Dass der Westen mit seinem Lebensmodell in der Krise steckt, ist schon länger ausgemachte Sache. Da helfen weder ein paar politische Schönheitsoperationen noch großzügig verordnete Finanzspritzen – der Westen muss sich endlich neu erfinden, fordert jetzt auch Udo di Fabio. Ökonomische, wissenschaftliche, technische und militärische Kraft kann sich auf Dauer nur entfalten, wenn sie auf gemeinsamen sittlichen und ideellen Werten beruht. Daran mangelt es dem Westen inzwischen jedoch erheblich.

Udo di Fabio: Schwankender Westen – wie sich ein Gesellschaftsmodell neu erfinden muss, C.H. Beck, München 2015

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Gefährliche Chlorhühnchen, gesundheitsschädigender Maissirup als Zuckerersatz und internationale Schiedsgerichte, die nationales Recht unterlaufen – gegen das geplante transatlantische Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA gibt es die unterschiedlichsten Bedenken. Doch worum geht es eigentlich wirklich und was steht auf dem Spiel, wenn sich TTIP zerschlägt? Freier Handel kann zu mehr Wohlstand führen, aber er ist vor allem ein Ausdruck einer offenen Gesellschaft.

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Seit Juli 2014 gilt die Rente mit 63 – eines der umstrittensten Arbeitsmarktprojekte der großen Koalition. Doch was die Bundesregierung nicht bedacht hat, zeigt sich jetzt immer deutlicher: Der subventionierte Vorruhestand entzieht dem deutschen Arbeitsmarkt naturwissenschaftliche Facharbeiter – bisher mindestens 10.000! Und das macht alle früheren Bemühungen zunichte, ältere Mitarbeiter länger im Berufsleben zu halten und Fachkräfteengpässen vorzubeugen.

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Die Digitalisierung revolutioniert die Bildung – mit Big Data und personalisiertem Lernen. Im digitalen Wandel liegt die Chance auf eine echte Demokratisierung des Bildungssystems: Durch Computer, Laptop oder iPad kann jeder Interessierte daran teilhaben. Doch der freie Zugang ist nur ein erster Schritt, um Aufstiegschancen für alle zu ermöglichen. Was fehlt, ist ein „individualisiertes Bildungsangebot“.

Jörg Dräger / Ralph Müller-Eiselt: Die digitale Bildungsrevolution – der radikale Wandel und wie wir ihn gestalten können, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2015

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Die Erderwärmung nimmt zu, aber die Politik tut sich weiter schwer, sich auf Umsetzungsziele zu einigen. Dabei gäbe es mit einem weltweiten Emissionshandelssystem eigentlich ein einfaches und effizientes Instrument, um den CO2-Ausstoß zu begrenzen. Aber es mangelt am politischem Willen, meint die unabhängige Politikberatung Econwatch. Die Gründe sind vor allem politik-ökonomischer Natur. weiterlesen

Die 21. UN-Klimakonferenz in Paris soll ein konkretes Ergebnis bringen: Die Ablösung des Kyoto-Protokolls durch ein neues globales Abkommen mit verbindlichen Klimazielen. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu den Verhandlungspositionen der einzelnen Länder zeigt: Selbst bei der Ausgestaltung der institutionellen Rahmenbedingen sind sich die Vertreter der 195 Teilnehmerstaaten derzeit noch uneinig – was einen Schatten auf die bevorstehenden Verhandlungen in Paris wirft.

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Die gesamtwirtschaftlichen Investitionen sind in den letzten Jahrzehnten in Deutschland zurückgegangen. Die Politikberatung Econwatch fordert, die Rahmenbedingungen für Investitionen zu verbessern. Konkret: Beschäftigungshürden auf dem Arbeitsmarkt abbauen, Steuerpolitik wachstumsfreundlich ausrichten, soziale Sicherungssysteme demografiefest machen, Energiepolitik effizient gestalten, Bildungssystem stärken und Innovationsbedingungen verbessern. weiterlesen

Ein Historiker will uns die aktuelle Politik, die Verwirrung der Finanzmärkte und den gesellschaftlichen Wandel erklären. Das klingt nach wissenschaftlicher Vorlesung, getränkt in Formaldehyd. Doch Rödder ist anders. Wer sein neues Buch liest, erhält eine Turbokurs durch die Gegenwart, facettenreich und leichtfüßig erzählt. Und nach der Lektüre ist jedem gewiss, dass unsere Zeit kaum aufregender sein könnte.

Andreas Rödder: 21.0 – eine kurze Geschichte der Gegenwart, C.H. Beck, München 2015

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Der Wohnraum ist in machen Gegenden Deutschlands knapp, die Miet- und Kaufpreise entsprechend hoch. Auf solche Entwicklungen hat die Politik seit jeher mit Regulierung reagiert. Sie verspricht den Wählern (vor allem den Mietern), die Lage zu ihren Gunsten zu verbessern. Doch das Gegenteil von gut ist bekanntlich gut gemeint. Kaum ein Markt ist mittlerweile mehr reguliert als der Wohnungsmarkt. Die Folge: Es wird weniger Wohnraum geschaffen als möglich wäre – den (höheren) Preis zahlen die Bewohner.  weiterlesen

Eine aktuelle Studie der OECD räumt mit einer ganzen Reihe liebgewonnener Allgemeinplätze wohlfahrtsstaatlicher Politik auf. So enttarnt das Schwerpunktthema „How’s Life for Children?“ im diesjährigen “How’s Life“-OECD-Bericht so manches lang gepflegte Jammertal als Garten Eden.  Das heißt nicht, dass hierzulande alles im Lot wäre. Das liegt aber gerade auch daran, dass uns die allgegenwärtigen paternalistischen Schimären blenden und den politischen Diskurs an den falschen Stellen binden.  weiterlesen