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5 vor 10: FT, Euro, Griechenland, Start-ups, Rebellen

In den Linktipps am Freitag: Was der Kauf der "Financial Times" durch "Nikkei" für den Wirtschaftsjournalismus bedeutet, wie sich düstere Prognosen von Euro-Kritikern bewahrheiten und warum es Griechenland so schwer fällt, an das Geld der Reichen zu gelangen. Außerdem geht es um Probleme von Start-ups mit staatlicher Regulierung und die Frage, wie sich künftiger finanzieller Erfolg bereits in der Kindheit erkennen lässt.


1. Gute Nachrichten für die „Financial Times“
(theguardian.com, englisch)
Die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ kauft die britische „Financial Times“ für 1,2 Milliarden Euro. Der „Guardian“ hält das Geschäft für eine sinnvolle Transaktion, die beiden Seiten nutzen könnte. Gleichzeitig warnt die Zeitung vor Problemen durch kuturelle Unterschiede: Der in Japan so wichtige Respekt verträgt sich manchmal nicht unbedingt mit knallhartem Wirtschaftsjournalismus.

2. Warum Amerika mit dem Untergang des Euro rechnet
(welt.de, Anja Ette und Holger Zschäpitz)
US-Ökonomen haben bereits vor der Einführung des Euro vor dessen Konstruktionsproblemen gewarnt – und sehen sich nun bestätigt. „Früher oder später, wenn die Weltwirtschaft einen wirklichen Dämpfer bekommt, werden die inneren Probleme den Euro zerreißen“, urteite Milton Friedman. Harvard-Professor Martin Feldstein warnte vor noch schlimmeren Folgen: Differenzen über angemessene Wirtschaftspolitik hätten die Kraft, alte historische Feindschaften wieder zu wecken.

3. Ran ans Geld der Reichen
(zeit.de, Nadine Oberhuber)
Der griechische Fiskus sucht neue Geldquellen – „von den Normalbürgern nämlich ist langsam nichts mehr zu holen“, schreibt Nadine Oberhuber. Stattdessen stünden nun die wohlhabenden Familien im Fokus, die in den vergangenen Jahren von den verworrenen politischen Strukturen profitiert hätten. Doch an das Geld der Reichen zu kommen, sei alles andere als leicht. Vor allem auch, weil den Steuerbehörden das nötige Personal fehlt.

4. Weshalb deutsche Start-ups scheitern
(bloombergview.com, Leonid Bershidsky, englisch)
Wären Start-ups wie Uber oder AirBnB zu derartigen Erfolgen geworden, wenn sie nicht in den Vereinigten Staaten, sondern in Berlin ihre Heimat hätten? Das kann bezweifelt werden, wenn man die Geschichte des Start-ups Shopwings liest, die Leonid Bershidsky als beispielhaft für deutsche Firmengründungen ansieht: Strenge Regulierung sorgte dafür, dass der Lieferdienst schon nach wenigen Monaten wieder schließen musste – und künftig sein Geschäft lieber in anderen Ländern betreibt.

5. Rebellen verdienen mehr
(qz.com, Matt Phillips)
Der Intelligenzquotient und die soziale Herkunft sind zwei der am stärksten maßgeblichen Faktoren, die den beruflichen Erfolg von Menschen bestimmen. Dieses Ergebnis einer neuen Studie, die unter anderem unter Beteiligung der FU Berlin enstand, ist wenig überraschend. Die Forscher haben aber noch ein Detail gefunden, das vor allem Eltern sehr interessieren dürfte: Kinder, die sich der Autorität ihrer Erziehungsberechtigten oft widersetzen, haben besonders gute Aussichten auf ein hohes Einkommen.

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