INSM - ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) http://www.insm-oekonomenblog.de Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten - diskutieren Sie mit! Mon, 30 May 2016 12:12:41 +0000 de-DE hourly 1 Oswald Metzger: Staatliche Eingriffe in den Markt zurückführen http://www.insm-oekonomenblog.de/14140-oswald-metzger-staatliche-eingriffe-in-den-markt-zurueckfuehren/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14140-oswald-metzger-staatliche-eingriffe-in-den-markt-zurueckfuehren/#comments Mon, 30 May 2016 12:12:41 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14140 weiterlesen]]> Die Botschafter der INSM verbreiten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement die Botschaft der Sozialen Marktwirtschaft. In der Serie “Vier Fragen an…” beantworten die Botschafter Fragen rund um die Marktwirtschaft. In diesem Post: Oswald Metzger.

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1) Herr Metzger, warum setzen Sie sich für die Soziale Marktwirtschaft ein?

Diese Wirtschaftsordnung hat sich in den vergangenen sieben Jahrzehnten in der Praxis als bisher erfolgreichstes Wirtschaftsmodell in Deutschland bewährt. Auf der Basis einer Wettbewerbswirtschaft, die durch einen staatlichen Ordnungsrahmen gewährleistet wird, hat sich eindrucksvoll erwiesen, das größtmöglicher Wohlstand bei bestmöglicher sozialer Absicherung möglich sind.

2) In welcher Verfassung befindet sich aktuell die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland?

Das Pendel ist zu stark in Richtung Versorgungsstaat ausgeschlagen. Das Verdienen ist für die Politik in den Hintergrund getreten, obwohl nur verteilt werden kann, was vorher erwirtschaftet wurde. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird systematisch untergraben. Staatsinterventionismus feiert fröhlich Urstände. Dabei drohen ohnehin gewaltige Lasten in den Sozialsystemen durch die säkulare Alterung unserer Gesellschaft.

INSM_Botschafter-Kacheln_Oswald%20Metzger

3) Wenn Sie den Ordnungsrahmen der Sozialen Marktwirtschaft ändern könnten: Was würden Sie konkret tun?

  • Staatliche Eingriffe in den Markt zurückführen, wo sie unsinnig sind: In der Energie- und Wohnungswirtschaft zum Beispiel.
  • Im Steuerrecht den Faktor Arbeit durch niedrigere Steuersätze deutlich entlasten und dafür Kapitaleinkünfte und Erbschaften stärker zur Finanzierung des Staates heranziehen.
  • Die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger stärken: durch Selbstbehalte in der Krankenversicherung etwa, aber auch durch Studiengebühren.
  • Das Berufsbeamtentum abschaffen, das für mich ein Relikt des Obrigkeitsstaats darstellt.

4) Welche drei Bücher über die Soziale Marktwirtschaft empfehlen Sie?

Alle Beiträge “4 Fragen an…” lesen

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5 vor 10: Wachstum, Rente, Eigentum, Bargeld, Umverteilung http://www.insm-oekonomenblog.de/14138-5-vor-10-wachstum-rente-eigentum-bargeld-umverteilung/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14138-5-vor-10-wachstum-rente-eigentum-bargeld-umverteilung/#comments Mon, 30 May 2016 07:55:20 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14138 weiterlesen]]> In den Linktipps am Montag: Deutschlands komfortable konjunkturelle Lage, das steigende Renteneintrittsalter, ein Plädoyer für das Eigentum und Kritik am Umgang des Staates mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel. Außerdem geht es darum, wie Umverteilung einer Volkswirtschaft schaden kann.


1. Mehr Zuwanderung, mehr Wachstum
(blog.zeit.de, Dieter Wermuth)
Die Aussichten für die deutsche Konjunktur sind so gut wie lange nicht. Bereits im ersten Quartal hat die Wirtschaftsleistung kräftig zugelegt. Die positiven Auswirkungen der Flüchtlingszuwanderung, die den Staat zu zusätzlichen Ausgaben bringt, sind dabei erst in geringem Maße bemerkbar geworden. “Ich bin mir sicher, dass wir demnächst auch im Vorjahresvergleich eine Zwei vor dem Komma sehen werden, und ich schließe eine Drei oder sogar eine Vier nicht aus”, schreibt Dieter Wermuth: “Insgesamt ist der Boden bereitet für deutlich höhere Wachstumsraten des realen BIP.”

2. Deutsche müssen sich auf Rente mit 73 einstellen
(welt.de, Nando Sommerfeldt und Holger Zschäpitz)
In einer Gesellschaft, die immer älter wird und gleichzeitig über weniger Nachwuchs klagt, gibt es nur zwei Möglichkeiten, um das Rentensystem nachhaltig zu gestalten: Entweder steigen die Beiträge oder das Renteneintrittsalter. Will die Politik die Rentenbeiträge konstant halten, muss sie an der zweiten Stellschraube kräftig drehen: Nach einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln ist 2041 ein Renteneintrittsalter von 73 Jahren notwendig.

3. Frieden braucht Eigentum
(wirtschaftlichefreiheit.de, Thorsten Polleit)
Um Eigentum wird viel gestritten, Konflikte um materiellen Besitz sind der Haupttreiber für gewalttätige Auseinandersetzungen. Sollte man das Eigentum vor diesem Hintergrund nicht besser abschaffen? Ganz im Gegenteil, argumentiert Thorsten Polleit. Er empfindet Eigentum als “praktikable ethische Norm für das Zusammenleben in der Gemeinschaft” und fügt hinzu: “So gesehen führen alle politischen Bestrebungen, das Eigentum zu relativieren oder gar abzuschaffen, zu Unfrieden und Ungerechtigkeit, die letztlich den materiellen Wohlstand der Gemeinschaft verschlechtern oder gar zerstören.”

4. Nicht einmal die Bundesbank hält sich an das Bundesbankgesetz
(norberthaering.de, Norbert Häring)
Es gibt ein gesetzliches Zahlungsmittel, das theoretisch unbeschränkt gültig ist: Banknoten. Doch selbst der Staat nimmt das nicht besonders ernst. Wer seine Steuerschuld begleichen möchte, muss das Geld überweisen – Bargeld akzeptieren die Finanzämter nicht. Auch wer sich stattdessen an die Bundesbank wendet, steht vor Hürden: Kostenlos wird die Bareinzahlung auch dort nicht abgewickelt.

5. Warum Umverteilung dem Wachstum doch schadet
(blogs.faz.net, Patrick Bernau)
Schadet es einer Volkswirtschaft, wenn die Schere zwischen arm und reich zu weit auseinanderklafft? Mehrere Studien vermittelten in den vergangenen Jahren diesen Eindruck, weshalb für mehr Umverteilung plädiert wurde. Doch möglicherweise hat man dabei – wie so oft – Korrelation mit Kausalität verwechselt: Zwei Ökonomen aus Dänemark legen nahe, dass in Wahrheit etwas ganz anderes hinter dem Zusammenhang steckt.

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5 vor 10: Sparen, Arbeit, Regulierung, Bargeld, Taxis http://www.insm-oekonomenblog.de/14136-5-vor-10-sparen-arbeit-regulierung-bargeld-taxis/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14136-5-vor-10-sparen-arbeit-regulierung-bargeld-taxis/#comments Fri, 27 May 2016 07:55:42 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14136 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Sparen wir zu viel? Wie lange müssen wir bis zur Rente arbeiten? Und wem nützt Regulierung wirklich? Außerdem geht es um die Zukunft des Bargelds und um mehr Wettbewerb in der Taxibranche.


1. Indizien für den Sparnotstand
(blog.tagesanzeiger.ch, Andreas Neinhaus)
Die Einkommen steigen, dennoch wird nicht mehr konsumiert. Das liegt unter anderem am immer schwierigeren Aufbau einer Altersvorsorge, denn “die am Markt angebotenen Null- oder Negativzinsen für risikofreie Anlagen führen dazu, dass viel mehr Geld gespart werden muss als ursprünglich geplant war, um die Rentenziele zu erreichen”, analysiert Andreas Neinhaus. Diese Situation könnte sich nun zu einer gefährlichen Wachstumsbremse entwickeln.

2. Alternde Gesellschaften brauchen ältere Arbeiter
(blogs.worldbank.org, Wojciech Hardy, englisch)
Der demografische Wandel macht die ältere Generation für die Arbeitswelt unverzichtbar. Längeres Arbeiten ist einerseits nötig, um die Rentensysteme nachhaltig zu finanzieren, und andererseits, um die Wirtschaft mit genügend Fachkräften zu versorgen. Menschen zu einem späteren Eintritt in den Ruhestand zu bewegen, ist eine zentrale politische Herausforderung. Untersuchungen zeigen allerdings, dass dies bisher nicht ausreichend gelingt.

3. Warum Regulierung mehr schadet als nutzt
(fee.org, Scott Sumner, englisch)
Der Staat mischt sich gerne in freie Märkte ein – vor allem wenn es um den vermeintlichen Schutz von Angestellten und Konsumenten geht. Doch in der Regel laufen die Versuche ins Leere und schaden denjenigen zusätzlich, denen eigentlich geholfen werden sollte. Für Ökonomen müsste diese Erkenntnis eigentlich zur Grundausbildung gehören, meint Scott Sumner. Sie gerate hingegen immer stärker in Vergessenheit.

4. Das Bargeld verschwindet doch nicht
(ftalphaville.ft.com, Izabella Kaminska, englisch)
Mögliche Obergrenzen für Bargeldzahlungen und das Ende des 500-Euro-Geldscheins haben in den vergangenen Monaten eine Debatte über das Ende des Bargeldzeitalters entfacht. Wer um seine Scheine und Münzen fürchtet, kann sich laut einer Studie aus Großbritannien aber beruhigen. Für die Abschaffung des Bargeldes ist es demnach noch zu früh – unter anderem aufgrund erheblicher Sicherheitsbedenken.

5. Mehr Wettbewerb im Taximarkt
(faz.net, Britta Beeger)
Weltweit macht der Taxidienstleister Uber von sich reden – nur in Deutschland ist es um das App-Unternehmen aus den USA still geworden. Hat das Taxigewerbe es geschafft, einen unliebsamen Wettbewerber loszuwerden, fragt Britta Beeger und antwortet: “Man kann nur hoffen, dass dem nicht so ist.” Verbote dürften nicht die Antwort auf innovative Ideen sein.

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5 vor 10: Griechenland, Umverteilung, Einwanderung, Turnschuhe, Österreich http://www.insm-oekonomenblog.de/14134-5-vor-10-griechenland-umverteilung-einwanderung-turnschuhe-oesterreich/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14134-5-vor-10-griechenland-umverteilung-einwanderung-turnschuhe-oesterreich/#comments Thu, 26 May 2016 07:55:23 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14134 weiterlesen]]> In einigen Bundesländern ist Feiertag, die Linktipps gibt es heute dennoch. Es geht um die neuen Hilfsgelder für Griechenland, die Debatte über mehr Umverteilung, die ungerechtfertigte Angst vor Einwanderung und die Revolution in der Turnschuhproduktion. Ein weiteres Thema: Wie Österreich vom wirtschaftlichen Vorbild zum Schlusslicht wurde.


1. Das Ablenkungsmanöver
(zeit.de, Mark Schieritz)
Griechenland bekommt nach einem gesichtswahrenden Kompromiss neue Rettungsgelder. Doch die Debatte über Hilfen und Schuldenerlässe führt nach Ansicht von Mark Schieritz am eigentlichen Thema vorbei: Viel wichtiger sei eine Diskussion über die harten Sparvorgaben. Es sei schon absehbar, dass die Griechen die ambitionierten Ziele nicht erreichen würden. “Die Frage ist, wie die Europäer dann reagieren”, schreibt er. “Bleiben sie hart, dann eskaliert die Krise wieder. Geben sie nach, dann ist eine Voraussetzung für die wirtschaftliche Genesung des Landes gegeben.”

2. Politiker müssten bei der Umverteilung bei sich selbst beginnen
(rolandtichy.de, Hugo Müller-Vogg)
Wie viel finanzielle Ungleichheit gut für eine Gesellschaft ist und wie stark von den Wohlhabenden zu den Ärmeren umverteilt werden sollte, ist eine der großen poltischen Streitfragen. Nach Gesprächen mit linken Politikern, die sich für eine größere Angleichhung der Lebensverhältnisse aussprechen, hat Hugo Müller-Vogg den Eindruck, dass vielen Abgeordneten nicht bewusst ist, dass sie selbst zur Klasse der Reichen gehören. Er fordert: “Wenn ihr Reiche sucht, denen man etwas nehmen soll, schaut in den Spiegel.”

3. Einwanderung schadet den Jobchancen kaum
(bloomberg.com, Noah Smith, englisch)
Skepsis gegenüber Einwanderern hat oft etwas mit Verlustängsten zu tun. Wenn plötzlich hunderttausende Menschen auf den Arbeitsmarkt strömen, verschlechtern sich die eigenen Aussichten auf einen guten Job, lautet ein gängiges Vorurteil. Eine Reihe ökonomischer Analysen zeigt jedoch, dass das nicht stimmt. Die negativen Effekte sind höchsten marginal. Von diesen Erkenntnissen lässt sich die politische Debatte aber dennoch kaum beeinflussen.

4. Revolution in der Turnschuhproduktion
(welt.de, Philipp Vetter)
Millionen von Jobs wanderten im Zeitalter der Globalisierung von den Industriestaaten in Schwellenländer ab. Bei der Produktion von T-Shirts und Turnschuhen waren die Arbeiter in Ländern wie Bangladesch und Vietnam unschlagbar günstig. Die Automatisierung der Industrie kehrt diesen Trend nun wieder um: Statt Sneaker in Asien zu fertigen, holt Adidas die Produktion wieder nach Deutschland – mithilfe von Robotern.

5. Österreichs Wirtschaft – nicht mehr Vorreiter, sondern Schlusslicht
(sueddeutsche.de, Andrea Rexer)
Ein Unternehmer soll Österreich in Schwung bringen. Der frühere Bahnmanager Christian Kern ist neuerdings Bundeskanzler der Alpenrepublik und verspricht seinen Landsleuten, dass es kommenden Generationen wirtschaftlich besser gehen wird. Er steht damit vor einem ambitionierten Projekt: Sein Land, das noch vor zehn Jahren als Vorzeigestaat galt, stieg zuletzt immer weiter ab, analysiert Andrea Rexer.

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5 vor 10: Kampagnen, Finanzmärkte, Amerika, Vorsorge, Ostdeutschland http://www.insm-oekonomenblog.de/14131-5-vor-10-kampagnen-finanzmaerkte-amerika-vorsorge-ostdeutschland/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14131-5-vor-10-kampagnen-finanzmaerkte-amerika-vorsorge-ostdeutschland/#comments Wed, 25 May 2016 07:55:26 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14131 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Wie die Bürger mit Angstkampagnen verunsichert werden, wovor sich die EZB fürchtet und warum wir auf die USA hoffen können. Außerdem: Die Pensionkassen leiden unter dem demografischen Wandel und nur wenige Ostdeutsche schaffen es in Top-Positionen.


1. Deutsche Angsthasen
(faz.net, Jan Grossarth)
Atomkraft, TTIP und Glyophosat – die Deutschen fürchten sich vor immer mehr und wollen deswegen immer mehr verbieten. Doch ihre Angst ist auch das Produkt professionell gemachter Kampagnen. Die wirklichen Risiken spielen da kaum noch eine Rolle, schreibt Jan Grossarth.

2. Wovor Draghi zittert
(handelsblatt.com, Jan Mallien)
In ihrem halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht warnt die EZB vor allem vor Risiken außerhalb der Eurozone. Besonders die Schwellenländer bereiten den Notenbankern weiterhin Sorgen: Ihre private Verschuldung sei extrem hoch, und ein großer Teil davon ist in ausländischen Währungen notiert. Das könnte zu einer Kettenreaktion führen.

3. Hoffen auf Amerika
(blog.tagesanzeiger.ch, Tobias Straumann)
Donald Trump bricht mit der klassischen Wirtschaftspolitik der Republikaner. Amerikas Konservative fordern traditionell einen schlanken Staat und geringe öffentliche Investitionen. Sollte Trump tatsächlich US-Präsident werden, könnte er jedoch mehr Geld für Infrastrukturausgaben frei machen. Das dürfte auch der Weltwirtschaft neue Impulse geben.

4. Pensionskassen senken die Zinsen
(wiwo.de, Mark Fehr)
Der demografische Wandel hat auch Auswirkungen auf die betriebliche Altersvorsorge: Viele Pensionskassen stehen vor erheblichen Schwierigkeiten und senken ihre Garantiezinsen. Einige der Kassen haben bereits so viele Empfänger wie Beitragszahler. Betroffen sind unter anderem Bäcker, Krankenschwestern und Journalisten.

5. Wer beherrscht den Osten?
(zeit.de, Julius Lukas, Doreen Reinhard)
Auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung wird der Osten von Westdeutschen dominiert: Die Spitzenjobs in der Verwaltung haben weiterhin Zugewanderte, zeigt eine neue Studie. Besonders schwer haben es demnach wohl ostdeutsche Frauen.

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Chancen der Migration nutzen http://www.insm-oekonomenblog.de/14127-chancen-der-migration-nutzen/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14127-chancen-der-migration-nutzen/#comments Tue, 24 May 2016 14:08:00 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14127 weiterlesen]]> Die Hürden für Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt sind gravierend: fehlende Sprachkenntnisse und Qualifikationen, rechtliche Hürden und ein Mindestlohn, der gering-qualifizierte ausschließt. Dabei ist die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt die entscheidende Stellschraube dafür, dass Migration ökonomisch positive Wirkungen entfalten kann.

Der folgende Policy Brief (.pdf) Dieser Policy Brief entstand auf Grundlage des Econwatch-Meetings „Ökonomische Chancen und Herausforderungen der Migration“ mit Prof. Panu Poutvaara, Ph.D. (ifo Institut) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin. Das Video wurde im Vorfeld der Veranstaltung aufgenommen. 

Die internationale Migration hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Dabei sind die Motive vielfältig: Viele Menschen verlassen ihre Heimatländer, um sich als Arbeitnehmer oder Selbständige eine neue Existenz aufzubauen. Andere wollen studieren oder eine Ausbildung machen. Und schließlich suchen viele Menschen aus Krisengebieten Asyl.

2015 sind weit mehr als eine Million allein nach Deutschland zugewandert. Dies hat neben der Frage, wie diese Menschen möglichst schnell registriert und versorgt werden können, auch eine Diskussion um die ökonomischen Chancen und Herausforderungen von Migration ausgelöst: Bringt die Migration Vorteile, zum Beispiel die Auswirkungen des demografischen Wandels auf dem Arbeitsmarkt abzumildern, oder belastet Migration letztendlich die Steuerzahler durch Zuwanderung in den Wohlfahrtsstaat? Um die Chancen der Zuwanderung zu nutzen, sollten Flüchtlinge mit Bleibeperspektive und anerkannte Asylsuchende so schnell wie möglich Zugang zum Arbeitsmarkt beziehungsweise zu Schul- und Ausbildung erhalten. Dazu müssen bestehende Hürden abgebaut werden. Daneben sollten die Bedingungen für Arbeitsmigration so ausgestaltet werden, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte gut positioniert ist. Dazu ist eine bedarfsgerechte Steuerung der Zuwanderung notwendig.

Mit knapp 1, 1 Millionen registrierten Asylsuchenden sowie weiteren Einwanderern, insbesondere aus EU-Mitgliedstaaten, betrug die Nettoeinwanderung nach Deutschland 2015 knapp 2 Prozent der deutschen Bevölkerung. Dies ist in internationaler historischer Perspektive ein hoher Wert. Entscheidend für eine erfolgreiche Integration von Zuwanderern ist deren Teilnahme am Arbeitsleben. Eine rasche Aufnahme von Arbeit erlaubt es Zuwanderern, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und an Wachstum und Wohlstand zu partizipieren. Zudem hängt auch die Frage, ob Migration zu einer Be- oder Entlastung der Sozialkassen führt, entscheidend davon ab, wie gut Zuwanderer in den Arbeitsmarkt integriert werden. Neben rechtlichen Hürden sind Sprachkenntnisse und Qualifikation die Schlüsselfaktoren für Beschäftigung. In Deutschland sind 20 Prozent der Erwerbspersonen ohne berufsqualifizierenden Abschluss arbeitslos. Die Arbeitslosenquote bei Personen mit Berufsabschluss liegt nur bei 5 Prozent, bei Personen mit Hochschul- abschluss sogar nur bei 2, 5 Prozent.

Erste Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und von Befragungen von Asylbewerbern aus Integrationsprogrammen deuten darauf hin, dass etwa zwei Drittel der derzeitigen Zuwanderer keinen Berufsabschluss haben. Im Vergleich dazu haben nur 14 Prozent der Personen ohne Migrationshintergrund in Deutschland keinen berufsqualifizierenden Abschluss. Daher sollten diejenigen, die in Deutschland eine Bleibeperspektive haben, so schnell wie möglich die notwendigen Sprachkenntnisse erwerben, um am täglichen Leben und insbesondere am Arbeitsmarkt teilnehmen zu können. Dazu ist ein flächendeckendes Angebot an Sprachkursen notwendig. Zudem müssen bestehende Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt abgebaut werden. Wartefristen und die Vorrangprüfung, das heißt die Überprüfung, ob für die zu besetzende Stelle Deutsche oder Bürger aus einem an- deren EU-Land zur Verfügung stehen, sollten abgeschafft werden.

Zudem sollte der Zugang zu Zeitarbeit für geringer Qualifizierte schneller möglich sein – bisher besteht eine Wartezeit von 15 Monaten. Keine Chance auf Integration in den Arbeitsmarkt werden diejenigen haben, deren Produktivität unterhalb des Mindestlohns von 8,50 Euro in der Stunde liegt. Für gering qualifizierte Zuwanderer und die Sozialkassen birgt der Mindestlohn damit große Gefahren. Die für Einstiegsqualifikationen oder Langzeitarbeitslose geltende Ausnahmeregelung sollte daher auch auf Flüchtlinge angewandt werden.

Besonders wichtig ist zudem die Ausbildung von Flüchtlingen: Über die Hälfte der Flüchtlinge, die in den letzten beiden Jahren nach Deutschland gekommen sind, sind jünger als 25 Jahre. In vielen der Herkunftsländer ist das Bildungssystem so schlecht ausgebaut, dass sie aufgrund mangelnder Bildung nur unzureichend am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilnehmen können. 2015 betrug der Anteil der syrischen 8-Klässler, die lediglich über elementare Lesefähigkeiten verfügen und nur auf Grundschulniveau rechnen können, 65 Prozent. In Deutschland betrug dieser Anteil lediglich 16 Prozent. Das durchschnittliche Leistungsniveau syrischer Schüler liegt um vier bis fünf Schuljahre unter demjenigen gleichaltriger deutscher Schüler. Damit junge Migranten eine Chance haben, weitere Bildungsstufen zu erreichen, sollten sie besondere Unterstützung zum Beispiel durch Ausbildungsbegleiter erhalten. Auch könnten Ausbildungen, die stärker auf praktische als auf theoretische Aspekte abstellen, den Migranten den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Um Unternehmen ausreichend Anreize zu geben, Flüchtlinge auszubilden, sollte garantiert werden, dass sie ihre Aus- bildung unabhängig vom Ausgang des Asylverfahrens beenden können.

Die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ist die entscheidende Stellschraube dafür, dass Migration ökonomisch positive Wirkungen entfalten kann. Daher sollten alle diejenigen, die eine gute Bleibeperspektive in Deutschland haben, schnell und umfassend dabei unterstützt werden, die notwendigen Sprachkenntnisse und Qualifikationen zu erwerben. Zudem sollten bestehende rechtliche Hürden für die Arbeitsaufnahme abgebaut werden. Um auch perspektivisch die notwendigen Fachkräfte nach Deutschland zu holen, ist darüber hinaus eine bedarfsgerechte Steuerung der Zuwanderung im Rahmen eines Zu- wanderungsgesetzes notwendig.

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5 vor 10: Pharmakonzerne, Griechenland, Geldpolitik, Flexi-Rente, Inflationsberechnung http://www.insm-oekonomenblog.de/14125-5-vor-10-pharmakonzerne-griechenland-geldpolitik-flexi-rente-inflationsberechnung/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14125-5-vor-10-pharmakonzerne-griechenland-geldpolitik-flexi-rente-inflationsberechnung/#comments Tue, 24 May 2016 07:55:11 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14125 weiterlesen]]> Heute geht es in den Linktipps um die Übernahmewünsche des Pharmakonzerns Bayer, um die Schwierigkeiten in der Griechenland-Rettung und die neue Flexi-Rente. Außerdem beschäftigen wir uns mit zwei wichtigen Themen aus der Geldpolitik: Wir erklären, wie die Inflation zuverlässiger berechnet werden kann und wieso Notenbanker Schwierigkeiten haben, die Geldentwertung mit den klassischen Instrumenten zu beeinflussen.


1. Was will Bayer mit Monsanto?
(zeit.de, Jutta Hoffritz)
62 Milliarden Dollar hat das Pharma- und Chemieunternehmen Bayer für den US-Gentechnikriesen Monsanto geboten – viel Geld für ein Unternehmen mit einem schlechten Ruf. Die Volkswirtin Jutta Hoffritz analysiert, was der Leverkusener Konzern mit Monsanto will und welche Gefahren diese Strategie birgt.

2. Fünf Gründe, warum die Griechen-Rettung gescheitert ist
(welt.de, Jan Dams und Andre Tauber)
Nach sechs Jahren habe der Internationale Währungsfonds die Nase voll von der Griechenlandrettung – warum, haben Jan Dams und Andre Tauber zusammengefasst. Dabei geht es beispielsweise um das langsame Tempo der Reformen, um instabile Banken oder zu wenige Privatisierungen. Gerade das schwache Wirtschaftswachstum lässt der Politik kaum Spielraum, weitere Ausgabenkürzungen umzusetzen.

3. Die defekte geldpolitische Regel der EZB muss reformiert werden!
(wirtschaftlichefreiheit.de, Gunther Schnabl)
Die Annahme, dass sich die Inflation über die Geldmenge oder die Höhe der Leitzinsen beeinflussen lasse, sei überholt, schreibt Gunther Schnabl, Professor an der Universität Leipzig. Auch wenn das offizielle Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent erreicht werde, würden vor allem Reiche (und Immobilienbesitzer) von der aktuellen Politik profitieren. Schnabl erklärt, was sich ändern müsste, damit die politische Unzufriedenheit in der Bevölkerung nicht weiter wächst.

4. Die neue Flexi-Rente kommt – und das ist gut so
(sueddeutsche.de, Ulrike Heidenreich)
Wer über das offizielle Renteneintrittsalter hinaus arbeiten möchte, kann dies künftig problemlos, denn die Bundesregierung hat die sogenannte Flexi-Rente beschlossen. Allerdings dürfe dies nicht nach starren Formeln um Lebens-, Erwerbs- und Rentenjahre ablaufen, kommentiert Ulrike Heidenreich.

5. Die neue Rechnung für Inflation
(timharford.com, Tim Harford, englisch)
Die Inflation könnte in Zukunft anhand von Big-Data-Analysen berechnet werden. Wie genau das funktioniert, erklärt der Ökonom Tim Harford. Dabei beschäftigt ihn zudem die Frage, welche Schwächen die Berechnung des Warenkorbes bislang hat.

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5 vor 10: Gehälter, Dollar, Vermieter, Mindestlöhne, Referenden http://www.insm-oekonomenblog.de/14122-5-vor-10-gehaelter-dollar-vermieter-mindestloehne-referenden/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14122-5-vor-10-gehaelter-dollar-vermieter-mindestloehne-referenden/#comments Mon, 23 May 2016 07:55:36 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14122 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Sollten Gehälter öffentlich sein? Ist der Dollar für Anleger ein sicherer Hafen? Sind Vermieter in Deutschland wirklich so reich? Sind Volksentscheide sinnvoll? Und welche Folgen haben die Pläne Barack Obamas, die Mindestlöhne in den USA anzuheben?


1. Wieviel verdienen die Kollegen?
(washingtonpost.com, Danielle Paquette, englisch)
Über das Gehalt zu sprechen ist vielen Menschen unangenehm, einigen ist es sogar per Arbeitsvertrag verboten. Eine Initiative in den USA möchte nun Firmen, die mehr als 100 Angestellte haben, zur Veröffentlichung der Gehälter zwingen. Das soll helfen, die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern abbauen. Kann das helfen?

2. Wie die Macht des Dollars langsam zerbröckelt
(wiwo.de, Thorsten Polleit)
Der Dollar ist die Weltleitwährung, viele andere Währungen bauen auf ihm auf – und weder Yuan, noch Euro, noch Rubel haben das Potenzial, ihn abzulösen. Wer allerdings darauf hofft, dass die US-Währung einen sicheren Hafen für Anlagen darstellt, dürfte falsch liegen, schreibt Thorsten Polleit in der Wirtschaftswoche. Schließlich sei die Aufwertung der Währung nachteilig für die heimische Wirtschaft, sodass die Federal Reserve früher oder später gegensteuern dürfte.

3. Miethaie gesucht
(zeit.de, Nadine Oberhuber)
Der Großvermieter, der über seine Mieteinnahmen satte Renditen einstreiche, sei vielerorts ein Mythos, schreibt Nadine Oberhuber auf  Zeit Online. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Zwei Drittel aller Vermieter seien private Kleinvermieter und der durchschnittliche Wert der Wohnungen und Häuser liege bei 257.000 Euro.

4. Obamas Lohn
(faz.net, Winand von Petersdorff)
Die Annahme, dass Mindestlöhne die Wirtschaft antreiben, sei bestenfalls naiv, kommentiert Winand von Petersdorff, USA-Korrespondent der FAZ. Von Petersdorff erklärt, welchen Handlungsspielraum ein Gastronomiebesitzer habe, wenn die Löhne steigen würden, oder welche Möglichkeiten Menschen bekämen, die bislang keinen Job gefunden haben.

5. Scheitern Volksentscheide?
(economist.com, englisch)
Die vielen Referenden in Europa würden nur eines zeigen, schreibt der Economist: dass sie sparsamer eingesetzt werden müssten. Egal, ob der Brexit oder die die Wahl der Griechen über die Ablehnung oder Annahme des Reform-Entwurfs der Gläubiger – das Mittel, die Bürger direkt nach ihrer Meinung zu befragen, sei gefährlich, zum Beispiel weil die Politik sich vielleicht doch über die Entscheidungen hinwegsetzen muss.

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Riester-Freibetrag als beste aller Second-Best-Lösungen http://www.insm-oekonomenblog.de/14114-riester-freibetrag-als-beste-aller-second-best-loesungen/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14114-riester-freibetrag-als-beste-aller-second-best-loesungen/#comments Fri, 20 May 2016 12:07:06 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14114 weiterlesen]]> Weder die Lebensleistungsrente noch eine Fixierung des Rentenniveaus können Armut im Alter adäquat senken.  Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Professor Dr. Christian Hagist von der Otto Beisheim School of Management (WHU). Besser wäre ein Freibetrag für private Altersvorsorge.

Die Rentendiskussion in Deutschland hat in den letzten Wochen alarmistische Züge angenommen. Diskutiert werden vor allem das Problem der Altersarmut und das damit verbundene vermeintliche Akzeptanzproblem des gesamten Altersvorsorgesystems. Zwar ist derzeit das Altersarmutsrisiko älterer Menschen nicht höher als das der Gesamtbevölkerung, jedoch wird erwartet, dass Altersarmut – insb. bei alleinstehenden Frauen mit Kindern und prekär Beschäftigten – signifikant ansteigen wird. Eine Diskriminierung von Armut stellt eigentlich einen ordnungspolitischen Fehlgriff dar, mit gutem Grund stellt das deutsche Sozialsystem nicht die Frage nach dem „Warum“ oder dem „Wer“ bei Armut (von einzelnen feineren Ausnahmen einmal abgesehen). Gewichtet man jedoch das angezeigte Akzeptanzproblem bei wahrscheinlich wachsender Altersarmut hoch genug, gilt es, den ordnungspolitischen fragwürdigen Eingriff, die Diskriminierung bestimmter Gruppen in Armut, gegen das angezeigte Akzeptanzproblem aufgrund zunehmender Altersarmut abzuwägen. Arme Alte besser zu stellen ist letztlich jedoch nur ein Herumdoktern an den Symptomen. Deshalb sollten bei allen diskutierten Vorschlägen auch immer die Ursachen für Altersarmut in Angriff genommen werden – insb. Ausbildung und die Infrastruktur zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, vor allem für Alleinerziehende.

Möchte man explizit das Symptom der Altersarmut angehen, stellt sich die Frage nach der besten aller Second-Best-Lösungen. Im politischen Raum stehen die Fixierung des Rentenniveaus und die sogenannte Lebensleistungsrente. Erstere Maßnahme ist rundum abzulehnen, da sie in keiner Weise das Altersarmutsproblem adressiert und lediglich eine nicht nachhaltige Umverteilung jüngerer Jahrgänge hin zu den sogenannten Baby-Boomer-Generationen darstellt. Die jüngsten Studien des IWH und des IW verdeutlichen dies. Die Lebensleistungsrente, also die Aufwertung der Rentenpunkte bei langjähriger Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung, ist sicher zielgenauer als eine Fixierung des Rentenniveaus, mag jedoch auch nicht überzeugen. Ohne eine Bedürfnisprüfung wie in der Grundsicherung im Alter sind hohe Mitnahmeeffekte zu erwarten, mit Bedürfnisprüfung ergeben sich starke Anreize Teile der Erwerbstätigkeit in Schwarzarbeit zu verbringen.

Besser wäre es die Eigenvorsorge zu stärken und für entsprechend gefährdete Einkommens- und Gesellschaftsgruppen anreizkompatibel zu machen. Die zusätzliche Altersvorsorge wird bisher bei der Grundsicherung im Alter voll angerechnet, was auch sachlogisch ist. Darauf folgend ist es aber auch für viele Haushalte in den unteren Lohngruppen rational in geringerem Ausmaße zusätzliche Altersvorsorge zu betreiben. Genau für diese Menschen ist eine zusätzliche Vorsorge jedoch notwendig, damit sie nicht in Altersarmut abrutschen.

Ein Freibetrag für zusätzliche Altersvorsorge oder ähnliche Produkte (bAV, Basisrente) würde den Anreiz selbstständig für das Alter vorzusorgen stark erhöhen und könnte dadurch das steigende Altersarmutsproblem zielgenau angehen. Aussehen könnte so ein Freibetrag wie ein ehemaliger Vorschlag der FDP: Demnach wären bspw. die ersten 100 Euro zusätzliche Rente vollständig frei und von Beträgen darüber hinaus könnten noch 20% behalten werden.

Dass solch ein Regime den Anreiz zur zusätzlichen Altersvorsorge in unteren Lohngruppen und für Alleinerziehende stark verbessern dürfte, zeigt folgendes Rechenbeispiel: Nehmen wir einmal an, ein Arbeitnehmer verdient 40 Jahre lang die Hälfte des durchschnittlichen Bruttolohns (durchschnittliches Bruttoarbeitsentgelt als Rechengröße der Sozialversicherung). Dies ergibt derzeit eine monatliche Rente der gesetzlichen Rentenversicherung von knapp 550 Euro. Ohne zusätzliche Einkommen könnte dieser Arbeitnehmer Grundsicherung im Alter beantragen und würde im Durchschnitt 223 Euro (je nach Wohnort) erhalten. Im Falle einer Lebenleistungsrente würde er sogar auf 823 Euro angehoben – ob aus Steuer- oder Beitragsmitteln ist dabei noch nicht geklärt. Was aber nun, wenn der Haushalt 40 Jahre lang (es handelt sich um ein fiktives Beispiel) einen Riestervertrag bespart hätte – mit einer monatlichen eigenen Sparleistung von 49 Euro (die gesamte Sparleistung ergibt sich dann zuzüglich der üblichen Zulagen). Wenn man die gleiche Rendite wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung unterstellt, ergäbe dies monatliche Bezüge von 130 Euro. Im jetzigen Regime würden diese 130 Euro voll auf die Grundsicherung angerechnet, d.h. der Haushalt hätte weiterhin „nur“ 773 Euro monatlich zur Verfügung – 550 Euro Rente, 130 Euro Riesterrente und nun 93 Euro Grundsicherung. Es ist wenig rational für einen solchen Haushalt in der Erwerbsphase auf die 49 Euro zu verzichten um dann im Alter dennoch keine Besserstellung zu erfahren. Gäbe es aber nun einen wie oben skizzierten Freibetrag – die ersten 100 Euro ohne Anrechnung und danach eine Freistellung von 20% – so käme der Haushalt auf monatliche Bezüge von 879 Euro – 550 Rente, 130 Riesterrente und nun 199 Euro Grundsicherung. Im Vergleich zum Fall ohne Riesterrente bekommt der Haushalt also nun deutlich mehr – und auch der Steuerzahler spart an Grundsicherungszahlungen (muss aber natürlich in der Sparphase auch mehr Riester-Förderung bezahlen).

Es sind nun leicht Fälle denkbar, in welchen Haushalte zuvor nur geringe Anreize für eine zusätzliche Altersvorsorge hatten, folglich auf die Grundsicherung zurückgriffen und jetzt durch einen solchen Freibetrag ganz auf Grundsicherung verzichten könnten. Genau dies war ja auch die eigentliche Intention der Förderlogik in der zusätzlichen Altersvorsorge. Wenn man also nicht nur die Ursachen für Altersarmut, sondern auch die Symptome angehen möchte, gilt es dies so zielgenau und anreizkompatibel wie möglich zu machen – der Riester-Freibetrag stellt einen solchen Weg dar.

Studiendownload:  “Die Rentendiskussion ist zurück: Der Riester-Freibetrag als Alternative zur Lebensleistungsrente” von Prof. Hagist im Auftrag der INSM.

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5 vor 10: Glyphosat, Stimmenkauf, Fachkräftemangel, Flüchtlinge, Elektroautos http://www.insm-oekonomenblog.de/14111-5-vor-10-glyphosat-stimmenkauf-fachkraeftemangel-fluechtlinge-elektroautos/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14111-5-vor-10-glyphosat-stimmenkauf-fachkraeftemangel-fluechtlinge-elektroautos/#comments Fri, 20 May 2016 07:55:35 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14111 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Funktioniert die Landwirtschaft noch ohne Glyphosat? Wie funktioniert Stimmenkauf? Welche Anreize können den Fachkräftemangel lindern? Und wie lässt sich das Samariterproblem in der Flüchtlingskrise lösen? Außerdem geht es um die Sinnhaftigkeit von Milliardenzuschüssen für Elektroautos.


1. Ohne Glyphosat wird’s teurer
(zeit.de, Christiane Grefe)
Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat sorgt derzeit für hitzige Debatten. Wegen möglicher Gesundheitsrisiken steht ein komplettes Verbot der breitflächig genutzten Substanz im Raum. Bauern stehen damit vor unsicheren Zeiten, denn in vielen Bereichen ist Glyphosat bisher so gut wie unverzichtbar. Die Landwirtschaft muss kreativ werden. “Der Druck eines Glyphosat-Entzugs könnte künftig ganz neue technische Alternativen voranbringen”, schreibt Christiane Grefe.

2. Die Wähler und das Geld
(fee.org, Emily Skarbek, englisch)
Bei demokratischen Wahlen gewinnt nicht immer der beliebteste Kandidat oder die populärste Partei: Oftmals  setzt sich die Seite durch, die über das meiste Geld verfügt, denn in vielen Schwellenländern grassiert das Problem des Stimmenkaufs. Wie viel Geld kurz vor Wahlen in Bewegung kommt, können Ökonomen messen. Eine Studie zeigt, wie die Geldmenge in Ländern wie Nigeria im Wahlkampf sprunghaft ansteigt.

3. Wer mehr Fachkräfte will, muss mehr bezahlen
(hbr.org, Thijs van Rens, englisch)
In bestimmten Fachgebieten – wie zum Beispiel in technischen Berufen oder in den Naturwissenschaften – fehlen der Wirtschaft gut ausgebildete Mitarbeiter. Um das Problem zu lösen, hilft es wenig, entsprechende Studiengänge attraktiver zu machen, argumentiert Thijs van Rens. Stattdessen sollten Arbeitgeber in den Mangelberufen höhere Löhne anbieten. Dadurch würden sich automatisch genug Anreize ergeben, entsprechende Qualifikationen zu erwerben.

4. Das Samariterproblem in der Flüchtlingskrise
(wirtschaftswurm.net, Arne Kuster)
Je hilfsbereiter ein Samariter auftritt, umso mehr Menschen erhoffen sich bei ihm Unterstützung. Das Problem bekommt Deutschland in der Flüchtlingskrise zu spüren. Zwei Ökonomen haben eine Idee, das zu lösen: Zuwanderer sollten künftig für die Aufnahme bezahlen müssen. Arne Kuster analysiert den Plan auf seine prakitsche Umsetzbarkeit. Sein Fazit. “Ein guter Vorschlag, aber überhaupt nicht für das Problem geeignet.”

5. Genosse der Autobosse
(faz.net, Heike Göbel)
Elektroautos seien derzeit aus gutem Grund Ladenhüter, schreibt Heike Göbel: “Weil sie zu teuer sind und viel zu wenig bieten, um für ein mobiles Massenpublikum attraktiv zu sein.” Nun soll es eine Milliarde Euro an Steuergeldern geben, um die Kaufanreize zu erhöhen. Göbel sieht das kritisch: “Wann immer der Staat meint, besser als der Markt zu wissen, wo die Zukunft liegt, wird es teuer für die Steuerzahler.”

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