Was ökonomisch richtig und was politisch opportun ist, ist selten identisch. John Kenneth Galbraith,1908 - 2006, amerikanischer Ökonom, Sozialkritiker, Präsidentenberater, Romancier und Diplomat

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5 vor 10: Fachkräfte, Ungleichheit, Handelsstreit, Grundsteuer, Konjunktur

Heute in den Linktipps: Welche politischen Maßnahmen das Problem des Fachkräftemangels verschärfen, wie sich Ungleichheit auf Krisen auswirkt und wo die größten Streitpunkte im Handelskonflikt zwischen den USA und China liegen. Außerdem geht es um die Grundsteuer und die Frage, ob sich die Weltwirtschaft auf eine Rezession zubewegt.

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1. Der hausgemachte Fachkräftemangel
(wirtschaftlichefreiheit.de, Tobias Kohlstruck)
Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften. Zuwanderung soll dabei helfen, die Lücken zu schließen. Doch Arbeitnehmer aus dem Ausland allein werden nicht ausreichen, um das Problem zu lösen, findet Tobias Kohlstruck. Er verweist darauf, dass auch das inländische Potenzial genutzt werden sollte, und bemängelt eine kontraproduktive Politik. Frühverrentungsprogramme, wie die abschlagsfreie Rente mit 63, würden dazu beitragen, „Anreize zu setzen, produktive Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt fernzuhalten und den Fachkräftemangel zu verschärfen“.

2. Wieso eine hohe Ungleichheit das Risiko von Finanzkrisen steigen lässt
(makronom.de, Jan Behringer und Till van Treeck)
Der private Konsum ist eine wichtige Stütze des Wirtschaftswachstums. In Ländern, in denen große Teile der Gesellschaft finanziell abgehängt werden, funktioniert dies aber nicht mehr reibungslos. Entweder überschulden sich Haushalte, um den Konsum aufrechtzuerhalten, oder ihre Nachfrage bleibt ganz aus. Jan Behringer und Till van Treeck schlussfolgern daraus, dass „Korrektur von Fehlentwicklungen in der Einkommensverteilung“ eine Rolle bei der Suche nach einem nachhaltigen Wachstumsmodell spielen müssten.

3. Am Ende hängt alles von Donald Trumps Laune ab
(zeit.de, Steffen Richter)
Die Verhandlungen zwischen China und den USA über eine Beilegung ihres Handelsstreits steuern in die entscheidende Phase. Eine Einigung erscheint jedoch schwierig. „Einige Forderungen der US-Regierung sind kaum erfüllbar, zum Beispiel die Abkehr der KP Chinas von ihren Staatsunternehmen und die Subventionierung von Schlüsselbranchen“, schreibt Steffen Richter:.„Beides betrachtet die autokratische KP als substanziell für ihren Machterhalt.“

4. Union warnt vor „bürokratischem Wahnsinn“ bei der Grundsteuer
(sueddeutsche.de, Robert Roßmann und Mike Szymanski)
Bundesfinanzminister Olaf Scholz will die Höhe der Grundsteuer vom Bodenwert und der Nettokaltmiete abhängig machen. Beim Koalitionspartner stößt der Plan jedoch auf Kritik: Die Union beklagt den Aufwand, der dafür nötig wäre. Es müsste für jede Wohnung die Nettokaltmiete ermittelt werden. „Das wäre ein ziemlich bürokratischer Wahnsinn“, kritisiert der stellvertretende Unions-Fraktionschef Carsten Linnemann.

5. Die Stunde der Pessimisten
(blog.tagesanzeiger.ch, Andreas Neinhaus)
Über Jahre hat sich die globale Konjunktur, aber auch das Wirtschaftswachstum in Deutschland prächtig entwickelt. Seit dem zweiten Halbjahr 2018 schwächt sich diese Entwicklung aber merklich ab. Deutschland könnte sogar vor einer technischen Rezession stehen, schreibt Andreas Neinhaus. Seiner Meinung nach gibt es aber viele Sondereffekte, die die schlechten Nachrichten größer erscheinen lassen, als sie eigentlich sind. Er hofft auf positive Signale von den amerikanisch-chinesischen Handelsgesprächen.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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