Nach der Krise in die Planwirtschaft?
ÖkonomenBlog-Podcast Folge 15 – mit Dr. Manfred Jäger
Mit enormem Aufwand stemmt sich die Politik gegen die Finanzkrise. Durch Soffin, Bad Bank, Deutschlandfonds und Konjunkturpakete wächst aber auch der Einfluss des Staates. Eine Gefahr für den Markt? Der Finanzexperte des IW Köln, Dr. Manfred Jäger, meint: Deutschland muss rechtzeitig den Absprung schaffen. Zum Beispiel frühzeitig aus der Commerzbank wieder aussteigen. Momentan seien unter den 20 größten Banken nur noch fünf Institute in privater Hand. Die massiven Probleme bei den Landesbanken hätten aber bewiesen: Der Staat ist nicht der bessere Banker. Im Gegenteil: Der staatliche Schutzschirm führt auf die lange Frist zu schlechteren ökonomischen Ergebnissen und zu einem höheren Risiko für die Steuerzahler. Zur Exitstrategie gehöre auch eine Korrektur der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. In Zeiten der Krise sei die Geldbasis im Euroraum massiv gestiegen. Die EZB müsse nun den Mut haben, die Geldschöpfung einzuschränken – sonst bestehe die Gefahr einer Inflation.
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Am 18. Dezember 2009 um 12:48 Uhr
Wenn nullfristiger Kredit (Geldbasis) als Anlage über angeblich zinsbringende Kredite gestellt wird, dann heißt das wohl, dass diese real (inkl. Risiko) noch niedriger verzinst sind als Geldbasis.
Wenn aber längerfristige Kredite niedriger verzinst sind als kürzerfristige, dann ist etwas faul in der Kreditstruktur. Einfach die Geldmenge zu begrenzen wird aber fatal enden, denn diese Geldmengen kommen eben NICHT in die Realwirtschaft und bei steigendem Zins sogar eher noch weniger als jetzt schon, das lernt man doch im ersten Semester VWL (i>q => weniger Investition).
Also muss der Realzins auf Geldbasis fallen, doch bitte möglichst nicht durch Preisinflation durch Neuverschuldung, denn diese macht es auch nur schlimmer. Es gibt bessere Lösungen.
Am 2. Januar 2010 um 13:51 Uhr
Bei Euro und Dollar ist die Geldmenge irrelevant für die Inflation. Inflation ist per Definition nichts anderes als die allgemeine Preissteigerung. Wann steigen die Preise? Wenn der Markt es hergibt. Und der Markt gibt keine höheren Preise her, wenn die beliebig vielen zusätzlichen Billionen nicht bei der breiten Masse der Bevölkerung ankommen und als Kaufkraft an die Anbieter fließen.
Die EZB hat die Geldmenge M3 aufgrund der Finanzkrise um hunderte Milliarden Euro erhöht. Das Geld floss an eine kleine Gruppe Kapitalbesitzer, deren Konsumwünsche weitestgehend gesättigt sind. Die Preise in Deutschland sanken lt. Statistischem Bundesamt nachweislich trotz erheblich gestiegener Geldmenge.
Die US Fed hat seit den Reagan die Geldmenge M3 von rd. 2 auf rd. 11 Billionen Dollar erhöht – ohne nachweisbare Auswirkung auf die Preissteigerungen in den USA.
Gelddrucken bedeutet nicht automatisch Inflation. Diesen Fakten muß man sich stellen.
Am 2. Februar 2010 um 18:33 Uhr
Ach, dies ist interessant. Die Geldmenge ist bei Euro und Dollar irrelevant für die Inflation? Wieso bitte? Aufgrund des Namens? Oder weil es die guten “Fiatwährungen” sind?
Und wenn Inflation Per Definitionem die “allgemeine” Preisteigerung ist, dann muss ich was verpasst haben. Bisher habe ich unter Inflation immer den Anstieg der Geldmenge in einer Volkswirtschaft verstanden. Hier verwechseln Sie wohl Ursache mit Wirkung.