Die Marktwirtschaft ist die gutmütigste, verdauungskräftigste, vitalste Wirtschaftsordnung, die sich denken läßt. Sofern nur ein Minimum an Kernbedingungen erfüllt ist, ist es erstaunlich, wie lange sie mit Giften, Fremdkörpern, Zentnerlasten fertig wird - schlecht und recht. Wilhelm Röpke, 1899 - 1966, deutscher Ökonom, einer der geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft

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Wohlstand entsteht aus Wirtschaftskraft

Nie waren die Deutschen reicher: Die Einkommen steigen, die Wohnungen werden größer und das Bildungsniveau steigt. Voraussetzung dafür war eine fast kontinuierlich steigende Wirtschaftskraft.

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Folgender Blogpost ist die Kurfassung der Studie „Mit mehr Wirtschaftskraft zu mehr Wohlstand“ (.pdf). Eine Grafik mit den zentralen Aussagen findet sich hier.

Wirtschaftskraft ist die Voraussetzung von Wohlstand. Ob Kultur, Forschung, Bildung oder Umweltschutz – dies alles können wir uns nur leisten, wenn die Wirtschaft auf einem gesunden Fundament steht. Um den Standort Deutschland scheint es im Lauf der vergangenen Jahrzehnte immer besser bestellt zu sein. So hat Deutschland sich in den vergangenen Jahrzehnten zum wirtschaftsstärksten europäischen Land entwickelt. Die Wirtschaftsleistung ist seit 1991 um knapp 30 Prozent gestiegen. Und die gestiegene Wirtschaftskraft kommt bei den Menschen an. Was heute als Selbstverständlichkeit und zur existenziellen Grundausstattung zählt, war früher Luxus.

Steigende Einkommen ermöglichen beispielsweise, dass die Deutschen heute immer größere Wohnungen bewohnen. Um über 10qm ist die durchschnittliche Wohnfläche angewachsen. Gleichzeitig können sich immer mehr Haushalte Waschmaschine, Spülmaschine oder einen Computer leisten.

Darüber hinaus gibt es Wohlstandsfaktoren, die sich nicht mit harter Währung kaufen oder bemessen lassen. Es hilft der Wirtschaft wie der gesamten Gesellschaft wenig, wenn eine höhere Wirtschaftskraft durch Einbußen etwa bei der Gesundheit, der Lebenserwartung oder durch eine stärkere Umweltbelastung erkauft wird.

Doch auch in diesen Punkten hat sich Deutschland nach vorne bewegt. Unser höchstes Gut ist Gesundheit und die lassen wir uns einiges kosten. 315 Milliarden Euro haben die privaten Haushalte, Krankenversicherungen oder der Staat 2013 dafür ausgegeben und damit fast doppelt so viel wie noch 20 Jahre zuvor. Dass das Geld gut angelegt ist, zeigt die gleichzeitig durchschnittlich um vier Jahre gestiegene Lebenserwartung.

Die gewonnenen Lebensjahre können die Menschen in einer intakten Umwelt genießen. Denn es ist keinesfalls so, dass die Wirtschaftskraft zwangsläufig die Umwelt in Mitleidenschaft zieht. Neue Technologien und mehr Geld für Umweltschutz machen es möglich, dass heute in Deutschland so effizient gewirtschaftet wird, wie nie zuvor. Der Energieeinsatz pro produzierte BIP-Einheit ist in 20 Jahren um etwa 25 Prozent gefallen. Die Emissionen von Luftschadstoffen konnten seit 1990 deutlich verringert werden. Atemmasken und Fahrverbote wegen unzumutbarer Smog-Belastung sind in Deutschland kein Thema. Von Schwefeldioxid wird heute nur noch gut ein Zehntel der Menge emittiert, die Anfang der 1990er ausgestoßen wurde und die Emission von Kohlendioxid sank um fast ein Fünftel.

Höhere Gesundheitsstandards, mehr Bildung, mehr Konsum in einer intakten Umwelt – dies alles können wir uns nur leisten, weil wir die finanziellen Voraussetzungen durch eine starke Wirtschaft erarbeitet haben. Die teilweise angejahrte Infrastruktur einerseits und Rentengeschenke andererseits zeigen aber, dass der Staat seine Balance aus sozialen Wohltaten und Zukunftsfürsorge durchaus überdenken könnte.

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  • Autor

    Christoph Schröder

    ist Senior Researcher beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

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