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5 vor 10: Defizite, Frauen, Nieren, Geldpolitik, Urlaub

Heute in den Linktipps: Das löchrige Defizitverfahren der EU, das Einkommen von Frauen, Anreize zum Nierenspenden und Zweifel an der lockeren Geldpolitik. Außerdem: Warum sich Urlaub auch für die Karriere lohnt.


1. Spanien, Portugal und die Intelligenz Brüssels
(faz.net, Werner Mussler)
Spanien und Portugal haben gegen die Defizitkriterien der EU verstoßen. Ihnen drohen nun Sanktionen – unter anderem eine Geldbuße von 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zumindest in der Theorie. In der Praxis werden die Regierungen wohl günstig davon kommen. „All die Behauptungen, die EU habe aus der Euro-Krise gelernt und setze den Abbau der Staatsverschuldung durch, scheitern so wieder einmal an der Realität“, schreibt Werner Mussler.

2. So viele Deutsche leben von ihrem eigenen Geld
(welt.de, Anja Ettel und Holger Zschäpitz)
Deutschland ist nicht mehr die einzige große Volkswirtschaft in Europa, die von einer Frau geführt wird. Mit Theresa May hat seit gestern auch Großbritannien eine Regierungschefin. Die zunehmende Emanzipation macht sich nicht nur in der Politik, sondern in allen Gesellschaftsbereichen bemerkbar. Zu sehen ist das unter anderem daran, dass Frauen von ihren Partnern finanziell immer unabhängiger werden.

3. Gutschein gegen Niere
(fee.org, Alex Tabarrok, englisch)
Die Nachfrage nach Spendernieren ist groß, das Angebot jedoch sehr niedrig. Um das zu ändern, denkt die Gesundheitsindustrie über Anreize nach, um die Bereitschaft zu Organspenden zu erhöhen. Einen echten Markt zu schaffen, auf dem für Nieren bezahlt wird, wird jedoch von den meisten Menschen als unethisch angesehen. In Kalifornien geht man deshalb einen anderen Weg: Wer heute eine Niere spendet, bekommt einen Gutschein für ein Spenderorgan, der künftig von Verwandten genutzt werden kann.

4. Die Notenbanken und der nackte Kaiser
(wiwo.de, Daniel Stelter)
Seit 2009 haben Notenbanken hunderte Milliarden Euro in die Märkte gepumpt, um eine Rezession zu verhindern. Das ist ihnen im Großen und Ganzen auch gelungen. Doch Daniel Stelter sieht in den Folgen der Geldpolitik eine Illusion und eine Blase, die bald platzen könnte. „Wie der Knall aussieht, ist noch offen“, schreibt er. Am Ende der Illusion stünden seiner Meinung nach jedoch „Konkurse, Schuldenschnitte und Rezession“.

5. Warum Urlaub eine gute Investition ist
(hbr.org, Shawn Achor und Michelle Gielan, englisch)
In Amerika nehmen sich immer mehr Arbeitnehmer nicht den Urlaub, der ihnen zusteht. Stattdessen arbeiten sie mehr und länger, als sie eigentlich müssten. Die Vermutung liegt nahe, dass sie in einem unsicherem Arbeitsumfeld ihre Leistungsbereitschaft dadurch besonders unter Beweis stellen wollen. Am Ende schadet diese Strategie aber mehr als sie nützt. Denn Urlaub hilft nicht nur dem eigenen Wohlbefinden, sondern sorgt auch für bessere Arbeit.

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