INSM – ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) http://www.insm-oekonomenblog.de Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten - diskutieren Sie mit! Thu, 25 Aug 2016 07:53:46 +0000 de-DE hourly 1 5 vor 10: Globalisierung, Konjunktur, Steuern, Auto-Papst, Start-ups http://www.insm-oekonomenblog.de/14690-5-vor-10-globalisierung-konjunktur-steuern-auto-papst-start-ups/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14690-5-vor-10-globalisierung-konjunktur-steuern-auto-papst-start-ups/#respond Thu, 25 Aug 2016 07:53:46 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14690 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Warum Globalisierungskritik immer populärer wird, Invesitionen in Deutschland nicht in Schwung kommen und der Staat Überschüsse in Rekordhöhe erwirtschaftet. Außerdem: Kritik an Deutschlands “Auto-Papst” und ein Essay über die Frage, was Staaten von Start-ups lernen können.


1. Die neue alte Angst vor der Globalisierung
(faz.net, Winand von Petersdorff und Philip Plickert)
Donald Trump und Bernie Sanders positionierten sich im amerikanischen Wahlkampf als Freihandelskritiker. Auch Hillary Clinton schwenkte auf diesen Kurs ein. Ökonomen beschäftigen sich mit der Frage, weshalb die Globalisierungskritik so populär geworden ist. Der Ärger, den die Politiker aufgreifen, wurzele im Versagen der Globalisierung, der amerikanischen Arbeiter- und Mittelklasse fühlbare Vorteile zu verschaffen, meint der frühere Weltbank-Ökonom Branko Milanovic.

2. Die neue Normalität – eine Wachstumsrate von 1,8 Prozent
(blog.zeit.de, Dieter Wermuth)
Die deutsche Konjunktur gibt derzeit ein positives Bild ab: Der Außenhandel entwickelt sich dynamisch, der private und staatliche Konsum setzt positive Impulse. Doch Dieter Wermuth beobachtet auch Probleme: “Trotz der ausgezeichneten internationalen Wettbewerbsfähigkeit, der niedrigen Realzinsen auf Fremd- und Eigenkapital und des erstaunlich spannungsarmen Verhältnisses zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern kommen die Investitionen einfach nicht in Schwung.”

3. Deutschland erlebt sein großes Steuerwunder
(welt.de, Jan Dams und Claudia Kade)
18,5 Milliarden Euro hat der deutsche Staat in der ersten Jahreshälfte an Überschuss erzielt. So gut war die Lage der Staatskasse seit der Wiedervereinigung nicht. Deutschland steuert damit auf das dritte Jahr in Folge zu, in dem Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen mehr einnehmen als ausgeben. Jetzt beginnt die Diskussion um Steuersenkungen – einige Politiker sprechen sich aber auch für Steuererhöhungen aus.

4. Fehlbarer Auto-Papst
(tichyseinblick.de, Alexander Wallasch)
Ferdinand Dudenhöffer ist Deutschlands bekanntester Automobilexperte. Der Professor an der Universität Duisburg-Essen wird von den Medien immer dann gefragt, wenn es bei Firmen wie Opel oder Volkswagen Probleme gibt. Bei seinen Urteilen nimmt der Mann, der früher selbst für Volkswagen gearbeitet hat, kein Blatt vor den Mund. Nach Meinung von Alexander Wallasch ist der “Auto-Papst” bei seinen Äußerungen aber nicht immer konsequent, wie ein Blick auf die aktuelle Zuliefererkrise bei VW zeigen soll.

5. Wenn sich Staaten wie Start-ups verhalten
(bloomberg.com, Tyler Cowen, englisch)
Sie fangen bei null an, sind schlank und flexibel: Start-up-Unternehmen haben oft gerade deshalb so großen Erfolg, weil sie sich ganz anders aufstellen können als Konzerne, die im Vergleich ziemlich schwerfällig wirken. Bei Staaten lässt sich dieses Prinzip ebenfalls beobachten. Das zeigt ein Blick auf den Stadtstaat Singapur, der es innerhalb weniger Jahrzehnte schaffte, von einem vergleichsweise armen Fischerdorf zur wohlhabenden Finanzmetropole aufzusteigen.

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5 vor 10: Frankreich, Gründer, Satelliten, Knastwährung, Digitalisierung http://www.insm-oekonomenblog.de/14687-5-vor-10-frankreich-gruender-satelliten-knastwaehrung-digitalisierung/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14687-5-vor-10-frankreich-gruender-satelliten-knastwaehrung-digitalisierung/#respond Wed, 24 Aug 2016 07:53:14 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14687 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Frankreich verliert den Anschluss an Deutschland, ein Unternehmer will mithilfe einer TV-Show den Pioniergeist der Jugend wecken und Satelliten helfen bei der Armutsbekämpfung. Außerdem: Instant-Nudeln werden zur inoffiziellen Währung in US-Gefängnissen und die Digitalisierung krempelt die Versicherungsbranche um.


1. Deutschland und Frankreich – ein ungleiches Paar
(blog.tagesanzeiger.ch, Tobias Straumann)
Die beiden großen Volkswirtschaften entwickeln sich immer schneller auseinander: Das deutsche Pro-Kopf-Einkommen ist mittlerweile zehn Prozent höher als das französische – das war nie der Fall seit den 1960er-Jahren. “Paris droht zum Seitenwagen Berlins zu werden. Ob das auf die Dauer gut ist für Europa?”, schreibt Tobias Straumann.

2. “Rendite habe ich noch keine gesehen”
(zeit.de, Jens Tönnesmann, Jana Gioia Baurmann)
Der Unternehmer Jochen Schweizer ist Juror in der Gründershow “Die Höhle der Löwen”. Im Interview mit der Zeit spricht er darüber, wie er junge Menschen in Deutschland dazu bewegen will, eigene Firmen aufzubauen – und ob seine bisherigen Investments durch die Show erfolgreich waren.

3. Wie Satelliten die Armut bekämpfen
(sciencemag.org, John Bohannon, englisch)
Bevor man Armut lindern kann, muss man erst wissen, wo sie überhaupt ist. Satelliten sollen afrikanischen Staaten nun helfen, besonders stark betroffene Regionen zu identifizieren. Sie messen die Lichtstrahlung bei Nacht, Algorithmen berechnen aus den Daten das Einkommen der Menschen, die in dem Gebiet leben.

4. Instant-Nudeln werden Währung in US-Gefängnissen
(qz.com, Hanna Kozlowska, englisch)
Zigaretten galten lange als die inoffizielle Währung in amerikanischen Gefängnissen. Doch einer neuen Studie zufolge wird eine neues Zahlungsmittel immer beliebter: Instant-Nudeln. Grund dafür soll die schlechte Lebensmittelversorgung in den Vollzugsanstalten sein.

5. Versicherungen droht ein AirBnB-Erlebnis
(faz.net, Philipp Krohn)
Fintechs machen den Banken-Konkurrenz. Doch die Digitalisierung beschäftigt auch Versicherungen immer stärker. Auch etablierte Unternehmen experimentieren mit neuen Technologien. Das könnte das gesamte Geschäftsmodell der Branche verändern: Statt den Schaden zu kompensieren könnten die Versicherungen stärker darauf setzen, mit neuer Technik den Schaden erst gar nicht entstehen zu lassen.

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5 vor 10: Globalisierung, Myanmar, Sonnenschein, Nashorn, Sportvermarktung http://www.insm-oekonomenblog.de/14685-5-vor-10-globalisierung-myanmar-sonnenschein-nashorn-sportvermarktung/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14685-5-vor-10-globalisierung-myanmar-sonnenschein-nashorn-sportvermarktung/#respond Tue, 23 Aug 2016 07:53:49 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14685 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Kann die Europäische Union ihren einstigen Idealen noch gerecht werden? Warum schadet Sonne der Wirtschaft? Rettet die Privatisierung seltene Tierarten vor dem Aussterben? Zudem wird erklärt, welche Probleme Myanmar angehen muss und weshalb Monopole auch im Sport bedenklich sind.


1. “Ich muss Angela Merkel einen Großteil der Schuld geben”
(zeit.de, David Zajonz)
Vor allem Konzerne und Banken hätten die Globalisierung in der Vergangenheit vorangetrieben, künftig sollten auch Verbraucherschützer und Gewerkschaften ein Wort mitreden, fordert Dani Rodrik, Professor für Internationale Politische Ökonomie in Harvard. Im Zeit-Interview  spricht er zudem über die Spaltung der EU und warum er Zweifel daran hat, dass die Union ihren Idealen gerecht werden kann.

2. Schnelle Entwicklung in Myanmar
(bloomberg.com, Pankaj Mishra, englisch)
Das Bruttoinlandsprodukt von Myanmar wächst um acht Prozent pro Jahr und die Menschen können sich Smartphones leisten, obwohl allein die SIM-Karten vor wenigen Jahren noch 2.000 Dollar kosteten – doch auch wenn sich das südostasiatische Land an vielen Stellen sehr schnell entwickelt, bleiben viele Probleme: etwa die soziale Spaltung, die schlechte Infrastruktur und der Religionskonflikt, erklärt Pankaj Mishra.

3. Der Sonnenkönig regiert
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Gutes Wetter schadet der Wirtschaft: Constantin Seibt hat aufgeschrieben, welche Auswirkungen Sonnenschein hat. So arbeiteten etwa japanische Banker und amerikanische Arbeitnehmer durchschnittlich eine halbe Stunde länger, wenn der Himmel bewölkt war.

4. Kann das Nashorn durch die Privatisierung gerettet werden?
(fee.org, Nathan Keeble, englisch)
60.000 Dollar werden für ein Kilo Horn des Nashorns bezahlt. Weil Staaten die vom Aussterben bedrohten Nashörner nicht ausreichend schützen können, sollten sie privatisiert werden, argumentiert Nathan Keeble, Autor der Foundation for Economic Freedom. Dann würde auch ihre Population ansteigen.

5. Zweikampf ohne Waffen – und ohne Regeln
(sueddeutsche.de, Jürgen Schmieder)
Ihr Kauf gilt als der teuerste Deal der Sportgeschichte: Die Ultimate Fighting Championship (UFC) hat im vergangenen Jahr 600 Millionen Dollar umgesetzt und ist der größte Veranstalter für Sportveranstaltungen. Warum dieser Erfolg auch sein Problem ist, erklärt Jürgen Schmieder.

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Freibeträge in der Sozialversicherung: Nicht zielführend http://www.insm-oekonomenblog.de/14682-freibetraege-in-der-sozialversicherung-nicht-zielfuehrend/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14682-freibetraege-in-der-sozialversicherung-nicht-zielfuehrend/#comments Mon, 22 Aug 2016 09:22:02 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14682 weiterlesen]]> SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel will Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen entlasten. Da eine niedrigere Einkommensteuerlast bei den Geringverdienern kaum greift, sollen Freibeträge bei den Sozialabgaben für eine Umverteilung von oben nach unten sorgen. Davon profitieren aber längst nicht alle Haushalte am unteren Ende der Verteilung, wohl aber mach einer, der gar keiner Entlastung bedarf.

Die Bundestagswahl ist zwar noch etwas hin, aber in den Parteien wird schon heute über die Grundlinien nachgedacht, mit denen sie kommendes Jahr um die Wählergunst kämpfen möchten. Manche Idee wirkt da wie ein medialer Testballon, sie als politisches Sommertheater abzutun, wäre aber leichtfertig. Deshalb stellt sich die Frage, was eigentlich dran ist an der jüngsten Idee des SPD-Vizechefs Schäfer-Gümbel, Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen über Freibeträge bei den Sozialversicherungsbeiträgen zu entlasten.

Gerechte oder ungerechte Verteilung?

Wer nun eine Auseinandersetzung mit der Frage erwartet, ob denn die Einkommensverteilung gerecht oder ungerecht sei, den muss ich enttäuschen. Als Ökonom kann ich zwar trefflich über Methoden der Verteilungsmessung streiten. Ob die Gesellschaft am Ende aber einer stärkeren Umverteilung bedarf oder nicht, dazu habe ich zwar eine persönliche Meinung. In meiner Eigenschaft als Wissenschaftler kann ich aber kein Urteil über Fragen der Verteilungsgerechtigkeit treffen. Sehr wohl kann ich aber die ökonomischen Wirkungen einer solchen Maßnahme analysieren. Wie ist also der Vorschlag zu bewerten, wenn man sich die Umverteilungspräferenz des Sozialdemokraten zu eigen macht?

Der stellvertretende SPD-Chef hat zunächst einmal Recht, wenn er darauf hinweist, dass insbesondere Bezieher niedriger Einkommen über Entlastungen bei der Einkommensteuer kaum erreicht werden können. Denn das Gros der Steuerlast stemmen andere. Gut Dreiviertel des Einkommensteueraufkommens wird von dem obersten Viertel der Einkommensverteilung gezahlt, fast 95 Prozent von der oberen Hälfte. Eine alternative Entlastungsmöglichkeit ergibt sich aber bei Rentenversicherung und Co. Denn während Geringverdiener ab dem ersten Euro den gleichen Prozentsatz zur gesetzlichen Sozialversicherung wie alle anderen Mitglieder zahlen, werden Gutverdienende relativ besser gestellt, weil Einkommensbestandteile jenseits der Bemessungsgrenze beitragsfrei bleiben.

Die ersten Euro beitragsfrei – nur die halbe Wahrheit

Ein Freibetrag müsste dann so konstruiert sein, dass die ersten Euro des Arbeitsentgelts beitragsfrei bleiben und die Beitragspflicht später (gegebenenfalls in Stufen ansteigend) eintritt. Da das zu erheblichen Ausfällen in den Haushalten der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung führen würde, wären höhere Beitragssätze, eine Anhebung und/oder Abschaffung der Bemessungsgrenzen und/oder eine Ausweitung der Beitragspflicht auf weitere Einkommensbestandteile unvermeidbar. Dies gilt umso mehr, je großzügiger die Freibetragsgrenzen gewählt werden.

Allerdings würden damit die Arbeitskosten und so auch die Beschäftigungschancen vor allem der hochqualifizierten Arbeitnehmer mit hohen Einkommenserwartungen belastet. Denn die besonders nachgefragten Fachkräfte werden kaum auf Nettolohn verzichten. Also muss der Arbeitgeber höhere Sozialabgaben drauflegen.

Gegen die Familienversicherung

Aber könnte die Freibetragsregelung nicht den Arbeitsanreiz gerade in Familien verbessern? Denn wenn bisher beitragsfrei Familienversicherte eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, müssen sie mit einem Mal eigene Beiträge an die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, ohne dass sich daraus (abgesehen vom Krankengeldanspruch) zusätzliche Leistungsansprüche ergeben. Die Sozialabgabenpflicht kann dann wie eine Steuer auf die Beschäftigung wirken. (Das Argument gilt allerdings nicht für die Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge, weil dort der Beitrag den Leistungsanspruch beeinflusst.) Dieser Einwand taugt aber nicht zur Begründung einer Freibetragsregelung, denn er spricht grundsätzlich gegen eine beitragsfreie Mitversicherung erwachsener Familienangehöriger. Und dies gilt umso mehr, als mit den Mini- und Midi-Jobregeln bereits ein gleitender Übergang von der Beitragsfreiheit zur vollen Beitragspflicht besteht.

Wenig treffsicher und unerwünschte Mitnahmeeffekte

Gerade am unteren Ende der Einkommensverteilung rangieren nicht nur Geringverdiener, sondern auch Bezieher von Transfereinkommen. Sofern diese als Arbeitslose oder Hartz IV-Empfänger keine eigenen Sozialbeiträge zahlen beziehungsweise wie Rentner nur in der Kranken- und Pflegeversicherung beitragspflichtig sind, bleiben sie von einer zusätzlichen Umverteilung von oben nach unten ausgeschlossen. Damit der Freibetrag alle Haushalte erreicht, müssen diese zunächst einmal sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Gerade bei Langzeitarbeitslosen fehlt aber oft die Qualifikation, um in den Arbeitsmarkt integriert zu werden, und nicht so sehr ein Anreiz, wie er aus der Sozialabgabenpflicht resultiert.

Das Instrument ist also nicht nur wenig treffsicher, es drohen auch unerwünschte Mitnahmeeffekte. So können Personen von einem Freibetrag profitieren, die möglicherweise gar keiner Entlastung bedürfen. Denn eine Freibetragsregelung begünstigt auch jene, die zum Beispiel aufgrund einer Ausbildung oder familiärer Verpflichtungen freiwillig in Teilzeit arbeiten, aber im Haushaltskontext gut abgesichert sind.

Fazit: Eine Idee, die ihr Ziel verfehlt

Selbst wenn man die Umverteilungspräferenzen der Sozialdemokratie teilen möchte, macht es wenig Sinn, diese über Freibeträge bei den Sozialabgaben anzustreben. Dies gilt umso mehr, als die Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherung damit zunehmend einen steuerähnlichen Charakter bekäme, der Zusammenhang von Beitragszahlung und Leistungsanspruch weiter aufgelöst würde und deshalb insbesondere in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung Chancen auf eine effizientere Steuerung der Versorgung vertan würden.

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5 vor 10: Stundenverdienst, Bargeld, VW, Griechenland, Raumfahrt http://www.insm-oekonomenblog.de/14676-5-vor-10-stundenverdienst-bargeld-vw-griechenland-raumfahrt/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14676-5-vor-10-stundenverdienst-bargeld-vw-griechenland-raumfahrt/#respond Mon, 22 Aug 2016 07:53:27 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14676 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: In welchem Land verdient man pro Stunde am meisten? Was passiert zwischen VW und seinen Zulieferern? Hat das Rettungspaket für Griechenland der Wirtschaft geholfen? Außerdem widmen wir uns dem schwindenden Bargeld und der privaten Raumfahrt.


1. Wo verdient man am besten?
(voxeu.org, Thorvaldur Gylfason, englisch)
Den Wohlstand eines Landes bloß am Pro-Kopf-Einkommen zu bemessen, ist etwas zu kurz gedacht. Thorvaldur Gylfason, Wirtschaftsprofessor an der University of Iceland, hat sich angesehen, wie viel zum Beispiel Deutsche, US-Amerikaner, Franzosen oder Kanadier in einer Stunde verdienen. So erscheint die Verteilung des Wohlstands in einem anderen Licht.

2. Das schwindende Bargeld
(economist.com, englisch)
Etwa 0,5 bis ein Prozent des jährlichen Bruttoinlandsproduktes eines Landes werden für die Bargeldhaltung fällig. Skandinavische Länder wie Schweden haben das Zahlen mit Kreditkarten derart gefördert, dass heute in Schweden nur noch fünf bis sieben Prozent der Zahlungen (gemessen am Zahlungswert) in bar bezahlt werden. In Deutschland sind es noch mehr als drei Viertel. Was kostet uns das Festhalten an Münzen und Scheinen?

3. Was passiert da zwischen VW und seinen Zulieferern?
(blicklog.com, Dirk Elsner)
Die Golf-Produktion in Wolfsburg steht still, in anderen VW-Werken herrscht Kurzarbeit. Der Grund: Zwei Zulieferer liefern keine Getriebeteile und Sitzbezüge mehr. Dirk Elsner hat sich angesehen, wie es zu diesen Engpässen kommt und wieso die Just-in-Time-Lagerhaltung in solchen Fällen problematisch ist.

4. Ein Jahr Griechenland-Rettung – Autoritär sind immer die anderen
(neuewirtschaftswunder.de, Thomas Fricke)
Vor einem Jahr ging das letzte Rettungspaket an Griechenland, gebracht habe das allerdings nichts, schreibt Thomas Fricke in seiner Kolumne. Die Wirtschaftsleistung falle 2016 noch mal kleiner aus als 2015, die Arbeitslosenquote ist kaum gesunken und die Industrieleistung ist auch geschrumpft. Kann der Tourismus die Rettung bringen?

5. Der Wettlauf im All
(washingtonpost.com, Christian Davenport, englisch)
Reiche US-Unternehmer wie Elon Musk oder Jeff Bezos investieren in die Raumfahrt. Doch was sind ihre Ziele, kann die privat finanzierte Raumfahrt funktionieren und welche Gefahren ergeben sich dadurch? Diesen Fragen geht Christian Davenport für die Washington Post nach.

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5 vor 10: Wohlstand, Börse, Automatisierung, Rente, Schwellenländer http://www.insm-oekonomenblog.de/14673-5-vor-10-wohlstand-boerse-automatisierung-rente-schwellenlaender/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14673-5-vor-10-wohlstand-boerse-automatisierung-rente-schwellenlaender/#respond Fri, 19 Aug 2016 07:53:21 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14673 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Laut einer Studie geht es Deutschland ganz wunderbar, eine neue Börse will mehr Gerechtigkeit schaffen und die Automatisierung könnte zu Problemen am Arbeitsmarkt führen. Außerdem geht es um die Schwierigkeiten der gesetzlichen Rente und ein mögliches Wirtschaftswunder in Schwellenländern.


1. Warum es Deutschland so gut geht wie noch nie
(welt.de, Jan Dams)
Glaubt man einer neuen Studie, dann stand Deutschland noch nie so gut da wie heute. “Kaum ein anderer Industriestaat hat sich mit Blick auf die eigene Zukunftsfähigkeit in den vergangenen zehn Jahren so positiv entwickelt”, urteilt die Bertelsmann-Stiftung. Im internationalen Vergleich der Nachhaltigkeit in der Regierungsführung liegt Deutschland auf Rang sechs – nur die skandinavischen Länder und die Schweiz schneiden besser ab.

2. Eine Börse sucht nach mehr Gerechtigkeit
(sueddeutsche.de,Kathrin Werner)
Hochfrequenzhändler sind eine der umstrittensten Investorengruppen an den weltweiten Finanzmärkten. Mit extrem leistungsfähigen Computersystemen schaffen sie es, in Sekundenbruchteilen von Kursveränderungen zu profitieren. Ihre Befürworter sehen darin mehr Effizienz auf den Finanzplätzen. Die Gegner halten das Vorgehen für ungerecht. Eine neue Börse in New York will das System nun ändern.

3. Was passiert, wenn wegen der Automatisierung eine Million Jobs verloren gehen?
(linkedin.com, Jeff Selingo, englisch)
Die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump ignorieren in ihren wirtschaftspolitischen Programmen nach Ansicht von Jeff Selingo eine zentrale Gefahr für die Jobsicherheit in den USA: die Automatisierung. Allein die drei Millionen Lkw-Fahrer Amerikas könnten schon bald durch selbstfahrende Transporter abgelöst werden. Die Politik müsse sich deshalb um Bildung kümmern, die vor davor schützt, von einer Maschine ersetzt zu werden.

4. Es droht ein gravierendes Rentenproblem
(nzz.ch, Michael Rasch)
Das Renteneintrittsalter auf 69 Jahre zu erhöhen, hält Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel für eine bekloppte Idee. “Doch das Problem des langfristig nicht nachhaltig finanzierten deutschen Rentensystems wird Gabriel so schnell nicht los”, schreibt Michael Rasch. Er fürchtet jedoch, dass vor der Bundestagswahl wohl kaum die richtigen Weichenstellungen zu erwarten sind: “Im Gegenteil, der Zug könnte schlimmstenfalls sogar in die andere Richtung fahren.”

5. Wirtschaftswunder sind immer noch möglich
(medium.com, Pranav Kumar, englisch)
Volkswirtschaften wie Südkorea, Taiwan, Hongkong, Singapur und China haben einen rasanten Aufstieg hinter sich: Ihnen gelang es binnen weniger Jahrzehnte vom Entwicklungsland zu den bedeutendsten Ökonomien der Welt aufzusteigen. Währen der Wirtschaftsprofessor Tyler Cowen glaubt, dass sich solche Erfolgsgeschichten kaum wiederholen lassen, gibt sich Weltbank-Mitarbeiter Pranav Kumar optimistisch: Die Schwellenländer haben mögliche Wirtschaftswunder seiner Meinung nach selbst in der Hand.

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Wie die Integration von Flüchtlingen gelingt: Mit mehr Kita- und Schulplätzen http://www.insm-oekonomenblog.de/14653-wie-die-integration-von-fluechtlingen-gelingt-mit-mehr-kita-und-schulplaetzen/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14653-wie-die-integration-von-fluechtlingen-gelingt-mit-mehr-kita-und-schulplaetzen/#comments Thu, 18 Aug 2016 11:45:24 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14653 weiterlesen]]> Für eine reibungslose Integration von Flüchtlingen muss an vielen Stellen angesetzt werden. Der Erwerb von Deutschkenntnissen bildet eine wichtige Grundlage – aber halt nicht mehr. Denn wollen wir die Flüchtlinge in unsere Gesellschaft und unseren Arbeitsmarkt integrieren, bedarf es einer weitergehenden Qualifizierung. So sind neben Sprachkursen auch Kitaplätze, Schulplätze und Angebote für Flüchtlinge, die eine Ausbildung machen oder studieren wollen, notwendig. Das kostet allerdings: für das Jahr 2017 müsste der deutsche Staat nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 3,5 Milliarden Euro in die Hand nehmen.

Die meisten erwachsenen Flüchtlinge kommen mit einem niedrigen Qualifikationsniveau nach Deutschland – 16 bis 25 Prozent von ihnen haben höchstens eine Grundschule besucht. Diese Menschen sprechen also weder Deutsch noch haben sie die notwendigen Grundfähigkeiten – zum Beispiel im Bereich Mathematik -, um auf unserem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Hier sind gezielte Maßnahmen zur Alphabetisierung und Grundbildung notwendig. Und haben die erwachsenen Flüchtlinge dann ein entsprechendes Bildungs- und Sprachniveau erreicht, brauchen sie weitere Qualifizierungsmaßnahmen, etwa in der betrieblichen Ausbildung. Rund ein Drittel der Flüchtlinge ist noch minderjährig und muss hier in Deutschland ins reguläre Bildungssystem integriert werden, sodass auch hier gezielte Integrationsmaßnahmen notwendig sind.

Leichter in den Arbeitsmarkt

Immer mehr Flüchtlinge haben eine Berechtigung, bei uns zu arbeiten. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Personen aus den vier Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge (Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea) ist von 35.000 im Januar 2014 auf 53.000 im März 2016 gestiegen. Meist arbeiten diese Menschen allerdings als Helfer – und die Arbeitslosigkeit von Personen aus diesen vier Herkunftsländern nahm im gleichen Zeitraum stark zu. Dass sich viele Flüchtlinge schwer tun, eine Arbeitsstelle zu finden, schreiben die Unternehmer vor allem den fehlenden Deutschkenntnissen und unzureichenden Qualifikationen zu. Aber auch aufenthaltsrechtliche Restriktionen für Asylbewerber und Geduldete sind ein Hindernis. Vor diesem Hintergrund ist die Aussetzung der Vorrangprüfung in Bezirken mit günstiger Arbeitsmarktlage ein erster Schritt, der aber unbedingt auf das ganze Land ausgedehnt werden sollte. Dazu müssten die Asylverfahren beschleunigt werden, um möglichst schnell Planungssicherheit für den Flüchtling und das einstellende Unternehmen zu schaffen.

Bildungssystem muss durchlässiger sein

Die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Es spielt nicht mehr eine so große Rolle, aus welcher sozialen Schicht man kommt, um gute Bildungsergebnisse zu erzielen. Aber dennoch ist in allen Bereichen des Bildungssystems – von der frühkindlichen Bildung über die Schulen bis hin zur betrieblichen und hochschulischen Ausbildung – noch viel zu tun, um die Herausforderung der Bildungsintegration von Flüchtlingen zu meistern.

Mehr frühkindliche Bildung

Wer eine Kindertageseinrichtung besucht hat, dem fällt die Schullaufbahn deutlich leichter – besonders wenn derjenige aus einer bildungsfernen und nicht deutschsprachigen Familie stammt. Daher sollten möglichst alle Flüchtlingskinder im entsprechenden Alter eine Kita oder einen Kindergarten besuchen. Im kommenden Jahr werden hierfür zusätzlich 98.500 Plätze in Kindertageseinrichtungen benötigt – in gemischten Gruppen mit Deutsch als Umgangssprache und Erziehern, die sich im Umgang mit Kindern aus anderen Kulturkreisen auskennen.

Bessere Förderung in der Schule

Die Karriereperspektiven junger Flüchtlinge hängen maßgeblich davon ab, wie gut sie die Schule meistern. Da die meisten Flüchtlingskinder ohne oder nur mit sehr geringen Deutschkenntnissen zu uns kommen, ist eine intensive Vorbereitung auf den Schulalltag in Deutschland notwendig, bevor sie dem regulären Unterricht folgen können. Ziel muss es sein, die Flüchtlingskinder möglichst schnell in die Regelklassen zu integrieren. Dazu sollten Lehrer gezielt im Bereich Deutsch als Fremdsprache auf den Umgang mit Flüchtlingsschülern vorbereitet werden.

Ausbildung bewerben

Eine betriebliche Ausbildung bietet jungen Flüchtlingen gute Beschäftigungsperspektiven und Potenziale für ihre Integration. Hierzu gibt es in den Bundesländern inzwischen zahlreiche Initiativen zur gezielten Ausbildungsvorbereitung, die weiterentwickelt und bei erfolgreichen Modellen übertragen und verstetigt werden sollten.

Leichter an die Uni

Manche Flüchtlinge haben eine Hochschulzugangsberechtigung oder können diese in Deutschland erwerben. Eine Internationalisierungsstrategie würde ihnen ein Studium erleichtern – angefangen bei Sprachkursen, Instrumenten zur Überprüfung der Studierfähigkeit und einem Ausbau von Online-Kursen bis hin zu einem gleitenden Übergang ins Studium als Gasthörer.

Auf die Regionen verteilen

Wo sind die Integrationschancen und Arbeitsmöglichkeiten die besten? Hier sind die Regionen in Deutschland unterschiedlich gut aufgestellt. Nach ersten Erfahrungen orientieren sich Flüchtlinge aber nicht überwiegend an Arbeitsmarkt- und Ausbildungsperspektiven, wenn sie ein neues Zuhause suchen. Vor diesem Hintergrund kann die beschlossene Wohnsitzauflage helfen, die regionale Verteilung der Flüchtlinge besser an Integrationsperspektiven am Arbeitsmarkt, bestehende Kapazitäten an den Ausbildungsstellen und Kapazitäten an Schulen auszurichten. Aus bildungsökonomischer Sicht begrüße ich die beschlossene Wohnsitzauflage daher sehr.

Viele Maßnahmen nötig – und die sind nicht kostenlos

Natürlich kosten all diese Maßnahmen Geld – 3,5 Milliarden Euro pro Jahr wie das IW Köln berechnet hat. Allerdings können diese zusätzlichen Bildungsausgaben bereits in wenigen Jahren durch geringere Ausgaben bei Sozialleistungen und höhere Steuer- und Sozialabgaben mehr als ausgeglichen werden. Wie gut die Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge gelingt, hängt nämlich maßgeblich davon ab, welche Qualifikationen sie hier in Deutschland erwerben und damit von ihrer Integration ins Bildungssystem.  Langfristig können vor allem die Investitionen in die Bildung der Kinder zudem helfen, Fachkräfteengpässe zu mildern und sich so auch positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auswirken. Aus ethischer Sicht sind sie ohnehin ein Muss, da sie den Flüchtlingen eine vollwertige Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben in Deutschland ermöglichen.

Alle Ergebnisse des  “INSM-Bildungsmonitor 2016” finden Sie hier.

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5 vor 10: Krankenversicherung, TTIP, Rente, Bildung, Flüchtlinge http://www.insm-oekonomenblog.de/14666-5-vor-10-krankenversicherung-ttip-rente-bildung-fluechtlinge/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14666-5-vor-10-krankenversicherung-ttip-rente-bildung-fluechtlinge/#respond Thu, 18 Aug 2016 07:53:42 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14666 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Warum die Lohnzusatzkosten zu steigen drohen, weshalb TTIP so gut wie gescheitert ist, wie sich das Rentensystem nachhaltig gestalten lässt und welche Probleme Bildungsinitiativen in Afrika haben. Außerdem geht es um ein Dilemma von Flüchtlingen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.


1. SPD: Politik nach Kassensatz
(faz.net, Heike Göbel)
Die SPD möchte, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer künftig wieder zu gleichen Teilen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse bezahlen und sieht darin eine “Kernfrage der sozialen Gerechtigkeit”. Heike Göbel allerdings vermutet, dass die Partei vielmehr von steigenden Zusatzbeiträgen ablenken will. Sie kritisiert den Schritt: “Der Preis wäre ein beschleunigter Anstieg der Lohn(neben)kosten. Die damit verbundenen Beschäftigungsrisiken will die SPD nicht sehen.”

2. Zoellick: TTIP kommt nicht
(wiwo.de, Gregor Peter Schmitz)
Das Handelsabkommen TTIP zwischen den USA und Europa sollte transatlantische Geschäfte einfacher machen und damit den Wohlstand auf beiden Seiten des Meeres steigern. Doch es erscheint immer unwahrscheinlicher, dass sich dieses Ziel verwirklichen lässt. Der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick sagt: “Ich fürchte, dass Freihandelsgegner auch unter einer Präsidentin Clinton viele Gründe gegen TTIP finden werden – einfach weil sie den Wettbewerb scheuen.”

3. Straubhaar: Selbst Rente mit 69 kann den Sozialstaat nicht retten
(welt.de, Thomas Straubhaar)
Das Renteneintrittsalter muss steigen – auf 69 Jahre fordert die Bundesbank. Der Ökonom Thomas Straubhaar hält das zwar für richtig, fordert jedoch, auch neue Wege anzudenken: “Wer nicht nur defensiv ein altes System reparieren, sondern offensiv eine der Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts angepasste Altersvorsorge will, muss mutiger sein, als nur eine Rente mit 69 zu fordern.” Das gesetzliche Renteneintrittsalter könnte seiner Meinung nach ganz abgeschafft werden.

4. Uganda schießt umstrittenes Bildungs-Start-up
(qz.com, Lily Kuo, englisch)
Kann man soziale Probleme mit unternehmerischen Mitteln lösen? Das in Afrika gestartete Start-up-Unternehmen Bridge International trat mit dem Anspruch an, das unterentwickelte Schulsystem in vielen Ländern des Kontinents zu revolutionieren – und dabei auch noch Geld zu verdienen. Nun bekommt das Unternehmen Gegenwind: Ugandas Regierung erhebt schwere Vorwürfe.

5. So schnell wie möglich arbeiten
(zeit.de, David Zajonz)
Viele Flüchtlinge in Deutschland brauchen schnell Geld – und nehmen daher am Arbeitsmarkt oft die erstbesten Stellen an. Das ist einerseits eine gute Nachricht, findet David Zajonz, aber gleichzeitig auch ein Problem: “Denn langfristig gesehen ist es sowohl für die Flüchtlinge selbst als auch für die deutsche Wirtschaft besser, wenn Neuankömmlinge zunächst Deutsch lernen und eine Ausbildung abschließen, anstatt sich mit Hilfsjobs über Wasser zu halten.”

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5 vor 10: Öl, Pfund, Joseph Stiglitz, Wirtschaftswunder, Sound http://www.insm-oekonomenblog.de/14664-5-vor-10-oel-pfund-joseph-stiglitz-wirtschaftswunder-sound/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14664-5-vor-10-oel-pfund-joseph-stiglitz-wirtschaftswunder-sound/#comments Wed, 17 Aug 2016 07:53:08 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14664 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Der Ölpreis könnte bald wieder steigen, der Brexit treibt die Inflation im Vereinigten Königreich und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz kritisiert Deutschland. Außerdem: Ist das Ende der Wirtschaftswunder gekommen? Und warum stellen sich Japaner Strommasten in ihrer Gärten?


1. Die Rückkehr höherer Ölpreise
(faz.net, Christian Siedenbiedel)
Der Ölpreis war in letzter Zeit so günstig wie lange nicht mehr. Doch das könnte sich bald ändern. Insbesondere in Saudi-Arabien bahnt sich ein Strategiewechsel an. Statt immer mehr Öl aus dem Boden zu holen, verhandelt das Land mittlerweile ernsthaft darüber, die Fördermengen einzufrieren.

2. Talfahrt des Pfundes erhöht das Inflationsrisiko
(nzz.ch, Gerald Hosp)
Es zeigen sich bereits die ersten Auswirkungen des Brexits: Aufgrund des schwächeren Pfundes hat die Inflation im Vereinigten Königreich stark angezogen. Die extrem lockere Geldpolitik der britischen Notenbank dürfte diesen Trend weiter anheizen. Die Zentralbank auf der Insel steht vor großen Herausforderungen.

3. Das Ende der Wirtschaftswunder
(bloomberg.com, Tyler Cowen, englisch)
Der amerikanische Ökonom Tyler Cowen rechnet damit, dass wir auch in Schwellenländern bald keine hohen Wachstumsraten mehr sehen werden. Dennoch blickt er nicht pessimistisch in die Zukunft. Die Vergangenheit zeigte: Man kann auch ohne Wirtschaftswunder reich werden. Hohe Wachstumsraten sind historischen gesehen eher die Ausnahme. Länder wie Dänemark seien beispielsweise ganz unspektakulär wohlhabend geworden.

4. Stiglitz lästert über deutsche Ökonomen
(qz.com, Matt Phillips, englisch)
Der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz erklärt, warum die Eurozone auf falschen Grundsätzen aufgebaut ist und die deutschen Wirtschaftswissenschaften weltweit einzigartig sind. Von den deutschen Ökonomen und der Bundesregierung hält er allerdings nicht besonders viel.

5. Japans Musikfans pflanzen sich Strommasten in den Garten
(wsj.com, Takeo Morita, englisch)
Um bessere Soundqualität zu haben, wollen japanische Musikliebhaber einen direkten Zugang zum Stromnetz haben. Dafür geben sie zehntausende Euro aus: Takeo Morita hat sich dafür einen riesigen Strommast mit Transformatoren vor dem Haus aufstellen lassen. Dem Wall Street Journal zufolge ist er nicht der einzige Japaner, der so verrückt ist.

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Vertrauen in die Marktkräfte statt Schielen auf Steuermehreinnahmen http://www.insm-oekonomenblog.de/14661-vertrauen-in-die-marktkraefte-statt-schielen-auf-steuermehreinnahmen/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14661-vertrauen-in-die-marktkraefte-statt-schielen-auf-steuermehreinnahmen/#comments Wed, 17 Aug 2016 07:30:51 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14661 weiterlesen]]> Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wirbt für mehr Effizienz beim Energieverbrauch. Um die Energiewende bis 2050 zu bewältigen, müssten alle Chancen für Energieeffizienz genutzt werden. Seine neueste Idee: Wenn der Benzinpreis fällt, soll die Steuer steigen – und umgekehrt. Automatische Steuererhöhungen sollen also fallende Energiepreise ausgleichen, damit die Menschen in Deutschland nicht zu viel Energie verbrauchen. Was im „Grünbuch Energieffizienz“ des Bundeswirtschaftsministeriums der Umwelt zuliebe angedacht wird, würde auf plumpe Weise die Steuerlast für die Leistungsträger erhöhen und die Funktion des Marktes aushebeln. Aus ökonomischer Sicht eine fixe Idee im themenarmen Sommerloch.

Der Preis ist der Ausgangspunkt ökonomischen Denkens. Er sorgt für einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage, er zeigt Knappheiten an und stellt einen effizienten Ressourceneinsatz sicher. Eine Marktwirtschaft ohne die Funktion des Preises ist so wenig vorstellbar wie ein deutscher Sommer ohne Regen.

Von Ludwig Erhard keine Spur mehr

Wenn der Wirtschaftsminister jetzt ohne Not an diesem tragenden Pfeiler der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne von Ludwig Erhard rüttelt, sind Sorgen um den Standort Deutschland angebracht. Im „Grünbuch Energieeffizienz“, zu dem Sigmar Gabriel das Vorwort geschrieben hat und das aus seinem Hause stammt, findet sich weit hinten das Stichwort „Preissteuerung“. Allein der Gedanke, dass der Staat offensichtlich die Preise steuern will, lässt Ökonomen aufhorchen. In diesem Fall, in dem Gabriels Leute die Rohstoffpreise in den Fokus nehmen, wird aus dem Aufhorchen ein Zusammenzucken. Die etwas verklausulierte Idee lautet, dass die Steuern auf Rohstoffe automatisch steigen, wenn die Energiepreise wie derzeit im Keller sind. Die Preisfunktion soll also außer Kraft gesetzt, der Preis von Angebot und Nachfrage entkoppelt werden. Denn welchen Anreiz sollte eine Ölfirma haben, den Preis zu senken, wenn der Kunde davon gar nichts mitbekommt, weil der Staat in gleicher Höhe Steuern draufschlägt?

Wie schnell auf einem Markt die Kräfte von Angebot und Nachfrage sich umkehren können, hat ja gerade der Ölmarkt vorgemacht: Bis vor dem Preiseinbruch im vergangenen Jahr ging es der Politik stets darum, die Marktmacht der Anbieter zu begrenzen, damit die Spritpreise nicht in die Höhe schnellen. Das Bundeskartellamt hatte dazu extra eine Marktransparenzstelle für Kraftstoffe eingerichtet.

Umwelt muss zur Rechtfertigung herhalten 

Jetzt geht es dem Wirtschaftsministerium eben genau darum, den Preis an der Tankstelle nach oben zu treiben. Denn offen wird von Steuermehreinnahmen gesprochen. Als Feigenblatt muss die Umwelt herhalten: Ihr zuliebe haben sich die Beamten den Kopf zermartert. Wenn der Spritpreis hoch ist, so das Gedankenspiel, lassen die Menschen das Auto stehen und steigen umweltschonend aufs Fahrrad. Dabei vergessen Gabriels Experten, dass insbesondere beim Kraftfahrzeugverkehr die Wirksamkeit des Preises begrenzt ist. Denn die Preiselastizität, also die Mengenanpassung auf eine Preiserhöhung, ist sehr gering. Denn unabhängig von der Höhe des Spritpreises müssen Millionen Pendler jeden Tag ihr Auto nehmen, um zur Arbeit zu kommen. Fahrrad oder Bahn sind außerhalb größerer Städte oft keine Alternative. Und wer die 500 Meter zum Bäcker schon immer mit dem Auto zurückgelegt hat, macht das auch bei einem höheren Spritpreis. Daran ändert auch ein Erziehungsversuch der Politik nichts.

Die Umwelt hätte ohnehin nichts gewonnen: Denn der Vorschlag, die Steuermehreinnahmen im Sinne der Umwelt auszugeben, ist wirklichkeitsfremd und irreführend. Es gehört zu den Eigenschaften von Steuern, dass sie nicht zweckgebunden sind.

Leistungsträger müssten die Zeche zahlen

Zudem muss sich der Sozialdemokrat Gabriel fragen lassen, wen er mit dieser Steuererhöhung treffen will. Zwangsläufig müssten die Leistungsträger der Gesellschaft die zusätzliche Steuerlast zum Großteil tragen. Dazu zählen vor allem Unternehmen und ihre Angestellten, die Wohlstand und Wachstum in der Volkswirtschaft ermöglichen. Deutschen Unternehmen entstünde ein Wettbewerbsnachteil gegenüber der internationalen Konkurrenz, die diese Zusatzlast nicht zu tragen hätte. Und Arbeitnehmer müssten die Zusatzkosten woanders einsparen. Überhaupt will die SPD doch die Mittelschicht eigentlich steuerlich entlasten. Dazu passt der Vorschlag in dem Diskussionspapier nun gar nicht. Bis Ende Oktober sind alle Bürger eingeladen, ihre Meinung zum „Grünbuch Energieeffizienz“ kundzutun. Es bleibt zu hoffen, dass die Idee der automatischen Steuererhöhung danach aus dem Text verschwindet.

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