Während der Staat auf die Aufsicht und eventuelle Gestaltung der Formen beschränkt bleiben soll, in denen der Wirtschaftsprozess abläuft, muß im Rahmen der Märkte, auch der Arbeitsmärkte, Freiheit bestehen. Walter Eucken, 1891 1950, deutscher Ökonom

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5 vor 10: Brexit, China, Amazon, Vietnam, Egoisten

Heute in den Linktipps: Ein Kompromissvorschlag für den Brexit, die wirtschaftliche Macht von Chinas Touristen, Streit um Wirtschaftsförderung in New York und Vietnams ökonomischer Aufstieg. Außerdem: Warum sich Egoisten im Büro öfter durchsetzen, als die Spieltheorie vermuten lässt.

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1. Vorschlag zur Überwindung der Brexit-Blockade
(oekonomenstimme.org, Martin Braml, Gabriel Felbermayr, Clemens Fuest, Hans Gersbach, Albrecht Ritschl und Marcel Thum)
In nur etwas mehr als einem Monat kommt es zu einem harten Brexit, sollten die EU und die Regierung in London bis dahin keine Einigung finden oder den Zeitpunkt des EU-Austritts zumindest verschieben. Ein harter Brexit sei nicht im Interesse beider Seiten, schreibt eine Gruppe von Ökonomen. „Er könnte irreparable politische und wirtschaftliche Schäden verursachen“, warnen sie. Die Gruppe macht einen Kompromissvorschlag. Im Kern steht eine neue Zollvereinigung.

2. Sollten Städte Konzerne anlocken?
(marginalrevolution.com, Tyler Cowen, englisch)
Als der Handelskonzern Amazon einen Standort für seine neue Zentrale suchte, zeigten viele US-Metropolen großes Interesse. Den Zuschlag bekam zunächst New York, nachdem die Stadt Steuernachlässe versprach. Die öffentliche Kritik brachte den Deal schließlich zum Platzen. Aber ist die Empörung gerechtfertigt? Tyler Cowen findet das nicht. Er vergleicht die Situation mit Einkaufszentren, die von bekannten Marken weniger hohe Mieten verlangen, um damit insgesamt mehr Menschen in das Kaufhaus zu bringen.

3. Wie China Touristen als Druckmittel nutzt
(bloomberg.com, Adam Minter, englisch)
Besucher aus China sind für die Tourismusindustrie in vielen Teilen der Welt zu einer der wichtigsten Einnahmequellen geworden. Die Regierung in Peking weiß das und macht damit Politik: Als Neuseeland sich in der Debatte um den Ausbau des 5G-Netzes gegen den chinesischen Konzern Huawei wandte, brachen die Besucherzahlen aus China ein. Doch ewig wird China dieses Mittel womöglich nicht mehr nutzen können: Laut Adam Minter schwinden Pekings Möglichkeiten, Touristenströme zu lenken.

4. Wie Vietnams Wohlstand weiter wachsen kann
(blogs.worldbank.org, Makhtar Diop, englisch)
Das Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Hanoi rückt Vietnam gerade in den Fokus. Das Land wird als wirtschaftliches Vorbild für Nordkorea gehandelt, da es trotz kommunistischer Führung in den vergangenen Jahren einen massiven Wohlstandszuwachs erlebte. Doch dass sich die Erfolgsgeschichte fortsetzt, ist alles andere als sicher: Das Land brauche milliardenschwere Infrastrukturinvestitionen, schreibt Makhtar Diop.

5. Nette Egoisten setzen sich am erfolgreichsten durch
(wiwo.de, Sônia Kewan)
Ein klassisches Beispiel der ökonomischen Spieltheorie ist das Gefangenendilemma: Nur wenn zwei Spieler kooperieren, gewinnen alle Seiten. Egoismus hilft, zumindest langfristig, nicht weiter. Doch in der Realität zeigt sich offenbar, dass es zu weniger Kooperation kommt, als die Theorie vermuten ließe. Sônia Kewan beschreibt, wie sich das im Büroalltag auswirkt und warum besonders die netten Egoisten davon profitieren.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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