Nie ist die Zeit des Sparens
Es ist das ewig gleiche Ritual: Wenn die Konjunktur sich besser entwickelt als erwartet, werden alle Sparvorsätze zur Seite gelegt. Der politische Prozess kennt ohnehin keine passende Zeit für echtes Sparen. In der Rezession dürfen die Ausgaben des Staates nicht gekappt werden, weil die ausfallende staatliche Nachfrage ansonsten die Rezession verschärft und in der konjunkturellen Erholung darf man das zarte Pflänzchen der wirtschaftlichen Erholung nicht im Keim ersticken.
Rund 63 Milliarden Euro an Zinsen bezahlen wir Deutschen im laufenden Jahr für die gesamte verbriefte Staatsschuld von derzeit 1.700 Milliarden Euro. Doch dies ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn in den Sozialsystemen stecken implizite Schulden in weit größerem Umfang. Die Rentenversicherung und die Beamtenpensionen, die Kranken- und Pflegeversicherung weisen – gemessen an ihren Leistungsversprechen – implizite Schulden in der Größenordnung von rund 6.000 Milliarden Euro auf. Erst die Gesamtschau macht die Dramatik bewusst, dass wir seit Jahrzehnten gnadenlos zu Lasten der kommenden Generationen wirtschaften. Mehr Handlungsdruck für eine Reduzierung der Staatsausgaben kann es eigentlich gar nicht geben.
Wer den Staatsbankrott verhindern will, muss pro Jahr weniger ausgeben als er Einnahmen erzielt. Das bedeutet eine Reduzierung zahlreicher staatlicher Leistungen – auch und gerade im Sozialbereich, aber auch bei den unzähligen Subventionen. Auch die Beamtenprivilegien müssen abgeschafft werden.
Meine Mahnung an die Keynesianer in der Politik: Wer nicht spart, wird die Kaufkraft der Bürger dauerhaft beschneiden – denn sie zahlen mit steigenden Steuern und Sozialabgaben die Zeche!
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Ihr Wort in Gottes Ohr Herr Metzger aber die Lüge die wir leben ist doch demokratisch gewollt – schauen Sie sich doch die Umfragewerte für die SED,SPD,Grüne usw. an.
Unser Land ist von einem Schimmelpilz namens sozialer Gerechtigkeit befallen. Früher nannte man das Neid und der war eine Todsünde.
Wenn ein lächerliches Sparpaketchen beschlossen wird , sind sämtliche Gewerkschaften und Bolschewisten auf der Straße. Wenn Frau Kraft 10 Milliarden Nettoneuverschuldung ankündigt interessiert das niemanden im Land.
Erst wenn wir – wie die Menschen im Osten vor 20 Jahren – alle dasselbe haben , nämlich nichts werden diese Menschen zufrienden sein.
Hier gibts sinnvolle Sparmaßnahmen:
http://fact-fiction.net/?p=4283
Leistungsversprechen – implizite Schulden,6000 Mrd.???Boaaar,ich glaub mein Schwein pfeift.Ob das stimmen kann?Das sollten wir unbedingt testen,wir hören einfach alle auf zu arbeiten und schauen wer kommt um sich die 6000 Mrd. abzuholen.Am besten sie machen den Anfang.
@Oswald Metzger
Die von Ihnen beschriebenen Mechanismen, die ein Sparen verhindern, sind genau der Grund dafuer, warum man die “Steuerung” der Marktwirtschaft durch Politiker verbieten und Steuerung von Marktwirtschaft insgesamt unterlassen muss, ausser rent seeking kommt dabei ohnehin nichts heraus.
Hierzu bin ich gerade ueber eine Studie gestossen (M. Berlemann & K. W. Zimmermann), die mich positiv ueberrascht hat, eben weil sie aus Deutschland kommt: Grundtenor: Je mehr Gewerkschaftler im Parlament, desto schlechter faellt das Wachstum und desto hoeher die Inflation aus.
http://www.hwwi.net/fileadmin/hwwi/Publikationen/Research/Paper/Weltwirtschaft/HWWI_Research_Paper_2-16.pdf
Was die Keynesianer angeht, so haben mich die diversen Oekonomen, die diesem Glauben anhaengen, dazu gebracht, mein Menschenbild insofern zu aendern, als ich nicht mehr der Ueberzeugung bin, dass es ein evolutionaeres Gesetz ist, dass Menschen aus Erfahrung lernen. Nunmehr denke ich, manche Menschen lernen aus Erfahrung, Keynesianer gehoeren nicht zu diesen “manchen Menschen”. Dumm daran ist nur, dass Keynesianer in ihrer Lernunfaehigkeit Externalitaeten fuer uns alle produzieren …
Vielleicht findet sich hier ja eine Moeglichkeit, das Verursacherprinzip anzuwenden und die Propheten der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in Haftung zu nehmen!
Inflation ist nicht immer schädlich. Es kommt auf die Höhe an. Wenn sich Geld entwertet sind die Menschen bereit es auszugeben. Das kann sogar positiv für das Wachstum sein.
http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ca/32o/ca32o.php?tbch=aabaca&
schp=rnachfrE&zeitSpanne=96&ordner=32o
Das Paper vom HWWI ist in meinen Augen nicht besonders gut. Es ist wahrscheinlich nicht einmal unabhängig. Gab es externe Kontrollen? Schließlich ist der Co Autor Mitglied beim HWWI. Wenn es wirklich eine niveauvolle Studie wäre, warum wird sie nicht international publiziert?
Des Weiteren sehe ich ab 2000 den Einfluss der Gewerkschaften nicht ganz so deutlich. Leiharbeit (liberalisisert), Unternehmens- Spitzensteuersatz (reduziert), Rente (gesenkt), Hartz 4 eingeführt, Mindestlohn wird verhindert,…
In meinen Augen widerspricht dies der Zeilsetzung einer Gewerkschaft ein wenig. Wenn man sich Norbert Hansen bei Transnet ansieht, dann erkennt man, dass häufig Eigeninteressen schädlicher sind als die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. Vor allem bei der SPD gehört die Mitgliedschaft zum guten Ton. Dabei ist es uninteressant ob man die Ziele der Gewerkschaften verfolgt oder nicht.
“Steuerung von Marktwirtschaft insgesamt unterlassen muss”
Das finde ich schon erstaunlich. Der Zufall soll besser sein als eine teilweise “externe” Regelung. Das würde nur funktionieren, wenn die Zielfunktion der Marktregelung eine vernünftige ist. Da die Funktion nur eine Maximierung der Rendite vorsieht wird es schwierig. Umwelt und Menschen bleiben auf der Strecke. Vielleicht begehrt irgendwann der Konsument auf und möchte eine Verbesserung der Verhältnisse, aber bis dahin sind wieder 10 Ventile gebrochen, 100 Millionen Menschen an Hunger gestorben und Millionen Menschen mit Medikamenten vergiftet worden. Medikamente sind ein schöne Beispiel. Teilweise werden sie entwickelt und die Krankheiten werden mittels PR erst nachträglich kreiiert, um die Verkaufszahlen anzukurbeln.
@chriwi
zuerst zur Studie: wenn sich Korrelationen ergeben, dann ergeben sich Korrelationen, daran kann man nichts aendern und solange keine alternative Erklaerung fuer die von Berlemann und Zimmermann gefundene Korrelation gegeben wird, steht die von den Autoren gegebene Erklaerung.
Ihr Verweis auf die HWWI-Mitgliedschaft eines der Autoren fuehrt zum Verweis meinerseits, dass dieses Argument abermals ein ad hominem ist und insofern ungueltig. Anyway, wenn Sie alle Beitraege von Autoren ausschliessen wollen, die ein Eigeninteresse haben, dann landen wir in der absoluten Stille, denn es gibt niemanden ohne Eigeninteresse … Das Argument von Berlemann und Zimmermann lautet ueberigens in meiner Kurzversion, Gewerkschaftler im Parlament schaden dem Wachstum, insofern sehe ich nicht, wo ihr Einzelfall an diesem Argument etwas aendert … im Gegenteil, es bestaerkt das Argument von B&Z noch.
Warum die Studie nicht international publiziert ist? Nun, die Studie ist brandneu (2010) und in der wissenschaftlichen community ist es ueblich, Papiere, die man publizieren will, den Kollegen vorab zugaenglich zu machen, z.B. in Netzwerken wie SSRN.com. Das gibt Kollegen die Moeglichkeit zur Kritik und einem selbst die Moeglicheit, Punkte, die man bislang vielleicht vergessen hat, zu ergaenzen oder solche, die nicht deutlich genug sind, deutlicher zu machen. Im Gegensatz zu ihnen bin ich der Ansicht, dass ein solches Vorgehen geradezu ein Qualitaetsmerkmal ist, denn Autoren, die ihre Ergebnisse kollegialer scrutiny aussetzen, muessen sich schon ziemlich sicher sein, dass das, was sie geschrieben haben, gut ist – wenn nicht werden Sie zur Lachnummer …
Ihr lifeboat Beispiel ueber die Katastrophen, die es gibt, wenn der Markt herrscht, geht vollkommen an der Sache vorbei. Aber wenn Sie auf diesem Niveau argumentieren wollen, dann frage ich doch mal zurueck: Wo sind denn die Vorzuege der staatlichen Steuerung und Planung, wenn
… Wartungsmaengel bei der Bundesbahn zu Zugungluecken fuehren?
… das deutsche Bildungssystem eines der am staerksten sozial stratifizierten der Welt ist, in dem Jungen erheblich benachteiligt werden?
… Schulgesetze zum ideologischen Muellhaufen verkommen, bei dem es wichtiger ist, 6 jaehrige ueber sexuellen Missbrauch zu unterrichten als ihnen Rechnen und Schreiben beizubringen?
… versucht wird, die Freiheit der Buerger durch Vorgaben eines genehmen Lebensstils, der durch allerhand Alimentierung versuesst wird, zu beschneiden?
… Konsumenten dazu gezwungen werden, Agrarprodukte zu zu hohen Preisen zu kaufen und dieselben Agrarprodukte gleich noch ueber ihre Steuern zu subventionieren?
… Industrien aufrecht erhalten werden, die laengst nicht mehr rentabel sind (z.B. Kohlebergbau)?
… Zukunftsindustrien der politischen narrow-mindedness geopfert werden (Gentechnologie, Kernenergie…)
Im uebrigen macht mich diese Traenedruese mit den 100 Millionen an Hunger gestorbenen Menschen wirklich aergerlich: Wenn es einen Grund dafuer gibt, dass eine Erde, die an Bevoelkerung aus allen Naehten platzt, dennoch kein Ort ist, an dem ueberall Hunger und Elend herrscht, dann ist der Grund dafuer der Erfolg, den die Marktwirtschaft trotz aller Steuereingriffe im Hinblick auf die Produktion von Wohlstand hatte und nicht die sozialistischen Experimente, die regelmaessig dazu gefuehrt haben, dass selbst Laender mit Ressourcen ohne Ende zu Armenhaeusern geworden sind, wie z.B. der Sudan oder die Ukraine … (oder derzeit Venezuela)
@Michael Klein
Korrelationen müssen kausal sein. Ursache und Wirkung müssen eine Rolle spielen. Wenn nun Politiker einer Gewerkschaft beitreten, um mehr Wähler zu bekommen, weil die wirtschaftliche Lage schlecht ist und sich gewerkschaftlich nicht engagieren ist die Frage ob eine Einfluss auf deren politische Entscheidungsgewalt besteht.
Die generellen Probleme die ich sehe sind die Folgenden.
Wie will man denn einen positiven und negativen Einfluss herausfinden, wenn man parallel zu dem Einzelexperiment keinen Vergleich hat?
Beispielsweise wird, wenn ich richtig überflogen habe, nirgendwo eine Aussage zur Ölkrise in den 70er Jahren gebracht. Die daraus resultierende Arbeitslosigkeit und Verschuldung hätte höher oder niedriger liegen können. Woher weiß man die Richtung, je nach Zusammensetzung wenn man nur anhand einer Kurve seine Werte anpasst?
Diese Studie ist der Versuch eines Curve Fittings, um die Kausaltität zwischen Gewerkschaftsmitgliedschaft und resultierender Wirtschaftspolitik zu finden. Auch ist es notwendig die jeweilige Regierung zu thematisieren. Wenn die Linkspartei 40% Gewerkschafter hat, welche aber nicht in der Regierung sind, dann müsste der mittlere Einfluss sinken. Für mich ist die Schlussfolgerung also alles andere als klar. Die Einflussgrößen sind viel zu komplex und vielfälltig, als das man aus den paar Zahlen und einem linearen Model auf einmal eine Kausalkette Mitgleider einer Gewerkschaft –> Wirtschaftswachstum schließen könnte.
“Wartungsmaengel bei der Bundesbahn zu Zugungluecken fuehren?”
Welche im wesentlichen auftraten als man die Bahn Privatisierunen wollte.
“… das deutsche Bildungssystem eines der am staerksten sozial stratifizierten der Welt ist, in dem Jungen erheblich benachteiligt werden?”
Was man durch eigene Finanzierung der Bildung natürlich ändern kann.
“Kohlebergbau”
Wer bestimmt was rentabel ist und vor allem für wen? Ist es renatbler eine ganze Region innerhalb weniger Jahre zusammenbrechen zu lassen. Wie gut das funktioniert hat sieht man im Osten, wo systematisch die Industrie zerschlagen wurde (durch eine Währungsaufwertung um 300% und eine Zinserhöhung auf 10% der Schulden, welche einer Planwirtschaft faktische nicht existiert haben). Der Angleich der Wirtschaftkraft wird weitere 30 Jahre dauern. Erst jetzt hat man langsam den Stand von 1989 erreicht. Aus diesem Grund sind zielgerichtete Subventionen mit Plan sinnvoll. Sie können Ressourcen sparen. Man muss nur einen Plan haben und ihn durchführen. Sobald eine Lobby eine Rolle spielt und massiv beeinflusst sieht es schlechter aus. Allerdings in den meisten immer noch besser als es dem Zufall zu überlassen.
“Kernenergie” hätte es ohne Staatssubventionen in der Form wahrscheinlich nicht gegeben. Wer finanziert denn immer noch die Forschung für die Abfallbeseitigung?
“Ukraine”
Es gibt tatsächlich auch Zwischenformen. Man muss die Welt nicht in Kapitalismus und Sozialismus einteilen. Der Kompromiss zwischen Innovation (Kapitalismus) und gleichmäßigerem Wohlstand (Sozialismus) wird die Welt voranbringen. Nur damit lassen sich leider keine Milliarden auf Einzelpersonen bündeln. Somit wird das jeweilige Extrem eingesetzt. Einmal verteidigen die Reichen ihre Privilegien und nennen es Freiheit. Einmal die Armen und nennen es sozial gerecht. Gewinner ist immer nur eine kleine Elite.
@chriwi
ich will mich kurz fassen. “Korrelationen muessen kausal sein”. Spaetestens seit David Hume ist bekannt, dass Kausalitaet, sofern es sie gibt, nicht mit Sicherheit feststellbar ist. Wir messen KORRELATIONEN und versuchen, diese Korrelationen zu erklaeren oder zu interpretieren, je nach Ausrichtung. Eine empirische Kausalitaet gibt es nur im Rahmen einer Theorie und dann ist sie eine Behauptung ueber Ursache und Wirkung, die auf ihre Uebereinstimmung mit der Wirklichkeit getestet werden muss.
Kernenergie: “haette es ohne Staatssubventionen wahrscheinlich nicht gegeben” -!> Diese Argumentation fuehrt nicht weiter. Ich sage jetzt: DOCH und das koennen Sie so wenig widerlegen wie ich die Vermutung, dass es etwas nicht gegeben haette, waere nicht …
“Wer bestimmt, was rentabel ist?” Genau, das ist der Knackpunkt. Ich schlage vor, wir nutzen nachvollziehbare allgemeine Kriterien, um zu bestimmen, was rentabel ist, und Sie schlagen vor, die Bestimmung dessen, was rentabel ist, Lobbyisten (also Politikern) zu ueberlassen, die vor lauter Gutmenscherei nicht merken, dass waerend sie “ganze Regionen” unterstuetzen, ganze “andere Regionen” geschroepft werden, weil irgendwo muss das Geld ja herkommen – gell!
Ich sehe keine Zwischenform, diese u.a. von Keynes aufgestellt Behauptung, einen dritten Weg entdeckt zu haben, ist schlicht falsch. Zwei Argumente: Sie koennen nicht steuern ohne unbeabsichtigte Folgen zu produzieren, weil niemand allwissend ist und deshalb Planung oder Steuerung staendig mit Ergebnissen konfrontiert ist, die vorab nicht bedacht wurden. Ich gehe davon aus, dass Sie dieses Argument des Nicht-Allwissenden-Planers teilen. Wenn Sie dieses Argument teilen, dann muessen Sie mir auch zustimmen, wenn ich feststelle, dass (manche) unbeabsichtigten Folgen durch weitere Planung beseitigt werden muessen, was logisch bedeutet, dass auch Planung oder Steuerung Planung oder Steuerung folgt, fortwaehrend, und deswegen fuehrt jede Form von Steuerung letztlich zum Sozialismus bzw. zum Totalitarismus.
“Wer den Staatsbankrott verhindern will, muss pro Jahr weniger ausgeben als er Einnahmen erzielt.”
Das ist ein unter Politikern ein beliebter Denkfehler. Zum einen entwertet der Staat seine eigene Schuld ständig durch Inflation, und auch dann, wenn sie nur 2% beträgt. Da sind bei den Ihnen angegebenen 1700 Mrd pro Jahr immerhin 34 Mrd, die ich mich nominal “neuverschulden” kann, ohne mich real höher zu verschulden.
Addieren Sie jetzt noch 2% Realwachstum drauf, dann können Sie schon die “erlaubte” Neuverschuldung taxieren, ohne die prozentuale Verschuldung bezogen auf das BIP zu erhöhen.
Zum zweiten verschuldet sich der Staat ja größtenteils bei den eigenen Bürgern, die auf ihre Zinseinkünfte Steuern bezahlen – zwar nur 25%, weil leistungsfreie Einkommen natürlich Steuerprivilegien haben, aber immerhin. Von den 63 Mrd kommen also postwendend 22 Mrd zu Herrn Schäuble zurück.
Drittens, wenn der Staat in ein Projekt investiert, die in den nachfolgende Perioden die Steuereinnahmen erhöhen – Bildung, Infrastruktur, Forschung – dann würde er ohne Verschuldung nicht nur Wohlstandsverluste bei der eigenen Bevölkerung verursachen, sondern in den Folgeperioden finanziell noch schlechter dastehen.
@Michael Klein :
“Sie koennen nicht steuern ohne unbeabsichtigte Folgen zu produzieren, weil niemand allwissend ist und deshalb Planung oder Steuerung staendig mit Ergebnissen konfrontiert ist, die vorab nicht bedacht wurden.”
Warum sind Unternehmen hierarchisch organisiert. Warum beschäftigt sich das Top-Management mit allen Formen der operativen, taktischen und strategischen Planung? Warum ist das schlimmste “Vergehen” im Management die Nichterreichung von Planvorgaben von oben? Wozu gibt es Controlling (“Steuerungsinstrument”)? Warum kennt die Betriebswirtschaft Zielkosten und Plankosten? Warum wird in Großunternehmen ständig zentralisiert und harmonisiert?
Ich stelle fest: Unsere Unternehmen müssen in Wahrheit alle wettbewerbsunfähige, sozialistische und totalitäre Organisationen sein, die schon deshalb nicht funktionieren können, weil sie in Form des Vorstandes ein (Zentral-)Kommitee besitzen, das quasi schon per definitionem unfähig ist, ein solches zu führen.
Aber Sie haben natürlich Recht: Die Wahl besteht zwischen freiem Raubtierkapitalismus und Sozialismus stalinistischer Prägung. Dazwischen gibt es nichts. Wusste auch schon der alte Fidel: “Socialismo – o muerte”
Sehr geehrter Herr Metzger!
Eventuell befassen sie sich besser einmal mit Keynes!
Sie könnten sich doch einmal dafür aussprechen oben wieder abzuschöpfen.
Das was aktuell läuft ist Staatschulden umgewandelt als Vermögen nach oben umzuverteilen. Wenn sie das, vor allem auch noch in einer entwickelten Volkswirtschaftals als Keynesianismus bezeichnen, dann haben Sie irgendwo einen Denkfehler.
“die auf ihre Uebereinstimmung mit der Wirklichkeit getestet werden muss.”
Ich vermisse in dieser Theorie eine Menge Ursachen. Vielleicht ist ein hoher Gewerkschaftsanteil im Bundestag schlecht. Ich will das nicht bestreiten. Allerdings zeigt die Politik der letzten Jahre, dass in diese Richtung faktisch keine Klientelpolitik betrieben wurde. Dies steht im Widerspruch zu der Behauptung, dass der Einfluss groß sei. Wäre er so groß würde es schärfere Kündigungsschutzgesetze geben, einen Mindestlohn und eine Angleichung der Bezahlung von Leiharbeitern. Das alles wird aber vermieden und ist nicht die alleinige Schuld der FDP/CDU. Auch die SPD/Grünen hatten maßgeblichen Anteil daran.
“sehe keine Zwischenform”
Dann sind sie Kurzsichtig, denn diese Zwischenformen existieren seit Jahrzehnten in eigentlich allen industrialisierten Ländern mit Abweichungen in die eine oder andere Richtung. Zum Thema Regelung und Kontrolle muss man das System nicht vollständig kennen, um dennoch eine effektive Wirkung zu erzielen. Kennt man es, dann ist die Wirkung höher, da man das Eingangssignal bereits kennt. Falls sie Auto fahren und ein ABS haben, dann existiert in ihrem Auto auch ein unvorhersehbares Signal. Der Regler kann trotzdem das Auto hinreichend regeln.
Zum Steuern braucht man Allwissenheit, zum Regeln nicht. Wenn durch staatliche Eingriffe bestimmte ökonomische Effekte und Probleme abgefedert werden können ist dies zu begrüßen. Was bringen 20% Arbeitslosigkeit nur um den Markt und seinen Krisen gerecht zu werden? Das dabei bestimmt Gruppen bevorzugt werden und andere nicht ist auch klar. Bei einer Aufweichung der Regelung wird die Gruppe der Reichen bevorzugt, da sie weniger Steuern zahlen muss und der Rest dafür blutet (so geschehen bei der Bankenrettung). So oder so kann man ein System nicht gerecht gestalten.
Die unvermeidbare Konsequenz des Totalitarismus sehe ich nicht. Wo ist er denn in England nach fast 200 Jahren Kapitalismus und Marktsteuerung? Denn auch dort gibt es sie. Wichtig ist, dass die politische Meinungsbildung funktioniert. Hat man eine Demokratie, die Meinungsbildung funktioniert und die Masse der Bevölkerung hat einen gewissen Wohlstand erreicht, dann haben die Menschen einfach kein Interesse an Heilsbringern und Sozialismus. Wer will schon enteignet werden. Wieso sonst hat die Soziale Marktwirtschaft der BRD funktioniert? Sie sollte der Gegenpol zum Sozialismus sein. Bei einem ungezügelten Kapitalismus wären die Armen in die Arme der Sozialisten gerannt. Das wusste man und hatte kein Interesse daran. Hat man eine breite Wohlstandsbasis, dann ist ein Gesellschaftssystem stabil. Dann werden die Menschen sich gegen politische Eingriffe wären die zu sehr an ihr Eigentum gehen. Verarmen sie ist es ihnen egal. Sie beteiligen sich nicht mehr an der Demokratie und werden empfänglich für Sozialismus bzw. Totalitarismus.
@Kammerjaeger
Ihre Fragen nach der Organisation von Unternehmen hat Ronald Coase bereits Ende der 1930 Jahre in seinem Beitrag, “The Nature of the Firm” beantwortet und wenn Sie das gelesen haben, werden Sie vielleicht merken, wie sehr ihre Beschreibung totalitaerer Unternehmen am Punkt vorbei geht. Davon abgesehen finde ich es gut, dass Sie mit Ihrem Beitrag meinem zentralen Punkt, dass naemlich Planung in den Totalitarismus fuehrt, Recht geben.
@Chriwi
Ich halte Ihre Differenzierung zwischen “Steuern” und “Regeln” fuer falsch. Wo ziehen Sie eigentlich die Grenze zwischen Steuern und Regeln? Ist Arbeitsosengeld eine Regelung oder eine Steuerung? Ist der negative Effekt der von einem zu hohen reservation wage auf die Beschaeftigungswilligkeit ausgeht, eine beabsichtigte Folge oder keine? Wie auch immer Sie es benennen, Sie werden nicht verhindern, dass Regelung oder Steuerung unbeabsichtigte Folgen produziert, because man is resourceful – darin gerade besteht das Problem des deutschen Staates: Trotz Kinderpraemie (Regelung oder Steuerung?) steigt die Geburtenzahl nicht, trotz hohen Sozialleistungen (Regelung oder Steuerung?) ist kaum jemand zufrieden und trotz der angeblich vorhandenen Marktwirtschaft steigt die Zahl der Auswanderer!
Zum Totalitarismus: Eine Tendez beschreibt einen Weg zu einem Ziel, dass das Ziel derzeit noch nicht erreicht ist, sagt nichts ueber den Weg aus.
Was die urspruengliche Form der sozialen Marktwirtschaft bei Eucken und sogar bei Mueller-Armack angeht, so haben Sie sicher Recht, dass damit der Versuch einhergegangen ist, dem Sozialismus einen Riegel vorzuschieben. Aber schauen Sie sich doch einmal an, was nach Schiller noch von der “Sozialen Marktwirtschaft” geblieben ist, in den Worten Erhards:
„mit dem Jahr 1966 (mit der großen Koalition)… hat die Verneinung der Werte begonnen, an die wir vorher geglaubt haben“.
Schliesslich: Der Mensch lebt nicht vom Geld allein, Wohlstand mag zeitweise zufrieden machen, langfristig ist er aber zu wenig. Wenn Menschen nicht nach Differenzierung streben koennen und nicht sehen, dass ihre Leistung einen Unterschied macht, dann werden sie sich ueber kurz oder lang von dem sie bemutternden Staat abwenden oder sich gegen ihn wenden – so wie Merton das in seiner Anomietheorie beschrieben hat.
@Kammerjaeger
Das ist eine interessante Milchmaedchenrechnung.
Zuerst machen Sie Schulden, dann ziehen Sie die Inflation von 2% ab und machen fuer die “gesparten” 2% weitere Schulden. Dann qualifizieren Sie die Glaeubiger (=Buerger) und ergaenzen, dass die Glaeubiger ja schliesslich 25% Steuern auf Zinseinkuenfte zahlen und ziehen daraus den Schluss, dass die Schulden problemlos um weitere 25% anwachsen koennen, ohne dass sich im nominalen Wert etwas aendert. Das ist eine nette Rechnung, die fast schon Performancecharakter hat (da wo ich herkomme, sagt man, da will dir einer ein X fuer ein U vormachen).
Was ihr Modell leider etwas in seinem Wert reduziert ist die Tatsache, dass Sie falsch ist.
Rechnen wir Ihre Rechnung einmal nach.
Deutschland ist in meinem Beispiel bescheiden und nimmt nur 1000 Euro Kredit auf (Ich unterstelle einen Bundesschatzbrief mit einer Laufzeit von 7 Jahren und einer konservativen durchschnittlichen Verzinsung von nur 3%)
Der “Gewinn” aus Inflationsverlusten nach 7 Jahren betraegt 132 Euro.
Der Verlust aus Zinszahlungen nach 7 Jahren betraegt 229.87 Euro, davon gehen 25% als Zinsertragssteuer an den Staat zurueck, macht einen abermaligen Gewinn von 57.46 Euro.
Die Kosten fuer die 1000 Euro Kredit vom Buerger betragen somit (3% Zins auf 7 Jahre) 229.87 Euro, der Gewinn summiert sich (Inflation und Zinsertragssteuer) auf 189.46 Euro. Damit fehlen 40.41 Euro und somit zeigt sich abermals, dass selbst bei aller Kunstrechnerei es am Ende doch nicht klappt, Kredit umsonst zu bekommen. (Am Ergebnis aendert sich auch nichts, wenn der Inflationsgewinn jaehrlich in neue Schulden umgesetzt wird!) Das perpetuum mobile der Zinsfinanzierung harrt somit immer noch der Entdeckung.
@Herr Klein,
Bzgl. Herrn Coarse: Wenn das mal in einem Buch gestanden hat, dann ist das ja unzweifelhaft richtig. Ich meine natürlich, richtig ist, dass es falsch ist. Oder anders herum.
Was die Unmöglichkeit der zentralen wirtschaftspolitischen Steuerung betrifft, sieht man ja auch an der Erfolglosigkeit der zentralen Steuerung der in China im Vergleich zum individualzentrieten, deregulierten Konzept zum Beispiel der USA.
Oder auch anders herum?
@Kammerjaeger,
ich kann ja auch nichts daran aendern, wenn bestimmte Feststellungen wie die von Herrn COASE nicht COARSE vor Jahrzehnten getroffen wurden und noch heute in der scientific community als feststehendes Wissen gelten. Kraemen Sie sich nicht (Es stand ueberigens in einem Artikel, nicht in einem Buch…).
China ist nun gar kein Beispiel – oder was denken Sie, warum das Land schrittweise die Marktwirtschaft einfuehrt; weil ein paar hundert Millionen auf dem Land in bitterer Armut leben und die Angst vor sozialen Unruhen selbst die Fuehrer der Zhōngguó Gòngchǎndǎng erreicht hat, was notwendig voraussetzt, dass die gesetzten Herren die Marktwirtschaft der eigenen Planwirtschaft ueberlegen sehen!?
@Herr Klein:
Der Milchmädchenjob ist ihnen freistehend. Ich kann ihre Rechnung nun gar nicht nachvollziehen. Ich hatte auch nicht behauptet, weil 25% der Zinseinkünfte wieder beim Fiskus landen, könnten die Schulden 25% höher sein. Da vermengen Sie eine Flussgröße mit einer Bestandsgröße. Sozusagen GuV und Bilanz, sollte auch in einem ihrer Bücher stehen.
Sie müssen das schon in Zeitreihen rechnen.
Der Anleger bekommt 7 mal 30 Euro Zinsen, dass sind 210 Euro, davon bezahlt er jedes mal 7,5 Eur KeSt an den Staat, insgesamt 52,50 Euro, also bekommt er tatsächlich 157,5 Euro Zinsen. Soweit die nominalen Zahlen.
Zinsen wir die Zahlungsreihen das mal mit 2% Inflation auf heute ab, beträgt der Rückzahlungsbetrag nach 10 Jahren in heutigen Werten Euro 870,56, die Zinssumme 194,16, die Steuern 48,54 und die Zinsen nach Steuern 145,62 (870,56+145,62 = 1016,18, die Verzinsung für den Steuerbürger ist also real 1,62% in 10 Jahren (nicht pro Jahr!). Überschlägig stimmt das, weil die Rendite nach Steuern ja nur 2,25% beträgt und nur eine Winzigkeit über der Inflation liegt (real 0,25%).
Das ist ein ziemlich gutes Geschäft für den Staat, insbesondere dann, wenn er eine Investition mit dem Geld tätigt, die einen ROI für ihn in Form von Steuern erbringt (Infrastruktur, Bildung etc).
Zurück zu den Nominalzahlen. Nehmen wir weiter an, wir haben konstant 2% reales Wachstum, 2% Inflation, nominal wächst das BIP also um 4%. Nehmen wir mal weiter an, der Staat bezahlt die Zinsen komplett durch Neuverschuldung. Sein Schuldenstand inkl. Zinseszinsen ist am Ende dann 1229,87 Euro. Hätte der Staat am Anfang ein BIP von 1000 gehabt, die Staatsverschuldung also 100% des BIP betragen, wäre nach 10 Jahren das BIP nominal auf 1315,93 gestiegen, die Verschuldung in Prozent des BIP jedoch von 100% auf 93,5% gesunken. Auch das ist überschlägig plausibel, weil die nominale Wachstumsrate (4%) über der Verzinsung (3%) liegt.
Wenn Sie den Steuerrücklauf an den Fiskus mit einrechnen (Verzinsung mit 2,25% ansetzen) sinkt der Schuldenstand nominal auf 1168,54 und prozentual sogar auf 88%.
Ist doch schick, finden sie nicht?
@Kammerjaeger
eigentlich find’ ichs zu unglaublich, um ueberhaupt zu reagieren, aber ich frag’ halt einfach mal: Haben Sie jemals etwas von Zinseszinsen gehoert? Auch auf Staatspapieren wird ein Zins jaehrlich bezahlt, deshalb enthaelt der Zins des Folgejahres die Zinses des vorausgegangenen Jahres.
Und schon ist ihre Rechnung nicht mehr so schick.
“eigentlich find’ ichs zu unglaublich, um ueberhaupt zu reagieren,”
Ihnen werden doch nicht etwa die Argumente ausgehen? Ich erwarte von Ihnen eine sachliche Replik, keine Polemik oder Argumentation ad hominem.
Der Zinseszinseffekt ist von einberechnet worden (obwohl das eigentlich sachlich sogar eher flasch ist, weil der Staat überhaupt nicht zwingend in den Folgeperioden dafür Kredite aufnehmen muss).
“Nehmen wir mal weiter an, der Staat bezahlt die Zinsen komplett durch Neuverschuldung.”
In meiner Beispielrechnung steigt die Schuld jedes Jahr um die erhöhten Schulden, und die Zinszahlungen steigen ebenfalls leicht an. Allerdings wächst ja nicht nur der Schuldenberg dadurch exponentiell, sondern das nominale BIP wächst ebenfalls exponentiell – eben nur mit höherem Faktor.
“Auch auf Staatspapieren wird ein Zins jaehrlich bezahlt, deshalb enthaelt der Zins des Folgejahres die Zinses des vorausgegangenen Jahres.”
Der Satz scheint mir in sich widersprüchlich zu sein. Bei Staatspapieren ist die jährliche Zinszahlung konstant (Ausnahme Floater). Richtig ist nur, dass die Zinsen nachträglich für das Jahr bezahlt werden, und daher rechnerisch sogar noch einen Tick geringer sind als der angegebene Zinssatz.
Ist eben doch alles schick.
Nehmen Sie ein Excel-Sheet und rechnen Sie nach. Ich erwarte Ihre Gegenrechnung.
“eigentlich find’ ichs zu unglaublich, um ueberhaupt zu reagieren,”
Ihnen werden doch nicht etwa die Argumente ausgehen? Ich erwarte von Ihnen eine sachliche Replik, keine Polemik oder Argumentation ad hominem.
Der Zinseszinseffekt ist von mir einberechnet worden (obwohl das eigentlich sachlich sogar eher flasch ist, weil der Staat überhaupt nicht zwingend in den Folgeperioden dafür Kredite aufnehmen muss).
“Nehmen wir mal weiter an, der Staat bezahlt die Zinsen komplett durch Neuverschuldung.”
In meiner Beispielrechnung steigt die Schuld jedes Jahr um die erhöhten Schulden, und die Zinszahlungen steigen ebenfalls leicht an. Allerdings wächst ja nicht nur der Schuldenberg dadurch exponentiell, sondern das nominale BIP wächst ebenfalls exponentiell – eben nur mit höherem Faktor.
“Auch auf Staatspapieren wird ein Zins jaehrlich bezahlt, deshalb enthaelt der Zins des Folgejahres die Zinses des vorausgegangenen Jahres.”
Der Satz scheint mir in sich widersprüchlich zu sein. Bei Staatspapieren ist die jährliche Zinszahlung konstant (Ausnahme Floater). Richtig ist nur, dass die Zinsen nachträglich für das Jahr bezahlt werden, und daher rechnerisch sogar noch einen Tick geringer sind als der angegebene Zinssatz.
Ist eben doch alles schick.
Nehmen Sie ein Excel-Sheet und rechnen Sie nach. Ich erwarte Ihre Gegenrechnung.
@Kammerjaeger
Ich werde mich Ihrem Modell intensiv widmen, enthaelt es doch den Stein der Weisen, in der Form, dass ab einem bestimmten Punkt die Kredite und die damit verbundenen Zinszahlungen in einen Gewinn umschlagen, d.h. ab dem jeder weitere Euro aufgenommener Kredit gleich einen Gewinn von 1 Euro abwirft. Wenn ich den Punkt gefunden habe, werde ich gleich zum deutschen Finanzminister laufen und dann haben wir in no time, die Staatschulden in einen Gewinn umgewandelt, fast so, wie man aus Stroh Gold macht. Pah, von wegen jaehrlich steigende Zinslast, diese Dilletanten im Finanzministerium haben nur noch nicht gemerkt, dass man durch geschicktes Aufnehmen von Schulden trotz Zinszahlungen langfristig einen Gewinn einstreicht und wachsende Staatsschulden sind entsprechend eine Illusion.
P.S. In ihrem Modell haben Sie uebrigens keine Zinseszinsen beruecksichtigt.
Versuchen Sie es mal mit K =K+(1+i)^n
@Herr Klein,
der Versuch meine Rechnung ins Lächerliche zu ziehen macht Ihre Argumentation nicht richtiger. Liebgewonnene Vorurteile sterben nur langsam, aber bei ihrem offensichtlich vorhandenen Intellekt sollte es ja kein Problem sein, die Logik der Staatsfinanzierung zu verstehen. Außerdem gibt es sicher auch zitierfähige Bücher zu dem Thema in ihrem Schrank.
“In ihrem Modell haben Sie uebrigens keine Zinseszinsen beruecksichtigt.”
Danke für den nochmaligen Hinweis. Ich versuche es dann mal Ihrer, allerdings leicht korrigierter, aber dann richtigen Zinseszinsformel Kn=K0*(1+i)^n .
K7 = 1000*(1,03)^7=1000*1,22987 = 1229,87.
Wie hatte ich oben geschrieben?
“Sein (des Staates) Schuldenstand inkl. Zinseszinsen ist am Ende dann 1229,87 Euro. ”
(Ich würde Ihnen empfehlen, nächstes mal selber nachzurechnen, bevor Sie einfach behaupten, ich würde etwas falsches schreiben. So etwas schwächt ihre Glaubwürdigkeit als Diskussionspartner doch erheblich, auch bei den Mitlesern)
Der Staatshaushalt ist nicht der Haushalt einer schwäbischen Hausfrau, sondern er Verhält sich ökonomisch anders.
Wenn der Staat in diesem Szenario die 1000 Euro Kredit nutzt, um zum Beispiel mit einer Investition das Wirtschaftswachstum in der ersten Periode um 0,1% zu erhöhen, schlägt die Renditerechnung für die Kreditaufnahme vollends ins Positive um. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Herr Metzgers Vorschlag ist genauso wie die Schuldenbremse im Grundgesetz vollumfänglich wirtschaftsschädigend!!! Nur weil das neoliberaler Mainstream ist, wird es nicht richtiger.
Den Überbringer der Nachricht zu köpfen und die Nachricht zu ignorieren war auch schon im Mittelalter eine beliebte, aber wenig erfolgreiche Strategie. Also mein Vorschlag: machen Sie doch ihre Gegenrechnung auf, und behaupten Sie nicht einfach, “das kann einfach nicht stimmen”.
Das eigentliche Problem aber ist, die meisten Leute können nicht rechnen (schon gar nicht in Zeitreihen), sondern glauben das, was Herr Metzger schreibt (der offensichtlich auch nicht rechnen kann), und plappern das dann altklug nach.
Ich warte auf Ihre Gegenrechnung!
Kammerjäger
P.S. Coase beschreibt die Notwendigkeit der Existenz von Unternehmen durch die Kostenvorteile durch Transaktionskostenreduktion. Ich verstehe allerdings nicht, was das mit meiner Argumentation zu tun hat, das Unternehmen intern planwirtschaftlich organisiert sind, und deshalb Ihre Argumente der Unmöglichkeit der Planwirtschaft deshalb ins Leere laufen. Vielleicht wollen Sie Ihre Argumentation genauer erläutern?