INSM - ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) http://www.insm-oekonomenblog.de Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten - diskutieren Sie mit! Thu, 30 Jun 2016 11:41:39 +0000 de-DE hourly 1 Die Flüchtlinge erreichen den Arbeitsmarkt http://www.insm-oekonomenblog.de/14368-die-fluechtlinge-erreichen-den-arbeitsmarkt/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14368-die-fluechtlinge-erreichen-den-arbeitsmarkt/#comments Thu, 30 Jun 2016 09:00:40 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14368 weiterlesen]]> Nach den hohen Flüchtlingszahlen des vergangenen Sommers hat sich die Situation in Deutschland nicht zuletzt durch die Schließung der Balkanroute deutlich beruhigt. Nun machen sich die ersten Flüchtlinge in den Arbeitsmarktstatistiken bemerkbar. Der Arbeitsmarkt braucht Rahmenbedingungen, die Integration fördern und nicht verhindern. Die Politik hat auf diesem Feld schon einiges bewegt und Zugangshürden abgebaut, nun muss der Praxistest erfolgen.

Erfreulich ist: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat deutlich zugenommen, von 36.167 auf 53.495 Beschäftigte Flüchtlingen aus den vier Hauptherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak und Syrien. Noch dynamischer hat sich allerdings die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe entwickelt und erreicht über 65 Prozent in dieser Ländergruppe. Studien zeigen jedoch, dass die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen langsamer verläuft als von anderen Zuwanderern.  Insofern können diese Daten auch so gedeutet werden, dass die Flüchtlinge nun zunehmend am Arbeitsmarkt ankommen und die Arbeitslosenquote in den kommenden Jahren wieder abnehmen sollte.

Eine erfolgreiche und zügige Etablierung der Flüchtlinge am deutschen Arbeitsmarkt ist nicht nur aus humanitärer, sondern auch aus wirtschaftlicher und fiskalischer Perspektive wichtig. Was aber kann die Politik noch tun, um die Chancen auf Arbeitsintegration der Flüchtlinge zu vergrößern?

Gerade im Verwaltungsbereich besteht noch großer Handlungsbedarf. So wurde der Personalbestand des für die Administration der Asylverfahren zuständigen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge zwar im letzten Jahr bereits deutlich aufgestockt, jedoch ist der Stand längst noch nicht zufriedenstellend. So müssen registrierte Flüchtlinge zum Teil immer noch Monate darauf warten, überhaupt einen Asylantrag stellen zu können, und wenn der Antrag gestellt ist, kann die Bearbeitung bei Fällen aus Herkunftsländern, aus denen nur einem Teil der Bewerber Schutz gewährt wird, weit über ein Jahr dauern. Auch beim Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern gibt es häufig Schwierigkeiten, und das Instrument der Duldung wird je nach Ausländerbehörde sehr unterschiedlich eingesetzt. Gelänge es die Verfahrensdauern soweit zu reduzieren, dass zwischen Ankunft und Entscheidung über den Asylantrag maximal 3 bis 6 Monate vergehen, würden sich viele der aktuell diskutierten rechtlichen Fragen für Asylbewerber überhaupt nicht mehr stellen.

Auch aus Grund der Engpässe an entsprechend qualifiziertem Fachpersonal  ist davon aber nicht auszugehen, sodass der weitere institutionelle Rahmen so gestaltet werden muss, dass er auch mit sehr langen Verfahrensdauern kompatibel ist. Konkret bedeutet das, dass der Zugang von Flüchtlingen zu Arbeitsmarkt und Bildungssystem bereits während des Asylverfahrens gefördert werden muss.

Hierzu sollten zunächst die bestehenden rechtlichen Einschränkungen beim Arbeitsmarktzugang für Asylbewerber weiter abgebaut werden. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die im Rahmen des Integrationsgesetzes geplante Aussetzung von Vorrangprüfung und Zeitarbeitsverbot. Allerdings sollte diese dauerhaft und vor allem überall in Deutschland erfolgen. Eine Beschränkung auf Arbeitsagenturbezirke mit günstiger Arbeitsmarktlage ist nicht sinnvoll, da Asylbewerber ihren Wohnort nicht selbst auswählen können und sich in Regionen mit ungünstiger Arbeitsmarktlage in der Regel besonders schwer tun, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden, sodass dieser an sich gerade hier besonders gefördert werden müsste. Solch eine Förderung sollte grundsätzlich darauf hinwirken, dass die Asylbewerber möglichst schnell eine reguläre Erwerbstätigkeit aufnehmen.

Mit Blick auf die berufliche Ausbildung stellt die im Integrationsgesetz angedachte 3+2-Regelung (3 Jahr Duldung während der Ausbildung plus zwei Jahre Aufenthalt danach) einen gangbaren Weg dar, um für Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden Planungssicherheit zu schaffen. Die Ausbildung von Flüchtlingen, auch wenn die notwendige Planungssicherheit gewährleistet ist, stellt insbesondere aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse eine besondere Herausforderung dar. Daher sind Maßnahmen der Ausbildungsförderung für Flüchtlinge besonders wichtig und sollten auch für Asylbewerber schnell zugänglich sein. Die im Integrationsgesetz geplante teilweise Öffnung der Instrumente der Bundesagentur für Arbeit ist hier ein richtiger Schritt, geht aber nicht weit genug und ist zu kompliziert geregelt.

Eine Teilhabe am Arbeitsmarkt und im Bildungssystem setzt Kenntnisse der deutschen Sprache voraus, sodass der Spracherwerb von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Integration ist. Vor diesem Hintergrund sind die bereits im letzten Jahr erfolgte Öffnung der Integrationskurse für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive und die im Integrationsgesetz angedachte Möglichkeit, diese zur Teilnahme verpflichten zu können, sehr zu begrüßen. Allerdings scheint es nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich, dass es zeitnah möglich sein wird, genügend Integrationskursplätze für alle Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive bereitzustellen. Die Politik ist hier also auch gefordert, die Infrastruktur zu verbessern. Zudem stellt sich die Frage nach dem Umgang mit Asylbewerbern, die nicht in die Kategorie „mit guter Bleibeperspektive“ fallen, gleichzeitig aber auch nicht aus sicheren Herkunftsländern kommen. Auch aus dieser Gruppe werden viele Flüchtlinge anerkannt. Jedoch sind die Verfahrensdauern aufgrund der Komplexität der Verfahren besonders hoch. Das bedeutet, dass ein Zugang zu Integrationsmaßnahmen bereits während des Asylverfahrens hier besonders wichtig wäre, um lange Unterbrechungen in der Erwerbs- und Bildungsbiografie zu vermeiden, die für den Integrationserfolg sehr schädlich sind. Gelingt es nicht, die Dauer der Asylverfahren deutlich zu reduzieren, sollten Berechtigung und mögliche Verpflichtung zur Teilnahme am Integrationskurs nicht nur für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive sondern für alle Asylbewerber, die nicht aus sicheren Herkunftsländern stammen, gelten.

Letztendlich zeigen dabei aber Auswertungen des Arbeitsmarktes für Akademiker, dass gerade in den für die Integration von Flüchtlingen wichtigen akademischen Berufen in Deutschland in den letzten Monaten im Zuge der Flüchtlingsmigration Fachkräfteengpässe entstanden sind. Hier ist es daher auch wichtig, Maßnahmen zur Fachkräftesicherung umzusetzen, um die Infrastruktur zur Integration von Flüchtlingen zu stärken.

Eine weitere für die Integration relevante Maßnahme ist die mit dem Integrationsgesetz geplante Wohnsitzauflage für anerkannte Flüchtlinge. Auch wenn sie nicht für Erwerbstätige und Personen in Ausbildung gelten würde, ist eine Wohnsitzauflage nicht unkritisch, da sie die Mobilität der Flüchtlinge und damit den Zugang zu sozialen Netzwerken, die ihre Integration fördern können, hemmt. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass die anerkannten Flüchtlinge meist nicht in Regionen ziehen, wo ihre Arbeitsmarktperspektiven besonders gut sind, sondern in solche in denen sich bereits eine starke ethnische Community etabliert hat. Da die betreffenden Kommunen für einen großen Teil der Integrationsmaßnahmen aufkommen müssen und häufig nicht wirtschaftsstark sind, drohen sie bei den großen Flüchtlingszahlen überfordert zu werden. Daher kann eine Wohnsitzauflage in Kombination mit einem an Arbeitsmarktpotenzialen orientierten Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge ein richtiger Schritt zu besseren Integrationsperspektiven sein.

Dieser Beitrag basiert auf den Ergebnissen des INSM-Integrationsmonitor (Download der Studie, Pressemeldung, Factsheet), einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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5 vor 10: Mindestlohn, Brexit, Vermögen, Wohlfahrt, Konsumlust http://www.insm-oekonomenblog.de/14370-5-vor-10-mindestlohn-brexit-vermoegen-wohlfahrt-konsumlust/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14370-5-vor-10-mindestlohn-brexit-vermoegen-wohlfahrt-konsumlust/#comments Thu, 30 Jun 2016 07:54:09 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14370 weiterlesen]]> In den Linktipps geht es heute um Jobverluste durch den Mindestlohn, die wahrscheinlichen Szenarien nach dem Brexit, die Vermögenssteuerdebatte der SPD und um eine Analyse des Wohlfahrtsstaates. Außerdem ein Thema: die riskante Konsumfreude der Deutschen.


1. Der Mindestlohn wird noch viele Arbeitsplätze kosten
(sueddeutsche.de, Marc Beise)
Es scheint, als wären alle Seiten zufrieden: Die Mindestlohnkommission einigt sich einstimmig auf eine Erhöhung der Lohnuntergrenze von 8,50 auf 8,84 Euro. Angesichts der guten konjunkturellen Lage kann die Wirtschaft das aus Sicht von Marc Beise stemmen. Er warnt jedoch, dass dies nicht immer so sein wird: “Wenn aber die Konjunktur einbricht, dann werden selbst die 34 Cent, oder das, was in den nächsten Kommissionsrunden dazukommen mag, rasch zur Hypothek werden.”

2. Was passiert nach dem Brexit?
(wirtschaftlichefreiheit.de, Andreas Freytag)
Auch eine Woche nach dem Referendum über den EU-Austritt Großbritanniens ist noch immer unklar, wohin die Briten und Europa künftig steuern werden. Andreas Freytag sieht zwei mögliche Szenarien: Es könne zu einem hohen wirtschaftlichen Schaden für alle Beteiligten kommen. Der Brexit biete aber auch die Chance auf einen Neuanfang in Europa. In jedem Fall sei jedoch von einem Konfrontationskurs zwischen London und Brüssel abzuraten.

3. Die SPD schwärmt mal wieder von einer Neidsteuer
(rolandtichy.de, Hugo Müller-Vogg)
Der stellvertretende SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel macht mit einem neuen Vorschlag zu einer Vermögenssteuer von sich reden. Der Publizist Hugo Müller-Vogg sieht darin den Beginn einer Neiddebatte. “Denen, die mehr haben, etwas wegzunehmen, trieb Sozialisten aller Schattierungen schon immer um”, schreibt er. “Weil sie Ungleichheit grundsätzlich mit Ungerechtigkeit gleichsetzen.”

4. Der Wohlfahrtsstaat
(ef-magazin.de, Carlos A. Gebauer)
Das wirtschaftshistorische Buch “Der Wohlfahrtsstaat” des Wirtschaftsphilosophen Gerd Habermann ist bereits in den 90er-Jahren erschienen. Die als Standardwerk über die deutsche Sozialpolitik beschriebene Abhandlung ist aus Sicht von Carlos A. Gebauer aber immer noch sehr lesenswert. Sie vertritt die These, dass der Wohlfahrtsstaat womöglich schon bald unter dem Druck seiner Probleme zusammenbrechen könnte.

5. Was die Konsumlust der Bürger so gefährlich macht
(welt.de, Michael Gassmann)
Die Konjunktur brummt, die Jobaussichten sind gut, und die Löhne steigen. Die Deutschen haben allen Grund zur Zuversicht – und sind, was ihre Einkommenserwartungen angeht, tatsächlich so optimistisch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dennoch ist es nicht ratsam, in einen Konsumrausch zu verfallen. Denn erhebliche wirtschaftliche Risiken könnten die Lage rasch ändern.

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5 vor 10: Binnenmarkt, Hongkong, Aktien, Ceta, Rente http://www.insm-oekonomenblog.de/14364-5-vor-10-binnenmarkt-hongkong-aktien-ceta-rente/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14364-5-vor-10-binnenmarkt-hongkong-aktien-ceta-rente/#comments Wed, 29 Jun 2016 07:55:08 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14364 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Die EU sollte sich wieder auf den Binnenmarkt konzentrieren, Hongkong droht wegen des Brexits eine Rezession und überraschenderweise sind britische Aktien derzeit stärker als deutsche – allerdings nur scheinbar. Außerdem: Die EU-Kommission will ohne die nationalen Parlamente über Ceta entscheiden und die Rentenkasse kritisiert die Pläne für eine “Lebensleistungsrente”.


1. Das Herz der EU
(faz.net, Holger Steltzner)
Nach dem Brexit sollte sich die EU wieder auf das konzentrieren, was sie stark gemacht habe: den Binnenmarkt. Gefährlich wären dagegen weitere Detailvorschriften oder ein europäischer Sozialstaat, schreibt FAZ-Herausgeber Holger Steltzner. Schließlich übertreibe die EU schon schon jetzt damit: “Die EU stellt heute etwa 7 Prozent der Weltbevölkerung, erwirtschaftet ein Viertel der Weltwirtschaftsleistung, verteilt aber die Hälfte aller Sozialausgaben der Welt um.”

2. Der Brexit drückt Hongkong in die Rezession
(qz.com, Zheping Huang, englisch)
Der geplante Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU hat weltweite Folgen: Die Wirtschaft von Hongkong ist ohnehin schon angeschlagen. Der Brexit wird sie nun in die Rezession stürzen, erwartet das japanische Geldhaus Nomura. Die Stadt hat extrem enge Wirtschaftsbeziehungen zur EU, außerdem wird der in unruhigen Zeiten als sicher geltende Hongkong-Dollar extrem aufwerten – was ebenfalls negative Exporte auf Tourismus und Exporte haben könnte.

3. Warum der britische Index den Dax abhängt
(handelsblatt.com, Ingo Narat)
Britische Aktien haben im Vergleich zu deutschen Werten deutlich weniger unter den Brexit-Tumulten gelitten. Doch das ist nur scheinbar so, schreibt Ingo Narat. Berechnet man die drastische Abwertung des britischen Pfundes mit ein, hat es auch auf der Insel deutliche Wertverluste gegeben.

4. Brüssel pocht auf Entscheidungsrecht über Ceta
(sueddeutsche.de, Alexander Mühlauer)
Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die nationalen Parlamente nicht über das Freihandelsabkommen Ceta abstimmen lassen. Innerhalb der Mitgliedsländer herrscht Uneinigkeit darüber, ob man tatsächlich Brüssel freie Hand lassen soll. Wie der Streit letztendlich ausgeht, dürfte auch große Bedeutung für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP haben, schreibt Alexander Mühlauer. Schließlich gelte Ceta als Blaupause für das Abkommen mit Amerika.

5. So hat die Rente keine Zukunft
(wiwo.de, Max Haerder)
Es ist selten, dass die Rentenkasse die Pläne der Regierung kritisiert. Tut sie es doch, sollte man genau hinhören, schreibt Max Haerder. Genau das tut sie gerade: Die Kasse hält die Pläne der Koalition, eine sogenannte “Lebensleistungsrente” einzuführen für äußerst bedenklich. Statt über eine Erhöhung der Bezüge zu diskutieren, sollte man lieber überlegen, wie die Menschen länger arbeiten können, fordert auch Haerder.

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5 vor 10: Demokratie, Brexit, Marihuana, EU-Gegner, MINT http://www.insm-oekonomenblog.de/14351-5-vor-10-demokratie-brexit-marihuana-eu-gegner-mint/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14351-5-vor-10-demokratie-brexit-marihuana-eu-gegner-mint/#comments Tue, 28 Jun 2016 07:55:04 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14351 weiterlesen]]> In den Linktipps geht es um die Krise der Demokratie, das Geschäft mit Marihuana und Frauen in den MINT-Fächern. Zudem zeigen wir, was an den drei großen Schlussfolgerungen zur Brexit-Entscheidung wirklich dran ist.


1. Die Krise der Demokratie
(washingtonpost.com, Dan Balz, englisch)
Der Brexit sei der Krise der Demokratie geschuldet, meint Dan Balz. So herrsche im politischen System Großbritanniens, in dem das Parlament, das aus drei Kammern besteht, herrscht, seit Jahren Chaos. Auch in Ländern wie Brasilien oder Belgien fühle sich das Volk nicht ausreichend vertreten. Washington-Post-Korrespondent Balz glaubt: Nicht nur in Großbritannien müsse sich etwas ändern.

2. Der größte anzunehmende Unfall
(zeit.de, Marion Detjen)
Die Entscheidung der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union lasse Zweifel an der Vernunftbegabung des Menschen aufkommen, schreibt Marion Detjen, Historikerin am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. In Zukunft könne dann jede demokratische Graswurzelbewegung mit solchen Vorbehalten diskreditiert werden. Das sei bedenklich.

3. Marihuana lohnt sich
(qz.com, Kira Bindrim, englisch)
Wer in den USA auf kleiner Fläche schnell viel Geld verdienen will, könnte künftig Marihuana verkaufen. Pro Quadratfuß Ladenfläche sind dort jährlich rund 974 Dollar drin. Elf Quadratfuß entsprechen rund einem Quadratmeter. Mehr verdienen im Vergleich nur Apple Stores, Juweliere und der Großhändler Costco.

4. Drei Mythen der Brexit-Entscheidung
(faz.net, Patrick Bernau)
Die Tage nach der Brexit-Entscheidung haben drei große Mythen die Debatte bestimmt. Aber die Schlussfolgerungen “Die Jungen hatten keine Chance gegen die Alten”, “EU-Gegner haben sich erst hinterher informiert” und “Die EU-Gegner bereuen ihre Entscheidung” sind falsch. Die Gründe dafür hat Patrick Bernau für FAZ Online aufgeschrieben.

5. Frauen in MINT-Fächern
(priceonomics.com, englisch)
Es ist immer noch einer der ausschlaggebenden Gründe, warum Frauen weniger verdienen als Männer: Frauen haben deutlich seltener einen Abschluss in den MINT-Fächern, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, jenen Fächern, deren Absolventen bei den Firmen händeringend gesucht werden. Priceonomics hat Daten gesammelt, sich die Zahl der Absolventinnen angesehen und die Gehälter verglichen.

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Ist die Lust am Experimentieren das Todesurteil der Ideologien? http://www.insm-oekonomenblog.de/14342-ist-die-lust-am-experimentieren-das-todesurteil-der-ideologien/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14342-ist-die-lust-am-experimentieren-das-todesurteil-der-ideologien/#comments Tue, 28 Jun 2016 07:24:46 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14342 weiterlesen]]> Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, war Politik von Ideologie geprägt – rechts gegen links, arm gegen reich, Elite gegen Außenseiter. Je nach Weltbild – von Zuhause geprägt oder über die Jahre angeeignet – interpretierte man die Welt und ihre Geschehnisse. Selten sprachen Fakten und Entwicklungen eine so deutliche Sprache, dass man seine Meinung hätte revidieren müssen. Das hat sich geändert. Aber wird die Politik den neuen Erkenntnissen folgen? Die Forschung im Bereich “Entwicklungspolitik” könnte Vorbild sein.  

Reformen und Gesetze werden regelmäßig nach dem gleichen Muster eingeführt: Ein Problem wird identifiziert, es werden Lösungen vorgeschlagen, Interessensverbände machen Vorhersagen über ihre Wirkungen, man entscheidet sich, was bei der eigenen Klientel besser ankommt und woran man eher glaubt, und dann wird ein Gesetz eingeführt – und bleibt auf unabsehbare Zeit in Kraft, selbst wenn es ein Fehlschuss mit ungewollten Nebenwirkungen ist. Das ist eigentlich paradox in einer Zeit, in der wir so viele Daten und Informationen wie nie zuvor haben und diese häufiger anstelle ideologischer Theorien sprechen lassen könnten.

In der Volkswirtschaftslehre hat eine solche Verschiebung zur Empirie bereits über das letzte Jahrzehnt eingesetzt. Neben mehr und besseren Daten haben neue Methoden, kreative Forscher und die Einsicht, dass theoretische Modelle oft ambivalente praktische Vorhersagen liefern ihren Teil dazu beigetragen. Ganz besonders hat diese Veränderung in der Entwicklungsökonomie Einzug gehalten, in der Experimente (sogenannte „Randomized Control Trials“) nicht wegzudenken sind. Der enttäuschten Hoffnung auf Demokratisierung und Infrastrukturprogramme sowie Rückschläge bei weiteren Entwicklungsprojekten folgte das Argument „wir haben bloß nicht genug Geld in die Hand genommen.“

Aus dieser Idee entstanden zum Beispiel die sogenannten Millenium-Dörfer von Jeffrey Sachs, ein Projekt genau an der Zeitenwende zu rigoroseren Evaluierungen. Die Millenium-Dörfer wurden nicht etwa zufällig, sondern nach Willen von Jeffrey Sachs ausgewählt, sodass eine vernünftige Evaluierung zu vergleichbaren Dörfern nicht wirklich möglich war. Manche dieser Projekte sind dann im wahrsten Sinne des Wortes versandet.

Aus Frust über wenig Fortschritt und ideologisch geprägte Debatten, was denn der richtige Ansatz sei, setzten Experimente schließlich ihren Siegeszug an. Die treibende Frage dabei lautete: „Was wirkt und was wirkt nicht?“

Ausgehend von Fragen wie „Welchen Effekt hat ein Jahr mehr Bildung“ entwickelte sich die Forschung zu Fragen wie etwa: „Unter welchen Umständen kommen Lehrer und Schüler überhaupt zur Schule?“ In Feldexperimenten werden dafür bestimmte Maßnahmen nach Zufall zugeteilt, mit dem Ziel, funktionierende Ansätze in größerem Umfang umzusetzen. Michael Kremer und Ted Miguel haben so gezeigt, dass die Behandlung eines Großteils von Schulen gegen parasitische Würmer auch Nichtbehandelten durch allgemein besseren Schutz zugute kommt und bauten in Folge die Initiative „Deworm the World“ auf. Angetrieben von diesen beiden Professoren und weiteren Forschern wie Esther Duflo, Abherjit Banerjee, Pascaline Dupas & Co. ist so in den letzten 15 Jahren eine wahre Industrie entstanden, die mit Instituten wie J-PAL (The Abdul Latif Jameel Poverty Action Lab) oder IPA (Innovations for Poverty Action) Experimente durchführt und ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich macht. Auch wenn viele NGOs weiterhin eher nach persönlichem Glauben handeln, nimmt doch das Bedürfnis zu, das begrenzte Geld effizient einzusetzen. Und so geht es insgesamt zwar langsam voran, aber es geht voran.

Das wirft die Frage auf, warum wir nicht ähnlich rigoros mit unseren eigenen Geldern in der Heimat umgehen und warum wir Reformen nicht so entwerfen, dass wir sie auch vernünftig evaluieren können. Offene Fragen gibt es genug: wie genau wirkt der Mindestlohn? Wie lassen sich Mietpreise bremsen? Wie kann man Flüchtlinge und Asylbewerber in den Arbeitsmarkt integrieren? Solche Fragen sind wie geschaffen dafür, mit verschiedenen Ansätzen zu experimentieren; zum Beispiel könnte man nach Zufallsprinzip Gutscheine für Programmierunterricht an Flüchtlinge zu verteilen, um nach einiger Zeit die Wirkung des Programms zu messen.

Anstatt experimentierfreudig diese Fragen anzupacken, diskutieren wir lieber, ob die Neuankömmlinge die richtigen Zertifikate haben. Wir maßen uns an, aus beschränkter eigener Erfahrung vorab beurteilen zu können, was die beste Lösung sein wird. Wir schenken Vorhersagen Vertrauen, die das Papier, auf dem sie geschrieben sind, nicht wert sind.Falls in Prognosen ein Szenario zu unrealistisch wirkt, wird eben eine Excelzelle angepasst, sodass das Resultat etwas realistischer wirkt. Und trotzdem halten wir an unserem Glauben an Vorhersagen fest; dabei bleibt dieser vor allem eins, ein Glaube.

Frustrierend ist die Lage auch in Bezug auf Studiengebühren: Die eine Seite schreit, Studiengebühren seien asozial, weil sie Kinder von Geringverdienern vom Studium abschreckten (dass Gebühren für Kindertagesstätten viel ungerechter nach diesem Gesichtspunkt sind, wird dabei im Übrigen ausgeblendet). Die andere Seite verweist auf die Budgets von Harvard, Oxford, Zürich und stimmt einen Abgesang auf unsere Universitäten an. Dabei übersehen sie, dass deutsche Unis mit dem vorhandenen Geld einen durchaus guten Job leisten und bleiben schuldig, wie das Geld genau eingesetzt werden würde.

Angesichts eines ideologisch so verbrannten Terrains: Warum führt man Studiengebühren nicht auf verschiedene Art in verschiedenen Bundesländern, sodass man analysieren kann, wie sich welche Art von Studiengebühren auf die Entscheidung für oder gegen ein Studium, auf die Studienort- und Studienfachwahl auswirkt? Stattdessen führt man sie halbherzig ein paar Jahre ein, schafft sie wieder ab und ist danach nicht viel schlauer.

Im Übrigen: Für‘s leidenschaftliche Diskutieren bleiben noch komplexere Probleme, bei denen eine empirische Klärung nicht so einfach möglich ist. Insofern hat niemand zu befürchten, sich seine Ideologie in naher Zukunft ganz nehmen lassen zu müssen. Ein bisschen Klassenkampfrhetorik, ein bisschen Rechts gegen Links wird auch weiterhin drin sein.

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Der Brexit und die Folgen http://www.insm-oekonomenblog.de/14335-der-brexit-und-die-folgen/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14335-der-brexit-und-die-folgen/#comments Mon, 27 Jun 2016 08:48:42 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14335 weiterlesen]]> Die Briten haben sich bekanntlich mit denkbar knapper Mehrheit für den Brexit entschieden. Jetzt hat die Zeit der Schuldzuweisungen begonnen. Wer Vertrauen in die Europäische Union aufbauen will, sollte besser dafür sorgen, deren Demokratiedfizite zu reduzieren. Eine Kritik an Bürokratie und Institutionen der EU. 

Von Politikern und Journalisten liest man seit der überraschenden Brexit-Entscheidung von vergangenen Donnerstag fast ausschließlich Bürger- und Briten-Bashing. Der Tenor lautet: „Wie können die nur so blöd sein?“, statt zu fragen, warum eine Mehrheit der Bürger einen Verbleib in der EU offenbar nicht mehr als sinnvoll erachtet hat. Durch  Bürgerbeschimpfungen wird man keinen EU-Skeptiker zurückzugewinnen.

Durch die Eurorettungspolitik und den Umgang mit der Flüchtlingskrise haben die Europapolitiker Sympathien verspielt. Dies hat nationalistische und sozialistische Populisten in Europa erst stark gemacht.

Gründe für Zweifel an der Funktionsfähigkeit der EU gibt es viele, und Politiker wie Bürokraten täten gut daran, das Votum der Briten als Warnschuss zur rechten Zeit zu verstehen, bevor der “Point of no return” überschritten ist. Dann werden den Briten andere Länder folgen.

Die Probleme, die es anzugehen gilt, sind zahlreich. Ein System, das Freiheiten beschneidet, Bürger gängelt und Überregulierung verursacht, ist nicht das, was sich die Mehrheit von der EU wünscht. Die EU hat ein System überbordender Bürokratie geschaffen, die teilweise zum Selbstbedienungsladen verkommen ist. Nicht nur, dass die EU-Beamten mehr Geld verdienen, sie zahlen auch deutlich geringere Steuern und Abgaben als vergleichbare Beamte in den Mitgliedsländern. Mehr als 4.000 EU-Beamte verdienen sogar mehr als die deutsche Bundeskanzlerin – ein Zustand, den man im Übrigen auch bei den Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht nachvollziehen kann. Und: EU-Beamte aus Portugal oder Griechenland erhalten allein 45 Tage Sonderurlaub pro Jahr zusätzlich für Heimfahrten.

Dazu kommt ein Demokratiedefizit. Die Europäische Kommission, das einflussreichste Organ der EU, wird vom europäischen Rat unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgekungelt. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament haben die Stimmen der Bürger unterschiedlicher Länder völlig verschiedene Gewichte. Dies widerspricht dem demokratischen Prinzip von „one man, one vote“. Und die fortgesetzte und milliardenteure Euro-Rettungspolitik bricht europäisches Recht und Verträge ohne demokratische Legitimation. Von jedem Bürger wird erwartet, sich an geltendes Recht zu halten – für die EU scheint es akzeptabel zu sein, Recht zu brechen.

Die EU hat sich zu sehr von ihren Bürgern entfernt und entfremdet, sich zu wenig um sie gekümmert. Das britische Referendum war vermutlich auch eine Abstimmung über Angela Merkel. Die Briten haben gegen die Regelverletzung bei der Staatsfinanzierung und die merkelsche Migrationspolitik gestimmt. Kein Wunder also, dass manche in den Nettozahlerländern Niederlande, Schweden oder Finnland schon mit den Hufen scharren.

Fakt ist auch: Die EU verliert mit Großbritannien ihren drittgrößten Nettozahler, die zweitgrößte Wirtschaftsmacht und das Land mit der drittgrößten Bevölkerung. Die EU verliert ferner einen der größten Verfechter einer liberalen Wirtschaftspolitik und so werden manche Südländer möglicherweise ihre teuren Forderungen nach höheren Ausgaben und mehr Umverteilung häufiger und in stärkerem Maße durchsetzen können.

Doch der Handel mit dem Inselkönigreich muss nicht einbrechen. Auch mit der Schweiz und Norwegen bestehen tiefe Handelsbeziehungen. Dafür gilt es jetzt die Weichen richtig zu stellen. Kurzfristig mag die Wirtschaft der EU und Großbritanniens einen Dämpfer bekommen, mittelfristig wird sie sich sehr wahrscheinlich erholen. Es ist sogar vorstellbar, dass Großbritannien letztlich gestärkt aus dem Prozess hervorgeht.

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5 vor 10: Brexit, Tarif, EZB, Verteilung, Maschinen http://www.insm-oekonomenblog.de/14333-5-vor-10-brexit-tarif-ezb-verteilung-maschinen/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14333-5-vor-10-brexit-tarif-ezb-verteilung-maschinen/#comments Mon, 27 Jun 2016 07:55:24 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14333 weiterlesen]]> Heute geht es in den Linktipps um das geteilte Großbritannien, um die Verteilungsprobleme dort und die Frage, wie diese Faktoren das Wahlergebnis vom vergangenen Donnerstag bedingt haben. Zudem beschäftigen wir uns mit dem Lohngraben in Deutschland, dem knappen Gut der Staatsanleihen und der Angst vor den intelligenten Maschinen.


1. Geteiltes Land
(washingtonpost.com, Emily Badger, englisch)
Schaut man sich die Ergebnisse der Wahl der Briten zum Austritt aus der EU genauer an, wird klar, dass es eine Diskrepanz zwischen Stadt- und Landbevölkerung gab. Während die häufig qualifizierteren und besser verdienenden Städter in der Tendenz für den Verbleib in der EU gestimmt haben, wählte die Landbevölkerung für den Brexit. Was steckt dahinter?

2. Der Lohngraben
(zeit.de, Bastian Brauns und Zacharias Zacharakis)
Die Löhne in Deutschland steigen wieder. Davon profitieren vor allem jene Arbeiter, die nach Tarif arbeiten, denn die Gewerkschaften konnten deutliche Steigerungen verhandeln. Was aber ist mit den Löhnen und Gehältern jener, die nicht an einen Tarif gebunden sind, fragen die Zeit-Autoren Bastian Brauns und Zacharias Zacharakis. Haben diese Menschen genauso stark profitiert?

3. Stell dir vor …
(blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets, Andreas Neinhaus)
1.600 Milliarden Euro soll die Bilanz der Europäischen Zentralbank im März des kommenden Jahres betragen. So soll der Wirtschaft mehr Geld zur Verfügung stehen und die Konjunktur anspringen, soweit die Theorie. Doch gibt es genügend Staatsanleihen, die die EZB aufkaufen kann? Andreas Neinhaus hat für Nevermindthemarkets analysiert, warum es für diese Pläne zu wenige Anleihen geben könnte.

4. Brexit: Englands und Europas Verteilungskonflikte bleiben ungelöst
(wirtschaftlichefreiheit.de, Tim Krieger)
Für die ungleiche Verteilung des nationalen Wohlstands in Großbritannien machten viele Wähler die Europäische Union verantwortlich. Der Brexit allerdings werde die Verteilungsprobleme des Landes nicht lösen, erklärt Tim Krieger, Professor an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg in seinem Beitrag.

5. Die Angst vor den Maschinen
(economist.com, englisch)
Die Forschung an der Künstlichen Intelligenz der Maschinen habe in den vergangenen Jahren nennenswerte Fortschritte gemacht. Muss man sich jetzt Sorgen machen, dass die Maschinen in frankensteinscher Manier böse werden oder alle Jobs übernehmen? Eigentlich nicht, bloß sollte sich der Wohlfahrtsstaat auf die Veränderungen einstellen.

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5 vor 10: Brexit, EU, Mindestlohn, Geschenke, Sharing http://www.insm-oekonomenblog.de/14330-5-vor-10-brexit-eu-mindestlohn-geschenke-sharing/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14330-5-vor-10-brexit-eu-mindestlohn-geschenke-sharing/#comments Fri, 24 Jun 2016 07:55:04 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14330 weiterlesen]]> Die Briten stimmen für einen EU-Austritt und lösen damit Chaos an den Finanzmärkten aus. In den Linktipps geht es heute um die Konsequenzen dieser historischen Entscheidung. Die weiteren Themen: Diskussion um Ausnahmen beim Mindestlohn, motivierende Geschenke und Arbeitsrechte in der Sharing Economy.


1. Britisches Pfund fällt auf 31-Jahres-Tief
(sueddeutsche.de, Claus Hulverscheidt)
Von der Warnung zahlreicher Ökonomen vor den negativen Folgen eines EU-Austritt hat sich die Mehrheit der Briten nicht beeinflussen lassen. Sie stimmen dafür das Staatenbündnis zu verlassen und sorgten damit für heftige Turbulenzen an den Finanzmärkten. Claus Hulverscheidt sieht darin einen Vorgeschmack auf das, was der Wirtschaft nach einem Brexit droht.

2. Nach dem Brexit droht der Domino-Effekt
(qz.com, Josh Horwitz, englisch)
Nach der Entscheidung der Briten droht ein Domino-Effekt: Auch in anderen großen europäischen Volkswirtschaften sprechen sich viele Menschen für einen EU-Austritt aus. Besonders groß ist der Wunsch nach einem eigenen Referendum in Italien und Frankreich. Auch in Schottland könnte eine neue Volksabstimmung über die Unabhängigkeit anstehen.

3. Verheerende Bilanz für Mindestlohnausnahmen
(faz.net)
Langzeitarbeitslose können unter Umständen für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten vom gesetzlichen Mindestlohn ausgenommen werden. Doch die Maßnahme, die die Jobchancen erhöhen soll, ist für die Wirtschaft offenbar nicht besonders attraktiv. Die Jobcenter haben erst wenige entsprechende Bescheinigungen ausgestellt, die Kosten hingegen sind vergleichsweise hoch.

4. Welche Geschenke zu mehr Leistung motivieren
(fehrdavice.com)
Geschenke sind nicht immer ganz uneigennützig. Wenn Vorgesetzte ihre Mitarbeiter beschenken, erwarten sie im Gegenzug für die Belohnung in der Regel bessere Arbeit. Nicht jedes Geschenk hat aber die gleichen Erfolgsaussichten, wenn es darum geht, dieses Ziel zu erreichen. Eine Studie zeigt, wie wichtig eine persönliche Note bei der Übergabe ist.

5. “Am Ende setzt sich immer Uber durch”
(zeit.de, Julia Wadhawan)
Die sogenannte Sharing Economy hat für Konsumenten viele Vorteile: Ein Zimmer bei Airbnb ist günstiger als im Hotel und die Fahrt mit Uber ist günstiger und manchmal sogar bequemer als mit einem herkömmlichen Taxi. Kritiker der Modelle sehen aber auch Probleme: Arbeitsrechte würden vielfach missachtet. Ein Experte erklärt, wie sich das verhindern lässt.

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5 vor 10: Brexit, Wirtschaftspolitik, Mindestlohn, VWL, Trump http://www.insm-oekonomenblog.de/14328-5-vor-10-brexit-wirtschaftspolitik-mindestlohn-vwl-trump/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14328-5-vor-10-brexit-wirtschaftspolitik-mindestlohn-vwl-trump/#comments Thu, 23 Jun 2016 07:55:41 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14328 weiterlesen]]> Das Vereinigte Königreich entscheidet heute über einen möglichen Ausstieg aus der EU – die Linktipps geben einen Faktencheck über die ökonomischen Argumente beider Lager. Außerdem: Der geringe Einfluss der Wirtschaft auf die Politik, die Folgen des Mindestlohns, die Debatte über Pluralismus in der Volkswirtschaftslehre und finanzielle Anreize im US-Präsidentschaftsrennen.


1. Ökonomische Mythen über den Brexit
(youtube.com, Sky News, Video, englisch)
Die Briten treffen heute eine Entscheidung, die das Land über Jahrzehnte prägen könnte: Bleiben sie Teil von Europa oder verabschieden sie sich aus der Staatengemeinschaft? Über die wirtschaftlichen Konsequenzen beider Varianten wurde in den vergangenen Wochen viel diskutiert. Nicht immer stimmten die Fakten. In diesem Video stehen die Behauptungen auf dem Prüfstand.

2. Die Wirtschaft hat zu wenig Einfluss
(faz.net, Heike Göbel)
Veranstaltungen des CDU-Wirtschaftsrates sind für Unternehmer wie Politiker ein Pflichttermin. Sogar die Kanzlerin kommt. Der gute Draht zwischen Wirtschaft und Politik schlägt sich aber immer weniger in wachstumsfördernden Reformen nieder. “Die berechtigte Warnung, sich nicht selbstzufrieden nur ums Verteilen zu kümmern, sondern um bessere Bedingungen für das Erwirtschaften, verhallt seit längerem folgenlos”, konstatiert Heike Göbel.

3. Hat der Mindestlohn keine negativen Effekte?
(pixeloekonom.de, Johannes Eber)
Der Mindestlohn ist aus Sicht seiner Kritiker ein Jobvernichter. Dennoch sind in Deutschland seit dem vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Ist damit die Schädlichkeit der Lohnuntergrenze widerlegt? Nein, argumentiert Pixelökonom Johannes Eber: “Die Veränderung der Beschäftigten-Zahlen ist schlicht das Ergebnis vieler Faktoren, der Mindestlohn ist nur einer davon.”

4. Ist die Forderung nach Pluralismus in der VWL überholt?
(norberthaering.de, Norbert Häring)
Wirtschaftsstudenten kritisieren regelmäßig, sie bekämen beim Volkswirtschaftsstudium lediglich die Theorien präsentiert, die dem Mainstream entsprächen. Abweichende Ansichten fehlten vielfach. Eine Analyse der Debatte zeigt, dass die Vertreter der Universitäten und die Kritiker beim Thema Pluralismus oft aneinander vorbeireden – weshalb sich Veränderungen auch nur schwer durchsetzen ließen.

5. Sollte man Kandidaten für einen Ausstieg bezahlen dürfen?
(bloomberg.com, Stephen L. Carter, englisch)
Im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf gibt es eine neue Nebendebatte: Könnten die Gegner von Donald Trump den Kandidaten mit finanziellen Anreizen dazu bewegen, aus dem Rennen auszusteigen? Trump selbst lehnt ab: So viel Geld, wie er fordern würde, könnte niemand aufbringen, sagt er. Außerdem sei die Idee hochgradig illegal. Stephen L. Carter findet: Eigentlich sollte es erlaubt sein, Kandidaten für das Aufhören zu bezahlen. Das wäre auch besser für die Wähler.

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Gleichheit, nein danke! http://www.insm-oekonomenblog.de/14325-buchbesprechung-harry-frankfur-ungleichheitgleichheit-nein-danke/ http://www.insm-oekonomenblog.de/14325-buchbesprechung-harry-frankfur-ungleichheitgleichheit-nein-danke/#comments Wed, 22 Jun 2016 11:49:38 +0000 http://www.insm-oekonomenblog.de/?p=14325 weiterlesen]]> Nur weil jemand ein höheres Einkommen als der andere hat, ist er längst noch nicht zufriedener. Harry G. Frankfurt räumt mit der ständigen Forderung vieler nach ökonomischer Gleichheit auf und zeigt, dass es akzeptabel sein kann, wenn wir eben nicht gleich viel haben. Ungleichheit ist für ihn moralisch nicht relevant. Einzig wichtig ist zu wissen, was für einen genug ist.

Harry G. Frankfurt: Ungleichheit – warum wir nicht alle gleich viel haben müssen, Suhrkamp, Berlin 2016.

Frankfurt Ungleichheit„Bullshit“ entsteht, wenn Menschen die Gelegenheit erhalten oder dazu gezwungen werden, über Dinge zu sprechen, von denen sie nicht genug verstehen – das ist eine vielen provokanten Thesen, mit denen der US-Philosoph Harry G. Frankfurt vor elf  Jahren in seinem Bestseller „Bullshit“ in den USA für Furore sorgte. Und es ist auch eine These, an der er sich selbst messen lassen muss – so nun an seinem jetzt erschienenen Werk „Ungleichheit – warum wir nicht alle gleich viel haben müssen“, ein gebundenes Büchlein in Leuchtendrot und Postkartenformat, das ebenso wie „Bullshit“ anecken will. Die Kernaussage: Die Frage nach Ungleichheit in der Gesellschaft wird vollkommen überschätzt; sie ist aus moralischer Sicht überhaupt nicht entscheidend. Was wichtig ist: Gesellschaft und Politik sollten sich nicht so sehr darum kümmern, dem Ziel einer ökonomischen Gleichmacherei hinterher zu wetzen, sondern sie sollten lieber sicherzustellen, dass alle Menschen über hinreichende Mittel für ihr Leben verfügen.

Gerade in den USA versuchen die Bessergestellten großen Einfluss auf Wahl- oder Regulierungsprozesse zu nehmen. Die Konzentration von Reichtum zieht Konzentration von Macht nach sich – denn US-Wahlkämpfe sind unfassbar kostenintensiv. Das zwingt politische Parteien, Hilfe von großen Unternehmen oder sonstigen Superreichen anzunehmen. Diese Entwicklung ist nicht neu. Schon Adam Smith beschrieb sie 1776 in seinem berühmten Werk „Der Wohlstand der Nationen“: „Die Architekten der Politik in England sind die Menschen, die die Gesellschaft besitzen.“ Damals waren es Kaufleute und Fabrikbesitzer. Schon sie sorgten laut Smith dafür, dass vor allem ihre eigenen Interessen in der Politik Gehör fanden. Heute sind die Finanzinstitute und multinationalen Konzerne die „Herren der Welt“ – wie Smith sie nannte: „Alles für uns und nichts für die anderen“, lautete schon damals ihre Maxime. Diese Prozesse sollten endlich, meint Frankfurt, durch eine Gesetzgebung und durch Maßnahmen abgefangen werden, die die politischen Prozesse vor Vorzerrung und Missbrauch schützen. Wohl nur ein frommer Wunsch.

Entscheidend ist, dass jeder genug zum Leben hat
Dennoch – in einem ist sich der emeritierter Professor für Philosophie an der Princeton University jedenfalls ganz sicher: Gleichheit ist einfach nicht erstrebenswert. „Der grundlegende Fehler des ökonomischen Egalitarismus besteht in der Annahme, es sei moralisch von Bedeutung, ob einer weniger hat als ein anderer, unabhängig davon, wie viel jeder von beiden hat, und unabhängig davon, welchen Nutzen jeder aus dem ziehen kann, was er hat.“ Diesem Irrglauben gehe die falsche Annahme voraus, dass jemand, der über ein geringes Einkommen verfügt, mehr wesentliche unbefriedigende Wünsche habe als jemand Bessergestelltes. „Es ist nicht wichtig, dass jeder dasselbe hat. Wenn jedermann genügend Geld hätte, würde es niemanden besonders interessieren, ob manche Leute mehr Geld hätten als andere.“

Die Alternative zum Egalitarismus nennt Frankfurt „Doctrine of Sufficiciency“ – das Suffizienz-Prinzip. Es meint: In Sachen Geld ist moralisch nur von Bedeutung, dass jeder genug davon hat. Der ständige (Vermögens-)Vergleich der Menschen mit anderen und die damit einhergehenden Gefühle von Unglück, Unzufriedenheit, Hochmut, Stolz oder auch Neid seien zwar verständliche Emotionen, als moralische Argumente aber vollkommen unbrauchbar. Was für Frankfurt zählt ist: die Bekämpfung von Armut. „Unser grundsätzliches Augenmerk sollte darauf liegen, sowohl die Armut als auch den exzessiven Reichtum abzubauen“, schreibt der Autor. Dieser Prozess mag zwar mit einer Verringerung der Ungleichheit einhergehen. Doch sie selbst ist nicht das Ziel. Armutsbekämpfung ist Menschenpflicht. Denn Armut beschädigt die Menschenwürde. Für Frankfurt geht es darum, eine Gesellschaft zu reparieren, in der viele viel zu wenig und wenig viel zu viel besitzen.

Gerechtigkeit wichtiger als Ungleichheit
Seine Suffizienz-Ratschläge: Jeder möge wieder erkennen und lernen, „wie sehr sein Lebensweg seinen individuellen Fähigkeiten entspricht, seine besonderen Bedürfnisse befriedigt, seine besten Potentiale zur Entfaltung bringt und ihm das bietet, was ihm wichtig ist“. Das ist sicher gut gemeint, doch wohl so schwer zu befolgen wie Regeln zum Weg der Erleuchtung. Vermutlich geht es Frankfurt auch eher um die Haltung als um die Realisierung. Sein Buchbeitrag ist Teil einer Debatte, die gerade in den USA unter Philosophen, Soziologen und Ökonomen stark diskutiert wird. Die Ursache der Ungleichheit wird von den meisten Kritikern vor allem im extremen Reichtum einer winzigen Bevölkerungsgruppe gesehen – einem Bruchteil also von einem Prozent der US-Gesellschaft. Schon manches Mal gab es in den USA Zeiten – wie der Aufschwung samt Börsencrash in den 20er Jahren oder die wilden 90er Jahre –, in denen sich ähnliche wirtschaftliche Achterbahnentwicklungen abbildeten wie die seit 2008. „Doch die heutige Zeit ist extrem. Denn betrachtet man die Vermögensverteilung kommt die Ungleichheit in der Hauptsache von den Superreichen“, meint Noam Chomsky, einer der wichtigsten US-Intellektuellen und Vordenker weltweit.

In Deutschland sind sich die Menschen Umfragen zufolge durchaus darüber im Klaren, dass Gleichheit kein anzustrebender Wert ist – gerade in ökonomischer Hinsicht. „Wer viel leistet, soll auch überdurchschnittlich gut verdienen“, heißt ein Umfrageergebnis des Allensbacher Instituts für Demoskopie – ein Credo, das quer durch alle Schichten geht. Herauszufinden, „was wirklich von grundlegendem moralischem und sozialem Wert ist“, wie Frankfurt fordert, braucht zuweilen ein ganzes Leben. Entscheidend in deutschen Debatten ist auch weniger die Frage nach Gleichheit und Ungleichheit, sondern vielmehr die nach Gerechtigkeit. „Fast jeder akzeptiert gesellschaftliche Unterschiede“, meint der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach, „aber sie müssen gerechtfertigt sein.“ Und so bestätigt letztlich auch Frankfurt: „Bloße Unterschiede in der Menge an Geld, über die Menschen jeweils verfügen, sind an sich nichts Besorgniserregendes.“ Was viele anstößig finden, ist nicht, dass einige weniger Geld haben als andere. Frankfurt: „Es ist der Umstand, dass die, die weniger haben, zu wenig haben.“

Fazit
Für jeden Gleichheits- und Gerechtigkeitstheoretiker muss es eine Provokation sein, dass Frankfurt auf 100 kleinen Seiten, ganze Theoreme der Wissenschaft auszubremsen versucht. Dennoch sind seine Überlegungen, die Debatten über Ungleichheit zugunsten einer Theorie der Zufriedenheit zu stärken, einleuchtend, heben sich ab von irrelevanten Sozialneid-Diskursen und führen jeden Leser tatsächlich einmal dahin, über das wahre Notwendige in seinem Leben nachzudenken. Kein Bullshit! Guter Lesestoff!

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