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	<title>INSM - ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) &#187; Konjunktur</title>
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	<description>Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten - diskutieren Sie mit!</description>
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		<title>40 Milliarden mehr im Säckel</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 15:22:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marco Mendorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ohne Steuern kann ein Staat seine Aufgaben nicht wahrnehmen. Deshalb gibt es sie ja: zu Recht. Von Jahr zu Jahr steigen sie. Mit Ausnahme der Krisenjahre 2009 und 2010. Seit diesem Jahr sprudeln die Quellen der Finanzminister aber wieder gewaltig – das wird von der heute veröffentlichten Steuerschätzung für die Jahre 2011 bis 2015 eindrucksvoll [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/11/steuereinnahmen.gif"><img class="alignright size-medium wp-image-7270" title="steuereinnahmen" src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/11/steuereinnahmen-244x300.gif" alt="" width="244" height="300" /></a>Ohne Steuern kann ein Staat seine Aufgaben nicht wahrnehmen. Deshalb gibt es sie ja: zu Recht. Von Jahr zu Jahr steigen sie. Mit Ausnahme der Krisenjahre 2009 und 2010. Seit diesem Jahr sprudeln die Quellen der Finanzminister aber wieder gewaltig – das wird von der heute veröffentlichten <a title="Hier geht es zu den Ergebnisse der 139. Sitzung des Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ vom 2. bis 4. November 2011 in Halle/Saale." href="http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_54/DE/Presse/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2011/11/20111104___20PMSteuerschaetzung.html?__nnn=true" target="_blank"><strong>Steuerschätzung</strong></a> für die Jahre 2011 bis 2015 eindrucksvoll unterlegt. Bis Ende des Jahres kommt mehr Geld zusammen als im Vorkrisenjahr 2008.</p>
<p><span id="more-7099"></span>Bereits vor der Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise haben es Bund, Länder und Kommunen allerdings nicht vermocht, mit den Steuermilliarden auszukommen. Seit Jahrzehnten gibt der Staat mehr Geld aus, als er einnimmt. Die Schuldenbremse im Grundgesetz schiebt dem nun einen Riegel vor – bis Ende 2015 muss zumindest beim Bund das strukturelle Defizit weitestgehend abgebaut werden. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass die Bevölkerung die Konsolidierung der Haushalte unterstützt.</p>
<p>Sind steuerliche Entlastungen in diesen Zeiten deshalb ein Wunschtraum von gestern? Keinesfalls! Denn das Geld ist da. Gespart wird nur zu zögerlich. Von den im Sparpaket 2010 ursprünglich geplanten 90 Milliarden Euro sind nach aktuellem Stand gerade einmal Einsparungen bzw. Mehreinnahmen von knapp 30 Milliarden Euro sicher verbucht. Eine Regierung, die auf die Leistungsbereitschaft ihrer Bürger setzt und das Wachstum stärken will, würde jetzt zum Doppelschlag ausholen: Das Sparpaket endlich konsequent umsetzen (oder ein neues auf den Weg bringen) und gleichzeitig die Mittelschicht steuerlich entlasten. Bis zum Jahr 2015 landen 40 Milliarden Euro mehr im Staatssäckel, als bisher erwartet. Worauf jetzt noch warten?</p>
<hr size="2" />
<p><strong><a title="Hier geht es zum ARD-Deutschlandtrend." href="http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/deutschlandtrend1408.html" target="_blank"><em>ARD-Deutschlandtrend</em></a></strong><em>: Die Pläne der Bundesregierung für steuerliche Entlastungen zum 1. Januar 2013 werden von einer Mehrheit begrüßt: 54 Prozent finden es richtig, dass es Steuersenkungen geben soll (plus 6 im Vergleich zu Juli), 42 Prozent finden dies nicht richtig (minus 7). Um die Bürger zu entlasten, sprechen sich 50 Prozent für eine Absenkung des Solidaritätszuschlages aus, 40 Prozent würden eine Absenkung der Lohn- und Einkommenssteuer vorziehen.</em></p>
<p><em>Vor die Frage gestellt, was wichtiger sei, die Steuern zu senken oder weniger neue Schulden zu machen, halten nur 28 Prozent Steuersenkungen für wichtiger (plus 4 im Vergleich zu Juli). 62 Prozent halten es für wichtiger, weniger neue Schulden zu machen (minus 8). </em><em> </em><!-- post eof --></p>
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		<title>Subventionen abbauen, Steuern senken</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 09:51:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Oliver Knipping</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie kommt, sie kommt nicht. Sie kommt, aber wohl erst später. Langsam aber sicher entwickelt sich das Thema Steuersenkung in der schwarz-gelben Koalition zum freudlosen Evergreen. Kein anderes Thema wurde so oft auf die politische Agenda gehoben, zerredet und wieder verworfen – meist mit der Begründung, dass derzeit keine Spielräume für Steuersenkungen existieren würden. Dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/10/steuerverguenstigungen.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-7073" title="Im Jahre 2012 werden sich die Steuervergünstigungen auf 50,5 Milliarden Euro belaufen." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/10/steuerverguenstigungen-300x232.gif" alt="" width="300" height="232" /></a></p>
<p>Sie kommt, sie kommt nicht. Sie kommt, aber wohl erst später. Langsam aber sicher entwickelt sich das Thema Steuersenkung in der schwarz-gelben Koalition zum freudlosen Evergreen. Kein anderes Thema wurde so oft auf die politische Agenda gehoben, zerredet und wieder verworfen – meist mit der Begründung, dass derzeit keine Spielräume für Steuersenkungen existieren würden.</p>
<p>Dabei war dieses Argument niemals zutreffend. Stets waren Spielräume vorhanden, aber die Politik war nicht willens, sie zu nutzen. Denn bei den Subventionen schlummert ausreichend Potential, um die Steuerzahler spürbar zu entlasten. Allein die Steuervergünstigungen werden sich im kommenden Jahr auf insgesamt 50,5 Milliarden Euro summieren. Dies geht aus einer aktuellen <a title="Hier geht es zur Studie." href="http://www.ifw-members.ifw-kiel.de/publications/steuervergunstigungen-in-deutschland-200520132012/kwp-1738" target="_blank">Studie des Instituts für Weltwirtschaft Kiel </a>hervor. Also nichts wie ran an den Subventionsabbau!<!-- post eof --></p>
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		<title>Gewitterwolken am Konjunkturhimmel</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jul 2011 07:19:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oswald Metzger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Neues deutsches Wirtschaftswunder“ und „Turboaufschwung“: Mit diesen Attributen verklärte die Politik in den vergangenen 12 Monaten die Konjunkturlage im Land. Doch mitten in der Sommerpause wird deutlich, dass sich die seit Monaten verschlechternden Frühindikatoren bereits auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen negativ auswirken. Paradox dabei: Wohl selten hat eine Bundesregierung, trotz guter Konjunkturlage und deutlich gestiegener [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/07/beitragsentwicklung.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-6529" title="Entwicklung der Beiträge der Sozialversicherungen." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/07/beitragsentwicklung-300x295.gif" alt="" width="300" height="295" /></a></p>
<p>„Neues deutsches Wirtschaftswunder“ und „Turboaufschwung“: Mit diesen Attributen verklärte die Politik in den vergangenen 12 Monaten die Konjunkturlage im Land. Doch mitten in der Sommerpause wird deutlich, dass sich die seit Monaten verschlechternden Frühindikatoren bereits auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen negativ auswirken.</p>
<p>Paradox dabei: Wohl selten hat eine Bundesregierung, trotz guter Konjunkturlage und deutlich gestiegener Beschäftigung, so wenig davon profitiert. Paradox ist aber auch, dass die vordergründige konjunkturelle Stärke die Handlungsfähigkeit der Politik lähmt, obwohl eine Vielzahl struktureller Baustellen dringend einer Lösung harrt. Da ist zum einen die Überschuldung der öffentlichen Haushalte. Wer thematisiert noch offensiv, dass Deutschland selbst im „Turboaufschwung“ nach wie vor Dutzende Milliarden Euro neuer Schulden macht</p>
<p>Zerknirscht stellen die Statistiker fest, was Millionen von Bürgern seit Jahr und Tag schmerzlich spüren: Die Kaufkraft des verfügbaren Einkommens tritt auf der Stelle oder sinkt gar. Zwar stiegen die Bruttoeinkommen, aber höhere Sozialversicherungsbeiträge und die Steuerprogression in der Einkommensteuer fraßen den Zuwachs nahezu auf. Den Rest des Kaufkraftschwundes erledigte die Geldentwertung. Doch dieses Phänomen ist bei Lichte betrachtet doch die logische Konsequenz einer Haltung, die immer mehr Aufgaben an den Staat delegiert. Je älter eine Gesellschaft aber wird, je länger und umfänglicher wir Bürger Leistungen des Staates für uns in Anspruch nehmen können, umso höher muss die Zeche für diejenigen sein, die das alles bezahlen</p>
<p>Nur wenn die Politik die steigenden Kosten des demographischen Wandels vom Lohneinkommen entkoppelt – durch ein Prämiensystem in der Kranken- und Pflegeversicherung etwa -, wird sie den Arbeitnehmern künftig noch reale Einkommenszuwächse verschaffen können. Und nur eine Politik, die das Einkommensteuerrecht auf Fairness, Transparenz und Leistungsfreundlichkeit trimmt und sich statt Tippelschritten auf ein Paul Kirchhof-Modell einlässt, erntet langfristige Prosperität in unserem Land. Und nur wer die Privilegien unseres öffentlichen Dienstes, vor allem des Berufsbeamtentums, ernsthaft beschneidet, wird den Kollaps der Länderhaushalte verhindern, die gewaltig unter den exorbitant steigenden Pensionsausgaben leiden. Ich will nicht Kassandra spielen, die Ihnen den Sommer zusätzlich vermiest. Aber glauben Sie ernsthaft an den für diese Herkulesaufgaben notwendigen Elan der Politik?<!-- post eof --></p>
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		<title>Die Fed kriegt ihr Fett weg</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 07:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Martin Roos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Buchkritik: Peter D. Schiff, Wie eine Volkswirtschaft wächst &#8230; und warum sie abstürzt, Kulmbach 2011 Ein selbstbewusster Autor ist dieser Peter D. Schiff. Zwar gibt er geradezu kokett bescheiden zu, nicht klüger zu sein, als die meisten Volkswirte, ist sich aber doch sicher, „ein fundamentales Verständnis für die Grundprinzipien der Volkswirtschaft“ zu besitzen. Es könnte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/06/Wie-eine-Volkswirtschaft-wächst.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-6365" title="Peter D. Schiff, Wie eine Volkswirtschaft wächst … und warum sie abstürzt, Kulmbach 2011" src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/06/Wie-eine-Volkswirtschaft-wächst-196x300.png" alt="" width="196" height="300" /></a></p>
<p><strong>Buchkritik: Peter D. Schiff, Wie eine Volkswirtschaft wächst &#8230; und warum sie abstürzt, Kulmbach 2011</strong></p>
<p>Ein selbstbewusster Autor ist dieser Peter D. Schiff. Zwar gibt er geradezu kokett bescheiden zu, nicht klüger zu sein, als die meisten Volkswirte, ist sich aber doch sicher, „ein fundamentales Verständnis für die Grundprinzipien der Volkswirtschaft“ zu besitzen. Es könnte möglich sein. An der von seinem Vater Irwing, selbst Ökonom und Buchautor, übernommenen Allegorie „Die Fischergeschichte“, in der drei Fischer eine Insel in eine prosperierende Nation verwandeln, erklärt er mit seinem Bruder Andrew als Co-Autor und dem Comiczeichner Brendan Leach als Illustrator lust- und humorvoll die Mechanismen, Fallstricke und Abstürze einer modernen Volkswirtschaft.</p>
<p>Die Perspektive ist rein amerikanisch. Für den europäischen Leser bleibt dennoch genug Reflexionsmaterial. Denn Schiff hält insbesondere der US-Notenbank Fed recht ungeschminkt ihre Fehler der vergangenen drei Jahre vor. Er will zeigen, „dass das Modell der Keynesianer, wonach Regierungen folgenlos Geld ausgeben können in dem Glauben, wertloses Geld könnte ein wirksames wirtschaftliches Schmiermittel sein, falsch und gefährlich ist“.</p>
<p>So prangert Schiff an, dass moderne Volkswirte davon ausgehen, dass Ausgaben das Wachstum antreiben und Deflation Menschen dazu bringt, Anschaffungen aufzuschieben. Er hält diese These für absurd, da es nicht auf die Ausgaben ankomme, sondern auf die Produktion. Wenn Menschen nicht kaufen, tauge entweder das Produkt nichts oder der Verbraucher könne es sich einfach nicht leisten.</p>
<p>Dass die Deflation Wirtschaftsfeind Nummer Eins darstelle, liege letztlich aber daran, dass die Inflation „der beste Freund aller Politiker“ sei. Die Fed, die doch ursprünglich den Auftrag gehabt hätte, eine „elastische Grundversorgung“ einzurichten, sei mit ihrem Job, umlaufende Geldmenge passend zur Wirtschaftsaktivität zu vergrößern oder zu verkleinern, „kläglich gescheitert“. Abgesehen davon, dass der Dollar in den letzten 100 Jahren 95 Prozent seines Wertes verloren habe, existiere die Fed heute nur noch zu einem Zweck – „um die Inflation zu gewährleisten, die nötig ist, damit der Staat mehr ausgeben kann, als er in Form von Steuern einnimmt“.</p>
<p>Schiff warnt die USA vor Hyperinflation. Zwar würde der Dollar allgemein immer noch akzeptiert, verliere er jedoch seinen „Reservestatus“, ginge es bergab. Dass er durch den Euro abgelöst wird, sagt Schiff nicht. Es wäre wohl auch gefährlich, denn bisher hat er mit seiner Ahnungen fast immer recht behalten. Auch die Finanzmarktkrise 2008 hatte er zeitig vorausgesagt.<!-- post eof --></p>
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		<title>Gibt es Chancen für eine Steuersenkung?</title>
		<link>http://www.insm-oekonomenblog.de/allgemein/gibt-es-chancen-fur-eine-steuersenkung/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 14:39:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Dr. Rolf Peffekoven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Koalitionsparteien stehen  im Wort: Im Wahlkampf 2009 und auch im Koalitionsvertrag vom November 2009  sind Steuersenkungen versprochen worden; die Bevölkerung sollte „Mehr Netto vom Brutto“ bekommen. Dabei sollte die „kalte Progression“ abgeschwächt werden -  jene unerwünschte Wirkung, wonach bei steigenden (auch nur inflationär steigenden) Einkommen die Steuerbelastung überproportional ansteigt. Davon sind vor allem die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Koalitionsparteien stehen  im Wort: Im Wahlkampf 2009 und auch im Koalitionsvertrag vom November 2009  sind Steuersenkungen versprochen worden; die Bevölkerung sollte „Mehr Netto vom Brutto“ bekommen. Dabei sollte die „kalte Progression“ abgeschwächt werden -  jene unerwünschte Wirkung, wonach bei steigenden (auch nur inflationär steigenden) Einkommen die Steuerbelastung überproportional ansteigt. Davon sind vor allem die mittleren Einkommen betroffen (sog. Mittelstandsbauch), weil in diesem Bereich die Grenzsteuersätze stark ansteigen. Um diesen Effekt abzubauen, sollte bis  zum 01.01.2011 ein Stufentarif  eingeführt werden. Über die gesamte Legislaturperiode hinweg waren Steuersenkungen im Gesamtvolumen von 24 Milliarden Euro geplant. </p>
<p>Daraus ist bisher nichts geworden und konnte auch wegen der enormen Haushaltsbelastungen durch die Finanzmarktkrise und die starke Rezession nichts werden; denn die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ging eindeutig vor Steuersenkungen. In dieser Situation hätte man Steuern höchstens dann und in dem Umfang senken können, wie die Politik bereit gewesen wäre – über die beschlossenen Konsolidierungsprogramme hinaus – zusätzliche Ausgaben zu kürzen. Da sie bei der Rückführung der Ausgaben angeblich aber längst am Ende der Fahnenstange angekommen war, konnte es in den Jahren 2009 und 2010 auch keine Steuersenkungen geben.</p>
<p><span id="more-6331"></span></p>
<p>Inzwischen hat sich die Situation erfreulicherweise geändert. Deutschland genießt einen konjunkturellen Aufschwung und hohe Wachstumsraten, die Steuereinnahmen sind bei Bund, Ländern und Gemeinden entsprechend gestiegen. Die Grundregeln der antizyklischen Finanzpolitik verlangen jedoch, dass konjunkturell bedingte Mehreinnahmen zum Abbau des Haushaltsdefizits eingesetzt werden. Würde man damit dagegen sogleich wieder Mehrausgaben oder Steuersenkungen finanzieren, würde man die asymmetrische Finanzpolitik vergangener Jahre fortsetzen: Defizitaufbau bei schlechter Konjunktur, aber kein entsprechender Abbau in guten Zeiten. Diese „Strategie“ hat sicher zu der hohen strukturellen Verschuldung in den öffentlichen Haushalten beigetragen.</p>
<p>Derzeit liegen die Dinge aber etwas anders:  Die jetzt angefallenen und in Zukunft zu erwartenden Steuermehreinnahmen könnten sich nicht nur als konjunkturell bedingt, sondern als dauerhaft erweisen. Dafür sprechen die hohen und nach allen Prognosen auch anhaltenden Wachstumsraten, die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Dauerhafte Steuermehreinnahmen dürfen jetzt für Steuersenkungen eingesetzt werden;  übrigens wäre das der Verwendung für zusätzliche Ausgaben (vor allem für die neuerdings wieder ins Kraut schießenden Subventionen) eindeutig vorzuziehen. Die Konsolidierung, also der Abbau der strukturellen Defizite, muss dadurch nicht gefährdet werden.</p>
<p>Der Umfang für mögliche Steuersenkungen dürfte jedoch derzeit höchstens zwischen 8 bis 10 Milliarden Euro liegen. Damit sollte man vor allem die mittleren und unteren Einkommen entlasten; eine Korrektur des Steuertarifs (Abbau der „kalten Progression“) wäre schon der richtige Weg. Nur tut sich dabei sofort ein anderes Problem auf. Eine Änderung der Einkommensteuer verlangt die Zustimmung des Bundesrates, in dem die die Bundesregierung tragenden Parteien keine Mehrheit haben. Schon jetzt liegen Bekundungen vor, dass manche Landesvertreter jedes Steuersenkungsprogramm der Bundesregierung  im Bundesrat scheitern lassen wollen. Um überhaupt Erfolge zu erreichen, muss möglicherweise die Steuersenkung solche Abgaben betreffen, deren Änderung nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf. Das wäre zum Beispiel die Senkung des Solidaritätszuschlags, dessen Aufkommen von etwa 12 Milliarden Euro (2010) dem Bund allein zusteht. Das ist ökonomisch wohl die schlechtere Lösung, weil die Bezieher sehr niedrige Einkommen damit gar nicht entlastet werden können; sie zahlen nämlich keinen Solidaritätszuschlag.  Aber politisch ist offenbar im Augenblick eine andere Steuersenkung wegen des Widerstands im Bundesrat gar nicht durchsetzbar. Am Ende mag deshalb die aktuelle Diskussion um eine „kleine“ Steuerreform schnell wieder beendet sein und erneut ausgehen wie das Hornberger Schießen.</p>
<hr size="2" /><em>Der Autor ist em. o. Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen.</em></p>
<p><em>Weiter Informationen:</em></p>
<p><em>*Michael Hüther: <a title="Hier geht es zu dem Beitrag." href="http://www.iwkoeln.de/Presse/Kolumnen/tabid/190/articleID/31208/Default.aspx" target="_blank">Mit der Steuersenkung weiter konsolidieren</a> &#8211; Handelsblatt vom 24./25.06.2011</em></p>
<p><em>*Ralph Brügelmann: <a title="Hier geht es zum dem Beitrag von Ralph Brügelmann." href="http://www.insm-oekonomenblog.de/allgemein/die-progression-schlagt-kalt-zu/" target="_blank">Die Progression schlägt kalt zu! </a>– Ökonomenblog vom 22.06.2011</em><!-- post eof --></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Keynes vs. Hayek:  &#8220;Kampf des Jahrhunderts“ Part II.</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 08:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ÖkonomenBlog-Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie soll sich der Staat in wirtschaftlichen Krisensituationen verhalten? Ist eine drastische Erhöhung der Staatsausgaben der einzige mögliche Weg aus der Krise? Oder ist es besser, er hält sich raus? Wären wir heute ohne all die Konjunkturpakete in eine Depression wie in den 30er Jahren abgeglitten. Oder sind wir umgekehrt wegen der folgenschweren Eingriffe in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="500" height="314" src="http://www.youtube.com/embed/GTQnarzmTOc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>
Wie soll sich der Staat in wirtschaftlichen Krisensituationen verhalten? Ist eine drastische Erhöhung der Staatsausgaben der einzige mögliche Weg aus der Krise? Oder ist es besser, er hält sich raus? Wären wir heute ohne all die Konjunkturpakete in eine Depression wie in den 30er Jahren abgeglitten. Oder sind wir umgekehrt wegen der folgenschweren Eingriffe in die Wirtschaft noch nicht aus der Krise raus? Der Kampf Hayek vs. Keynes geht in die nächste Runde.<!-- post eof --></p>
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		<title>Sparpotential gibt’s genug!</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 12:56:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Alfred Boss</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wirtschaft wächst, und das Steueraufkommen steigt. Gleichzeitig hat der Bund die Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung erkannt und mit dem „Sparpaket“ den ersten Schritt gemacht, den Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Und dennoch: Deutschland ist noch immer nicht über dem Schuldenberg. Die öffentlichen Schulden haben Ende 2010 die 80 Prozent Marke im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/02/staatsschulden_explodieren.gif"><img class="alignright size-medium wp-image-5558" title="Die öffentlichen Schulden Deutschlands betragen fast 2 Billionen Euro." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/02/staatsschulden_explodieren-290x300.gif" alt="" width="290" height="300" /></a></p>
<p><em> </em>Die Wirtschaft wächst, und das Steueraufkommen steigt. Gleichzeitig hat der Bund die Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung erkannt und mit dem „Sparpaket“ den ersten Schritt gemacht, den Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Und dennoch: Deutschland ist noch immer nicht über dem Schuldenberg.</p>
<p>Die öffentlichen Schulden haben Ende 2010 die 80 Prozent Marke im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt überschritten. Die impliziten Schulden sind dabei noch nicht einmal eingerechnet. Zwar steigt das Steueraufkommen, aber das Niveau von 2008 wird wohl erst im Jahr 2012 erreicht werden. Die staatlichen Ausgaben dürften dann aber um 114 Milliarden höher als im Jahr 2008 sein. Trotz der günstigen Konjunktur wird es die Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode wohl nicht schaffen, das Budgetdefizit unter 2 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt zu drücken. Und was passiert, wenn mit der weiter anziehenden Konjunktur die Zinsen steigen? Ein Zinsanstieg um einen Prozentpunkt bedeutet mittelfristig Mehrausgaben des Staates in Höhe von 20 Milliarden Euro.</p>
<p>Man sieht, der Handlungsbedarf ist erheblich. Bei der Konsolidierung kommt es darauf an, Ausgaben zu kürzen. Kürzungen von konsumtiven Ausgaben fördern Wachstum und Beschäftigung. Ein Ansatzpunkt sind die Personalkosten. Ein Prozentpunkt weniger Lohn entspricht rund 2 Milliarden. Ein noch dickerer Batzen sind die Subventionen. Im Jahr 2010 erreichten die Förderungen einen Rekordwert von 164 Milliarden. Kürzungen sind hier politisch zwar heikel, dennoch wäre eine schrittweise Kürzung mit dem Rasenmäher um 58,5 Milliarden pro Jahr ohne weiteres realisierbar. Weiteres Sparpotential gibt’s genug!</p>
<hr size="2" /><em>Dem Beitrag liegt die  <a title="Hier geht es zu der Rede von Dr. Boss." href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/02/Thesen_Raus-aus-der-Schuldenfalle.pdf" target="_blank">Rede von Dr. Boss</a> auf dem Marktwirtschaftlichen Dialog der INSM vom Januar 2011 zugrunde. </em><!-- post eof --></p>
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		<title>Viel mehr Arbeitsplätze statt viel mehr Lohn</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 13:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Dr. Michael Hüther</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

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		<description><![CDATA[Es weht ein warmer Konjunkturwind durch Deutschland: Die Wirtschaft wächst wie lange nicht mehr. Doch man muss sich vor Augen halten: 2010 haben wir es erst einmal geschafft, den dramatischen Einbruch von 2009 wieder einigermaßen wettzumachen. Insofern befinden wir uns erst wieder in Normallage. Lohnsteigerungen sollten sich nach der Steigerung der Produktivität und der Teuerungsrate [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/02/lohnstueckkosten.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-5547" title="In Deutschland sind die Lohnstückkosten in der Krise stark angestiegen." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/02/lohnstueckkosten-300x289.gif" alt="" width="300" height="289" /></a></p>
<p>Es weht ein warmer Konjunkturwind durch Deutschland: Die Wirtschaft wächst wie lange nicht mehr. Doch man muss sich vor Augen halten: 2010 haben wir es erst einmal geschafft, den dramatischen Einbruch von 2009 wieder einigermaßen wettzumachen. Insofern befinden wir uns erst wieder in Normallage.</p>
<p>Lohnsteigerungen sollten sich nach der Steigerung der Produktivität und der Teuerungsrate richten. Und die signalisiert uns für das laufende Jahr einen Verteilungsspielraum in der Industrie, der um die 3% betragen dürfte. Nur wenn man sich an diese Richtlinien hält, wird es gelingen weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Bei vollständiger Ausnutzung des Potenzials, ist es kaum möglich die Arbeitslosigkeit langfristig weiter zu verringern. Bleiben wir darunter, können wir die Arbeitslosenmarke von 3 Millionen nach unten durchbrechen und haben angesichts der Demografie und der gut laufenden Konjunktur in den kommenden zwei Jahren somit durchaus die Chance, auch die Zwei Millionen Grenze zu erreichen. Der Wind weht also, jetzt müssen noch die Segel richtig gesetzt werden.<!-- post eof --></p>
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		<title>2011 – Jahr der Konsolidierung</title>
		<link>http://www.insm-oekonomenblog.de/allgemein/2011-%e2%80%93-jahr-der-konsolidierung/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 08:11:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Ralph Brügelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Haushaltskonsolidierung]]></category>
		<category><![CDATA[Konjunktur]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltwirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise erlebten staatliche Konjunkturprogramme eine Renaissance. Und in vielen Ländern verfehlten sie ihre Wirkung nicht. Dies sollte aber nicht dazu führen, die grundsätzlichen Probleme solcher staatlicher Hilfen außer Acht zu lassen. Nicht zu Unrecht werden sie seit den 70er Jahren von den meisten Ökonomen sehr kritisch betrachtet. Denn damals galt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/01/konjunkturpr_EU_vergleich.gif"></a><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/01/konjunkturpr_EU_vergleich.gif"><img class="alignright size-medium wp-image-5221" title="Konjunkturprogramme: Deutschland hat viel gemacht." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/01/konjunkturpr_EU_vergleich-300x239.gif" alt="Konjunkturprogramme: Deutschland hat viel gemacht." width="300" height="239" /></a></p>
<p>Mit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise erlebten staatliche Konjunkturprogramme eine Renaissance. Und in vielen Ländern verfehlten sie ihre Wirkung nicht. Dies sollte aber nicht dazu führen, die grundsätzlichen Probleme solcher staatlicher Hilfen außer Acht zu lassen. Nicht zu Unrecht werden sie seit den 70er Jahren von den meisten Ökonomen sehr kritisch betrachtet. Denn damals galt der Grundsatz: Kaum schwächelte die Wirtschaft, schon wurde von zahlreichen Politiker und Ökonomen reflexartig nach staatlichen Hilfen gerufen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass hier im Regelfall mehr Schaden angerichtet wurde als zu einer nachhaltigen Lösung einer schwächelnden Wirtschaft beizutragen. Fakt ist: Ein dauerhaft höheres Wirtschaftswachstum ist mit den staatlichen Eingriffen nicht zu erreichen. Erfolgreich scheinen sie nur dann zu sein, wenn es zu einem plötzlichen, starken Einbruch der Nachfrage kommt.</p>
<p>Aber auch dann sich Konjunkturprogramme nicht unproblematisch. Sie müssen rechtzeitig in Kraft treten und zielgerichtet ausgestaltet sein. Wichtig auch: Sie müssen in zeitlich befristet sein, damit sie die öffentlichen Haushalte nicht dauerhaft belasten und somit die zukünftigen haushaltspolitischen Spielräume nicht zu sehr einengen. Schließlich muss auch der Grundsatz beachtet werden: Wer in der Krise die staatlichen Aktivitäten massiv ausweitet, muss diese später auch im gleichen Umfang wieder zurückfahren. 2009 und 2010 hat Deutschland 4,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Konjunkturprogramme ausgegeben. Damit war Deutschland im EU-Vergleich sehr ambitioniert. Folglich sind auch die Vorwürfe aus dem Ausland haltlos, Deutschland stütze die internationale Konjunktur zu wenig. Für 2011 gilt es nun mit dem Abbau der durch die Konjunkturprogramme entstandenen Staatschulden zu beginnen, um das künftige Wachstum nicht zu beeinträchtigen. Wünschenswert wäre es, wenn Deutschland nun auch hier im EU-Vergleich eine Vorreiterrolle spielen würde.</p>
<hr size="2" /><em>Die <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.iwkoeln.de/Portals/0/pdf/trends04_10_5.pdf">Langfassung dieses Beitrags</a></span> ist als IW-Trends 4/2010 erschienen.</em><!-- post eof --></p>
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		<title>Das verflixte Wahljahr 2011</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 08:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oswald Metzger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Staatsbankrott]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wahltage sind Zahltage! Die Parteien werden im Neuen Jahr bei mindestens sieben Landtags- und drei Kommunalwahlen vom Wahlvolk bewertet. Wahljahre sind aber auch Jahre, in denen Entscheidungen nicht getroffen, sondern vertagt werden. Parteien wollen möglichst keine Angriffsflächen für die politische Konkurrenz bieten und halten sich deshalb mit Anstößen für substanzielle Veränderungen zurück. 2011 könnte also [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wahltage sind Zahltage! Die Parteien werden im Neuen Jahr bei mindestens sieben Landtags- und drei Kommunalwahlen vom Wahlvolk bewertet. Wahljahre sind aber auch Jahre, in denen Entscheidungen nicht getroffen, sondern vertagt werden. Parteien wollen möglichst keine Angriffsflächen für die politische Konkurrenz bieten und halten sich deshalb mit Anstößen für substanzielle Veränderungen zurück.</p>
<p>2011 könnte also zum Jahr des politischen Attentismus werden. Für die öffentliche Meinungsbildung wird das bereits vertraute Lied vom neuen Wirtschaftswunderland Deutschland in allen Variationen angestimmt, in dem die Arbeitslosigkeit immer weiter sinkt und kräftige Lohnerhöhungen für neue Kaufkraft sorgen. Für die soziale Balance wird kräftig getrommelt, speziell für flächendeckende Mindestlöhne und höhere Sozialtransfers. Vom Sparen wird immer weniger geredet werden, stattdessen umso mehr von der notwendigen Nettoentlastung der Steuerzahler. Begriffe wie Staatsschulden- und Währungskrise nehmen bald nur noch notorische Defätisten in den Mund.</p>
<p>Deutschland ist in der Tat derzeit relativ stark. Das hat zwei Hauptgründe: der eine ist ein schlichter statistischer Basiseffekt. Weil 2009 die Jahreswirtschaftsleistung in den Keller rauschte wie nie zuvor, gelingt 2010 mit der Kehrtwende in wichtigen Exportmärkten der schnelle Wiederaufstieg.</p>
<p>Der zweite Grund für die relative deutsche Stärke liegt an dem Anpassungsschock, den die Deutsche Wiedervereinigung auslöste. Weil die Staatswirtschaft der alten DDR binnen Monaten implodierte, Arbeitslosigkeit, Staatsschulden und Sozialbgaben explodierten, sank der Pro-Kopf-Wohlstand in Deutschland über viele Jahre hinweg kontinuierlich. Die Einkommen stagnierten oder sanken inflationsbereinigt über eineinhalb Jahrzehnte auf breiter Front. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände flexibilisierten starre Tarifstrukturen. Der Zwang zu Reformen in der Rentenversicherung und bei der Sozialhilfe wurde so groß, dass die unterschiedlichsten Regierungskonstellationen nicht daran vorbei kamen. Wenn man so will, ist die deutsche Volkswirtschaft krisenerprobter in die globale Finanzmarktkrise geraten als viele andere Ökonomien, die ihre Anpassungsschocks erst noch bewältigen müssen.</p>
<p>Doch gerade wenn man sich die Ursachen des deutschen Wintermärchens zum Jahreswechsel vergegenwärtigt, dann wird die Botschaft zu Beginn des verflixten Wahljahres an das politische Establishment umso dringlicher:</p>
<p>1. Deutschland muss steigende Steuereinnahmen in erster Linie zum Abbau der Staatsverschuldung nutzen. Konsolidierung ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für langfristige Prosperität!</p>
<p>2. Soziale Absicherung heißt Absicherung auf existenzsicherndem Niveau, nicht Lebensstandardsicherung!</p>
<p>3. Kranken- und Pflegeversicherung harren weiter einer demografiefesten Reform!</p>
<p>4. Ohne Abbau der Beamtenprivilegien werden die meisten Länderhaushalte das Ziel, ab 2020 ohne Nettoneuverschuldung auszukommen, nie erreichen!<!-- post eof --></p>
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