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5 vor 10: Arbeit, Wachstum, Zinsen, Löhne, Island

In den Linktipps am Freitag: Arbeit wird in Deutschland immer teurer, die niedrigen Zinsen belasten die Unternehmen und Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer. Außerdem: Warum der Mindestlohn schlecht für das Wirtschaftswachstum ist und Island sich viel schneller von seiner Krise erholt hat als Griechenland.


1. Deutsche Wettbewerbsfähigkeit bröckelt
(welt.de, Stefan Borstel)
Arbeit wird in Deutschland immer teurer. Im vergangenen Jahr stiegen die Arbeitskosten um 1,8 Prozent und damit spürbar stärker als im Durchschnitt der restlichen Eurozone. Besonders viel kostet eine Arbeitsstunde in der exportorientierten Industrie: Mit 37 Euro pro Stunde Dänemark, Belgien und Schweden noch teurer. Grund für die Entwicklung ist unter anderem die Einführung des Mindeslohns.

2. Warum Gustav Horn bei der Mindestlohn-Diskussion für Flüchtlinge irrt
(pixeloekonom.de, Johannes Eber)
Der Ökonom Gustav Horn hält den Mindestlohn für eine gute Sache: Er bringe den Menschen mehr Geld, ermögliche so höhere Ausgaben und helfe so der gesamten Wirtschaft. Johannes Eber hält die Argumentation für falsch: „Wachstum entsteht durch Beschäftigung.“ Die bleibe aber aus, wenn zum Beispiel Flüchtlinge zum vorgegebenen Mindestlohn keinen Job finden, weil ihre Produktivität unterhalb der Mindestlohngrenze liege.

3. Unternehmen in der Zinsfalle
(faz.net, Georg Giersberg)
Billiges Geld klingt wie eine gute Sache. Für viele Unternehmen ist es aber eine große Last. Denn die niedrigen Zinsen machen es für sie deutlich schwerer, ihre Verpflichtungen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge zu erfüllen. Je geringer der Zins ausfällt, umso größer müssen die Rückstellungen sein. Aus dem Bundesfinanzministerium gibt es nun Hilfe. Aus Sicht von Georg Giersberg ist aus dem Fall aber auch zu lernen, dass Unternehmen nicht leichtfertig Zusagen machen sollten, die sie womöglich nicht halten können.

4. Noch 118 Jahre, dann verdienen Frauen endlich so viel wie Männer
(businessinsider.de, Philipp Nagels, Christin Martens und Gisela Wolf)
Laut dem Weltwirtschaftsforum verdienen Männer im weltweiten Durchschnitt rund 19.000 Euro im Jahr; Frauen kommen lediglich auf 10.000 Euro. Zwar hat sich die Lücke in den vergangenen Jahren verkleinert. Wenn es aber mit der gleichen Geschwindigkeit weitergeht, braucht die Welt noch über 100 Jahre für echte Chancengleichheit. Ein Land in Afrika nimmt hingegen schon jetzt eine beeindruckende Vorbildfunktion ein.

5. Ein Lehrstück über zwei gescheiterte Volkswirtschaften
(blog.tagesanzeiger.ch, Mark Dittli)
Die Geschichte von Island und Griechland ähnelt sich stark. Beide Länder erlebten zu Beginn des Jahrtausends einen Boom mithilfe großer Geldströme aus dem Ausland. Beide Länder schlitterten wegen ihrer Abhängigkeit von Kapitalimporten in eine schwere Krise. Doch während Griechenland immer noch erheblich unter den Folgen leidet, hat sich Island vergleichsweise schnell erholen können. Mark Dittli erklärt, warum das so ist.

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