Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muss spekulieren. Andre Kostolany, 1906-1999, US-amerikanischer Finanzexperte

- Linktipps

5 vor 10: Steuern, Italien, Cum-Ex, Studiengebühren, Inflation

Heute in den Linktipps: Warum es höchste Zeit für Steuersenkungen ist, was Mario Draghi den Italienern rät und weshalb die Empörung über Steuerskandale so gering ausfällt. Außerdem geht es um Studiengebühren und Deutschlands Erfahrung mit der Hyperinflation.

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1. Jetzt oder nie
(faz.net, Johannes Pennekamp)
Die Steuereinnahmen des Staates steigen weiter rasant an: Bis zum Jahr 2023 kommen bei Bund, Ländern und Gemeinden mehr als 377 Milliarden Euro zusammen. Angesichts einer erwarteten Abschwächung der Konjunktur fordert Johannes Pennekamp, die Spielräume für Steuersenkungen jetzt zu nutzen – und dabei auch die Unternehmen nicht zu vergessen. Das könnte der Wirtschaft einen dringend benötigten Schub geben.

2. Draghis Ratschlag für die hoch verschuldeten Italiener
(welt.de, Anja Ettel und Holger Zschäpitz)
Im Streit um den italienischen Haushalt und die Neuverschuldung des Landes will EZB-Chef Mario Draghi keine Position beziehen. Auch eine Vermittlerrolle lehnt Europas oberster Währungshüter ab. Er richtet jedoch mahnende Worte Richtung Rom: „Es mag andere Antworten geben, aber die erste, die mir einfällt, ist, dass man den Ton dämpfen sollte und nicht den vertraglichen Rahmen des Euro in Frage stellt.“

3. Der größte Steuerraubzug aller Zeiten
(wiwo.de, Hauke Reimer)
Neue Veröffentlichungen zeigen eine unglaubliche Dimension eines mutmaßlichen Steuerbetrugs um Cum-Ex-Geschäfte, bei dem es um 55 Milliarden Euro gehen soll. „Erstaunlicherweise blieb der öffentliche Aufschrei nach der Enthüllung aus“, schreibt Hauke Reimer, „womöglich, weil wir lieber debattieren, welche Uhr eine Staatssekretärin tragen darf.“ Ein anderer Grund könnte sein, dass „die Affäre schon so lange läuft und wir uns nach der Banken- und Staatenrettung an unvorstellbar große Milliardenverluste gewöhnt haben“.

4. Über Gebühr studieren
(novo-argumente.com, Jörg Michael Neubert)
Die Zahl der Hochschulabsolventen ist in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Damit nehmen auch die Kosten für universitäre Bildung zu. Getragen werden sie aber nicht primär von denjenigen, die davon profitieren, sondern von der Allgemeinheit. Jörg Michael Neubert argumentiert mit Blick darauf, dass die Abschaffung der Studiengebühren ein Fehler war. Vermeintlich kostenloses Studieren führe zu Fehlanreizen und sei sozial ungerecht.

5. Ein Ei für 320 Milliarden Mark
(sueddeutsche.de)
Die Deutschen haben eine kollektive Angst vor der Geldentwertung. Das liegt unter anderem an den Erfahrungen mit der Hyperinflation in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In der Weimarer Republik kam es zu chaotischen Zuständen. Für einen Brief nach London wurden damals Briefmarken im Wert von Hunderten Millionen Mark fällig. Die „Süddeutsche“ zeigt Bilder aus dieser Zeit.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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