28. Januar 2010

Rentengarantie: unlogisch und unbezahlbar

Trotz eines Rückgangs der Bruttolöhne 2009 dürfen die Renten 2010 nicht fallen. Die Kosten trägt der Beitragszahler.Von Dr. Jochen Pimpertz

Nun ist es amtlich: das durchschnittliche Bruttogehalt je Arbeitnehmer ist laut Angaben des statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um rund 0,4 Prozent gesunken. Wenn sich dieser Trend auch für die beitragspflichtigen Pro-Kopf-Entgelte bestätigt – das ist zum jetzigen Zeitpunkt keineswegs sicher – dann müssten der Logik nach auch die Renten dieser Entwicklung folgen. Doch der Rentengarantie sei Dank bleibt den Ruheständlern eine Kürzung erspart – garantiert.

Grundsätzlich gilt: die dynamische Rente soll gesetzlich versicherte Ruheständler davor bewahren, dauerhaft hinter den Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung zurückzufallen. Doch dieser Grundsatz wurde durch die Rentengarantie auf den Kopf gestellt. Wenn die Arbeitnehmer im Schnitt weniger Lohn in ihrem Lohnsäckel vorfinden, die Renten aber ungekürzt bleiben, verbessert sich die Position der Ruheständler im Vergleich zu der arbeitenden Bevölkerung. Der Grundsatz ist ausgehebelt. Die Zeche dafür zahlen die Beitragszahler. Denn eine Rentengarantie gibt es nicht zum Nulltarif. Schätzungen gehen von rund 46 Milliarden Mehrkosten aus – ein steigender Beitrag ist vorprogrammiert.


Zur Grafik: Aufgrund des Nachhaltigkeitsfaktors in der Rentenformel steigen die Renten weniger stark als die Bruttojahresentgelte im Vorjahr – siehe die Nullrunden in den Jahren 2005, 2006 und 2007. Durch politische Eingriffe in die Rentenformel sind die Renten im Jahr 2009 um 2,41Prozent angestiegen, obwohl die Bruttogehälter im Vorjahr nur um rund 2 Prozent zugelegt haben.

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3 Reaktionen zu “Rentengarantie: unlogisch und unbezahlbar”

  1. chriwi

    “ein steigender Beitrag ist vorprogrammiert”
    Die Welt geht unter. Ich zahle vielleicht 10 Euro mehr im Monat. Oh nein bitte lasst mich privat sparen, damit ich 100 Euro im Monat beiseite legen kann die dann in der nächsten Finanzkrise weg sind.

    Das ist es doch was sie wollen Herr Pimperz. Sie wollen auf die unzulänglichkeit eines Systems hinweisen. Dabei vergessen sie darauf hinzuweisen, dass die Renten letztendlich nur eine Umverteilung von Kaufkraft sind und somit Volkswirtschaftllich gar nichts passiert. Sie vergessen zu erwähnen, dass 2004/2005 als die deutsche Wirtschaft eigentlich ganz gut wuchs die Einkommen reel gesunken sind. Das alles vergessen sie. Denn die Kürzungen bei den Rentenzahlungen nützen in erster Linie den Großunternehmen. Diese sparen Millionen. Die 10-20Euro pro Monat die ein normaler Arbeitnehmer mehr zahlt das stört die meisten doch kaum. Was sie hier betreiben ist Propaganda nichts weiter.

  2. Markus

    Den “gierigen” Rentnern wurden schon jahrelange “Nullrunden” abverlangt. Wo war denn da die Anbindung an die Lohnentwicklung?

  3. Volker Z.

    Die ganzen Artikel beim INSM stinken nach Propaganda, auch wenn nicht alles falsch ist (wahrscheinlich Tatik)

    20 Jahre Reallohnverlust ist einfach eine Tatsache!

    Ich habe sowas von -Schnauze voll- von dieser feudalistischen neoliberalen Mischpoke!

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