um menschliches Zusammenleben geht und sie eben keine Naturwissenschaft ist.

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Wie kann ein Buch, das vor dem großen Flüchtlingsansturm geschrieben wurde und das auf keiner Seite das Wort “Migration” verwendet, einen Beitrag zur Flüchtlingsdebatte leisten? “Sollen und Können”, das aktuelle Buch des großen Wirtschaftsethikers Karl Homann, gelingt dies ohne Probleme. Weil es ein Buch über die Voraussetzungen gelingenden Lebens in modernen Gesellschaften ist. Es lehrt bezüglich der Flüchtlingsdebatte zwei Dinge: Erfolgreiche Integration ist keine Frage der Moral, sondern guter Ordnungspolitik. Und: Kein Gesellschaftssystem ist für das friedvolle und produktive Zusammenleben unterschiedlicher Menschengruppen besser geeignet als die Marktwirtschaft. Als gemeinsamen Nenner braucht es lediglich eine einzige von allen anerkannte Regel.

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