INSM - ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) http://www.insm-oekonomenblog.de Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten - diskutieren Sie mit! Fri, 29 Jul 2016 07:56:55 +0000 de-DE hourly 1 5 vor 10: Europa, Hilfsgelder, Migration, Umverteilung, Altersvorsorge http://www.insm-oekonomenblog.de/14557-5-vor-10-europa-hilfsgelder-migration-umverteilung-altersvorsorge/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14557-5-vor-10-europa-hilfsgelder-migration-umverteilung-altersvorsorge/#comments Fri, 29 Jul 2016 07:53:18 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14557 weiterlesen]]> Sind die hunderte Milliarden Euro, die die EU in strukturschwache Regionen überweist, gut angelegtes Geld? Eine Antwort darauf gibt es heute in den Linktipps. Außerdem geht es um Bargeldtransfers in Entwicklungsländern, eine ökonomische Lösung für das Migrationsdilemma, die Umverteilung zwischen arm und reich sowie um die Gründe für mangelhafte Altersvorsorge.


1. Europas Illusion von den gleichen Lebensstandards
(welt.de, Andre Tauber)
Hunderte Milliarden Euro gibt die Europäische Union aus, um die Konjunktur in den strukturschwachen Regionen des Kontinents anzukurbeln. Doch das viele Geld, das seit Jahrzehnten in Länder wie Griechenland und Portugal fließt, zeigt kaum Wirkung. Die Lebensstandards gleichen sich kaum an. Die Brüsseler Umverteilungsmaschine steht deshalb zunehmend in der Kritik.

2. Was Bargeldzahlungen an Arme wirklich bewirken
(techinsider.io, Chris Weller, englisch)
Immer wieder gibt es Zweifel daran, ob es wirklich hilft, bedürftige Menschen in Entwicklungsländern direkt finanziell zu unterstützen. Werden die Hilfsgelder am Ende für Alkohol und Glücksspiel ausgegeben, statt sie sinnvoll zu investieren? Eine neue Studie räumt die Bedenken aus dem Weg. Sie zeigt: Sowohl Männer als auch Frauen setzen das Geld zum Wohl ihrer Familie ein – obwohl sie sich im Investitionsverhalten deutlich unterscheiden.

3. Ein alternativer Ansatz der Flüchtlingspolitik
(oekonomenstimme.org, Guido Spars und Michael Voigtländer)
Die europäische Politik steht angesichts der Zuwanderung Hunderttausender vor einem Dilemma: Scheitert die Integration, kommen erhebliche gesellschaftliche Probleme auf. Gelingt sie hingegen, werden noch mehr Menschen angezogen. Eine Idee des Ökonomen Paul Romer könnte den Ausweg bieten: Industriestaaten oder Organisationen wie die UN sollten Städte am Rande der Konfliktregionen bauen – und nach dem Vorbild von Hongkong dort neue Wachstumskräfte entfachen.

4. Deutschland verteilt zwischen arm und reich kräftig um
(faz.net)
Die Behauptung, dass Reiche immer mehr und Arme immer weniger verdienen, hält einer genaueren Überprüfung nicht stand. Seit über einem Jahrzehnt ist die Einkommensschere in Deutschland nicht weiter auseinandergegangen, stellt das ifo Institut fest. Das liegt offenbar unter anderem am Staat: Er verteilt in Deutschland so viel um wie in kaum einem anderen OECD-Land.

5. Warum Menschen zu wenig für das Alter vorsorgen
(time.com, John Beshears, englisch)
Die Hälfte aller Amerikaner kann in Notsituationen nicht einmal kurzfristig 400 Dollar auftreiben, ohne dafür Wertgegenstände verkaufen oder sich Geld leihen zu müssen. Die mangelnden Rücklagen wirken sich auch auf die Altersvorsorge aus. Dabei ist Armut nicht der Hauptgrund, warum die Haushalte zu wenig sparen. Verhaltensökonomen erklären das Problem psychologisch – und zeigen, was man dagegen tun kann.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14557-5-vor-10-europa-hilfsgelder-migration-umverteilung-altersvorsorge/feed/ 2
Digitalisierung – nicht ohne (Weiter-)Bildung 4.0 http://www.insm-oekonomenblog.de/14550-digitalisierung-nicht-ohne-weiter-bildung-4-0/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14550-digitalisierung-nicht-ohne-weiter-bildung-4-0/#comments Thu, 28 Jul 2016 14:01:15 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14550 weiterlesen]]> Digitalisierung ist in aller Munde. Ob im Arbeitsalltag, zu Hause oder in der Schule – die neuen Technologien und Entwicklungen werden weitreichende Veränderungen mit sich bringen. Dafür müssen die passenden Rahmenbedinungen geschaffen werden.

Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt in Deutschland verändern. Manche Tätigkeiten werden verschwinden, während andere neu entstehen. Die Anforderungen an die Arbeitnehmer werden mit fortschreitender Digitalisierung steigen. Wie reagieren wir auf diese sich verändernden Rahmenbedingungen?

Digitalisierung in der Schule

Eine Antwort muss lauten, dass wir bereits in der Schule mit der Vermittlung digitaler Kompetenzen beginnen. Ein Musterbeispiel hierfür ist das kleine Estland, wo in der Grundschule das Fach “Programmieren” auf der Tagesordnung steht. Dadurch werden die Kinder schon im frühen Alter an die Digitalisierung herangeführt. In der weiterführenden Schule kann man darauf aufbauen und die Kompetenzen beziehungsweise das Wissen dementsprechend vertiefen. Im deutschen Bildungssystem wäre die Umsetzung eines solchen Ansatzes ein richtiger Schritt in die Zukunft.

Ergänzend sollte man in der Schule auch einen Fokus auf das Thema “Umgang mit (sozialen) Medien” legen. Dieser Schritt könnte eine präventive Maßnahme gegen Suchterkrankungen in diesem Bereich darstellen. Es ist nämlich festzustellen, dass sich ein Anstieg von Suchterkrankungen bei jungen Menschen immer mehr auf “Online-Sucht” oder “Internet-Sucht” zurückführen lässt. Deshalb: Bei allen Chancen der Digitalisierung sollte der richtige Umgang damit gelernt sein.

Digitalisierung am Arbeitsplatz

Wie können wir der Digitalisierung im Arbeitsleben begegnen? Es fängt damit an, dass wir in Deutschland eine neue Weiterbildungskultur brauchen. Dies bedeutet konkret, dass Weiterbildung in allen Betrieben und bei allen Arbeitnehmern zur Normalität werden muss. Was sich zuerst einmal harmlos anhört, ist in Wahrheit mit großen Veränderungen des Status Quo verbunden. Zurzeit ist die Situation nämlich folgende: Viele Arbeitnehmer, die Weiterbildung in Anspruch nehmen, weisen von vornherein ein höheres Qualifikationsniveau auf. Dagegen nutzen Geringqualifizierte, ältere Menschen und Arbeitnehmer kleinerer Firmen relativ selten Weiterbildungsangebote. Es gibt in Deutschland also einen “Weiterbildungsgap”.

Ein Erklärungsansatz: Kleinere Firmen haben häufiger das Problem, dass sie keine Kapazitäten besitzen, auf einen Mitarbeiter kurz- oder langfristig zu verzichten. Der organisatorische Aufwand, einen Ersatz zu suchen, ist für sie oft mit großen Mühen verbunden. Generell ziehen einige Arbeitgeber die Investition einer Weiterbildung in Zweifel. Es wird erwartet, dass viele Mitarbeiter früher oder später sowieso das Unternehmen verlassen. Warum sollten sie also noch Zeit, Mühe und Geld zusätzlich aufwenden?

Zwei Gruppen, bei denen Arbeitgeber selten den Sinn von Weiterbildung sehen, sind Geringqualifizierte und Ältere. Ein Grund hierfür ist, dass die Weiterbildung bei diesen Gruppen mehr Zeit in Anspruch nimmt und an einigen Stellen betreuungsintensiver ist. Bei älteren Arbeitnehmern wird vor allem das zukünftige Potenzial für das Unternehmen nicht gesehen –  frei nach dem Motto: “In 5-10 Jahren sind die doch sowieso in Rente!” Diese Einstellung werden wir uns im Angesicht des demografischen Wandels und der komplexen Herausforderungen der Digitalisierung nicht mehr leisten können.

(Weiter-)Bildung 4.0 – so könnte sie aussehen

Es bedarf mehr denn je einer präventiven und ausbalancierten Aus- und Weiterbildungskultur.

Folgende Vorschläge können hierbei helfen:

  1. Jeder Arbeitnehmer sollte in seinem Leben einige Jahre für Weiterbildung aufwenden dürfen.
  2. Die Ausbildung muss wieder attraktiver gestaltet werden, um den Bedarf an Fachkräften zu decken.
  3. Bund und Länder müssen ihre Zuständigkeiten sowie Angebote besser bündeln und das Thema Weiterbildung nach oben auf die politische Agenda setzen.
  4. Von Seiten der Politik und der Unternehmen müssen die Potenziale leistungsschwächerer Arbeitnehmer stärker in den Fokus genommen werden.
  5. Kleine und mittlere Unternehmen müssen logistisch und finanziell bei der Umsetzung von Weiterbildung unterstützt werden.

Wenn die oben genannten Vorschläge in die Tat umgesetzt werden, brauchen wir die Digitalisierung und deren Folgen für die Arbeitswelt nicht fürchten. Mit Hilfe einer präventiven Aus-und Weiterbildungsstrategie können vielmehr die Chancen dieser Entwicklung genutzt werden. Und wenn wir auch noch in der Grundschule digitale Grundkompetenzen vermitteln, dann wird Deutschland höchstwahrscheinlich zu den Gewinnern der Digitalisierung zählen.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14550-digitalisierung-nicht-ohne-weiter-bildung-4-0/feed/ 0
5 vor 10: London, EU, Marihuana, Investitionen, Türkei http://www.insm-oekonomenblog.de/14548-5-vor-10-london-eu-marihuana-investitionen-tuerkei/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14548-5-vor-10-london-eu-marihuana-investitionen-tuerkei/#comments Thu, 28 Jul 2016 07:53:26 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14548 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Bleibt London Europas Finanzzentrum? Wie muss sich die EU ändern? Und was passiert, wenn Marihuana frei verkäuflich ist? Außerdem geht es um die Notwendigkeit von mehr staatlichen Investitionen und um die wirtschaftlichen Probleme der Türkei.


1. Warum London Europas Finanzhauptstadt bleiben wird
(makronom.de, Simeon Djankov)
Nach der Entscheidung der Briten aus der EU auszutreten, machen sich in den Banktürmen der Londoner City viele Menschen Sorgen um ihren Job. Kann die britische Hauptstadt auch außerhalb der Staatengemeinschaft ihren Platz als Finanzzentrum verteidigen oder laufen ihr Frankfurt, Paris und Dublin den Rang ab? Die Ängste sind möglicherweise übertrieben: Laut Simeon Djankov gibt es gute Gründe für die Vermutung, dass die Finanzwelt London treu bleiben wird.

2. “Europa steht vor dem Kollaps”
(wiwo.de, Gregor Peter Schmitz)
Der Finanzinvestor George Soros sieht die Europäer vor massiven Problemen. Er fordert, nach der britischen Brexit-Entscheidung die Verfasstheit der EU komplett zu überdenken: “Das Ziel muss eine Europäische Union sein, der auch ein Land wie Großbritannien unbedingt angehören möchte.” Erreicht werden könnte das seiner Meinung nach unter anderem mit einer europäischen Investitionsoffensive.

3. Gimme Dope, Professor!
(sueddeutsche.de, Guido Bohsem)
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Michelle Sovinsky beschäftigt sich mit unbekannten Welten: “Was wäre wenn..?”, lautet die Ausgangsfrage ihrer Forschungsarbeiten. Die in Mannheim lehrende Ökonomin hat sich beispielsweise mit der Frage befasst, wie ein freier Verkauf von Marihuana eine Volkswirtschaft verändern würde. Ihre Antwort: Es würde deutlich mehr Kiffer geben – und der Staat stünde vor zusätzlichen Milliardeneinnahmen.

4. Sinkende staatliche Investitionen gefährden Wachstum
(oekonomenstimme.org, Hans Baumann)
In den Haushalten vieler Staaten ist ein beunruhigender Trend zu beobachten: Immer mehr Geld muss für Sozialleistungen ausgegeben werden, gleichzeitig sinkt der Anteil der Nettoinvestitionen. In Europa ist das Phönomen seit den 90er Jahren beobachtbar. Darunter leidet nicht nur kurzfristig die Konjunktur, sondern unter Umständen auch langfristig die Wachstumsentwicklung eines Landes, analysiert Hans Baumann.

5. Wie schlecht geht es der Türkei wirklich?
(faz.net, Rainer Hermann)
Unter der Führung der AKP, der Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, hat das Land einen rasanten Aufstieg hingelegt. Zu Beginn des Jahrtausends verdreifachte sich das Durchschnittseinkommen innerhalb eines Jahrzehnts. Doch in den vergangenen Jahren wurde der Trend ausgebremst. Der Ökonom Seyfettin Gürsel erklärt, weshalb das so ist.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14548-5-vor-10-london-eu-marihuana-investitionen-tuerkei/feed/ 0
5 vor 10: Flüchtlinge, Venezuela, Geldpolitik, Brexit, Scheitern http://www.insm-oekonomenblog.de/14546-5-vor-10-fluechtlinge-venezuela-geldpolitik-brexit-scheitern/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14546-5-vor-10-fluechtlinge-venezuela-geldpolitik-brexit-scheitern/#comments Wed, 27 Jul 2016 07:53:42 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14546 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Warum Flüchtlinge und Arbeitgeber nicht zueinander finden, weshalb Windeln in Venezuela knapp werden und wie sich die Anleihekäufe der Zentralbanken auf die Wirtschaft auswirken. Außerdem geht es um positive Signale aus Großbritannien und um die Frage, warum eine Kultur des Scheiterns so wichtig ist.


1. “So kann ich nicht arbeiten”
(zeit.de, Nadine Oberhuber)
Zusammengenommen beschäftigen alle 30 Dax-Konzerne derzeit nur 80 Flüchtlinge – und davon arbeiten 50 bei der Telekom. Für die restlichen Großunternehmen bleibt damit im Schnitt jeweils ein einziger Flüchtling. Woran liegt es, dass Wirtschaft und Flüchtlinge derzeit am Arbeitsmarkt so schlecht zueinander finden? Nadine Oberhuber begibt sich auf eine Spurensuche.

2. Keine Windeln für Venezuela
(qz.com, Ana Campoy, englisch)
Venezuelas Wirtschaftskrise macht das Alltagsleben in dem südamerikanischen Land immer schwerer. Für Eltern ist es seit Neuestem fast unmöglich, Windeln für ihre Babys zu finden. Der größte Windelproduzent des Landes hat nämlich das Ende seiner Tätigkeit in dem Land verkündet. Die Gründe: Extrem gestiegene Kosten und Preiskontrollen der Regierung.

3. Anleihekäufe wirken positiv – oder doch nicht?
(blogs.faz.net, Gerald Braunberger)
Die großen Zentralbanken haben in den vergangenen Jahren rund um den Globus viele Erfahrungen mit Anleihekaufprogrammen gemacht. Die amerikanische Fed und die Bank of England versuchten damit, die Wirtschaft zu stützen. Die EZB und die Bank of Japan tun dies immer noch. Doch erreichen die Milliardenprogramme wirklich ihr Ziel? Die Wirtschaftswissenschaft bleibt eine klare Antwort schuldig.

4. Unsicherheit, aber kein Chaos
(bloomberg.com, Mark Gilbert, englisch)
Einen Monat nach der Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, lassen sich die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen naturgemäß noch nicht abschätzen. Laut Bloomberg-Kolumnist Mark Gilbert gibt es aber Anzeichen, dass die Folgen nicht so schlimm sein werden wie befürchtet. Die Aktienmärkte erscheinen im Vergleich zum Tag nach dem Referendum regelrecht euphorisch.

5. Wir brauchen in Deutschland eine “Kultur des Scheiterns”
(businessinsider.de, Uta Knapp)
Von Start-up-Gründern sind meist nur die Erfolgsgeschichten zu hören: Berühmt werden Menschen wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg oder Uber-Gründer Travis Kalanick. Vergessen wird oft, dass viele Geschäftsideen floppen. Aber auch von diesen Beispielen lässt sich viel lernen. Das zeigen Veranstaltungen wie die sogenannten “Fuck up Nights” in Witten, bei denen Gründer von ihren Misserfolgen berichten.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14546-5-vor-10-fluechtlinge-venezuela-geldpolitik-brexit-scheitern/feed/ 1
Der gescheite Irre am Rande des Liberalismus http://www.insm-oekonomenblog.de/14542-buchkritik-david-freedmann-das-raederwerk-der-freiheitder-gescheite-irre-am-rande-des-liberalismus/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14542-buchkritik-david-freedmann-das-raederwerk-der-freiheitder-gescheite-irre-am-rande-des-liberalismus/#comments Tue, 26 Jul 2016 08:30:42 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14542 weiterlesen]]> 1973 sorgte David D. Friedman mit seiner „Machinery of Freedom“ erstmals für Wirbel. Das Buch ist seitdem Kult. Seine Thesen, dass der Staat nicht in der Lage ist, für Sicherheit, Bildung, medizinische Versorgung und soziale Gerechtigkeit zu sorgen, hat vor allem in den USA großen Anklang gefunden. Jetzt wurde der Klassiker des Anarchokapitalisten wieder einmal neu aufgelegt.

David D. Friedman: Das Räderwerk der Freiheit – für einen radikalen Kapitalismus, Lichtschlag Verlag, Grevenbroich 2016

1973 sorgte David D. Friedman mit seiner „Machinery of Freedom“ erstmals für Wirbel. Das Buch ist seitdem Kult. Seine Thesen, dass der Staat nicht in der Lage ist, für Sicherheit, Bildung, medizinische Versorgung und soziale Gerechtigkeit zu sorgen, hat vor allem in den USA großen Anklang gefunden. Jetzt wurde der Klassiker des Anarchokapitalisten wieder einmal neu aufgelegt.

Der Einleitungstext auf seiner kryptischen Homepage (www.daviddfriedman.com) sagt schon alles über David D. Friedman: „This is the home page of David Friedman. Not the Hawaiian artist David Friedman, or the composer David Friedman, or the fix-what’s-wrong-with- government David Friedman (050) or the fifteen year old David Friedman or the eighteen year old David Friedman or the legendary film pornographer David Friedman or even the economic journalist David Friedman but the anarchist-anachronist-economist David Friedman.” Der Mann ist ungewöhnlich, dazu wortreich, eloquent, bissig, unkonventionell, anarchisch, deftig und voller Humor. Studiert hat er die Rechtswissenschaften, doch seinen Fans und Kritikern gilt er als Anarchokapitalist, Atheist, Ökonom und Befürworter der Kryptowährung Bitcoin. Natürlich tritt er für einen freien Markt ein, für freiwillige Übereinkünfte und für eine von freiwilligen vertraglichen Bindungen beeinflusste Gesellschaft ohne staatliche Institutionen und Eingriffe.

Er selbst bezeichnet sich als eine Mischung aus „Adam-Smith-Liberaler“ und „Goldwater-Konservativer“ (nach Barry Morris Goldwater), und zudem als „Sprecher einer kleinen Bewegung, die sich Libertäre nennen“. In seinen Forderungen nach einem Rückzug des Staates aus der wirtschaftlichen Ordnung und dem gesellschaftlichen Leben geht er deutlich über die liberalen Theorien seines Vaters Milton Friedman hinaus. Sein Klassiker „The Machinery oft Freedom“ erschien erstmals vor 43  Jahren. Da war er 28 Jahre alt. 2014 kam in den USA die dritte Auflage auf den Markt, die nun als zweite erweiterte deutsche Auflage erschienen ist: „Das Räderwerk der Freiheit – für einen radikalen Kapitalismus“.

Für Drogenfreiheit und gegen Wohlfahrtsprogramme

Friedman hat die aktuelle Version um zwei weitere Buchteile ergänzt, in denen er seine Argumente aus einer Zeit, in der das Internet „in weiter Ferne lag und die libertäre Bewegung in den USA ihre Pubertät durchmachte (während die deutsche noch gar nicht geboren war), auf den neuesten Stand bringt“. Der Kern des „Räderwerks“ ist unberührt geblieben.

Friedman hält seine Thesen von damals für aktueller denn je. „Was passiert, wenn wir den Staat verkaufen?“, fragt er. Sollten wir ihn tatsächlich verkaufen, folgt für Friedmann nicht das von allen erwartete Chaos, sondern es eröffnet sich die Möglichkeit, eine tatsächlich freie und auch geordnete Gesellschaft entstehen zu lassen. Statt auf staatlichen Zwang setzt er auf freiwillige Vereinbarungen. Damals öffnete diese radikale Sicht für viele den Blick für Verkrustungen, die aufgrund der großen Staatsgläubigkeit stets für gegeben und unabänderlich gehalten wurden. Friedman entwirft Szenarien, wie staatliche Regelsysteme durch private Organisationen störungsfrei ersetzt werden können. Seine libertäre Gesellschaft kennt keine Verbote, kein Militär und keine Grenzen für Einwanderung. Drogen wären frei erhältlich, und eine allgemeine Anschnallpflicht im Auto gebe es auch nicht. Ebenso keine Polizei – denn innere und äußere Sicherheit müssten sich die Bürger bei privaten Sicherheitsagenturen kaufen. Gleichzeitig lehnt Friedman Wohlfahrtsprogramme ab, „die die Armen mit Geld unterstützen, das den Steuerzahlern gewaltsam abgenommen wurde“. Er stellt sich gegen Zölle, Subventionen,  Anleihegarantien, Stadtsanierungsprogramme und Agrarpreisstützungen – kurzum gegen „alle der noch sehr viel zahlreicheren Programme, die die Nicht-Armen – oft die Reichen – mit Geld unterstützen, das gewaltsam den Steuerzahlen abgenommen wurde – oft den Armen“.

Anarchie ist nicht Chaos

Schon damals war das schwerer Tobak selbst für wohl wollende Kritiker und auch deswegen bezeichneten manche die Philosophie des blitzgescheiten Friedman frotzelnd gerne als „lunatic fringe“ – als „irren Randbereich“ des Liberalismus. Sein Buch wurde und ist immer noch Kult. Sein bekannter Satz „Ein Anarchist ist keiner, der das Chaos befürwortet“ zeugt von seinem Verständnis für eine Gesellschaft, die die individuelle Freiheit als höchstes Gut preist und darauf setzt, dass der Anarchist, der das sogenannte Gewaltmonopol von Staat und Regierung ablehnt, lieber auf eine Ordnung baut, die die freien Entscheidungen freier Individuen anerkennt und fördert. Friedman fordert die „Renaissance“ des amerikanischen Hochschulsystems, er wünscht sich statt der Justiz und Gerichtsverfahren lieber Schlichter-Firmen, er stellt die Effektivität der Landesverteidigung in Frage und träumt von einer Gesellschaft, in der nicht den Machthungrigen die Macht zukommt, sondern den „schlauen Menschen“, die die Institutionen nicht für ihre Zwecke benutzen (eine schöne Utopie, und auch deswegen fügt Friedmann an: „Und die Flüsse werden bergauf fließen.“) Und schließlich für alle, die es immer noch nicht wissen, was für Friedman den Unterschied zwischen Regierung und Anarchie ausmacht – hier seine Antwort: „Eine Regierung ist eine Agentur des legitimierten Zwangs […] Eine Regierung ist eine Einrichtung, gegen die Leute die Verpflichtungsstrategien fallen gelassen haben, die verteidigen, was sie als ihre Rechte gegen andere Leute ansehen. Eine Anarchie ist eine Gesellschaft, in der es keine solche Einrichtung gibt.“

Fazit

Man muss David D. Friedmans freche Radikalität nicht mögen. Aber gerade das macht ihn lesenswert: „Ich mache mir gewöhnlich nicht die Mühe, Bücher zu lesen, die für etwas argumentieren, mit dem ich bereits übereinstimme“, schreibt Friedman in den Ergänzungen der aktuellen Ausgabe. Genau das ist es, warum es sich lohnt, sich auch das vorliegende Buch mal wieder vorzuknöpfen. Friedmans leichter und witziger Stil überzeugt nach wie vor und bleibt modern, seine temperamentvollen Ausführungen wirken immer noch wie ein Aufputschmittel. Die Wirkung – angesichts einer notwendig anderen Realität – verblasst zwar wieder, aber die Erinnerung daran bleibt. Glückwunsch zur Neuauflage!

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14542-buchkritik-david-freedmann-das-raederwerk-der-freiheitder-gescheite-irre-am-rande-des-liberalismus/feed/ 0
5 vor 10: Armut, Bärte, Effizienz, Arbeitslosigkeit, Freihandel http://www.insm-oekonomenblog.de/14537-5-vor-10-armut-baerte-effizienz-arbeitslosigkeit-freihandel/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14537-5-vor-10-armut-baerte-effizienz-arbeitslosigkeit-freihandel/#comments Tue, 26 Jul 2016 07:53:57 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14537 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Armut in Europa, Marktmacht bei Rasierklingen und eine Steuer auf unproduktives Kapital. Zudem fragen wir, warum es strukturelle Arbeitslosigkeit gibt und erklären, weshalb Handelsabschottung zu kurz gedacht ist.


1. Wie die Finanzkrise die Armut verändert
(weforum.org, Rod Hick, englisch)
Die Finanzkrise hat die Armut in Europa verändert: Rod Hick hat in seiner Studie untersucht, wie sich Armut in der EU vor, während und nach der Finanzkrise entwickelt hat. Leben die Menschen unter dem durchschnittlichen Lebensstandard? Fehlt ihnen das Nötigste zum Leben? Oder arbeitet keiner in ihrem Haushalt? Fragen wie diese hat er sich angesehen und stellt fest: Den Süden Europas hat die Finanzkrise hart getroffen. Was muss Europa tun, um die Armut zu verringern?

2. Das große Geschäft mit dem Männerbart
(welt.de, Michael Gassmann)
Die Rasierklingenanbieter Gilette und Wilkinson machen ein gutes Geschäft, zusammen kommen auf einen Marktanteil von rund 90 Prozent. Für den Konsumenten ist das leidig: Kosten die Klingen in der Herstellung gerade einmal wenige Cent, werden sie zu horrenden Preisen verkauft. Kann ein Start-up aus Berlin den Markt umkrempeln?

3. Eine Steuer für mehr Effizienz
(bloomberg.com, Noah Smith, englisch)
Die Steuern, die die Ökonomen Daphne Chen, Fatih Guvenen, Gueorgui Kambourov und Burhanettin Kuruscu in ihrem Paper entwickeln, sollen den Besitz von Kapital effizienter machen und gleichzeitig mit dem Vorurteil aufräumen, Steuern würden die falschen Anreize setzen – wie sonst so oft. Ihr Plan: Jene Menschen mit Kapital, die ihr Geld nicht gewinnbringend einsetzen, besteuern; andere, die es vermehren können, bevorzugen. Kann das funktionieren?

4. Entsteht strukturelle Arbeitslosigkeit durch Hysterese?
(oekonomenstimme.org, Sabine Klinger und Enzo Weber)
Gibt es strukturelle Arbeitslosigkeit, weil die Menschen nach großen Veränderungen in eine Art Schockstarre verfallen? Dieser Frage gehen Sabine Klinger und Enzo Weber nach. Sie haben ein Modell entworfen, das den lange anhaltenden Aufwärtstrend der Arbeitslosigkeit in Deutschland durch Hysterese erklären kann. Liegt das etwa daran, dass Fähigkeiten oder Motivation während der Arbeitslosigkeit verloren gehen, Arbeitslosigkeit stigmatisierend wirkt oder Insider-Lohnverhandlungen die Eintrittsbarrieren zu hoch setzen?

5. Handelsunfähig
(faz.net, Hendrik Kafsack)
Natürlich gebe es Menschen, die durch den freien Handel verlieren könnten, schreibt Hendrik Kafsack, Wirtschaftskorrespondent der FAZ in Brüssel: Etwa, weil Industriezweige verlagert werden und Menschen hier ihre Stellen verlieren. Andererseits aber, kommentiert er, schaffe der Handel eine “fitte” Wirtschaft. Spätestens auf lange Sicht seien Protektionismus und Abschottung gefährlich.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14537-5-vor-10-armut-baerte-effizienz-arbeitslosigkeit-freihandel/feed/ 0
5 vor 10: Arbeitsmarkt, Abgehängte, Türkei, Misstrauen, Pokémon http://www.insm-oekonomenblog.de/14523-5-vor-10-arbeitsmarkt-abgehaengte-tuerkei-misstrauen-pokemon/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14523-5-vor-10-arbeitsmarkt-abgehaengte-tuerkei-misstrauen-pokemon/#comments Mon, 25 Jul 2016 07:53:59 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14523 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: die Entwicklung der Arbeitsmärkte in der OECD seit der Finanzkrise, warum ein Aufstand der gesellschaftlich Abgehängten droht – und ein Absturz der türkischen Wirtschaft. Außerdem: wieso das Vertrauen in Ökonomen schwindet sowie eine Diskussion der volkswirtschaftlichen Chancen und Risiken der Rekord-App Pokémon Go.


1. Arbeitsmarkt seit der Großen Rezession
(voxeu.org, Stefano Scarpetta, Mark Keese und Paul Swaim, englisch)
Wie hat sich der Arbeitsmarkt in den seit der Finanzkrise bestenfalls langsam wachsenden OECD-Volkswirtschaften verändert? Und welche Auswirkungen hat dies auf das Verhältnis zwischen Lohn und Produktivität? Diesen Fragen gehen die OECD-Wissenschaftler Stefano Scarpetta, Mark Keese und Paul Swaim für Voxeu nach und erklären, was schief läuft. Sie beschreiben außerdem, wieso gerade jetzt ein guter Zeitpunkt für Reformen wäre.

2. Dem Westen droht ein Aufstand der Abgehängten
(welt.de, Alan Posener)
Wer sich abgehängt fühlt, weil ihm “Intelligenz oder der Leistungswille” fehlt, wer sich schon immer “unten” gefühlt hat, probt den Aufstand gegen die Eliten. Das schreibt Welt-Korrespondent Alan Posener: “Sie haben für den Brexit gestimmt. Sie marschieren gegen Zuwanderung. Nicht, weil die Eliten versagt hätten; sondern weil die Elite das Versagen der Masse zum Programm erhoben hat.” Muss sich unser Leistungsbegriff verändern, damit die Demokratie eine Zukunft hat?

3. Die türkische Wirtschaft vor dem Absturz?
(wiwo.de, Philipp Mattheis und Silke Wettach)
Ob schwindende Chancen auf einen EU-Beitritt, weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit, Tourismus oder Ausreise der Gebildeten – die Auswirkungen des Putschversuchs in der Türkei werden die dortige Wirtschaft hart treffen. Philipp Mattheis und Silke Wettach analysieren für die Wirtschaftswoche, was nun droht.

4. Das Misstrauen gegenüber Ökonomen
(qz.com, Allison Schrager, englisch)
Brexit, US-Mindestlohn, TTIP: Nur drei der Themen, bei denen Politik und Bevölkerung den Ratschlägen der Ökonomen nicht mehr vertrauen – und deshalb aus wirtschaftlicher Sicht schlechte Entscheidungen treffen. Allison Schrager hat für Quartz die Gründe für dieses Misstrauen beschrieben.

5. Macht Pokémon Go Amerika arm?
(fee.org, Andrew Meleta, englisch)
Das Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go bricht alle Rekorde: Nie wurde eine App im Apple-Store in der ersten Woche so häufig heruntergeladen. Doch schadet das Spiel der Wirtschaft? Andrew Meleta analysiert für die Foundation for Economic Education, wer von der Monsterjagd profitiert und wer verliert.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14523-5-vor-10-arbeitsmarkt-abgehaengte-tuerkei-misstrauen-pokemon/feed/ 1
5 vor 10: Nachhaltigkeit, VHS, EZB, Indien, Urlaub http://www.insm-oekonomenblog.de/14521-5-vor-10-nachhaltigkeit-vhs-ezb-indien-urlaub/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14521-5-vor-10-nachhaltigkeit-vhs-ezb-indien-urlaub/#comments Fri, 22 Jul 2016 07:53:20 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14521 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Wie sich Nachhaltigkeit und freie Marktwirtschaft vereinen lassen, warum in diesen Tagen der letzte Videorecorder produziert wird, weshalb die EZB Firmenanleihen kauft und wie Indiens Premier seinen Ruf als wirtschaftlicher Reformer zurückerlangen könnte. Außerdem gibt es eine Liste, die zeigt, welche Berufe den längsten Urlaub mit sich bringen.


1. Das Nachhaltigkeitsziel und die freie Marktwirtschaft
(wirtschaftlichefreiheit.de, Michael Neumann)
Nachhaltigkeit wird längst nicht mehr nur von Umweltaktivsten gefordert. Der Begriff ist zum Standardvokabular von Unternehmensberichten geworden. Dennoch gibt es Zweifel, ob der ressourcenschonende Umgang mit der Natur wirklich mit einer wachstumsorientierten Volkswirtschaft in Einklang zu bringen ist. Michael Neumann zeigt, dass dies durchaus möglich ist. Ein wichtiger Schritt wäre seiner Meinung nach die Verteilung von Eigentumsrechten an Naturkapital.

2. In wenigen Tagen läuft der letzte Videorecorder vom Band
(qz.com, Ananya Bhattacharyam, Englisch)
Das Internet hat die Unterhaltungsindustrie verändert wie kaum eine andere Branche. Streamingdienste stehen heute an der Stelle, die früher Videotheken besetzten. Und wer tatsächlich einen Film physisch besitzen will, kauft ihn sich aller Wahrscheinlichkeit nach als DVD. Da überrascht es, dass überhaupt noch eine Firma VHS-Recorder herstellte. Doch damit ist es bald vorbei: In Japan läuft in wenigen Tagen das letzte Gerät vom Band.

3. Mario Draghi hat es mit Konzernen und mit der öffentlichen Hand
(rolandtichy.de, Manfred Gburek)
Um seinem Inflationsziel von zwei Prozent näher zu kommen, lässt EZB-Chef Mario Draghi seit Juni nicht nur Staats-  sondern auch Unternehmensanleihen im großen Stil aufkaufen. “Über den Zusammenhang von Anleihenkauf und Inflation kann man streiten”, schreibt Manfred Gburek. “Wahrscheinlich gibt es ihn nicht.” Bemerkenswert findet er jedoch auch, von welchen Unternehmen Anleihen gekauft werden – und von welchen nicht.

4. Modis Herausforderungen
(voxeu.org, Rajiv Kumar)
Als Regierungschef des indischen Bundesstaats Gujarat galt Narendra Modi aus Sicht der Wirtschaft als lobenswerter Reformer. Seit seinem Aufstieg in das Amt des Premierministers, in dem er für ganz Indien zuständig ist, gibt es weniger Applaus: Wichtige Gesetzeshaben kommen nicht vom Fleck, Modis Agenda wirkt ausgebremst. Rajiv Kumar erklärt, wie Modi seinen guten Ruf von früher zurückerlangen kann.

5. In diesen Berufen bekommt man die meisten Urlaubstage
(welt.de, Max Zimmermann)
Wer viel verdient, hat in der Regel auch länger Urlaub: Bei einem Gehalt von weniger als 20.000 Euro im Jahr liegt der Urlaubsanspruch einer Studie zufolge bei durchschnittlich 24 Tagen im Jahr. Wer hingegen mehr als 61.000 Euro bekommt, der kann auch länger Urlaub machen. Die Unterschiede schlagen sich auch im Ranking der Berufsgruppen nieder. Friseure bekommen besonders wenig freie Tage, Ingenieure und Ärzte besonders viele.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14521-5-vor-10-nachhaltigkeit-vhs-ezb-indien-urlaub/feed/ 0
5 vor 10: Reformen, Trump, Wohlstand, Schulden, Finanzmärkte http://www.insm-oekonomenblog.de/14517-5-vor-10-reformen-trump-wohlstand-schulden-finanzmaerkte/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14517-5-vor-10-reformen-trump-wohlstand-schulden-finanzmaerkte/#comments Thu, 21 Jul 2016 07:53:00 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14517 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Die ungelösten wirtschaftspolitischen Herausforderungen der Bundesregierung, die wirtschaftliche Gefahr durch Donald Trump, Deutschlands hoher Wohlstand und Frankreichs Schuldenblase. Außerdem: Warum läuft es an den Finanzmärkten so gut, während die Welt so chaotisch erscheint, wie schon lange nicht mehr?


1. Deutschland hat jetzt ein Jahr Urlaub
(zeit.de, Zacharias Zacharakis)
Die Bundesregierung verabschiedet sich in die Sommerpause – und leitet damit nach Meinung von Zacharias Zacharakis ein ganzes Jahr der Tatenlosigkeit ein. Bis zur Bundestagswahl seien keine wesentlichen Reformen mehr zu erwarten. Dabei gebe es aus seiner Sicht vor allem in der Wirtschaftspolitik mehrere ungelöste Probleme: “Vielleicht nutzt es wenigstens, wenn Lösungsvorschläge ihren Weg in den Wahlkampf finden.”

2. Trump ist eine Gefahr für die Weltwirtschaft
(faz.net, Winand von Petersdorff)
Noch vor einem Jahr haben die meisten politischen Kommentatoren Donald Trumps Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur für einen aussichtslosen Plan gehalten. Seit dieser Woche ist nun offiziell, dass der Immobilienmilliardär für die Republikaner ins Rennen ums Weiße Haus geht. Spätestens jetzt stellt sich die Frage: Was würde Trumps Sieg bedeuten? Für die Weltwirtschaft nichts Gutes, meint Winand von Petersdorff.

3. Das Leben in Deutschland ist beinahe perfekt
(welt.de, Nina Trentmann)
Der wirtschaftliche Wohlstand in Deutschland war im internationalen Vergleich noch nie höher als jetzt: Laut einer Studie der Boston Consulting Group landet die Bundesrepublik erstmals auf Rang vier eines weltweiten Rankings. Nur kleine Länder wie Norwegen, Finnland und die Niederlande schneiden besser ab. Hohe Einkommen, eine gute Bildung und ein funktionierender Arbeitsmarkt sind die wichtigsten Gründe dafür.

4. Vergessen wir nicht Frankreichs Schuldenblase
(weitwinkelsubjektiv.com, André Kühnlenz)
Marode Kredite bringen Italiens Banken gerade in erhebliche Bedrängnis. Vielen Beobachtern entgeht dabei laut André Kühnlenz, dass es in Frankreich ein mindestens ebenso großes Schuldenproblem gibt. Die Bruttoschulden liegen 18 Mal höher als die operativen Gewinne. Ein Großteil der Einnahmen muss zum Schuldendienst herangezogen werden. Beunruhigend sei auch die Vorgehensweise der EU-Kommission.

5. Die Finanzmärkte sind im Paralleluniversum
(wiwo.de, Daniel Stelter)
Es ist eine lange Liste an Brennpunkten und Risiken, die Daniel Stelter vorlegt: “Putsch in der Türkei, Krieg in der Ukraine, Bürgerkrieg in Syrien, Terror nicht nur in Frankreich, Spannungen im südchinesischen Meer, demografische Bombe im Nahen Osten und Afrika.” Obwohl die Welt derzeit so chaotisch wirkt wie schon lange nicht mehr, läuft es an den Aktienmärkten prächtig. Doch die Finanzwelt kann nicht ewig im Paralleluniversum bleiben, glaubt Stelter.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14517-5-vor-10-reformen-trump-wohlstand-schulden-finanzmaerkte/feed/ 0
5 vor 10: Armut, Weltwirtschaft, Akademisierung, China, Sharing http://www.insm-oekonomenblog.de/14515-5-vor-10-armut-weltwirtschaft-akademisierung-china-sharing/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14515-5-vor-10-armut-weltwirtschaft-akademisierung-china-sharing/#comments Wed, 20 Jul 2016 07:53:21 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14515 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Nicht alles ist schlecht auf der Welt, aber es gibt fünf Risiken für die globale Konjunktur und den fortschreitenden Akademisierungswahn im deutschen Bildungssystem. Außerdem: China gehen die Landarbeiter aus und die Schattenseiten der Sharing-Ökonomie.


1. Es gibt auch positive Nachrichten über die Welt
(qz.com, Matt Phillips)
Faule Kredite, langsames Wachstum und nur gering steigende Reallöhne. In den Industriestaaten haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahrzehnten eher verschlechtert. Ganz anders in den Schwellenländern. Ein Beispiel: Weltweit hat sich die Zahl der in absoluter Armut lebender Menschen um 1,5 Milliarden verringert.

2. Die fünf größten Risiken für die Weltwirtschaft
(handelsblatt.com, Norbert Häring)
Der Internationale Währungsfonds warnt vor den fünf größten Gefahren für die Weltwirtschaft. Zu diesen Risiken zählen die Ökonomen eine Bankenkrise in Südeuropa, eine ausbleibende Erholung der BRICS-Staaten und einen Handelskrieg zwischen der EU und Großbritannien. Auch eine Rezession im Vereinigten Königreich dürfte die globale Konjunktur belasten.

3. Ein Plädoyer gegen die Akademisierung
(wiwo.de, Hilmar Schneider)
An den Universitäten werden immer spezialisiertere Studiengänge angeboten: Kindheitswissenschaften oder Alternativer Tourismus beispielsweise. Hilmar Schneider glaubt, dass diese Angebote an der tatsächlichen Nachfrage des Arbeitsmarktes vorbeigehen und fordert, Universitäten müssten offenlegen, was aus den Absolventen später einmal geworden ist: Das würde Transparenz und mehr Marktwirtschaft in unser Bildungssystem bringen.

4. Hat Chinas Urbanisierung den Höhepunkt erreicht?
(bloomberg.com, Adam Minter)
Chinas Aufschwung lebte Jahrzehnte davon, dass Landarbeiter in Fabriken geholt wurden, um billige Exportgüter zu produzieren. Doch dieses Wachstumsmodell gerät zunehmend an seine Grenzen. Ein Grund: Die Landarbeiter gehen dem Land ganz einfach aus. Das hat auch mit dem demografischen Wandel der Volksrepublik zu tun.

5. Gutes Teilen, schlechtes Teilen
(zeit.de, Nadine Oberhuber)
Manche behaupten, die Sharing Economy habe das Potenzial, das Wirtschaftssystem komplett zu verändern und sogar den Kapitalismus abzuschaffen. Da ist allerdings Skepsis angebracht: Die meisten Sharing-Angebote funktionieren nach den selben Marktgesetzen wie andere Angebote auch. Allerdings kann Sharing die Wirtschaft durchaus nachhaltiger machen, wie einige Beispiele zeigen.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem Ökonomenblog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keinen Ökonomen-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, und abonnieren Sie unseren Whats-App-Nachrichtenkanal, RSS-Feed oder unseren Newsletter.

]]>
http://www.insm-oekonomenblog.de/14515-5-vor-10-armut-weltwirtschaft-akademisierung-china-sharing/feed/ 0