Seit einem Vierteljahrhundert zahlen wir Deutschen nun schon den Solidaritätszuschlag. Dabei war das mal ganz anders geplant: Der Soli sollte nur befristet für den Aufbau Ost erhoben werden, doch von ihren damaligen Versprechen wollen viele Politiker heute nichts mehr hören. Zu sehr haben sie sich an die komfortablen Steuereinnahmen gewöhnt. Dabei ist das Auslaufen des Soli spätestens 2019 der einzig logische Schritt, seine Zeit ist abgelaufen.
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Buchkritik: John Lanchester: Die Sprache des Geldes – und warum wir sie nicht verstehen (sollen), Klett-Cotta, Stuttgart 2015

Das wichtigste Werkzeug der Ökonomie ist die Sprache – die Insider-Sprache. Doch leider versteht sie nicht jeder. Auch dem britischen Bestsellerautor und Wirtschaftsjournalisten John Lanchester erging es so – bis er die Nase voll von all dem Fachchinesisch und der Geheimniskrämerei der Finanzexperten hatte. Er begann die Sprache des Geldes zu lernen – und damit auch ein Gespür zu entwickeln für die wirkliche Bedeutung vieler Aussagen, aber auch für die Schurkereien auf den Finanzmärkten. Sein nun erschienenes „Geldlexikon“ ist eine Bereicherung für jeden.

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Die grüne Ökonomie ist zu einem Streitthema geworden. Nicht erst seitdem Autokonzerne mit ihrer CO2-Vermeidungssoftware zum Himmel stinken stehen die Mainstream-Konzepte einer nachhaltigen Wirtschaft in der Kritik. Überhaupt ist eine Antwort auf die Frage, wie die grüne Transformation gelingen soll, noch lange nicht gefunden. Klar scheint nur: Umweltschutz mit Wachstum zu versöhnen, bleibt ein schönes Märchen.

Thomas Fatheuer, Lili Fuhr, Barbara Unmüßig: Kritik der grünen Ökonomie, oekom Verlag, München 2015

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Im Ausland heißt es oft: Das böse Deutschland verstärkt durch eine besonders hohe Wettbewerbsfähigkeit die Ungleichgewichte im Euroraum. Die Zahlen und eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigen jedoch ein ganz anderes Bild: Das Lohnstückkostenniveau ist hierzulande überdurchschnittlich hoch und auch bei der Lohnstückkostendynamik ist Deutschland keineswegs zurückhaltend. Seit 1991 sind die Lohnstückkosten in Deutschland stärker gestiegen als bei der ausländischen Konkurrenz.

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Die Angst geht um – Angst vor Überfremdung, Angst vor finanzieller Überforderung, Angst vor islamischem Fundamentalismus, Angst vor Terror und auch Angst vor russischem oder chinesischem Kapital. Doch wer Angst hat, sollte sich zunächst einmal auf seine eigenen Stärken besinnen. Larry Siedentops neues Buch ist darauf eine Antwort: Wer sind wir Europäer, welche Werte machen uns aus und wohin geht unsere Reise. Als wichtigsten Bezugspunkt unserer kulturellen Kraft und gesellschaftlichen Stärke nennt er eine Größe, die für viele im Wettbewerb der Weltanschauungen keine allzu bedeutende Rolle mehr zu spielen scheint: das Christentum.

Larry Siedentop: Die Erfindung des Individuums. Der Liberalismus und die westliche Welt. Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2015.

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Noch nie seit der Wiedervereinigung waren in Deutschland so viele Menschen in Beschäftigung wie heute – und seit der Wende hat es nicht mehr so wenige Arbeitslose gegeben wie im November 2015. Die Kasse der Arbeitslosenversicherung ist bis obenhin voll, denn es gibt immer weniger Menschen, die Arbeitslosengeld beziehen. Die Bundesagentur für Arbeit wird in den Jahren 2015 und 2016 sehr hohe Überschüsse erzielen. Die logische Konsequenz: Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung sollte gesenkt werden!

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