Die Disziplin der Marktwirtschaft gründet sich auf knappes Geld, funktionsfähigen Wettbewerb, rechtsstaatliche Regeln, verlässliche Behörden und Gerichte. Vereinfacht gesagt: Milton Friedman + Kartellamt + Konkursrecht. Gerhard Fels, *1939, ehem. Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

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5 vor 10: Vermögen, Geldtheorie, Soli, Marktwirtschaft, Rohstoffe

Heute in den Linktipps: Vorurteile gegenüber Wohlhabenden, Streit über eine neue Geldtheorie und die Debatte über den Soli. Außerdem geht es um den Zustand der Marktwirtschaft und Rohstoffe in Entwicklungsländern.

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1. Liebet die Reichen!
(faz.net, Thomas Mayer)
Vorurteile gegenüber Minderheiten sind in weiten Teilen der Gesellschaft verpönt. Thomas Mayer beschreibt jedoch eine Minderheit, die seiner Meinung nach eine Ausnahme darstellt: die Reichen. Sie werden Umfragen zufolge in der Bevölkerung sehr negativ beurteilt. „Politisch brisant wird die Einstellung einer Gesellschaft gegenüber ihren Reichen, wenn es darum geht, Sündenböcke für missliebige Umstände zu finden“, schreibt Mayer.

2. Eine neue Geldtheorie spaltet die Wirtschaft
(handelsblatt.com, Norbert Häring)
Linke Politiker wie die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez plädieren für mehr Staatsausgaben und wollen dafür eine höhere Staatsverschuldung in Kauf nehmen. Sie sehen in höheren Schulden kein großes Problem und berufen sich dabei auf eine relativ neue Geldtheorie, die „Modern Monetary Theory“. Doch an dem Modell gibt es viel Kritik. Sie kommt unter anderem vom Chef der amerikanischen Notenbank.

3. Denkt den Soli neu!
(sueddeutsche.de, Stefan Braun)
Die Mauer ist schon länger verschwunden, als sie Ost- und Westdeutschland getrennt hat. Stefan Braun beschreibt es als verständlich, dass vor diesem Hintergrund auch die Rufe nach einer Abschaffung des Solidaritätszuschlags immer lauter werden. Er hat jedoch einen alternativen Vorschlag. „Die Regierung könnte beschließen, den Solidaritätszuschlag neu zu begründen“, schreibt er. „Sie könnte ihn, so sie echte Courage hat, offensiv in einen Solidarbeitrag für einen gesellschaftlichen Aufbruch umwidmen.“

4. Das Bündnis der Mächtigen
(wiwo.de, Ferdinand Knauß)
Kapitalismus und Marktwirtschaft werden oft als Synonyme verwendet. Ferdinand Knauß versucht sich daran, den Bedeutungsunterschied zu erklären. Dieser hat seiner Ansicht nach eine umfassende politische Komponente: „Das Kapital – beziehungsweise seine Eigentümer – hat nicht unbedingt ein Interesse an der Existenz von Märkten“, schreibt Knauß. „Es hat nur ein Interesse an seiner eigenen Vermehrung. Und die gelingt in vermachteten Verhältnissen sehr viel besser als im freien Wettbewerb auf funktionierenden Märkten.“

5. Kein Allheilmittel für Entwicklungsländer
(nzz.ch, David Signer)
Viele Länder in Afrika leiden unter einer paradoxen Situation: Sie sind reich an Rohstoffen, doch trotz der Bodenschätze ist die Bevölkerung arm. Als Ausweg wird oft gefordert, die Rohstoffe im Land selbst zu verarbeiten. David Signer aber argumentiert, dass diese Idee keine Lösung sei: Vielmehr sei es nötig, dass der Gewinn aus Rohstoffen nicht „in den Taschen einzelner Profiteure verschwindet, sondern dazu verwendet wird, Voraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen“.

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  • Autor

    INSM Redaktion

    Hier schreibt die Redaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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