Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbes ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen. Walther Rathenau, 1867-1922, dt. Industrieller und Politiker

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5 vor 10: Grenzkontrollen, Brexit, Sozialwohnungen, Frauen, Zinsen

Heute in den Linktipps: Schaden Grenzkontrollen der Wirtschaft wirklich? Welche Auswirkungen hätte ein Brexit auf den Rest der EU und warum ist die Idee problematisch, Sozialwohnungen stärker zu fördern? Die weiteren Themen: Warum Frauen mehr arbeiten als Männer und welche Gefahr sinkende Zinsen bergen.

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1. „Es ist Aufgabe der Kanzlerin, Staatsgebiet zu schützen“
(welt.de, Tobias Kaiser und Dorothea Siems)
Mehrere Ökonomen haben bereits vor kostspieligen Folgen gewarnt, sollte infolge der Flüchtlingskrise Europas freier Grenzverkehr zum Erliegen kommen. Der langjährige Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo, Hans-Werner Sinn, kann die Bedenken nicht nachvollziehen: „Diese Debatte ist ziemlich verquer“, sagt er. „Grenzkontrollen heißen doch nicht, dass man die Grenzen schließt.“

2. Die Folgen des Brexit für den Rest der EU
(voxeu.org, Willem Buiter, Ebrahim Rahbari und Christian Schulz, englisch)
Noch vor einem Jahr war Griechenland der Problemstaat in der europäischen Gemeinschaft. Inzwischen ist das Risiko des Grexit zwar gebannt, dafür scheint der Brexit, also der Abschied der Briten aus der EU, deutlich wahrscheinlicher. Aus Sicht von Ökonomen hätte das Ausscheiden nicht nur negative Folgen für Großbritannien, sondern auch für den Rest der EU. Die Risiken ließen sich jedoch mit der richtigen Politik minimieren.

3. „In Sozialwohnungen leben häufig nicht Bedürftige“
(faz.net)
Im Bemühen, sozialen Wohnraum sicherzustellen, will die Regierung auf ein altes Instrument zurückgreifen: Sozialwohnungen sollen mit Hilfe üppiger Förderungen entstehen – bis zu zwei Milliarden Euro im Jahr sind im Gespräch. Allerdings erreicht diese Unterstützung wohl nur zum Teil diejenigen, die sie nötig haben: Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, dass weniger als die Hälfte der Bewohner von Sozialwohnungen wirklich bedürftig sind.

4. Frauen arbeiten mehr als Männer
(sr.de, Kasia Hummel)
Frauen kümmern sich deutlich mehr um Kinderbetreuung und Haushalt als Männer – sogar in Partnerschaften, in denen beide einem Vollzeitjob nachgehen. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die Geschlechterunterschiede in diesem Punkt zwar zurückgehen – dennoch beträgt die Zusatzlast für Frauen mehrere Stunden am Tag. „Das ist ein Nachteil auf dem Arbeitsmarkt“, urteilen die DIW-Forscher.

5. „Wir wären besser dran, wenn wir Geld unter die Matratze stecken würden“
(handelsblatt.com)
Die langsame Zinswende in den Vereinigten Staaten macht sich in Europa bisher kaum bemerkbar. Im Gegenteil: Die Zinsen sinken weiter, in Ländern wie der Schweiz fallen sie sogar negativ aus. Investmentprofis wie der Milliardär Warren Buffet warnen vor dieser Entwicklung: Sie sehen eine gefährliche Verzerrung der Märkte. Auch die Finanzindustrie sorgt sich vor weiteren Zinssenkungen.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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