Inflationen sind wie Diktaturen. Wenn sie erst einmal an der Macht sind, wird es um so schwieriger, gegen sie anzukämpfen. Hermann Josef Abs, 1901-1994, deutscher Bankier, Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG (1957-1967)

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5 vor 10: Freihandel, Grundeinkommen, Apple, Hartz IV, Brasilien

Heute in den Linktipps: Warum die Europäer keine Fans des Freihandels sind, wie Finnland das bedingungslose Grundeinkommen testet und was Irland mit den Milliarden von Apple anfangen könnte. Außerdem geht es um die Berechnung der Hartz-IV-Sätze und die Entwicklung von Brasiliens Wirtschaft in der Amtszeit von Dilma Rousseff.

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1. Freihandel bringt mehr als Frieden
(pixeloekonom.de, Johannes Eber)
Die Deutschen genießen italienischen Wein, Italiener fahren deutsche Autos und die Staatsbürger der EU-Länder könnnen innerhalb der Staatengemeinschaft leben und arbeiten, wo immer sie wollen. „Nie hatten die Menschen in weiten Teilen Europas mehr Freiheiten“, schreibt Johannes Eber. Dennoch sind die Europäer nicht gerade Fans des Freihandels. Ein Grund dafür sei, dass die Erfolg der EU stets als Friedensprojekt verkauft wurden. Sie sind aber viel mehr.

2. Finnlands zögerliches Experiment mit dem Grundeinkommen
(bloomberg.com, Leonid Bershidsky, englisch)
Ein bedingungsloses Grundeinkommen hat Anhänger bei Linken wie bei Liberalen. Die einen erhoffen sich mehr soziale Gerichtigkeit, die anderen einen schlankeren Sozialstaat. Wie ein Grundeinkommen tatsächlich wirkt, weiß aber niemand so recht. Die finnische Regierung wagt daher ein Experiment und will die Idee zwei Jahre lang an einer Gruppe von 2.000 Menschen testen. Weil allerdings nur ein geringer Betrag bezahlt wird, fürchtet Leonid Bershidsky wenig aussagekräftige Ergebnisse.

3. Darum muss Irland keine Strafe für Apples Steuertricks zahlen
(sueddeutsche.de, Bastian Brinkmann)
Die 13 Milliarden Euro, die Apple in Irland nach dem Willen der EU-Kommission an Steuern nachzahlen soll, sind für alle beteiligten Seiten viel Geld. Zum Vergleich: Apple zahlte zuletzt insgesamt 17 Milliarden Euro an Steuern – weltweit. Und die gesamten Steuereinnahmen Irlands lagen bei etwas mehr als 70 Milliarden Euro. Sie könnten nun also um ein Fünftel steigen. Kommentatoren scherzen, das Geld würde reichen, um jedem Iren fünf iPhones zu kaufen.

4. Hartz IV mit Methode
(faz.net, Kerstin Schwenn)
In diesem Monat will Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ihr Projekt zur Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze abschließen. Diese sollen Anfang kommenden Jahres leicht steigen. Opposition und Sozialverbände kritisieren die Berechnung. „Dabei folgen die Erhöhungen strikten Vorgaben“, schreib Kerstin Schwenn. So würden beispielsweise die Lebensstandards anderer Geringverdiener zum Vergleich herangezogen. Wer ohne staatliche Zuschüsse auskommt, könnte sich von den Forderungen verhöhnt fühlen, befürchtet Schwenn.

5. Wie Brasiliens Wirtschaft während Rousseffs Amtszeit einbrach
(qz.com, Ana Campoy, englisch)
Die Amtszeit von Dilma Rousseff als brasilianische Präsidentin ist vorbei: Der Senat des südamerikanischen Landes stimmte wie erwartet für ihre Amtsenthebung. Rousseff war Anfang 2011 zur Regierungschefin gewählt worden. Seitdem hatte sich Brasiliens Wirtschaft turbulent entwickelt – das Land wurde schwer getroffen von sinkenden Rohstoffpreisen, das Haushaltsdefizit explodierte. Fünf Grafiken zeichnen das ökonomische Drama nach.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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