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Sparen nicht vergessen!

In seinem VideoBlog fordert der Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung: Sparen nicht vergessen!Der überraschend starke Aufschwung lässt die Steuereinnahmen in Deutschland wieder sprudeln. Anstatt wie bisher angenommen wird die Neuverschuldung im Jahre 2010 nicht bei 65,2 Milliarden Euro, sondern „nur“ bei 57,5 Milliarden Euro liegen. Schon werden die ersten Stimmen laut, die das Sparpaket der Bundesregierung in Frage stellen. Ja, wenn es uns doch besser geht, warum sollen wir dann noch sparen?

Zu Recht weist Marc Beise, Wirtschaftschef der Süddeutschen Zeitung, in seinem VideoBlog auf die Absurdität dieser Diskussion hin. Es stimmt zwar: Deutschland wird 7,7 Mrd. Euro weniger neue Schulden machen als gedacht. Aber das entscheidende ist doch: Trotz Einnahmen in Höhe von 327,7 Mrd. Euro müssen noch Schulden in Höhe von 57,5 Mrd. Euro aufgenommen werden. Das Ergebnis der jahrzehntelangen unsoliden Haushaltsführung ist ein Schuldenberg von 1.700.000.000 Euro. Vor diesem Hintergrund kann doch nicht ernsthaft der Konsolidierungskurs hinterfragt werden. Vielmehr muss die Frage lauten: Wo kann der Staat noch sparen!


Schon im März 2009 hat der Finanzwissenschaftler Prof. Raffelhüschen vor den ausufernden Staatsschulden gewarnt. Nach seinen damaligen Berechnungen steigt die pro Kopf Schuld 2010 auf rund 23.000 Euro.

3 Kommentare zu “Sparen nicht vergessen!”

  1. Keynesianer sagt:

    Viele Länder mit hoher Staatsquote sind aber sehr erfolgreich!
    Wir können aber weiter Bildung abbauen etc. wichtig ist die Staatsquote ist niedrig (indifferenzierte pseudoreligiöse Formel), dann müssen wir Fachkräfte importieren!

    Etwas weniger Ideologie bitte!

  2. Kammerjäger sagt:

    Interessanterweise sind es über die gesamten Nachkriegszeit gesehen ja immer die konservativen Regierungen, die das Haushaltsproblem nicht in den Griff bekommen haben.

    Das gilt in Deutschland genauso so wie in den USA.

  3. Bernhard Hamilton sagt:

    Länder mit hoher Staatsquote sind erfolgreich [- siehe die DDR, Kuba oder die Sowjetunion].
    Wo sind die Belege, dass an dieser These etwas dran ist?
    Ausnahmen von der Regel gibt es tatsächlich, und darüber müßte man schon differenzierter reden. Aber die “keynesianistische” Grundthese ist nicht nachgewiesen: Staaten mit hoher Verschuldung sind weder an der Spitze des Wachstums noch des Pro-Kopf-BIP zu finden.
    Weder Ken Rogoff noch Greg Mankiw noch Alberto Alesina noch Robert Barro unterstützen diesen Glaubenssatz – auch wenn Krugman und Sinn ihn vertreten.
    Alesina hat jüngst untersucht, ob eher Fiscal Stimuli oder Tax Cuts die Wirtschaftswachstum ankurbeln. Ergebnis: Für die OECD-Staaten gilt, dass eine zunehmende Verschuldung die Entwicklung dämpft – Steuersenkungen und Einsparungen schaffen Arbeit.

    Siehe – http://www.economics.harvard.edu/faculty/alesina/files/Large%2Bchanges%2Bin%2Bfiscal%2Bpolicy_October_2009.pdf

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ÖkonomenBlog-Redaktion

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