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	<title>INSM - ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) &#187; Krankenkassen</title>
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	<description>Welche Reformen braucht unser Land? Wie erreichen wir mehr Wachstum und Beschäftigung? Experten geben Antworten - diskutieren Sie mit!</description>
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		<title>Bürgerversicherung – Klappe die Neunte!</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 06:32:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bürgerversicherung – Klappe die Neunte. Oder waren es schon mehr? Mit dem aktuellen Konzept der SPD gesellt sich eine weitere Variante dazu, dieses Mal mit einer Wiederbelebung der „gerechten Parität“ zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sprich: Hälfte-Hälfte soll es wieder sein. Böse Zungen fragen sich dabei, warum gerade die Partei, die diese Quote abgeschafft hat, genau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bürgerversicherung – Klappe die Neunte. Oder waren es schon mehr? Mit dem <a title="Einzelheiten zum SPD-Konzept finden hier." href="http://www.spd.de/Politik/7934/buergerversicherung.html" target="_blank">aktuellen Konzept der SPD </a>gesellt sich eine weitere Variante dazu, dieses Mal mit einer Wiederbelebung der „gerechten Parität“ zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sprich: Hälfte-Hälfte soll es wieder sein.</p>
<p>Böse Zungen fragen sich dabei, warum gerade die Partei, die diese Quote abgeschafft hat, genau dahin wieder zurück will. Es scheint, dass all jene, die es eigentlich besser wissen müssten, sich mal wieder in Schweigen hüllen. Um es auf den Punkt zu bringen: Über das Bürgerversorgungsprinzip kann man bekanntlich heftig streiten, schließlich handelt es sich um eine werturteilsbehaftete politische Grundsatzfrage. Hinsichtlich der paritätischen Finanzierung gilt dies jedoch keineswegs. Der Glaube mittels einer juristischen Aufteilung der Beitragszahlungen auch eine ausgewogene Lastenaufteilung herzustellen, ist schlichtweg Unfug. Wer diesen Zusammenhang herstellt, würde das wissenschaftliche Vordiplom kaum bestehen.</p>
<p>Arbeitgeberanteile werden zwar von Arbeitgebern bezahlt, getragen werden sie letztlich jedoch zum größten Teil von Arbeitnehmern. Sozialversicherungsbeiträge stellen für Unternehmen nichts anderes als Arbeitskosten dar. Diese verhindern einerseits höhere Nettolöhne und werden andererseits die in die Preise der Güter einkalkuliert, womit sie im Wesentlichen von den Arbeitnehmern bezahlt werden. Für jeden vernunftbegabten Menschen stellt sich damit die Frage der Parität gar nicht – es hat sie nie gegeben und es wird sie nie geben. Die Beiträge zur GKV sind zur einen Hälfte auf dem Lohnzettel sichtbar und zur anderen Hälfte werden sie unsichtbar durch geringere Nettolohnzahlungen und höhere Güterpreise bezahlt. Wenn man dann von Parität sprich, gibt es im Studium eine 5 – setzen!<!-- post eof --></p>
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		<title>Pflegebombe systematisch entschärfen</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jan 2011 09:48:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Steffen J. Roth</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rente, Krankenkasse, Pflegeversicherung – diese gesetzlichen Sicherungssysteme basieren auf einem umlagefinanzierten Modell, d. h. hier werden Leistungen an eine Generation durch die nachfolgende finanziert. Solche Systeme sehen sich angesichts des demografischen Wandels bedrohlichen Herausforderungen gegenüber. Die Alterung der Gesellschaft schlägt sich in einer Erosion der Einnahmen nieder, bei einem gleichzeitigen Anstieg der Leistungsausgaben. Die Zeche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/01/pflegefaelle.gif"><img class="size-medium wp-image-5207 alignleft" title="Zahl der Pflegefälle nach Altersgruppen." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/01/pflegefaelle-300x267.gif" alt="Zahl der Pflegefälle nach Altersgruppen." width="300" height="267" /></a></p>
<p>Rente, Krankenkasse, Pflegeversicherung – diese gesetzlichen Sicherungssysteme basieren auf einem umlagefinanzierten Modell, d. h. hier werden Leistungen an eine Generation durch die nachfolgende finanziert. Solche Systeme sehen sich angesichts des demografischen Wandels bedrohlichen Herausforderungen gegenüber. Die Alterung der Gesellschaft schlägt sich in einer Erosion der Einnahmen nieder, bei einem gleichzeitigen Anstieg der Leistungsausgaben. Die Zeche zahlen die jungen Generationen. Mit einer stark alternden Gesellschaft werden umlagefinanzierte Systeme nicht fertig. Die Kostenbombe tickt überall – auch bei der Pflege.</p>
<p>Systematische Probleme erfordern systematische Reformen. Mit einer Kapitaldeckung der Pflegeversicherung kann man die Lasten für die zukünftigen Generationen zumindest einschränken. Kapitalgedeckte Systeme ermöglichen eine nachhaltige Finanzierung der Versicherungsleistungen, weil die gesamten Kosten einer Kohorte über den Lebenszyklus in deren Prämien einkalkuliert werden – ohne Rückriff auf kommende Generationen. Einkommensunabhängige, risikoadäquate Kalkulationen der Versicherungsprämien ermöglichen dabei außerdem effizienten Wettbewerb zwischen Versicherungen. Davon profitieren alle.</p>
<p>Wird politisch der Bruch mit dem Umlagesystem gescheut, weil dies die Misere der impliziten Verschuldung offenbaren würde, so spricht viel dafür, die bestehende gesetzliche Pflegeversicherung zumindest nicht weiter auszuweiten, sondern mit einer kapitalgedeckten Zusatzversicherung zu flankieren. Wie im Koalitionsvertrag vorgesehen. Soviel Mut muss die Politik aufbringen.</p>
<div>
<hr size="2" /><em>Dr. Steffen J. Roth ist Geschäftsführer des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln. Die Langfassung dieses Beitrags ist am 04.1.2011 als <a title="Hier können Sie den ordnungspolitischen Kommentar downloaden." href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2011/01/OK_01_2011.pdf" target="_blank">„Ordnungspolitischer Kommentar“</a> des Instituts erschienen.</em></div>
<p><!-- post eof --></p>
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		<title>Gesundheitsreform: Ziele verfehlt</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 17:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christine Arentz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mehr Transparenz, Stabilität und Gerechtigkeit im Gesundheitssystem – dies waren die angekündigten Ziele der letzten Gesundheitsreform. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd. Dabei sind die Mängel des heutigen Systems so offensichtlich: Leistungsfähigkeit und Bedürftigkeit orientieren sich ausschließlich an den Löhnen und Renten. Sonstige Einnahmen werden nicht berücksichtigt. Neben der unsystematischen Umverteilung induzieren lohnabhängige Beiträge außerdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/12/ausgaben_gesundheitssektor.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-5120" title="Die Gesundheitskosten in Deutschland sind im internationalen Vergleich hoch. Ein Grund dafür sind diverse Umverteilungsinstrumente in der GKV." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/12/ausgaben_gesundheitssektor-300x240.gif" alt="Die Gesundheitskosten in Deutschland sind im internationalen Vergleich hoch. Ein Grund dafür sind diverse Umverteilungsinstrumente in der GKV." width="300" height="240" /></a></p>
<p>Mehr Transparenz, Stabilität und Gerechtigkeit im Gesundheitssystem – dies waren die angekündigten Ziele der letzten Gesundheitsreform. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd. Dabei sind die Mängel des heutigen Systems so offensichtlich: Leistungsfähigkeit und Bedürftigkeit orientieren sich ausschließlich an den Löhnen und Renten. Sonstige Einnahmen werden nicht berücksichtigt. Neben der unsystematischen Umverteilung induzieren lohnabhängige Beiträge außerdem negative Arbeitsmarktwirkungen. Trotzdem werden nun weder die lohnabhängigen Beiträge noch die beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten abgeschafft. Damit werden mitunter auch weiterhin Personen unterstützt, die selbst für ihre Beiträge aufkommen könnten und dies von Bürgern, die weit weniger haben.</p>
<p>Unsystematische Umverteilungsströme ergeben sich auch bei den pauschalen Zusatzbeiträgen. Der Sozialausgleich knüpft auch hier nur an Löhnen und Renten an. Zusätzlich werden ganze Gruppen von der Zahlung der Zusatzbeiträge befreit: So müssen weder beitragsfrei Mitversicherte noch die Bezieher von „Entgeltersatzleistungen“ Zusatzbeiträge entrichten. Zu letzteren gehören beispielsweise Bezieher von Elterngeld. Warum diese Gruppe ausgenommen wird, bleibt völlig unklar. Sind sie besonders bedürftig, weil sie Kinder erziehen? Und warum ist man als Bezieher von Elterngeld anders zu behandeln als beispielsweise ein ALG-I-Bezieher – übrigens auch eine Entgeltersatzleistung –, der nach dem Willen der Koalition Zusatzbeiträge entrichten muss? Hier ist keinerlei Systematik zu erkennen. Kurz: Keines der Reformziele wurde erreicht. Wie bei allen anderen Gesundheitsreformen zuvor muss man wohl auch diesmal wieder feststellen: Nach der Reform ist vor der Reform.</p>
<div>
<hr size="2" /><em>Christine Arentz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln. Die <a title="Hier können den "Ordnungspolitischen Kommentar" des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität Köln downloaden." href="http://www.iwp.uni-koeln.de/DE/Publikationen/komment/pdf-Dateien/OK_12_2010.pdf" target="_blank">Langfassung dieses Beitrags</a> ist am 07.12.2010 als „Ordnungspolitischer Kommentar“ des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln erschienen.</em></div>
<p><!-- post eof --></p>
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		<title>Pflegedrama verlangt Systemwechsel</title>
		<link>http://www.insm-oekonomenblog.de/Soziales/pflegedrama-verlangt-systemwechsel/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Dec 2010 11:29:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oswald Metzger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diese Woche schreckte der Pflegereport der Barmer GEK-Krankenkasse die Öffentlichkeit mit der nackten Realität auf: Von den im Jahr 2009 verstorbenen Versicherten, die zum Todeszeitpunkt älter als 60 Jahre waren, sind bei den Männern schon 29% dement gewesen, bei den Frauen bereits 47%. Die Zahl der Demenzkranken, deren Pflege deutlich zeitintensiver und damit kostenträchtiger ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/12/entwicklung_pflegebeduertige.gif"></a><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/12/demenzkranke.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-5031" title="Die Anzahl der Demenzkranken wird sich bis 2060 verdoppeln." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/12/demenzkranke-288x300.gif" alt="Die Anzahl der Demenzkranken wird sich bis 2060 verdoppeln." width="288" height="300" /></a></p>
<p>Diese Woche schreckte der <a title="Zum Pflegereport 2010 der GEK-Barmer." href="http://www.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Versicherte/UeberUns/Pressecenter/Aktuelle_20Pressemitteilungen/101130-Pflegereport/PDF-Pflegereport-2010,property=Data.pdf" target="_blank">Pflegereport der Barmer GEK-Krankenkasse</a> die Öffentlichkeit mit der nackten Realität auf: Von den im Jahr 2009 verstorbenen Versicherten, die zum Todeszeitpunkt älter als 60 Jahre waren, sind bei den Männern schon 29% dement gewesen, bei den Frauen bereits 47%. Die Zahl der Demenzkranken, deren Pflege deutlich zeitintensiver und damit kostenträchtiger ist als von geistig orientierten Pflegebedürftigen, wird sich nach Prognosen des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen von jetzt 1,2 Millionen binnen der nächsten 20 Jahre auf 1,8 Millionen steigern.</p>
<p>Das heißt im Klartext: Die Kostenexplosion wird dramatisch und verlangt nach zügigen politischen Entscheidungen. Die gesetzliche Pflegeversicherung wird bereits im kommenden Jahr defizitär. Nach seriösen Hochrechnungen erhöht sich der Beitragssatz, den Arbeitnehmer, aber auch Rentner zu bezahlen haben, in den nächsten 20 Jahren von heute 1,95% auf rund 4%.</p>
<p>Auch in der Pflegeversicherung gilt: Die Kosten müssen von den Lohnkosten entkoppelt werden, weil ansonsten immer weniger Netto vom Brutto bleibt. Wir brauchen einen Systemwechsel auf ein Kapitaldeckungsverfahren.</p>
<p>Doch wie soll das gehen? Das Beispiel der kapitalgedeckten Riester-Rente zeigt, wie man es nicht machen sollte. Die Riester-Rente ist eine freiwillige zusätzliche Alterssicherung, die man mit staatlicher Unterstützung aufbauen kann, sofern man zum großen Kreis der Anspruchsberechtigten sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer gehört. Walter Riester selbst wollte die Riester-Rente ursprünglich verpflichtend vorschreiben, damit alle Arbeitnehmer die beschlossenen Einschnitte in der gesetzlichen Rente durch das kapitalgedeckte Ansparmodell kompensieren können. Doch die öffentliche Meinung lehnte diese „Zwangsrente“ ab. Das Ergebnis lässt sich heute schon empirisch belegen: Mit Unterstützung des Steuerzahlers sparen vor allem die besser Situierten mit Riester für das Alter. Arbeitnehmer mit kleineren Einkommen dagegen droht die Altersarmut. Immer mehr Menschen werden mittelfristig, weil die Rente nicht reicht, Mindestsicherung im Alter beziehen müssen, die wieder der Steuerzahler finanzieren muss – ein Teufelskreis.</p>
<p>Deshalb halte ich eine Versicherungspflicht für das Pflegerisiko für richtig – auf Kapitaldeckungsbasis. Das schützt den Einzelnen vor Überforderung, aber auch die Allgemeinheit!<!-- post eof --></p>
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		<item>
		<title>Pflege: Mit Karenzzeit in die Nachhaltigkeit</title>
		<link>http://www.insm-oekonomenblog.de/Soziales/pflege-mit-karenzzeit-in-die-nachhaltigkeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 09:37:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon heute steht fest: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird steigen. Etwa 4,4 Millionen Menschen werden aufgrund der steigenden Lebenserwartung im Jahr 2050 pflegebedürftig sein. 1995 waren es noch 1,6 Millionen Leistungsempfänger. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Beitragszahler von etwa 38,7 Millionen im Jahr 2005 auf ca. 27,4 Millionen im Jahr 2050. Wie alle gesetzlichen Sozialversicherungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/11/nachhaltigkeit_pflegeversicherung.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-4962" title="Die Pflegeversicherung muss reformiert werden, soviel steht fest. Mit der Einführung einer Karenzzeit könnte die Nachhaltigkeitslücke stark verkleinert werde, meint Prof. Raffelhüschen." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/11/nachhaltigkeit_pflegeversicherung-300x268.gif" alt="Die Pflegeversicherung muss reformiert werden, soviel steht fest. Mit der Einführung einer Karenzzeit könnte die Nachhaltigkeitslücke stark verkleinert werde, meint Prof. Raffelhüschen." width="300" height="268" /></a></p>
<p>Schon heute steht fest: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird steigen. Etwa 4,4 Millionen Menschen werden aufgrund der steigenden Lebenserwartung im Jahr 2050 pflegebedürftig sein. 1995 waren es noch 1,6 Millionen Leistungsempfänger. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Beitragszahler von etwa 38,7 Millionen im Jahr 2005 auf ca. 27,4 Millionen im Jahr 2050. Wie alle gesetzlichen Sozialversicherungen basiert auch die Pflegeversicherung auf einem Umlagesystem. Heißt: Die jährlichen Ausgaben müssen durch die jährlichen Einahmen gedeckt sein. Das bedeutet aber auch, dass die Beitragsätze steigen müssen, um die Leistungsansprüche auch in Zukunft voll und ganz aus dem Beitragsaufkommen zu finanzieren – konkret müsste der Beitragssatz von 1,95% auf 4,5% im Jahr 2050 steigen.</p>
<p>Was ist also zu tun? Der einfachste Weg wären Beitragssteigerungen. Doch angesichts der ohnehin schon hohen Abgabenbelastung mit Steuern, Rente und Gesundheit ist das keine wünschenswerte Reformoption. Bleibt also nur, den Rotstift auf der Leistungsseite anzusetzen.</p>
<p>Ein Blick auf die Mortalitätsraten Pflegebedürftiger zeigt, dass ein großer Teil – nämlich 33 Prozent der männlichen und 20 Prozent der weiblichen Pflegebedürftigen – binnen des ersten Jahres nach Eintritt in Pflege verstirbt. Diejenigen, die das erste Jahr überleben, verweilen dann sehr lange in Pflege. Eine Karenzzeit, also ein Zeitraum, in dem zwar eine Versicherung besteht, aber noch keine Leistungen gewährt werden, würde diesem Tatbestand Rechnung tragen und die SPV zu ihrer eigentlichen sozialpolitischen Funktion zurückführen. So könnte die Nachhaltigkeitslücke mit einem Jahr Karenzzeit um 11,4 Prozentpunkte auf 24,2 Prozent reduziert werden. Ab einer Karenzzeit von 3 Jahren wäre beinahe die vollständige Nachhaltigkeit gewährleistet. Für die Dauer der Karenz würden die Leistungen in ein obligatorisches kapitalgedecktes System überführt werden, welches sich sowohl staatlich als auch privat organisieren ließe. Damit wäre ein wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit der Pflegeversicherung geleistet und auch den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag Rechnung getragen, die eine kapitalgedeckte Komponente zum Umlagesystem vorsehen.</p>
<hr />
<div>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die Studie <em><a title="Hier können Sie die Studie &quot;Pflegereform 2010: Karenzzeiten in der Sozialen Pflegeversicherung&quot; von Prof. Raffelhüschen downloaden." href="http://www.vwl.uni-freiburg.de/fakultaet/fiwiI/publikationen/263.pdf" target="_blank">&#8220;Pflegereform 2010: Karenzzeiten in der Sozialen Pflegeversicherung&#8221;</a> </em>des Forschungszentrums Generationenverträge<em> </em>können Sie <a title="Hier können Sie die Studie &quot;Pflegereform 2010: Karenzzeiten in der Sozialen Pflegeversicherung&quot; vom Forschungszentrum Generationenverträge downloaden." href="http://www.vwl.uni-freiburg.de/fakultaet/fiwiI/publikationen/263.pdf" target="_blank">hier</a> downloaden.</p>
</div>
<p><!-- post eof --></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gesundheitsreform ohne Effizienz</title>
		<link>http://www.insm-oekonomenblog.de/allgemein/gesundheitsreform-ohne-effizienz/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 07:46:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Boris Augurzky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Voraussichtlich 11 Milliarden Euro werden kommendes Jahr in der Gesetzlichen Krankenversicherung fehlen. Um die Finanzierungslücke zu schließen, setzt die Politik schwerpunktmäßig auf ein allseits bekanntes Instrumentarium: Der Beitragssatz zum Gesundheitsfonds soll von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht werden. Dadurch würden die Beitragszahler mit rund 6 Milliarden Euro zusätzlich belastet. Zwar sieht der Entwurf zum GKV-Finanzierungsgesetz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/09/gesundheit.gif"></a><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/09/gesundheit.gif"><img class="alignright size-medium wp-image-4582" title="Zwischen 1957 und 2011 hat sich der Beitragssatz zur GKV verdoppelt." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/09/gesundheit-300x255.gif" alt="Zwischen 1957 und 2011 hat sich der Beitragssatz zur GKV verdoppelt." width="300" height="255" /></a></p>
<p>Voraussichtlich 11 Milliarden Euro werden kommendes Jahr in der Gesetzlichen Krankenversicherung fehlen. Um die Finanzierungslücke zu schließen, setzt die Politik schwerpunktmäßig auf ein allseits bekanntes Instrumentarium: Der Beitragssatz zum Gesundheitsfonds soll von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht werden. Dadurch würden die Beitragszahler mit rund 6 Milliarden Euro zusätzlich belastet. Zwar sieht der <a title="Hier geht es zu dem Entwurf des GKV-Finanzierungsgesetzes." href="http://www.vbw-bayern.de/agv/downloads/49331@agv/GKV-FG_Referentenentwurf_25082010.pdf" target="_blank">Entwurf zum GKV-Finanzierungsgesetz </a>auch Einsparungen auf der Ausgabenseite vor. Aber hier werden nur Kosten budgetiert.</p>
<p>Erstens sollen die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen eingefroren werden. Eine unnötige Maßnahme, da die GVK-Versicherten durch einen Wechsel zu einer Kasse mit niedrigeren Verwaltungskosten hier selbst für Abhilfe sorgen können. Zweitens sollen die Erlöszuwächse von Krankenhäusern begrenzt werden. Problematisch erscheint hier nicht nur, dass andere Leistungserbringer wie die Apotheken von diesen Maßnahmen zur Kostendämpfung nicht tangiert werden. Das eigentliche Manko besteht darin, dass keinerlei <a title="Hier geht es zum INSM-Gutachten „Effizienzreserven im Gesundheitswesen“. " href="http://www.insm.de/insm/Presse/Pressemeldungen/Krankenkassen-Beitrag-kann-bis-zu-1-Prozentpunkt-sinken.html" target="_blank">Effizienzsteigerungen</a> der Leistungserbringer im Gesundheitswesen eingefordert werden.</p>
<p>Positiv anzumerken ist aber die Reform der Finanzierungsseite, d.h. die Verbesserung der Art des Sozialausgleichs bei den Zusatzprämien. Er erfolgt nun über den Gesundheitsfonds statt innerhalb einer Krankenkasse.</p>
<hr size="2" />
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>Dr. Boris Augurzky ist seit 2003 Leiter des Kompetenzbereichs „Gesundheit“ am Rheinisch-Westfälischen Institut Essen. Seine Forschungsinteressen liegen auf angewandten ökonometrischen Fragestellungen im Bereich der Gesundheitsökonomie. </em></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em><span style="text-decoration: underline;">Zur Grafik:</span> Seit dem 1. Juli 2005 ist ein von den GKV-Mitgliedern (Arbeitnehmer und Rentner) allein zu bezahlender Sonderbeitrag von 0,9 Prozent in den ausgewiesenen Werten mit enthalten. Seit 2009 gilt ein für alle GKV- Mitglieder einheitlicher Beitragssatz. Zur Jahresmitte 2009 wurde der Beitragssatz durch zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt im Rahmen des Konjunkturpaketes nach unten korrigiert.</em></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>Weitere Informationen zu diesem Thema:</em></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>*Bereits im Januar 2009 hatte Prof. Dr. Felder, Leiter des Lehrstuhls für Gesundheitsökonomie an der Universität Duisburg-Essen, in dem Beitrag <a title="Hier geht es zu dem BlogBeitrag." href="http://www.insm-oekonomenblog.de/allgemein/gesundheit-mit-massiven-defiziten/" target="_blank">„Gesundheit: massive Defizite“ </a>im ÖkonomenBlog dafür plädiert, die Effizienzreserven im Gesundheitssystem zu heben.</em></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>*<a title="Hier geht es zur Pressemitteilung des RWI." href="http://www.rwi-essen.de/presse/mitteilung/53/" target="_blank">Hier</a> geht es zur Pressemitteilung zur RWI Position #37:  „Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung – Ein Kommentar des Gesetzentwurfes zum GKV-FinG“ </em></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>*<a title="Hier geht es zur RWI Position 37." href="http://www.rwi-essen.de/media/content/pages/publikationen/rwi-positionen/Pos_037_Finanzierung-GKV.pd" target="_blank">Hier</a> geht es zur RWI Position #37: „Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung – Ein Kommentar des Gesetzentwurfes zum GKV-FinG“ </em></p>
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		<title>GKV: Marktwirtschaft oder Planwirtschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 09:17:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gerade erst wurden die Beiträge zu gesetzlichen Krankenkasse &#8211; dank Steuermilliarden &#8211; von 15,5 auf 14,9 Prozent heruntergeschraubt. Nun sind die Kassen wieder leer und die Beiträge steigen wieder auf 15,5 Prozent. Doch das eigentliche Problem ist damit nicht gelöst. Auf die Steuer- und Beitragszahler rollt ein Kostentsunami, wenn nicht endlich eine systematische Umsteuerung gelingt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/07/entwicklung_krankenkassenbeitraege.gif"><img class="size-medium wp-image-4096 alignright" title="Die Krankenkassenbeiträge steigen kontinuierlich. Passiert nichts könnten sie sogar bis auf 28 Prozent im Jahr 2040 ansteigen." src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/07/entwicklung_krankenkassenbeitraege-300x270.gif" alt="Die Krankenkassenbeiträge steigen kontinuierlich. Passiert nichts könnten sie sogar bis auf 28 Prozent im Jahr 2040 ansteigen." width="300" height="270" /></a></p>
<p>Gerade erst wurden die Beiträge zu gesetzlichen Krankenkasse &#8211; dank Steuermilliarden &#8211; von 15,5 auf 14,9 Prozent heruntergeschraubt. Nun sind die Kassen wieder leer und die Beiträge steigen wieder auf 15,5 Prozent. Doch das eigentliche Problem ist damit nicht gelöst. Auf die Steuer- und Beitragszahler rollt ein Kostentsunami, wenn nicht endlich eine systematische Umsteuerung gelingt.</p>
<p>Im Jahr 2040 wird es doppelt so viele Alte und Kranke geben wie heute. Gleichzeitig verringert sich die Anzahl der Zahler um ein Drittel. Allein dieser demographische Effekt wird die Beitragssätze bei gleich bleibendem Leistungsniveau auf 20 Prozent steigen lassen. Rechnet man den Kostendruck durch den medizinischen Fortschritt hinzu, muss der Beitrag auf etwa 28 Prozent steigen &#8211; für die kommenden Generationen unzumutbar.</p>
<p>Was ist also zu tun? Erst einmal: Lohn und Gesundheit muss entkoppelt werden, denn eine Lohnerhöhung macht nicht kranker. Doch die Lösung des Problems liegt auf der Ausgabenseite. Hier bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder wir verstaatlichen das ganze System endgültig und überlassen die Rationierung dem Staat. Ärzte werden dann qausi zu Beamten, die nach Wartelisten und Punktesystemen behandeln und um 17 Uhr Feierabend machen. Der Preis ist dann eine Zwei-Klassengesellschaft, denn Reiche gehen – wie in England – woanders hin. Oder aber wir wählen die Marktlösung. Ärzte und Krankenhäuser werden dann zu Unternehmen die Geld verdienen wollen und sollen. Die Patienten sind Kunden und erhalten für die in Anspruch genommenen Leistungen eine Rechnung, die sie deshalb gut prüfen, weil sie die Rechung nur zum Teil erstattet bekommen.</p>
<p>Beide Möglichkeiten sind umsetzbar: Die planwirtschaftliche Lösung bietet für alle – bis auf die ganz Reichen – eine gleiche Versorgung auf niedrigem Niveau. Die Marktwirtschaftliche schafft grundsätzlich eine bessere Versorgung für alle, doch die Ungleichheit der Behandlungen wird größer. Wir müssen uns entscheiden: Eine gute Versorgung, oder die Tatsache, dass bei schlechter Versorgung der Nachbar auch nicht mehr hat.</p>
<hr /><em>Die ursprüngliche Langfassung dieses Beitrags ist am <a title="Hier kommen Sie zu der Langfassung des Beitrags." href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gesundheitskonzept-roeslers-lufthauch-gegen-den-demographie-orkan;2614689" target="_blank">07.07.2010 im Handelsblatt</a> erschienen.</em><!-- post eof --></p>
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		<title>Das Land ruft nach der Agenda 2020</title>
		<link>http://www.insm-oekonomenblog.de/arbeitsmarkt/das-land-ruft-nach-der-agenda-2020/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 08:11:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oswald Metzger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine heiße Woche liegt hinter uns. Nach der denkwürdigen Bundespräsidentenwahl hat die bürgerliche Koalition nur noch eine Chance: Sie muss einen programmatischen Neustart wagen. Die Regierung muss mit einer Agenda 2020 klare Antworten auf die Probleme dieses Jahrzehnts geben. Deutschland lebt von wirtschaftlicher Wertschöpfung durch qualifizierte Erwerbsarbeit. Wir verfügen über keine Rohstoffe. Unsere Ressourcen stecken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine heiße Woche liegt hinter uns. Nach der denkwürdigen Bundespräsidentenwahl hat die bürgerliche Koalition nur noch eine Chance: Sie muss einen programmatischen Neustart wagen. Die Regierung muss mit einer Agenda 2020 klare Antworten auf die Probleme dieses Jahrzehnts geben.</p>
<p>Deutschland lebt von wirtschaftlicher Wertschöpfung durch qualifizierte Erwerbsarbeit. Wir verfügen über keine Rohstoffe. Unsere Ressourcen stecken in den Köpfen. Weil die Gesellschaft altert, sinkt das Erwerbspersonenpotential. Deshalb muss alles getan werden, damit alle Kinder und Jugendlichen über qualifizierte Ausbildungen verfügen. Zum Grundkonsens unserer Gesellschaft muss gehören, dass Menschen, die arbeiten könnten, vom Staat nicht dauerhaft alimentiert werden. Sozialtransfers müssen einen deutlichen Abstand zum Lohnniveau haben.</p>
<p>Die Mittelschicht macht Deutschland stark und bildet den Kern des wirtschaftlichen Wohlstands. Doch der Mittelstand bröckelt massiv, weil der Staat ihn auspresst wie eine Zitrone. Ohne eine Steuerreform, die den Zugriff des Staates auf die leistungsbereite Mittelschicht nicht massiv begrenzt, wird diese tragende Säule unserer Gesellschaft kollabieren.</p>
<p>Um aber keine Illusionen zu nähren: Die gigantische Staatsverschuldung lässt keine Nettoentlastung der Steuerpflichtigen in Summe zu. Eine intelligente Steuerreform hat die Kriterien einfach, gerecht und transparent zu erfüllen. Das strategische Ziel einer solchen Steuerreform: Leistung muss sich lohnen!</p>
<p>Die Alterung der Gesellschaft belastet die Sozialkassen und lässt die Beiträge steigen. Das erhöht die Arbeitskosten und senkt die Reallöhne. Auch hier besteht Reformbedarf. Um konkret zu werden: Ohne pauschale Gesundheitsprämie und ohne Abschaffung der Rentenbestandsgarantie kann eine nachhaltige Finanzierung nicht gewährleistet werden.<!-- post eof --></p>
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		<title>Private Krankenversicherung für alle</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 07:54:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Dr. Ulrich van Suntum</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prof. Eekhoff schrieb am 08. Januar im ÖkonomenBlog, eine pauschale Versicherungsprämie sei solidarischer als ein einkommensabhängige. Auch der ÖkonomenBlog-Autor Prof. van Suntum hält das bestehende System für ungerecht. Er wählt jedoch einen anderen Ansatz und lehnt eine Kopfpauschale ab. Die von der Regierung angestrebte Kopfpauschale in der GKV ist keine gute Lösung. Niemand weiß, wo die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/03/gkv-reform.gif"></a><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/03/gkv-reform.gif"></a><a href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/03/gkv-reform.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-3443" title="GKV-Reform" src="http://www.insm-oekonomenblog.de/wp-content/uploads/2010/03/gkv-reform-300x220.gif" alt="GKV-Reform" width="300" height="220" /></a><a title="Zum Beitrag von Prof. Eekhoff" href="http://www.insm-oekonomenblog.de/steuern/gute-gesundheit-ohne-steuern/" target="_self">Prof. Eekhoff schrieb am 08. Januar im ÖkonomenBlog</a>, eine pauschale Versicherungsprämie sei solidarischer als ein einkommensabhängige. Auch der ÖkonomenBlog-Autor Prof. van Suntum hält das bestehende System für ungerecht. Er wählt jedoch einen anderen Ansatz und lehnt eine Kopfpauschale ab.</strong></p>
<p>Die von der Regierung angestrebte Kopfpauschale in der GKV ist keine gute Lösung. Niemand weiß, wo die für den Solidarausgleich nötigen Steuermittel herkommen sollen. Zudem ist die Gesundheitsprämie nicht risikoäquivalent, daher bleiben Risikostrukturausgleich und Kontrahierungszwang weiter notwendig. Und die Bevölkerung will nun einmal keine Einheitsprämie, sondern an der Leistungsfähigkeit orientierte Beiträge.</p>
<p>Heute wird der Solidarausgleich allein von den guten Risiken innerhalb der GKV getragen. Das sind diejenigen, die relativ viel verdienen, keine Familie haben und/oder relativ jung und gesund sind. Beamte, Selbständige und die Bestverdiener unter den Angestellten sind dagegen nicht direkt daran beteiligt, wobei sie allerdings bereits überdurchschnittlich hohe Steuern zahlen. Dieses duale System ist nicht nur ungerecht, sondern auch ineffizient, weil kaum Wettbewerb zwischen PKV und GKV besteht. So kann die GKV ihre guten Risiken nicht zur PKV abwandern lassen, weil sie dann ihre schlechten Risiken nicht mehr finanzieren könnte. Und die PKV kann die schlechten Risiken aus der GKV nicht aufnehmen, weil diese dann ihren Solidarausgleich verlieren.</p>
<p><span id="more-3428"></span></p>
<p>Das kann man aber durchaus ändern. Dafür muss man in der GKV risikoäquivalente Beiträge einführen und gleichzeitig den Solidarausgleich auf die PKV ausdehnen. Mit dem Gesundheitsfonds existiert dafür sogar schon eine geeignete Clearingstelle. Damit würde die Trennung zwischen GKV und PKV entfallen, alle wären am Ende Privatpatienten mit sozialem Ausgleichsanspruch.</p>
<p>Für die Umstellung sollte gelten, dass niemand mehr bezahlen muss als den bisherigen Beitragssatz von 15%. Bei den schlechten Risiken zahlt dann der Gesundheitsfonds die Differenz an ihre Kasse. Die guten Risiken wiederum zahlen zwar an die Kasse nur noch ihren risikoäquivalenten Beitrag, zusätzlich aber die Differenz bis zu den bisherigen 15% als „Gesundheitssoli“ an den Fonds. Da die guten Risiken in der GKV auch bisher schon die schlechten Risiken mitfinanziert haben, geht das für den Fonds plus minus Null auf.</p>
<p>Auch die PKV-Versicherten werden in diesen Solidarausgleich einbezogen: Wer für das Standardpaket bisher z.B. 10% seines Einkommens als PKV-Beitrag aufgebracht hat, zahlt nun ebenfalls die Differenz zum GKV-Beitrag (im Beispiel also 5%) an den Gesundheitsfonds. Umgekehrt erhalten solche PKV-Versicherten, deren Beitragslast für das Standardpaket bisher bereits über 15% lag, von diesem einen entsprechenden Zuschuss. Allerdings sollte hier eine Beitragsbemessungsgrenze greifen, wie sie derzeit ja auch in der GKV in Höhe von 45.000 €/Jahr besteht. Andernfalls würden extreme und kaum zu rechtfertigende Umverteilungseffekte entstehen, indem etwa ein Einkommensmillionär zusätzlich zu dem für ihn geltenden Spitzensteuersatz von 45% künftig noch 150.000 Euro pro Jahr für die Krankenversicherung aufbringen müsste.</p>
<p>Die Beitragsbemessungsgrenze würde für alle Versicherten gleich sein, und auch sie würde sich in dem neuen System nicht mehr allein auf die Arbeitseinkommen, sondern auf das Gesamteinkommen beziehen. Zudem wird der Gesundheitssoli auch bei den GKV-Versicherten nicht mehr nur vom Lohn, sondern von ihrem Gesamteinkommen berechnet. Der Solidarausgleich wird also jetzt von allen Bürgern nach Maßgabe ihres Einkommens getragen.</p>
<p>Vor allem aber ist er nunmehr von der eigentlichen Versicherungsfunktion getrennt, echter Wettbewerb wird damit möglich. So kann es sich jetzt jede GKK problemlos leisten, auch gutverdienende und gesunde Mitglieder zu verlieren. Der Wettbewerb findet in diesem System auch nicht mehr nur um die guten Risiken, sondern um alle Versicherten statt. Denn jeder Versicherte hat jetzt die Möglichkeit, eine andere Versicherung zu suchen, die ihn preiswerter versichert. Der daraus resultierende Kostenvorteil könnte z.B. hälftig ihm selbst und dem Solidarfonds zugutekommen. Diese Option gibt allen Beteiligten sinnvolle Anreize, nach kostengünstigen Lösungen zu suchen. Gleichzeitig belässt sie dem Versicherten die volle Entscheidungsfreiheit, und sie hindert auch seine ursprüngliche Kasse daran, die risikoäquivalenten Beiträge zu hoch anzusetzen. Denn damit würde sie zwar erst einmal relativ viel Geld aus dem Fonds bekommen, müsste aber über kurz oder lang mit dem Weggang des Versicherten rechnen.</p>
<p>Das für den Solidarausgleich maßgebliche Gesamteinkommen der Versicherten wird ohnehin bereits von den Finanzämtern ermittelt, eine gesonderte Feststellung durch den Gesundheitsfonds ist somit entbehrlich. Technisch würde ein entsprechender Festsetzungsbescheid vom Finanzamt an den Versicherten gehen, der auf dieser Grundlage die 15%-Prämie an seine Versicherung abzuführen hat. Die Versicherung wiederum führt von dieser Prämie ggfs. den Solidaranteil an den Gesundheitsfonds ab. Das ganze System lässt sich so mit einem Minimum an bürokratischem Aufwand und einem Höchstmaß an Transparenz für alle Beteiligten in die Praxis umsetzen.</p>
<p>Auch der hier vorgeschlagene Systemwechsel kann und soll nicht verhindern, dass die Gesundheitsausgaben in Zukunft weiter steigen werden. Dies ist unvermeidlich, weil das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt und weil der medizinisch-technische Fortschritt zusätzliche Kosten verursacht. Daher wird man über kurz oder lang den von allen Versicherten zu zahlenden Durchschnittsbetrag anheben müssen, womit auch die Solidarbeiträge an den Gesundheitsfonds entsprechend steigen. Der Wettbewerb innerhalb des neuen Systems wird aber den Kostenanstieg dämpfen, und statt der leidigen Zweiklassengesellschaft im Gesundheitssystem gäbe es künftig nur noch Privatpatienten.</p>
<hr /><em>Morgen folgt <a title="Hier geht&apos;s zum Beitrag von Dr. Jochen Pimpertz" href="http://www.insm-oekonomenblog.de/wettbewerb/gesundheitspauschale-erschliest-effizienzreserven/" target="_blank">ein Beitrag vom Gesundheitsexperten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Dr. Jochen Pimpertz</a>.  Im Gegensatz zu Prof. van Suntum ist er Befürworter einer Kopfpauschale.</em><!-- post eof --></p>
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		<title>Wettbewerb, Transparenz und Selbstbeteiligung</title>
		<link>http://www.insm-oekonomenblog.de/Soziales/wettbewerb-transparenz-und-selbstbeteiligung/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 16:28:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oswald Metzger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Krankenkassen]]></category>
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		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere Gesellschaft wird älter. Die Kosten für Gesundheit werden steigen. Arbeit kann man nicht unendlich verteuern, denn das kostet Jobs! Ohne eine tief greifende Reform der Krankenversicherung sind gallopierende Beiträge nicht zu verhindern. Das muss aber geschehen: Um den Teufelskreis stetig steigender Arbeitskosten zu durchbrechen, müssen die Gesundheitsausgaben schnellstmöglich von den Arbeitskosten entkoppelt werden. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Gesellschaft wird älter. Die Kosten für Gesundheit werden steigen. Arbeit kann man nicht unendlich verteuern, denn das kostet Jobs! Ohne eine tief greifende Reform der Krankenversicherung sind gallopierende Beiträge nicht zu verhindern. Das muss aber geschehen: Um den Teufelskreis stetig steigender Arbeitskosten zu durchbrechen, müssen die Gesundheitsausgaben schnellstmöglich von den Arbeitskosten entkoppelt werden. Das geht nur über eine <a title="Hier geht&apos;s zu einem Artikel des SWR über die Bürgerpremie." href="http://www.swr.de/ratgeber/gesund/kopfpauschale/-/id=1798/nid=1798/did=5944062/2cbmgr/index.html" target="_blank">Bürgerprämie</a>, die jeder versicherte Erwachsene bezahlt – und zwar unabhängig von seinem Einkommen. Wer ein zu geringes oder kein Einkommen verdient, wird aus dem Steuertopf bezuschusst. So schaffen wir wieder ein logisches Versicherungssystem – und einen fairen solidarischen Ausgleich über das allgemeine Steueraufkommen.</p>
<p>Die Kosten dieser Umstellung müssen dann von der Allgemeinheit getragen werden: über alle Steuerarten – und nicht nur von den gesetzlich Versicherten. Zudem müssen ineffiziente Strukturen im Gesundheitssystem beseitigt werden. Und die Macht der Lobbygruppen – Ärzten, Apothekern, Kliniken, Pharmaindustrie und Krankenkassen – ersetzt werden durch einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb. Das funktioniert am besten über ein bewährtes Ordnungssystem, den Preis. Denn: Was nichts kostet, ist nichts wert, wird unnötig nachgefragt oder verführt zu gewaltigen Mitnahmeeffekten. Das Rezept: Jeder Versicherte erhält künftig eine Rechnung für die von ihm nachgefragten medizinischen Leistungen. 90 Prozent übernimmt die Kasse, 10 der Versicherte. Für chronische Erkrankungen gibt es eine Obergrenze. Ergebnis: Mehr Kostenbewusstsein. Effizienter Mitteleinsatz, z. B. bei Medikamenten. Mit mehr Eigenverantwortung kommen wir zu einem gesünderen System. Doch wer traut der Bundesregierung diese Reformvolte wirklich zu?<!-- post eof --></p>
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