Nein – weil´s nicht hilft
Dem so genannten Rettungspaket für Griechenland werde ich am Freitag nicht zustimmen können. Wieso? Weil wir mit dieser Art der Finanzhilfe fundamental gegen die marktwirtschaftliche Ordnung in Deutschland verstoßen. Ein wichtiger Grundsatz der Sozialen Marktwirtschaft ist: wer Risiken eingeht, muss im Zweifel für Risiken auch selber haften. Und wer in diesem Fall griechische Anleihen gekauft hat, der darf jetzt auch nicht rausgeboxt werden vom Steuerzahler. Aber genau dies soll nun geschehen. Ich halte das für falsch – auch deshalb, weil das Rettungspaket im Ergebnis nicht helfen wird. Die Vereinbarungen zwischen Griechenland und der Eurozone bzw. dem IWF werden nicht dazu beitragen, dass die Hellenische Republik ihr Hauptproblem löst. Die Ursache der Krise liegt in der hohen Verschuldung. Mit dem beabsichtigten Rettungspaket wird die Verschuldung Griechenlands bis ins Jahr 2014 aber nochmals deutlich steigen. Das Problem der Staatsverschuldung wird also nicht kleiner, sondern größer. Um künftige Krisen dieser Art verhindern zu können, müssen die Sanktionsmechanismen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes endlich konsequent angewendet werden – Solidarität bewährt sich in der Solidität. Der Euro bleibt nur dann nachhaltig stabil, wenn sich alle an diesen Grundsatz halten.
Hier finden Sie ein ausführliches Interview mit Frank Schäffler auf WDR 2
Hier finden Sie den Entwurf des Währungsunion- und Finanzstabilitätsgesetz der Bundesregierung
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Lieber Herr Schäffler,
es ist gut zu lesen, dass es Bundestagsabgeordnete mit eigenem Gewissen gibt. Es wird kurzfristig nicht viel nützen, aber in der nächsten Runde (die – so fürchte ich – sicher ist) einen Pflock bilden, an dem sich andere aufrichten können.
AF
Aber Frau Kanzlerin hat doch gesagt, die Beihilfen für Griechenland wären alternativlos??
Hat Gysi heute im Bundestag nicht etwas ähnliches gesagt?
“Kein Steuerzahlergeld für Banken und Spekulanten!”
Ob sich hier wohl eine ungeahnte Liaison zwischen einem Liberalen und einem Linken anbahnt? ;-)
Oder sollte es doch etwa eine inhaltliche Nähe zur SPD sein?
http://www.vorwaerts.de/blogs/banken-zur-kasse
Hauptsache die politische und ökonomische Vernunft obsiegt!
Ohne finanzielle Vernunft kommt man aus dem Dilemma wohl nicht mehr heraus.