Energiepolitik hemmt Wettbewerb
Fehlender Wettbewerb geht immer zu Lasten der Verbraucher. Nirgends wird diese schlichte Weisheit derzeit eindrucksvoller bestätigt als auf dem Strommarkt. Auch im elften Jahr nach der Liberalisierung kann hier von einem funktionierenden Wettbewerb nicht die Rede sein. EON, RWE, Vattenfall und EnBW erzeugen allein etwa 85 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms und verfügen über eine marktbeherrschende Stellung. Beheben ließe sich dieser Mangel zum einem dadurch, dass der deutsche Energiemarkt gegenüber ausländischen Energienanbietern stärker geöffnet werden würde. Dazu müssten die Grenzkuppelstellen an den Landesgrenzen, also die Verbindungsstellen zwischen den nationalen Stromnetzen, ausgebaut werden. Bisher haben die Stromanbieter den Ausbau dieser Nahtstellen vernachlässigt, und so künstlich Engpässe geschaffen. Ein weiteres Hindernis für einen größeren Wettbewerb stellten die zumeist lokalen Widerstände gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke dar. Aber auch die Energiepolitik der Bundesregierung wirkt hier hemmend. Ankündigungen, Erneuerbare Energien noch stärker zu fördern, beim Emissionshandel das Angebot an Zertifikaten zu verknappen und somit zu verteuern oder den Atomausstieg zu verschieben, regen nicht gerade dazu ein, das nötige Vertrauen für Investitionen in neue Kohlekraftwerke zu fördern. Inkonsistent sind aber zweifelsohne die beständigen Politikerklagen über die hohen Strompreise. Schließlich entstehen 40 Prozent der Kosten durch Steuern und Abgaben. Hier muss sich die Politik entscheiden, was sie will: eine preisgünstige Energieversorgung oder üppige Steuereinnahmen.
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1. Was hat denn die Steuerhöhe mit dem Wettbewerb zu tun, wenn alle diese
Steuer zahlen müssen?
2. Wie wird der Wettbwerb zerstört, wenn die erneuerbaren Energien gefördert werden? Warum können dann nicht die Firmen in diesen Bereich vorstoßen? Haben nicht viele kleine Windmühlenanbieter mehr Wettbewerb zu bieten als einige große Kohlekraftanbieter? Es ist ja nicht so, dass Deutschland Strom importieren muss.
Den fehlenden Wettbewerb sehe ich auch, allerdings liegt der Grund wesentlich in den ersten Punkten und nicht in den letzten. Sicher steigt der Preis durch die Steuern mehr aber auch nicht. Hinzukommt, dass es anregt energieintensive Technologien so zu verändern Energie zu sparen. Ist Energie zu billig passiert dies nie.
Firmen benötigen klare Rahmenbedingungen, ganz klar. Man könnte auch darüber diskutieren, ob die unmittelbare Förderung von EE der beste Weg ist – wenn CO2-Emissionen teuer genug sind, passiert das von ganz alleine.
Aber wie kann heute – im Angesicht der überwältigenden Faktenlage – noch irgendjemand in Frage stellen, dass der Emissionshandel und eine sukzessive und für die Wirtschaft vorhersehbare (!) Verknappung der Zertifikatmenge, eine absolute Notwendigkeit ist?
Wie sollen wir unsere Klimaziele mit neuen Kohlekraftwerken erreichen?
Schauen Sie sich Mal die aktuelle Arbeit vom WBGU (http://www.wbgu.de/) an. Damit wir in einer 2-Grad Welt (d.h. keine totale Katastrophe) leben können, muss Kohle als Primär-Energie bis 2040 praktisch auf 0 runtergehen – und das weltweit! Sorry.
Ach ja, was kann man tun für mehr Wettbewerb? Stromnetze von Erzeugern trennen, Stromkonzerne zerschlagen.
[...] klein wenig mehr voran kommen. Allerdings sind beim Strompreis viele Preiselemente nur durch die Politik veränderbar. Share this Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte [...]
Wieso sollte denn neue Kohlekraftwerke den Wettbewerb fördern? Und wo liegt da der Sinn, wo Deutschland doch im letzten(?) Jahr soviel Strom exportiert hat, wie 2 AKWs jährlich herstellen …