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Sündenfall Griechenland

Nun also doch: die EU will Griechenland stützend bei Seite stehen und holt dazu den IWF ins Boot.  Noch ist offen, wie die Hilfe im Detail aussehen wird. Fest steht aber schon jetzt: wer Griechenland stützt, begeht einen ordnungspolitischen Sündenfall. Die disziplinarische Wirkung des Marktes ist dahin. Denn auch andere marode Staaten, wie Portugal und Spanien, wissen jetzt – wenn's ernst wird, zahlt die Gemeinschaft. Kein Grund also, das Ausgabenverhalten zu ändern. ÖkonomenBlog Autor Frank Schäffler warnte bereits am 26. Januar davor Griechenland zu retten. Stattdessen fordert er: “Wer vorsätzlich sich den Zugang in den Euro durch falsche Angaben erschleicht und dauerhaft gegen die Stabilitätskriterien verstößt, muss auch zum Austritt aus dem Währungsraum gezwungen werden können.”  Dem stimmt auch Prof. Dirk Meyer von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg zu: “Griechenland muss den Euro abgeben”, fordert er in einem Focus Interview.


Hier geht’s zu weiteren Beiträgen zum Thema:
“Warum Deutschland für Griechenland zahlen muss” - Ein Kommentar in Spiegel-Online von Henrik Müller
Exempel Griechenland - Ein ÖkonomenBlog-Beitrag von Marco Mendorf
Kontrolle ist gut, Strafe ist besser - Ein ÖkonomenBlog-Beitrag von Marc Feist
Angst vor einem zweiten Griechenland wächst “- Handelsblatt vom 04. Februar 2010
EZB nimmt Griechen in die Pflicht “- FTD vom 04. Februar 2010
Prof. Peter Bofinger im SPIEGEL-Interview: “Der Euro könnte die Staatspleite verkraften”

4 Kommentare zu “Sündenfall Griechenland”

  1. Stephan sagt:

    Ja. Ja. Ja. Der Schäffler wusste über Griechenland ja schon immer Bescheid und hat das ganz perfide geheim gehalten. Griechenland Pleite gehen lassen? Das ist doch absoluter Unsinn. Das wäre Lehmann 2.0, jetzt halt Souvereign Debt und dann auch noch zur Abwechslung mal der Schuldige eine 2,5% Zwergel-Wirtschaft. Lächerlich!

    Die Lösung liegt doch auf der Hand. Wieso nicht Arbitrage? Die Deutschen hauen ein paar mehr Bonds raus, kaufen den Hellenen ihre Bonds ab und kassieren den Yield-Spread. Für den Schuldendienst wird ein funktionierendes Steuersystem exportiert (oder besser mal neu erfunden in DE) und in Griechenland implementiert.

    Da haben die Zampanos im Finanzministerium mal eine sinnvolle Beschäftigung statt ein paar neidigen Millionären hinterherzurennen. Und über die Hellenen braucht man keine CD, da reicht das griechische Telefonbuch. Die Griechen haben ein Einnahmeproblem und nicht so sehr ein Ausgabeproblem. Die Professoren! Mei Oh Mei.

  2. Ich kann nur wiederholen.

    Ganz so unbekannt waren die Daten allen Beteiligten dann doch nicht

    http://www.weissgarnix.de/2010/02/09/die-grose-griechenland-luge/

  3. Ludwig von Mises sagt:

    @ chriwi
    die Daten waren in der Tat bekannt. Umso schlimmer, ändert aber erst einmal nichts an der Situation. ich bleibe dabei; wenn wir Griechenland jetzt stützen öffnen wir Tür und Tor für andere Schuldenstaaten und zerstören jegliche Haushaltsdisziplin. Und wenn ich höre, dass Forderungen nach einer EU weiten zentralen Koordinierungsstelle für Wirtschaft, stellen sich mir die Nackenhaare nach oben.

  4. Willem sagt:

    Also ich bin der Meinung wird es die Griechen nicht schaffen! Deshalb bin ich auch dafür dass sie aus der Europäischen Gemeinschaft austreten. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Sie haben gelogen um sich in die EU einzuschleichen. Jedem anderenLand sollte es klar sein dass eine EU Mitgliedschaft keine Einbahnstrasse ist. Ganz zu schweigen von dieser Undankbarkeit der Griechen, die meinen es sei normal das wir unsere Euros für sie ausgeben.

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Der Autor:

Frank Schäffler MdB

ist seit 2009 Abgeordneter der FDP-Fraktion im 17. Deutschen Bundestag und Mitglied im Finanzausschuss.

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