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INSM – ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten – diskutieren Sie mit!

 

Hinweise für Kommentatoren

Liebe Leser des Ökonomenblog,

gerne veröffentlichen wir Ihre Meinungsäußerung zu unseren Beiträgen. Wir bitten Sie jedoch um ein Mindestmaß an Höflichkeit. Dies sollte eigentlich selbstverständlich sein. Beiträge, die diffamierende Äußerungen gegenüber den Autoren bzw. anderer Kommentatoren enthalten oder sich eines unangemessenen Sprachstils bedienen, werden wir nicht veröffentlichen.

  • Funke Didi

    Dem Beitrag von Dr. Martin Roos kann ich nur ausdrücklich widersprechen.
    Es passt nicht zu einem Rechtsstaat dass durch Diebstahl oder mehr noch im Auftrag der Steufa Wuppertal Daten geklaut werden um Steuerhinterzieher zu erwischen.
    Das Urteil welches dies zulässt muss man mal von einer anderen Seite betrachten. Wenn es dem Staat gestattet ist dass man diese CD aufkauft wundert mich dass noch keiner die Idee hatte das drei a-oder zehnfache für diese CD zu zahlen und damit den Ankauf durch die Behörden zu verhindern. Ich denke wenn ein so hoher Millionenbetrag an die ( Hehler bzw. Diebe) gezahlt wird muss es doch auch für die Betroffenen sehr interessant sein den Ankauf durch Behörden zu verhindern.
    Das zeigt mir dass der Staat bzw die Steuerfahndung selbst Dieb und Nutznießer ist. Wenn sie glauben dass diese Art der Ermittlung geltendes Recht sei dann
    gute Nacht Deutschland. Das Gericht meint dass Hehlerei nur an einer Sache als Hehlerei bezeichnet werden darf , wenn dem so ist freue ich mich auf alle Daten die durch Diebstahl oder sonstwie unrechtmäßig erlangt werden und die Käufer unter Umgehung des Urheberrechts straffrei bleiben.Ich könnte eine geklaute CD mit Film oder Musik Daten dann ja ohne weiteres ankaufen . Ist der
    Datenschutz für vermeintliche Steuerhinterzieher außer Kraft gesetzt?
    Die Schweiz als rechtsmäßiger Staat in Europa hat Gesetze die es in der Schweiz zu achten gilt.Die Straftat Steuerhinterziehung eines deutschen Gesetzes muss nicht auch in der Schweiz verfolgt werden.
    Eine Schweizer Bank leistet auch keine Beihilfe dadurch dass Sie deutsche Kunden hat oder deren Geld verwaltet. Ich kenne keinen Fall wo Schweizer Banken den Kunden geraten hätten Steuern zu hinterziehen oder ihnen dabei behilflich gewesen wären. Sie haben Recht dass man das Allgemeinwohl schädigt wenn man Steuern nicht ordnungsgemäß erklärt. Doch die Schweizer Bank muss den deutschen Steuerzahler nicht zur Steuerehrlichkeit ermuntern, sie darf es nicht mal.Sie sollten sich lieber fragen ,warum die Deutschen Steuern hinterziehen ?
    was ja nicht nur in Deutschland passiert . Wir sind nur im Mittelfeld. Sie brauchen auch keine Schweizer Bank um Ihr Geld ins Ausland zu transferieren . das können sie ohne Probleme von jeder Kreissparkasse machen.Der Täter ist nie die bank sondern immer der Täter selbst. Trotzdem darf nicht durch kriminelle Machenschaften das Steuergeheimnis missbraucht werden.
    Sie und Ihre Gesinnungsgenossen sollten sich fragen ob Ihre Steuererklärung immer richtig war ,ob Sie keine Fahrtkosten etwas höher angesetzt haben oder jedes Mittagessen tatsächlich eine Berufliche Ausgabe war . Ich kann das von mir nicht behaupten. da Sie ja als guter Journalist sicherlich auch wissen dass alle kleinen Falschangaben den Staat um mehr als das 30-fache der bisherigen bekannten sogenannten Groß Steuerhinterzieher schädigen . Wenn Sie also zu den weniger als 1 % “Hundertprozentigen” gehören werde ich Sie mit ” Euer Heiligkeit ” anreden
    Mit besten Grüßen
    D Funke

  • http://www.existenzgruenderwerkstatt.de Martin Zimdars

    Ja, leider müssen nach wie vor Hinweise für Kommentatoren gefertigt werden; es sollte selbstverständlich sein, dass eine rege Diskussion sachlich und vernünftig unter den Diskutierenden abläuft!

  • Surp

    Oh, jetzt beginnt also die Zensur (die Überwachungen haben wir ja schon), in unser ach so tollen “neuen sozialen Marktwirtschaft”.

  • Feuervogel1971

    Wann beginnt der selbsternannte Ökonom Oswald Metzger eine Berufsausbildung und schliesst diese endlich dann auch mal ab?

    Dann müsste er nicht andauernd auf der Suche nach einem bezahlten politischen Mandat sämtliche Parteien abklappern?

    Allerdings sehe ich Oswald Metzger diesbezüglich als “austherapiert”…

  • Skanar Hansson

    Sehr geehrte Rezipienten,
    ich freue mich, dass sich hier an Wirtschaft und Politik interessierte Menschen informieren, austauschen und diskutieren und fühle mich dazu berufen, an diesem Geschehen zu partizipieren.
    Ich hoffe, dass ich mit meiner Meinung zu weiteren Stellungnahmen, Diskussionen und erleuchtenden Gedankengängen anrege.

    In meinen Augen befindet sich die Ursache der sozialen Ungerechtigkeit, die die soziale Marktwirtschaft zu bekämpfen sucht, in unserem Wirtschaftssystem selbst: dem Kapitalismus. Die soziale Marktwirtschaft (im Folgenden als “s. M.” abgekürzt), ist lediglich eine “reformierte Version” oder “Abwandlung” des Kapitalismus, die dessen Wirkung abzumildern versucht, aber diesem Anspruch langfristig gesehen nicht gerecht werden kann.
    Das Grundproblem im Kern formuliert sind: der Leitzins, Zinseszins und der Kapitalstau.
    Die Zentralbanken geben die Währung eines Währungsraumes unter der Bedingung aus, dass die erhaltene Summe zurückgezahlt wird, und als “Gegenleistung” für die Dienstleistung des Geldverleihs, eine Leihgebühr entrichtet werden muss. Banken nennen diese Leihgebühr Zins und im Zusammenhang mit der Zentralbank heißt dieser Zins Leitzins.
    Nun erkenne ich in diesem Konzept ein Problem, nämlich, dass die Zentralbank Geld herausgibt (in den Wirtschaftskreislauf), aber durch den Leitzins mehr Geld zurückfordert, als in den Kreislauf jemals gegeben wurde. Ich benenne diesen Umstand als “chronischen Geldmangel”. Um die im Kreislauf nicht vorhandenen an die Zentralbank zu leistenden Leitzinsen zu entrichten, muss man sich wieder von dieser Geld leihen, um wenigstens etwas Kapital im Kreislauf zu haben. Aber das geliehene Geld dient dazu, die alten Schulden zu begleichen und wenn man bedenkt, dass man außerdem Geld für Lebensmittel und sonstige Bedarfsgüter benötigt, ist die Aufnahme neuer Kredite lebensnotwendig, sodass man aus dieser Schuldenspirale nicht ausbrechen kann, gleich wie fleißig man sein Leben lang arbeitet.
    Das hat zur Folge, dass selbst eine materiell existierende 50€ Banknote in meinen Händen, in Wahrheit nicht mein Geld ist, sondern der Zentralbank gehört, und ihr zurückgegeben werden muss, da ich es von ihr geliehen hatte.

    Dieses System wäre harmloser, wenn die Zentralbank in staatlicher Hand wäre, denn dann wäre der Staat Gläubiger aller Privathaushalte, Unternehmen (und auch der Banken, wie Sparkasse usw., die ja von den Zentralbanken Geld leihen und es Privatpersonen und Unternehmen weiterverleihen), und hätte keine finanziellen Sorgen und müsste sich nicht verschulden (!)
    Er hätte demnach ausreichend finanzielle Mittel, um seine staatl. Aufgaben wahrzunehmen, allen voran – und in meinen Augen die wichtigsten – Bildung und Sozialwesen. Es gibt einen Staat, dem es gelang, die Kontrolle über seine Währung zurückzuerlangen, indem er die Banken (auch die Zentralbank) verstaatlichte und jene Banker verhaftete und zu Verantwortung zog, die die Finanzkrise verursacht hatten. Der Staat, von dem ich rede, ist Island.
    Seitdem beginnt die isländische Wirtschaft wieder zu wachsen und die Staatsschulden zu schrumpfen. Ich hörte ähnliches vom US-Bundesstaat North Dakota, muss allerdings gestehen, dass ich darüber kein näheres Wissen besitze, da ich mich noch nicht damit befasst habe.

    Ich nannte neben dem Leitzins den Zinseszins als weiteres Kernproblem unseres Wirtschaftssystems, da dieser ein exponentielles Wachstum sowohl von Schulden als auch von Guthaben auf Bankkonten bewirkt, während die Realwirtschaft (modellhaft) linear wächst. Dementsprechend hat ein exponentiell wachsendes Kontoguthaben nach einer Weile – nämlich dann, wenn sich der lineare und exponentielle Graph geschnitten haben – keinen realen Gegenwert mehr, sodass zu vielem Geld zu wenig Gegenwert entgegensteht, wodurch wir Bedingungen vorliegen haben, die ich als “inflationär” bezeichne.
    Betrachtet man das exponentielle Wachstum der Kontenguthaben im ersten Quadranten eines Koordinatenkreuzes liegend, befindet sich das Wachstum der Schulden als an der x-Achse gespiegelte Kurve im vierten Quadranten.
    Jeder der ein Darlehen aufnimmt, sieht sich Schulden gegenüber, die durch den Zinseszins größer werden, noch während man diese abzuzahlen versucht. Wenn man ein teures Darlehen aufnimmt, kann es sein, dass man durchaus das dreifache der eigentlich geliehenen Summe zurückzahlen muss, sodass man de facto einen Zinssatz von 300 % vorliegen hätte, und nicht etwa “4,5 %” oder “8,45 %” Zinsen, wie es von den Bank”beratern” (die eigentlich ja Verkäufer und keine Berater sind) dargestellt wird.
    Betrachtet man nun die beiden exponentiellen Kurven (von Guthaben und Schulden), sieht man die so oft erwähnte “soziale Schere”, die jedoch nur als solche bezeichnet werden kann, wenn es sich um lineares Wachstum handelte. Sie illustriert aber den Kern der sozialen Ungerechtigkeit: während die einen ein exponentiell wachsendes Guthaben besitzen und von den Zinsen leben können, arbeiten die anderen ihr Leben lang Schulden ab, die sie sogar von den Eltern geerbt haben können.
    Man hat demzufolge kein Kapitalverteilung von “arm” zu “reich”, sondern von “fleißig” zu “nicht arbeitend”. Letzter Begriff wurde bewusst gewählt, da “faul” nicht denen gerecht wird, die nicht arbeiten können und durch Schicksalsschläge auf Versorgung durch andere angewiesen sind.
    Nun gibt es arme und reiche Fleißige, die Armen sind die Hartz-IV Empfänger oder andere, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, die Reichen sind jene, die von den Zinsen ihres hohen Kontostands leben.
    Lange Rede, kurzer Sinn. Ich behandelte zwei der drei eingangs genannten Grundprobleme des Kapitalismus, die vorerst genügen, um meine These, die s. M. sei langfristig nicht fähig, ihren Anspruch, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, gerecht zu werden, zu begründen.
    Die Kapitalverteilung erfolgt aufgrund der exponentiellen Natur des kapitalistischen Systems schneller, als der Staat durch Reichensteuer, Sozialhilfe und sonstige Maßnahmen auszugleichen im Stande ist. Um es etwas salopp zu formulieren, hält der Staat eine Schaufel in der Hand, das System aber besitzt einen Bagger.
    Freilich möchte ich keinem Sozialdemokraten oder sonstigem Verfechter der s. M. eine edle Gesinnung und aufrichtige Intentionen absprechen, aber ich sehe wenig Hoffnung auf Erfolg, wenn die Symptome eines Systems gemildert werden, die Ursache jedoch unangetastet bleibt.
    Ich betrachte es als mein gutes Recht, den Kapitalismus zu kritisieren. Gleichzeitig fühle ich mich auch verpflichtet, eine Lösung anzubieten, da das Aufzeigen von Problemen nicht schadet, aber auch nicht nützt, wenn keine in die Praxis umsetzbare Alternative vorliegt.

    Ich rate an dieser Stelle ausdrücklich davon ab, mit „Alternative zum Kapitalismus“ den Sozialismus zu assoziieren, da dieser lediglich eine vervollkommnete Form desselben und daher keine „echte“ Alternative darstellt. Es ist nun an der Zeit, das dritte Kernproblem des Kapitalismus, den Kapitalstau, anzusprechen. Allerdings stellt diese Erwähnung nur einen Brückenkopf zu einem Thema dar, auf das ich mit Nachdruck und allem Ernst verweise. Ich empfehle jedem, der sich über ein alternatives System Gedanken macht, sich mit den Gedanken Silvio Gesells zu befassen.

    http://www.zeit.de/2012/12/Interview-Onken
    http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Gesell

    Ich hoffe, dass meine Stellungnahme auf offene Ohren gestoßen ist und bedanke mich für die Geduld und Zeit, die Sie, werter Rezipient, meiner Meinung gewidmet haben. Ich stehe Diskussionen, Fragen und Stellungennahmen gegenüber offen und hinterlege aus diesem Grund meine e-mail Adresse: aglazaram@web.de
    mit vielen freundlichen Grüßen, Skanar Hansson

  • Thomas

    Hola,

    ich wollte gern wissen, ob diese Site wirklich offen steht -
    auch fuer Minderheitsmeinungen – oder ob Aussenseiter
    wie ich einfach ignoriert werden, wenn sie, wie ich, gern praktische Beispiele aus dem wirtschaftlichen Alltagsleben berichten?

    Leider – arrogante Ignoranz ist ein Phaenomen, das ich wiederholt erleiden musste.Jeder Autor, insbesondere ein Aussenseiter, sollte auch einstecken koennen, aber Ignoranz ist leider nur sehr schwer zu ertragen, zumindest fuer mich. Arroganz und Ignoranz sind leider weit verbreitet unter studierten Oekonomen, zumindest nach meiner Beobachtung. Viele liebe Gruesse aus Portugal, Ihr Thomas.